Corona im Alltag
16:00 · 18. Mai 2022

Arbeit in Zeiten der Pandemie: Was Sie als Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer wissen sollten

Die Corona-Pandemie hat unseren Arbeitsalltag maßgeblich verändert. Hier finden Sie Tipps zum Gesundheitsschutz im Büro und wichtige Informationen rund um die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung.

Schützen Sie sich auch am Arbeitsplatz

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung erlaubt Betrieben eigene Hygienekonzepte


Wer während der Pandemie nicht von zuhause arbeiten kann oder in absehbarer Zeit wieder in die Präsenzarbeit zurückkehrt, muss besonders geschützt werden. Die Bundesregierung hat dafür bewährte Schutzmaßnahmen in der neugefassten SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung festgeschrieben: Auch künftig müssen Unternehmen die Gesundheit ihrer Belegschaft durch entsprechende Hygienekonzepte schützen.

Seit dem 20. März 2022 sind Betriebe zwar nicht länger verpflichtet, ihren Beschäftigten Homeoffice anzubieten– es wird aber noch immer ausdrücklich empfohlen. Welche Maßnahmen darüber hinaus notwendig sind, entscheiden Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber fortan eigenständig in Abhängigkeit vom örtlichen Infektionsgeschehen. Die angepasste Verordnung gilt bis zum 25. Mai 2022.

Niemals krank zur Arbeit!

Nicht nur während der Pandemie gilt für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Wer krank ist, sollte zuhause bleiben, um die Kolleginnen und Kollegen nicht unnötig zu gefährden. Personen mit Erkältungssymptomen beziehungsweise Symptomen einer Coronavirus-Infektion sollten am Arbeitsplatz gar nicht erst Platz nehmen oder ihn umgehend verlassen.

Falls Sie vermuten, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, melden Sie sich bitte telefonisch bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 oder beim Gesundheitsamt. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Symptome von COVID-19 und wie Sie sich bei Verdacht auf eine Infektion verhalten sollten.

Die AHA-Formel als zuverlässiger Begleiter

Auch am Arbeitsplatz sollten zur Eindämmung der Pandemie bestimmte Hygiene- und Abstandsregeln beachtet werden. Die AHA+A+L-Formel hilft, gesund und sicher zu bleiben: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (Husten und Niesen in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch sowie gründliches Händewaschen) und im Alltag Maske tragen. Regelmäßiges Lüften von Innenräumen verringert das Risiko, sich über Aerosole mit dem Coronavirus anzustecken. Auch wenn Sie die Corona-Warn-App nutzen, tragen Sie dazu bei, die Pandemie einzudämmen. Die App hilft festzustellen, ob Sie in Kontakt mit einer infizierten Person waren und ob ein Ansteckungsrisiko besteht. 

Betriebliche Kontakte möglichst reduzieren

Grundsätzlich gilt weiterhin: Betriebsbedingte Kontakte und die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen sollten möglichst auf das notwendige Minimum reduziert bleiben. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind dazu angehalten, entsprechende Maßnahmen zu prüfen und zum Beispiel digitale Kommunikationstools anzubieten beziehungsweise zu nutzen. Auch während der Pausenzeiten und in Pausenbereichen muss der Infektionsschutz gewährleistet sein. Sollte kein ausreichender Schutz möglich sein – zum Beispiel in Innenräumen, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten oder ausreichend gelüftet werden kann – müssen die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber prüfen, ob sie ihrer Belegschaft medizinische Schutzmasken zur Verfügung stellen.

Arbeiten im Homeoffice: Gesetzliche Regeln und Empfehlungen

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind seit dem 20. März 2022 nicht mehr verpflichtet, ihren Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen. Betriebe können das mobile Arbeiten aber weiterhin anbieten: Es ist nach wie vor ein wirksames Mittel, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Grundsätzlich ist die Arbeitgeberin beziehungsweise der Arbeitgeber auch für die Sicherheit und Gesundheit im Homeoffice verantwortlich. Vereinbaren Sie gemeinsam, welche Arbeitsmittel Sie für die Arbeit im Homeoffice benötigen und was davon zur Verfügung gestellt werden kann. Da Sie auch von zuhause aus eine vollwertige Arbeitsleistung erbringen, haben Sie Anspruch auf das gleiche Entgelt wie bei der Arbeit im Büro. Tipps für die Arbeit im Homeoffice finden Sie hier.

