Corona im Alltag
14:30 · 14. Oktober 2022

Den Schulalltag in der Corona-Pandemie meistern

Was in der Schule zu beachten ist und wie Sie und Ihre Kinder mit den Herausforderungen der Pandemie umgehen können, erfahren Sie hier.

Mit AHA durch den Schulalltag /

Die neuen Regelungen seit dem 1. Oktober 2022

Das neue Infektionsschutzgesetz gibt den Ländern die Möglichkeit, vom 1. Oktober 2022 bis zum 7. April 2023 je nach Infektionslage in Stufen auf die Pandemieentwicklung zu reagieren. Das wirkt sich auch auf den Alltag an den Schulen aus.
In Stufe 1 kann von den Ländern eine Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler ab dem fünften Schuljahr sowie für Beschäftigte in Schulen und sonstigen Ausbildungseinrichtungen ausgesprochen werden, sofern dies zur Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts notwendig ist. Außerdem können die Länder eine Testpflicht in Schulen und Kindertageseinrichtungen einführen. In Stufe 2 können die Länder darüber hinaus unter anderem einen Mindestabstand von 1,5 Metern anordnen.

Isolations- und Quarantäneregeln im Pandemie-Schulalltag

Welche Regelungen an den Schulen gelten, entscheiden die Bundesländer.
Im Falle einer bestätigten Infektion gelten für Kinder und Jugendliche dieselben Regelungen wie für Erwachsene: Für nachweislich positiv getestete Personen gilt eine Empfehlung vom Bund, sich für fünf Tage in Isolation zu begeben. Die Umsetzung der Empfehlung ist Ländersache. Derzeit besteht in allen Bundesländern eine Isolationspflicht von mindestens fünf Tagen. Bitte informieren Sie sich, welche genauen Isolations-Regeln in Ihrem Bundesland gelten.

Für die Quarantäne gilt: Engen Kontaktpersonen von nachweislich auf das Coronavirus getesteten Personen wird dringend empfohlen, für fünf Tage Kontakte zu meiden und in diesem Zeitraum tägliche Testungen mittels Schnelltest durchzuführen.
Letztendlich entscheiden aber auch hier die Gesundheitsämter vor Ort, welche Maßnahmen im jeweiligen Einzelfall erforderlich sind.
Im Falle einer Infektion innerhalb einer Klasse oder Gruppe können – ggf. in Zusammenhang mit anderen nicht-pharmazeutischen Maßnahmen wie dem Tragen von Masken – zusätzliche Testungen im Rahmen eines test-to-stay-Ansatzes dabei helfen, mögliche weitere Infektionen frühzeitig zu erkennen und gleichzeitig unnötige Fehltage bei Kindern, Jugendlichen und pädagogischen Personal sowie Lehrenden zu vermeiden.

Regelungen für den Schulbetrieb

Wie die Schulen in den Bundesländern den Schulbetrieb organisieren, erfahren Sie hier. Eine Übersicht zu den aktuellen Corona-Maßnahmen der einzelnen Bundesländer finden Sie in folgender Deutschlandkarte. Auf den dort verlinkten Websites können Sie sich auch über die länderspezifischen Regelungen an Schulen informieren.

Lüften

Im Schulbetrieb ist es wichtig, für eine gute Durchlüftung zu sorgen, wo immer dies möglich ist. Eine kurze Quer- oder Stoßlüftung bei weit geöffneten Fenstern etwa alle 20 Minuten ist am effektivsten. Die Dauer der Lüftungsintervalle richtet sich nach der Witterung: Bei niedrigen Außentemperaturen ist ein Lüften von ca. drei bis fünf Minuten ausreichend, an warmen Tagen kann länger gelüftet werden (ca. zehn bis zwanzig Minuten). Außerdem sollte in Schulen vor Unterrichtsbeginn und nach Unterrichtsende, während der Hofpausen und auch während der Nachmittagsbetreuung regelmäßig gelüftet werden. Mit CO2-Sensoren kann die CO2-Konzentration gemessen werden und so das Lüftungsverhalten unterstützt werden. Bis 1000 ppm gilt die Raumluftqualität als unbedenklich, Konzentrationen zwischen 1000 und 2000 ppm gelten als auffällig und Konzentrationen über 2000 ppm als inakzeptabel. Einige Messgeräte zeigen über Indikatorfarben an, wann gelüftet werden sollte. Der Betrieb geeigneter Lüftungs- oder Raumlufttechnischer Anlagen ist – neben der Querlüftung – eine weitere Möglichkeit der Aerosolreduktion. Mobile Luftreiniger stellen für Räume, die über keine (ausreichenden) Lüftungsmöglichkeiten verfügen, eine mögliche Maßnahme zur Aerosolreduktion dar. Sie ersetzen jedoch nicht das Lüften und den Austausch mit der Außenluft in belüftbaren Räumen.

