Corona im Alltag
12:20 · 30. Juni 2022

Aktuelle Corona-Regelungen und 7-Punkte-Plan für den Herbst

Da eine flächendeckende Überlastung der Krankenhäuser aktuell nicht zu befürchten ist, gelten die meisten Corona-Schutzmaßnahmen nicht mehr bundesweit. Durch das Infektionsschutzgesetz haben die Bundesländer jedoch die Möglichkeit, regionale Schutzmaßnahmen (Hotspot-Regelung) zu beschließen. Für den Herbst 2022 hat das Bundesgesundheitsministerium zudem einen 7-Punkte-Plan anhand erwartbarer Szenarien entwickelt: Die Corona-Herbststrategie zielt vor allem auf die Entlastung des Gesundheitssystems sowie die Vermeidung schwerer und tödlicher COVID-19-Verläufe.

Was gilt jetzt – und was bringt der Herbst?

Aktuell gültig: Basisschutz für besonders gefährdete Gruppen und Hotspot Regelung

Die Bundesländer können einen Basisschutz für besonders gefährdete Gruppen beschließen – etwa Maskenpflichten in Einrichtungen der Pflege und des Gesundheitswesens, in bestimmten Gemeinschaftsunterkünften sowie im öffentlichen Personennahverkehr. Auch Testpflichten in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Schulen und Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen sind möglich. Darüber hinaus können die Länder weitere Schutzmaßnahmen in Regionen beschließen, in denen eine Überlastung des Gesundheitssystems droht (z. B. Maskenpflicht, Abstandsgebote, Nachweispflichten oder Hygieneauflagen). Die Maskenpflicht im Luft- und öffentlichen Personenfernverkehr gilt weiterhin bundesweit. Hier erfahren Sie, welche Schutzmaßnahmen bei Ihnen vor Ort gelten.

Der 7-Punkte-Plan für den Herbst

Das Gesundheitssystem nicht überlasten, schwere COVID-19-Krankheitsverläufe und -Todesfälle sowie Long-COVID vermeiden und die kritische Infrastruktur sichern: Dies sind die dringlichsten Ziele im Hinblick auf den Herbst 2022.

Im Fokus des 7-Punkte-Plans des Bundesgesundheitsministeriums steht:

  1. Durchführung einer an die Situation angepassten Impfkampagne ab September 2022 mit dem Ziel, die Impflücke zu schließen und die 4. Impfung zu bewerben, insbesondere in der älteren Bevölkerungsgruppe. Dies basiert auf der Verfügbarkeit passender, gegebenenfalls adaptierter Impfstoffe.
  2. Anpassung des Testkonzepts unter Aufrechterhaltung einer gut erreichbaren Test-Infrastruktur und Einsatz noch gezielterer Bürgertests.
  3. Entwicklung eines neuen COVID-19-Behandlungskonzeptes mit dem Ziel, die Sterblichkeit durch eine adäquate und rechtzeitige Behandlung zu reduzieren.
  4. Schutz besonders vulnerabler Gruppen – insbesondere in Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten. Umfassende Versorgungs- und Hygienekonzepte sollen diese schützen und die Einrichtungen für Besuche offenhalten – etwa durch das Einsetzen von Hygienebeauftragten, die rechtzeitige Behandlung Infizierter und die Schutzmaßnahmen „Impfen, Testen, Masken“.
  5. Eine verbesserte, taggleiche Datenmeldung von Krankenhäusern soll das Pandemie-Management optimieren.
  6. Entwicklung eines Schutzkonzeptes für Kinder und Jugendliche. Kitas und Schulen müssen offen bleiben.
  7. Weiterentwicklung des Infektionsschutzgesetzes rechtzeitig bis zum Herbst entsprechend der weiteren Pandemie-Entwicklung. Dabei werden u. a. die Erkenntnisse der Stellungnahme des Corona ExpertInnenrates zur „Pandemievorbereitung auf Herbst/ Winter 2022/23“ berücksichtigt, als auch der Ende Juni erwartete Evaluationsbericht der Sachverständigenkommission nach § 5 Abs. 9 IfSG.

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