Corona im Alltag
11:19 · 20. April 2022

Kontakte mit Älteren: Wie Sie das Infektionsrisiko senken können

Um Corona-Fälle und schwere COVID-19-Erkrankungen zu vermeiden, ist weiterhin Vorsicht und Rücksichtnahme geboten – gerade bei gefährdeten Personen. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf Sie beim Kontakt mit älteren Mitmenschen achten sollten.

Schützen Sie sich und andere durch die Impfung

Ältere Menschen gehören zur Corona-Risikogruppe

Alle Menschen können sich mit dem Coronavirus infizieren. Einige Bevölkerungsgruppen haben aber ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf – vor allem Personen, deren Immunsystem geschwächt ist. Dazu zählen neben Menschen mit Vorerkrankungen vor allem ältere Menschen, denn das Immunsystem ist im Alter nicht mehr so stark wie in jüngeren Jahren. Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren stetig an. 

Hinzu kommt, dass ein gesundes Immunsystem mit Symptomen wie Fieber auf eine Infektion reagiert. In höherem Alter können diese Symptome schwächer oder gar nicht auftreten, wodurch Erkrankte die Infektion in einigen Fällen nicht sofort bemerken und erst spät zur Ärztin oder zum Arzt gehen. Wird eine COVID-19-Erkrankung spät diagnostiziert, kann dies zu einem schweren Verlauf beitragen.

Grundsätzlich gilt: Maßnahmen wie Maskentragen, Kontaktreduzierung und natürlich die Corona-Schutzimpfung senken das Infektionsrisiko. Auch, wenn sie selbst und viele ihrer Mitmenschen inzwischen geimpft sind, sollten Ältere und ihre Angehörigen vorsichtig sein.

Wie Besuche in Pflegeheimen geregelt sind

Bei Besuchen in Pflegeheimen steht der Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner an vorderster Stelle. Unter bestimmten Auflagen sind Besuche möglich: Besucherinnen und Besucher sind verpflichtet, die AHA-Formel einzuhalten – also den Mindestabstand zu wahren, Hygieneregeln zu beachten und eine medizinische Maske zu tragen.

Die Länder geben einen Rahmen für Besuchsregelungen vor. Allgemeine Informationen zu jedem Bundesland finden Sie hier. Zusätzlich gibt es Anordnungen auf Kreis- oder Gemeindeebene. Updates zu den Regelungen für Pflegeheime in den Ländern des Pflegeschutzbundes BIVA finden sie hier.

Testpflicht in Pflegeheimen und Kliniken

Zum Schutz besonders gefährdeter Personengruppen ist es enorm wichtig, dass Infektionen so früh wie möglich erkannt werden. Seit dem 18. November 2021 müssen alle Personen, die Pflegeheime und Kliniken betreten, einen negativen PCR-Test- oder Schnelltest-Nachweis vorzeigen können. Diese Regelung gilt auch für Geimpfte und Genesene. Personen, die geimpft oder genesen sind, erhalten den Test kostenfrei. Auch geimpfte Beschäftigte müssen regelmäßig ein negatives Testergebnis vorweisen. Diese Tests können auch als Selbsttest durchgeführt werden.

Gut zu wissen: Seit dem 16. März 2022 gilt zudem eine einrichtungsbezogene Impfpflicht in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen.

Besucherinnen und Besucher sollten sich neben der Einhaltung der Testpflicht auch vor Ort über aktuelle Regelungen informieren, sich gegebenenfalls vor dem Besuch anmelden und mit dem Pflegepersonal abklären, welche Besuchsform zu welchen Zeiten ratsam ist. Durch die Absprache mit dem Personal kann ein zu hohes Besucheraufkommen vermieden werden.

In einigen Bundesländern ist der Besuch in Pflegeeinrichtungen zeitlich begrenzt und es gilt die 1-1-1-Regel: Eine Person pro Bewohnerin oder Bewohner am Tag. Ausnahmen gibt es hierbei in der Regel für Besuch von Schwerstkranken oder Sterbenden.

Ansteckungsrisiken minimieren

Um eine Tröpfcheninfektion zu vermeiden, wurden in vielen Heimen zum Beispiel an den Tischen der Besuchszimmer Plexiglasscheiben installiert. Sofern das Heimgelände über einen Garten verfügt, sind auch gemeinsame Spaziergänge an der frischen Luft – unter Wahrung des Mindestabstands von 1,5 Metern – eine gute Möglichkeit, gemeinsam Zeit zu verbringen. Zudem gilt in vielen Heimen bei Besuchen eine generelle Maskenpflicht für beide Seiten. Empfohlen werden sogenannte OP-Masken oder auch Masken der Standards FFP2 oder KN95/N95.

Private Besuche bei Oma und Opa 

Familien können sich natürlich auch privat mit den Großeltern verabreden. Doch je mehr Besucherinnen und Besucher empfangen werden, desto größer ist das Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Die Gefahr, andere zu infizieren, ist bei der aktuell vorherrschenden Omikron-Variante noch höher als bei den vorherigen Virusvarianten: Sie ist noch ansteckender und leichter übertragbar. Auch wenn man an sich selbst keine Symptome bemerkt und geimpft oder genesen ist, kann man sich unwissentlich infiziert haben. Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über mögliche Risiken, wenn Sie über ein Treffen nachdenken.

Corona-Schnelltest und beschränkte Personenzahl bei privaten Zusammenkünften

Mit Schnelltests oder Selbsttests können Sie sich zusätzlich absichern. Lassen Sie sich daher am besten unmittelbar vor einem anstehenden Treffen testen oder führen Sie einen Selbsttest durch. Das Ergebnis stellt jedoch nur eine Momentaufnahme dar und bietet keine hundertprozentige Sicherheit, nicht doch infiziert zu sein. Beachten Sie darüber hinaus die geltenden Corona-Regelungen. Eine Übersicht finden Sie hier.

Schutz für Ältere durch die Corona-Schutzimpfung

Die beste Möglichkeit, sich vor einem schweren COVID-19-Verlauf zu schützen, ist die Corona-Schutzimpfung. Da Seniorinnen und Senioren – vor allem Personen, die älter als 80 Jahre sind und Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen – ein besonders hohes Risiko haben, schwer zu erkranken, wurden sie zum Impfstart im Dezember 2020 mit höchster Priorität geimpft. Der größte Teil der Pflegebedürftigen ist vollständig gegen COVID-19 geimpft. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass so sehr viele schwere Krankheitsverläufe sowie Todesfälle verhindert werden konnten. 

Dennoch ist es deutschlandweit zu vereinzelten Corona-Ausbrüchen in Pflegeheimen gekommen, obwohl die Bewohnerinnen und Bewohner vollständig geimpft waren. Ein Forschungsteam der Berliner Charité hat daraufhin herausgefunden, dass das Abwehrsystem von Älteren offenbar weniger effizient auf die Impfung reagiert. Aufgrund der schwächeren Immunantwort könne demnach bei betagten Menschen die Schutzwirkung der Impfung manchmal entsprechend geringer ausfallen. Bei bestimmten Personengruppen kann es zudem zu einer reduzierten oder schnell nachlassenden Immunantwort nach einer vollständigen COVID-19-Impfung kommen. Man kann sich daher auch nach einer vollständigen Impfserie noch mit Corona infizieren, wobei die Krankheitsverläufe meist deutlich milder verlaufen.

Um den Impfschutz langfristig aufrecht zu erhalten, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine 2. Booster-Impfung für Menschen ab 70 Jahren. Die 2. Booster-Impfung soll frühestens 3 Monate nach der 1. Booster-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen.

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