Corona-Schutzimpfung: Bundesweites Impfangebot für Kinder und Jugendliche ab 5 Jahren

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Kindern und Jugendlichen ab 5 Jahren, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen. Viele Schulen organisieren mithilfe mobiler Impfteams Impfaktionen für ihre Schülerinnen und Schüler. Die Impfung ist aber weder verpflichtend noch Bedingung für den Schulbesuch. Mehr zur Corona-Schutzimpfung ab 5 Jahren erfahren Sie in diesem Artikel.

Corona-Tests in Schulen

Die Bundesländer können abhängig vom Infektionsgeschehen regelmäßige Testungen durchführen lassen.

Dafür stellen die Schulen Selbsttests zur Verfügung, mit denen die Kinder einen Nasen- oder Rachenabstrich machen. In manchen Fällen kommen zudem sogenannte Lolli-PCR-Tests zum Einsatz, bei denen die Kinder 30 Sekunden lang an einem Abstrichtupfer lutschen. Anders als bei herkömmlichen Antigen-Tests werden die Proben der Lolli-PCR-Tests im Labor untersucht, was die Zuverlässigkeit der Ergebnisse verbessert. Um die Beschaffung und Durchführung der Tests kümmern sich die Bundesländer in eigener Zuständigkeit.

Die AHA+L-Formel in der Schule anwenden

Zusätzlich zu den geltenden Verhaltensregeln an der Schule gibt es individuelle Maßnahmen, die jede und jeder persönlich beachten kann. Besonders wichtig und leicht zu lernen ist die AHA-Formel, die von Schülerinnen und Schülern sowie von pädagogischem Personal auch im Alltag in der Schule berücksichtigt werden sollte. AHA+L steht für Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Alltag mit Maske sowie regelmäßiges Lüften.

  • Alltag mit Maske: Dringend empfohlen wird das Tragen einer Maske an Orten, an denen es schwierig werden kann, den Mindestabstand zu anderen einzuhalten und in geschlossenen Räumen. Informieren Sie sich auf der Website Ihres jeweiligen Bundeslandes, ob eine Maskenpflicht gilt. Das Infektionsschutzgesetz sieht die Möglichkeit vor, dass die Länder für Schülerinnen und Schüler ab dem fünften Schuljahr eine Maskenpflicht anordnen können, um den Präsenzunterricht zu gewährleisten
  • Regelmäßiges Lüften: Da das Coronavirus vor allem über ansteckende Aerosole – kleinste Partikel – in der Luft übertragen wird, empfiehlt das Umweltbundesamt regelmäßiges intensives Lüften bei weit geöffneten Fenstern. Bei Unterrichtseinheiten von mehr als 45 Minuten Dauer wird empfohlen, auch während des Unterrichts zu lüften.
  • Eine Kohortierung von Schülerinnen und Schülern kann bei einem hohem Infektionsgeschehen zur Sicherstellung des Präsenzunterrichts umgesetzt werden. Es sollte eine Kohortierung in möglichst definierten (Lern-)Gruppen (in Schulen möglichst mit konstanten Sitznachbarn) von Klassen/Jahrgängen erfolgen.
  • Hygieneregeln beachten: Richtiges Niesen und Husten (in die Armbeuge oder ein Taschentuch) und regelmäßiges Händewaschen ist ebenfalls wichtig, um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Tipp für Kinder: Ausreichend langes Händewaschen nimmt in etwa so viel Zeit in Anspruch wie zwei Mal „Happy Birthday“ singen. In Schulen sollten immer ausreichend Flüssigseife und Einmalhandtücher oder individuelle Handtücher zur Verfügung gestellt werden.
  • Abstand halten: Soweit möglich im Unterricht, aber vor allem in der Pause, auf dem Schulhof oder auf dem Schulweg sollten wir auf 1,5 Meter Mindestabstand zu unseren Mitmenschen achten. Das entspricht etwa zwei Armlängen.

Bei Symptomen zuhause bleiben

Wenn Schülerinnen und Schüler oder pädagogisches Personal typische Symptome einer COVID-19-Erkrankung zeigen (z. B. Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit sowie Kratzen im Hals), sollten sie bis 48 Stunden nach Abklingen der Symptomen zuhause bleiben. Weitere Informationen über die nächsten Schritte finden Sie auch hier.

Dies gilt für Kinder und Jugendliche sowie für pädagogisches und sonstiges Personal in Schulen unabhängig vom Impfstatus. Grundsätzlich sollten Personen bei auftretenden Symptomen, die auf eine SARS-CoV-2-Infektion hinweisen, durch geeignete Antigen-Schnelltests getestet werden.

Stresssituationen und Herausforderungen im Schulalltag in der Corona-Pandemie bewältigen

Oft hilft es schon, sich auszutauschen, einander zuzuhören und verständnisvoll zu reagieren. Wie Sie mit den besonderen Herausforderungen umgehen können, erfahren Sie in den Beiträgen Umgang mit Gefühlen und Kindern und Jugendlichen helfen helfen. Wenn Sie sich als Lehrkraft im Schulalltag belastet fühlen, sollten Sie sich Zeit geben zu lernen, mit der derzeitigen Situation umzugehen. Für konkrete Tipps lesen Sie unsere Artikel, um zu erfahren, wie Sie psychisch stabil bleiben.

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