Impfangebote nutzen

Die Impfung trägt sowohl zum individuellen Schutz als auch zur Eindämmung der Pandemie insgesamt bei: Sie ist der Schlüssel, um das Coronavirus unter Kontrolle zu bekommen und zu einem normalen Leben und Arbeitsalltag zurückzukehren. Seit dem 7. Juni 2021 können auch Betriebsärztinnen und Betriebsärzte die Corona-Schutzimpfung und seit September 2021 auch Auffrischungsimpfungen durchführen. Laut der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung ist es Aufgabe der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, ihre Beschäftigten über die Risiken einer COVID-19-Erkrankung mit dem Coronavirus und bestehende Möglichkeiten einer Impfung zu informieren. Außerdem sollten sie Betriebsärztinnen und Betriebsärzte bei betrieblichen Impfangeboten unterstützen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen für die Corona-Schutzimpfung freigestellt werden. Informationen rund um die Impfung in den Betrieben finden Sie hier.

Eingeschränkte Entschädigungsleistungen für Ungeimpfte ab November 2021

Seit dem 1. November 2021 gewähren die Länder Personen ohne vollen Impfschutz keine Entschädigungsleistungen auf Kosten der Allgemeinheit im Falle eines Tätigkeitsverbots beziehungsweise einer Quarantäneanordnung, sofern für sie eine Impfempfehlung besteht und sie als Reiserückkehrende aus Risikogebieten gelten. Personen, für die in einem Zeitraum von bis zu acht Wochen vor der Quarantäneanordnung oder des Tätigkeitsverbots keine öffentliche Empfehlung für eine Impfung gegen COVID-19 vorlag, haben weiterhin Anspruch auf eine Entschädigungsleistung nach dem IfSG. Dasselbe gilt für Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen dürfen.

Wichtig: Wer an COVID-19 erkrankt und infolgedessen arbeitsunfähig ist, hat unabhängig vom Impfstatus Anspruch auf Entschädigungsleistungen.

Weitere Informationen zu Ansprüchen auf Ersatz des Verdienstausfalls für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Selbständige finden Sie hier.

Beschäftigung in Kurzarbeit

Falls Ihr Unternehmen durch die Corona-Pandemie von Arbeitsausfällen betroffen ist und Kurzarbeit anmelden muss, haben Sie Anspruch auf finanzielle Hilfen und Ihr Verdienstausfall kann teilweise ausgeglichen werden. Bis zum 30. Juni 2022 gelten aufgrund der Corona-Pandemie noch Sonderregelungen beim Kurzarbeitergeld. Alle wichtigen Informationen dazu finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Bundesagentur für Arbeit.

Bleiben Sie informiert

Informationen zu arbeitsrechtlichen Folgen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie finden Sie auf der Website des Bundesarbeitsministeriums. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Arbeitgeberin oder Ihrem Arbeitgeber, wenn Sie sich nicht ausreichend geschützt fühlen oder wenden Sie sich an Ihre betriebliche Interessenvertretung (Betriebs- oder Personalrat), sofern vorhanden. Falls Ihnen in Ihrem Unternehmen nicht geholfen werden kann, können Sie sich  auch an die für Sie zuständige Arbeitsschutzbehörde wenden.

Beschäftigung in Kurzarbeit und Arbeitslosengeld II

Falls Ihr Unternehmen durch die Corona-Pandemie von Arbeitsausfällen betroffen ist und Kurzarbeit anmelden muss, haben Sie Anspruch auf finanzielle Hilfen. Ihr Verdienstausfall kann teilweise ausgeglichen werden. Bis zum 30. Juni 2022 gelten aufgrund der Corona-Pandemie noch Sonderregelungen beim Kurzarbeitergeld. Alle wichtigen Informationen dazu finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Die Bundesagentur für Arbeit ist auch Ihre erste Anlaufstelle, falls Sie sich arbeitssuchend melden oder Arbeitslosengeld II beantragen möchten: Von ihr erfahren Sie, welches Jobcenter für Sie zuständig ist und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um die Grundsicherung zu beantragen. Antworten rund um den Anspruch auf Grundsicherung finden Sie hier.

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