Corona-Schutzimpfung
08:00 · 11. November 2022

Corona-Schutzimpfung und einrichtungsbezogene Impfpflicht: was das Gesundheitspersonal und pflegende Angehörige jetzt wissen müssen

Informationen über die Corona-Schutzimpfung und die einrichtungsbezogene Impfpflicht sind für Beschäftigte in den Gesundheits- und Pflegeberufen sowie pflegende Angehörige und Betreuerinnen und Betreuer besonders wichtig. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Das Gesundheitspersonal ist besonders gefordert.

Sie arbeiten Tag und Nacht für unsere Gesundheit. Sie kümmern sich fachlich kompetent und unter höchster Belastung um Kranke und Pflegebedürftige. Immer wieder stehen sie Menschen auch im täglichen Kampf um Leben und Tod in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zur Seite. Pflegerinnen und Pfleger, Medizinerinnen und Mediziner, Seelsorgerinnen und Seelsorger sind ebenso wie pflegende Angehörige und Betreuerinnen und Betreuer eine wichtige Stütze für Pflege- und Behandlungsbedürftige. In Deutschland gibt es knapp 5 Millionen pflegebedürftige Menschen, viele werden in den eigenen vier Wänden versorgt. Die Corona-Pandemie hat einmal mehr gezeigt, wie unverzichtbar das Engagement aller Pflegenden ist. Sie sind es, die sich an vorderster Stelle gegen die Pandemie stemmen – und dadurch nicht zuletzt einem höheren Risiko ausgesetzt sind, sich selbst zu infizieren. Gleichzeitig müssen sie darauf achten, dass Pflegebedürftige sowie Patientinnen und Patienten sich nicht mit dem Coronavirus anstecken. Sie tragen in der Pandemie also eine zusätzliche Verantwortung.

Darum ist die Corona-Schutzimpfung so wichtig

Insbesondere für medizinisches Personal und Pflegekräfte, die engen Kontakt zu Personengruppen mit hohem Risiko für einen schweren oder gar tödlichen COVID-19-Verlauf haben, ist ein verlässlicher Schutz vor dem Coronavirus wichtig. Egal, ob sie auf der Intensivstation arbeiten, pflegebedürftige Menschen oder Menschen mit Behinderung in einer stationären Einrichtung betreuen oder bei einem ambulanten Pflegedienst tätig sind – Infektionen sind überall möglich. Hinzu kommt, dass Pflegebedürftige, Menschen mit Behinderung und Patientinnen und Patienten auf gute Versorgung, insbesondere medizinische Versorgung angewiesen sind.

Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegesektor wie auch pflegende Angehörige sowie Betreuerinnen und Betreuer haben eine weitere wichtige Rolle inne: Sie können wesentlich dabei mithelfen, Patientinnen und Patienten oder Pflegebedürftige, die sich impfen lassen könnten, aber noch unsicher sind, mit fundiertem Wissen über die Corona-Schutzimpfung und gegebenenfalls empfohlene Auffrischungsimpfungen zu informieren.

In unserem neuen Format "Darum Geimpft" berichten Menschen über ihre Beweggründe, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen. In der ersten Folge erzählt Pflegedienstleitung Natascha, wie sich ihr Arbeitsalltag änderte, nachdem sie die Corona-Schutzimpfung erhalten hatte.

Darum Geimpft – Natascha

Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal

Seit dem 15. März 2022 gilt in Deutschland eine Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal. Seitdem müssen Beschäftigte in Einrichtungen wie beispielsweise Kliniken, Pflegeheimen oder Arztpraxen einen Nachweis über einen vollständigen Impfschutz oder eine höchstens 90 Tage zurückliegende Infektion – oder eine ärztliche Bescheinigung darüber, dass sie nicht geimpft werden können, vorlegen. Die Impfpflicht gilt auch für Einrichtungen, in denen Menschen mit Behinderungen betreut werden, ferner bei Rettungsdiensten und in sozialpädiatrischen Zentren.

Den Informationsleitfaden für Pflege- und Gesundheitspersonal zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht finden Sie hier.

Vollständiger Impfnachweis

Wer bereits in den von der einrichtungsbezogenen Impfpflicht erfassten Einrichtungen tätig ist, ist dazu verpflichtet, einen gültigen Immunitätsnachweis vorzulegen. Wer eine Stelle in einer solchen Einrichtung antreten möchte und keinen gültigen Immunitätsnachweis vorlegen kann, darf nach dem aktuellen Infektionsschutzgesetz nicht beschäftigt werden. Ausgenommen von der Regelung sind Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können oder die sich im ersten Schwangerschaftsdrittel befinden. In diesem Fall ist die Vorlage eines entsprechenden ärztlichen Zeugnisses erforderlich.

Laut Infektionsschutzgesetz ist der Impfschutz seit dem 1. Oktober 2022 nur dann vollständig, wenn entweder drei Einzelimpfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 erfolgt sind oder alternativ eine entsprechende Kombination aus zwei Einzelimpfungen und mindestens einer nachgewiesenen Infektion vorliegt. Auch ein Nachweis über eine mindestens 28 Tage und höchstens 90 Tage zurückliegende Infektion (Genesenennachweis) kann vorgelegt werden. Ärztliche Bescheinigungen für Personen, die sich nicht impfen lassen können, gelten weiterhin. Weiterführende Informationen dazu, ab wann Personen vollständig geimpft sind und wann eine Infektion einer Impfung rechtlich gleichsteht, finden Sie in unseren Impf-FAQ.

