Corona-Schutzimpfung
13:18 · 25. Februar 2022

Impfen in Apotheken: Was Sie wissen müssen

Neben Arztpraxen, Betriebsmedizinerinnen und -medizinern, Impfzentren und weiteren Leistungserbringern unterstützen auch öffentliche Apotheken aktiv die Impfkampagne in Deutschland. Worauf bei der Organisation und Durchführung der Corona-Schutzimpfung zu achten ist, erklären wir hier.

Apotheken unterstützen aktiv die Impfkampagne.

Neben den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Betriebsärztinnen und Betriebsärzten, Corona-Impfzentren, mobilen Impfteams, Gesundheitsämtern und weiteren Leistungserbringern können nun auch öffentliche Apotheken die Schutzimpfung gegen COVID-19 durchführen. Ein weiterer wichtiger Schritt in der Impfkampagne, um möglichst schnell viele Menschen vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen und das deutsche Gesundheitssystem zu entlasten. Wie und wo Impfanbieter den Impfstoff und entsprechendes Zubehör erhalten und wie sie das Impfen am besten organisatorisch umsetzen können – ein Überblick:  

Organisation und Durchführung der Corona-Schutzimpfung

Räumliche und personelle Voraussetzungen schaffen

Geeignete Räumlichkeiten mit ausreichend Abstandsmöglichkeiten und geschultes Fachpersonal sind Voraussetzungen für den Impfprozess. Apotheken sollten prüfen, ob sie die räumlichen Voraussetzungen erfüllen können und z. B. ein Wartebereich für die Zeit vor und nach der Impfung vorhanden und ein Hygienekonzept erstellt ist. Für Apotheken ist zudem wichtig, dass nur geschultes Personal die Corona-Schutzimpfung durchführen darf und das Impfen von der Betriebshaftpflichtversicherung abgesichert ist. Bezüglich dieser Voraussetzungen braucht die Apotheke auf der Grundlage einer Selbstauskunft eine Bescheinigung der zuständigen Landesapothekerkammer.

Gut zu wissen: Impfstoff für Zweitimpfungen und Auffrischungsimpfungen muss nicht zurückgehalten werden. Impfanbieter sollten die Termine aber entsprechend planen und die benötigten Dosen für die Folgeimpfungen bestellen, wenn diese fällig sind, damit die empfohlenen Impfintervalle geplant und eingehalten werden können.

Terminvergabe und -organisation selbst managen

Wie und in welchem Umfang COVID-19-Schutzimpfungen in den Betriebs- oder Tagesablauf der Apotheken integriert werden können, wird vor Ort apothekenindividuell festgelegt. So können wichtige Faktoren wie die Größe der Apotheke, die personellen und räumlichen Gegebenheiten sowie der Umfang der zur Verfügung stehenden Impfstoffe am besten berücksichtigt werden.
Für das Impfen durch Apotheken gilt Folgendes: Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene können sich gegen COVID-19 durch Apotheken insbesondere von Apothekerinnen und Apotheker, die erfolgreich ärztlich geschult sind, impfen lassen.

Apothekerinnen und Apotheker, die für die Durchführung von Grippeschutzimpfungen geschult sind, dürfen nur Personen ab 18 Jahren impfen. Wenn sie eine Ergänzungsschulung absolviert haben, dürfen sie auch Jugendliche ab 12 Jahren impfen.

Unter „Mein Apothekenmanager“ können die Bürgerinnen und Bürger ab dem 7. Februar 2022 direkt impfende Apotheken in ihrer Nähe finden und einen Termin vereinbaren.

Impfdokumentation und Nachbereitung

Um das Impfgeschehen auf einer validen Datenbasis beobachten zu können, müssen alle durchgeführten Corona-Schutzimpfungen sorgfältig dokumentiert und täglich dem Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet werden. Dabei müssen z. B. Angaben zur Anzahl der Erst-, Abschluss- sowie Auffrischungsimpfungen bei ab 12-Jährigen und über 60-Jährigen (alle jeweils aufgegliedert nach Impfstoff) übermittelt werden.
Wichtig zu wissen: Nur Ärztinnen und Ärzte dürfen Kinder ab 5 Jahren und bis 12 Jahre impfen, d.h. für diese Personengruppe sind Impfungen durch Apotheken grundsätzlich nicht möglich. Apotheken rechnen die Impfleistung über den etablierten Vergütungsweg der Impfstofflogistik über die Apothekenrechenzentren ab.

Tipp: Unsere Checkliste für Impfaktionen gibt Ihnen einen Überblick, was beim Impfmanagement zu beachten ist.

Die Checkliste für Ihre Impfaktion 

Sie möchten Ihren Beitrag zum Erfolg der Impfkampagne gegen Corona leisten, engagieren sich zum Beispiel in einem Verein oder sind gut in Ihrem Stadtteil vernetzt? Bei #HierWirdGeimpft geht es darum, möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, sich impfen zu lassen und der Impfkampagne so einen Schub vor Herbst und Winter zu geben. Diese Checkliste erklärt Ihnen Schritt für Schritt, was bei der Organisation einer Impfaktion zu beachten ist.

Auswahl der Impfstoffe

In Deutschland steht genügend Impfstoff bereit, um allen Personen ein Impfangebot zu machen. Impfanbieter können also nach Bedarf COVID-19-Impfstoffe bestellen und die Bestellung auch auf die Personengruppen abstimmen, die in der kommenden Woche geimpft werden sollen. Für wen welcher Impfstoff empfohlen wird, lesen Sie hier.
Wichtig zu erwähnen ist hierbei, dass jede Schutzimpfung gegen COVID-19 nur mit Einwilligung der zu impfenden Person bzw. deren bevollmächtige Vertretung nach sorgfältiger Aufklärung erfolgen darf. Mehr dazu erfahren Sie in unseren FAQs für medizinische Berufsgruppen und im Artikel „Beratung zur Corona-Schutzimpfung:
Patient:innen bei ihrer Entscheidung unterstützen“
.

Wichtigkeit der Auffrischungsimpfungen gerade auch in Zeiten von Omikron

Der Einsatz von Booster-Impfungen wurde bereits im August 2021 bei bestimmten Personengruppen von der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) beschlossen. Inzwischen können und sollten sich alle Personen ab 12 Jahren aufgrund der aktuellen Empfehlung der STIKO drei Monate nach der abgeschlossenen Grundimmunisierung boostern lassen. Dies ist vor allem mit Blick auf die höchst ansteckende und sich schnell ausbreitende Omikron-Variante ratsam. Die Auffrischungsimpfungen können niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, (mobile) Impfteams, Impfzentren, Gesundheitsämter oder auch Betriebsärztinnen und Betriebsärzte und öffentliche Apotheken durchführen. Mehr Informationen zu den Auffrischungsimpfungen finden Sie in diesem Artikel und hier.

Gut zu wissen: § 1 Absatz 2 der Coronavirus-Impfverordnung wurde am 17. Dezember 2021 dahingehend angepasst, dass eine von der Zulassung abweichende Verabreichung erfolgen kann, wenn sie nach dem Stand der Wissenschaft medizinisch vertretbar ist. Somit können beispielsweise auch Jugendliche ab 12 Jahren eine Auffrischungsimpfung erhalten.
Außerdem ist damit die Booster-Impfung in kürzeren Abständen als sechs Monate nach der Grundimmunisierung rechtlich abgesichert. Die arzneimittelrechtliche Gefährdungshaftung bleibt unberührt. Gleiches gilt für die Haftung der impfenden Person.

Beratungsgespräche für eine sichere Impfentscheidung

Ein vertrauensvolles Aufklärungsgespräch ist verpflichtend und bildet eine fundierte Grundlage für eine informierte und sichere Impfentscheidung. Manche Menschen zeigen sich verunsichert und benötigen zusätzliche Informationen – auch im Hinblick auf die Wirksamkeit und Sicherheit der Corona-Schutzimpfung. Oftmals erscheinen Risiken viel größer, als sie tatsächlich sind, gerade auch im Verhältnis zum Nutzen der Impfungen. Als ärztlich geschulte Apothekerin bzw. Apotheker können Sie kompetent auf diese Bedenken eingehen und Unsicherheiten klären. Wichtig: Dokumentieren Sie, dass Sie ein Aufklärungsgespräch geführt haben. Das RKI stellt dafür entsprechende Materialien (Aufklärungsbogen und Anamnese- und Einwilligungsbogen) zur Verfügung, die regelmäßig aktualisiert werden. Idealerweise sollten die Menschen diese Unterlagen schon sorgfältig lesen, bevor sie zur Impfung kommen.

Vergütung nach Coronavirus-Impfverordnung

Für eine Impfung gegen COVID-19 erhalten alle Impfanbieter die gleiche Vergütung: Je Impfung können sie 28 Euro abrechnen sowie 8 Euro zusätzlich für jede Impfung, die an Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen verabreicht wird. Zu beachten ist, dass die Vergütung nach der Coronavirus-Impfverordnung die Meldung der erforderlichen Impfdaten an das Robert Koch-Institut voraussetzt. Weitere Details finden Sie in den FAQs für Fachgruppen.

Weiterführende Informationen

Antworten auf wichtige Fragen für Apothekerinnen und Apotheker haben wir hier zusammengestellt und gibt es bei der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. und der Bundes- bzw. jeweiligen Landesapothekerkammer.

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