Warum Auffrischungsimpfungen für Pflegebedürftige besonders wichtig sind

Der größte Teil der Pflegebedürftigen, die ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen COVID-19-Verlauf haben, ist gegen COVID-19 geimpft. Bei immungeschwächten Patientinnen und Patienten, Höchstbetagten und Pflegebedürftigen kann es allerdings zu einer reduzierten oder schnell nachlassenden Immunantwort nach einer vollständigen COVID-19-Impfung kommen. Die Auffrischungsimpfungen sind besonders für diese Menschen wichtig. Die STIKO empfiehlt allen Bewohnerinnen und Bewohnern in Einrichtungen der Pflege sowie Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe die erste Auffrischungsimpfung ab drei Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie sowie – im Abstand von mindestens sechs Monaten zum ersten Booster – auch die zweite Auffrischungsimpfung. Mehr dazu lesen Sie hier.

Aktuelle Veranstaltungen des Pflegenetzwerks Deutschland:

Intelligente Organisationsentwicklung: Bei Gesundheitsfragen mitsprechen

Mittwoch, 30. November 2022, 11 Uhr

Es ist eine große Herausforderung, die Mitsprache Angestellter nicht nur zu fördern, sondern die Rückmeldungen auch effektiv zur Verbesserung von Pflegeeinrichtungen zu nutzen. Die Gesundheitsdienste Oberes Murrtal nutzen das Feedback ihrer Beschäftigten zur intelligenten Organisationsentwicklung – und legen dabei den Fokus auf die Gesundheit aller Mitarbeitenden. Ein Erfolgsbaustein ist dabei das Organisationsentwicklungsinstrument „Belev“, mit dem die Gesundheitsdienste Oberes Murrtal einen regelmäßigen Beratungsprozess mitsamt Mitarbeitendenbefragung durchlaufen. Thomas Nehr, geschäftsführender Vorstand Diakonie ambulant der Gesundheitsdienste Oberes Murrtal e. V., zeigt, wie der Prozess abläuft und worauf es bei der Mitsprache ankommt.

Präventionsmaßnahmen durch den Qualitätsrahmen QualiPeP: Wie gelingt der Transfer in die Praxis?

__Donnerstag, 1. Dezember 2022, 11 Uhr

Um den Belastungen der Beschäftigten im Pflegebereich entgegenzuwirken, hat der AOK Bundesverband das Forschungsförderprojekt „Qualitätsorientierte Prävention und Gesundheitsförderung in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Pflege (QualiPeP)“ entwickelt. QualiPeP beinhaltet einen Qualitätsrahmen für Maßnahmen der Prävention, betrieblichen Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Pflege. In diesem Praxisdialog erklärt Anke Tempelmann, Projektleiterin QualiPeP beim Bundesverband AOK, wie das Projekt erprobt und entwickelt wurde, welche Ziele es verfolgt und wie es sich in die Praxis umsetzen lässt.

Modellprojekte zur Übertragung ärztlicher Tätigkeiten: Wie funktioniert das in der Praxis?

Donnerstag, 8. Dezember 2022, 16 Uhr

In der Übertragung ärztlicher Tätigkeiten auf Pflegefachpersonen kann ein erhebliches Potential für eine bessere Versorgung Pflegebedürftiger liegen, gerade in Regionen mit wenigen Ärztinnen und Ärzten. Seit 2021 gibt es dazu verschiedene Modellvorhaben in den Bundesländern. Christian Hener, Referent im Team Gesundheit, Seniorenarbeit und Pflege des DRK-Generalsekretariats, zeigt während dieses Praxisdialogs Wege auf, wie die Aufgabenübertragung funktionieren kann – und freut sich auf Ihre Fragen.

Einsamkeit von Pflegebedürftigen: Wie gelingt es, mithilfe von Strategien und Konzepten mehr gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen?

Montag, 14. Dezember 2022, 16 Uhr

Einsamkeit im Alter ist auch bei pflegebedürftigen Menschen ein bekanntes Problem. Mithilfe unterschiedlicher Strategien und Konzepte lässt sich gesellschaftliche Teilhabe unterstützen, die der Einsamkeit entgegenwirkt. In diesem Praxisdialog erklären Nicole Knudsen und Heinrich Stockschlaeder, Vorstandsmitglieder von „wir pflegen! Interessenvertretung und Selbsthilfe pflegender Angehöriger e. V.“, welche Möglichkeiten es gibt, um Einsamkeit bestmöglich vorzubeugen.

Was braucht gute Führung in der Pflege?

Dienstag, 15. Dezember 2022, 16 Uhr

Die Zufriedenheit und Motivation von Angestellten hängen zu einem Großteil von der Qualität der Führung ab. Gerade in einem intensiven Arbeitsumfeld wie der Pflege kommt es auf die richtige Kommunikation an, beispielsweise bei der Feedbackkultur oder dem Fehlermanagement. Prof. Dr. Renate Tewes ist als selbstständige Business Trainerin spezialisiert auf das Training von Führungskräften im Gesundheitswesen. Im Praxisdialog zeigt sie die Feinheiten von erfolgreicher Führung in der Pflege auf. Melden Sie sich an.

Anmeldungen erfolgen per E-Mail an: praxisdialog@pflegenetzwerk-deutschland.de

Mehr Informationen zu den Veranstaltungen des Pflegenetzwerkes finden Sie hier.

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