Corona im Alltag
14:00 · 4. Mai 2022

Den Schulalltag in der Corona-Pandemie meistern

Sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte und Eltern mussten sich durch die Pandemie an einen Schulbetrieb mit neuen Regeln gewöhnen. Diese unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland und hängen stark vom Verlauf der Pandemie ab. Was in der Schule zu beachten ist und wie Sie und Ihre Kinder mit den Herausforderungen umgehen können, erfahren Sie hier.

Mit AHA durch den Schulalltag /

Distanz- und Wechselunterricht im Pandemie-Schulalltag

Die Kultusministerinnen- und Kultusministerkonferenz (KMK) hat sich für einen uneingeschränkten Regelbetrieb im Schuljahr 2021/2022 unter Beachtung der je nach Infektionsgeschehen geltenden Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen ausgesprochen. Für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte ist also wieder etwas mehr Normalität in den Schulalltag eingekehrt. Mit dem geänderten Infektionsschutzgesetz (IfSG) entfällt seit dem 20. März 2022 auch die Maskenpflicht an Schulen, regelmäßige Testungen finden teilweise noch statt. Welche Regelungen genau an den Schulen gelten, entscheiden die Bundesländer.

Für die Quarantäne gilt: Wird ein Kind positiv auf das Coronavirus getestet, wird nur den direkten Kontaktpersonen dringend empfohlen, für fünf Tage Kontakte zu meiden und in diesem Zeitraum tägliche Testungen mittels Schnelltest durchzuführen. Letztendlich entscheiden aber auch hier die Gesundheitsämter vor Ort, welche Maßnahmen im jeweiligen Einzelfall erforderlich sind.

Bei hohen Inzidenzen bleibt der Distanzunterricht eine Option, um Kinder und Lehrkräfte vor dem Coronavirus zu schützen. Die Länder können dann eine Notbetreuung organisieren, für Abschlussklassen und Förderschulen können Ausnahmen gelten. Über die Form des Modells beim sogenannten Wechselunterricht (z. B. tageweise, wöchentlich) entscheiden die Länder beziehungsweise Schulen.

Regelungen für den Schulbetrieb

Wie die Schulen in den Bundesländern den Schulbetrieb organisieren, erfahren Sie hier. Eine Übersicht zu den aktuellen Corona-Maßnahmen der einzelnen Bundesländer finden Sie in folgender Deutschlandkarte. Auf den dort verlinkten Websites können Sie sich auch über die länderspezifischen Regelungen an Schulen informieren.

Luftreiniger und -filter in der Schule

Das Umweltbundesamt empfiehlt den Einbau stationärer (= fest installierter) raumlufttechnischer (RLT)-Anlagen, um die Raumlufthygiene nachhaltig zu verbessern. Daneben bleiben regelmäßiges Lüften und die Einhaltung der Hygieneregeln die wichtigsten Maßnahmen, um Virenmengen in der Luft zu reduzieren. Der Bund beteiligt sich bereits mit bis zu 80 Prozent daran, fest installierte Lüftungsanlagen Corona-gerecht zu aktualisieren. Außerdem stellt die Bundesregierung für die Anschaffung von mobilen Luftreinigungsgeräten insgesamt 200 Millionen Euro bereit. Die Entscheidung, an welchen Stellen der Neubau oder die Sanierung solcher Anlagen, beziehungsweise auch die Anschaffung mobiler Luftfilter sinnvoll ist, treffen die Bundesländer beziehungsweise die Schulen.

Corona-Schutzimpfung: Bundesweites Impfangebot für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren, sich mit dem Impfstoff Comirnaty® von BioNTech / Pfizer gegen COVID-19 impfen zu lassen. Viele Schulen organisieren mithilfe mobiler Impfteams Impfaktionen für ihre Schülerinnen und Schüler. Das Impfangebot ist aber weder verpflichtend noch Bedingung für den Schulbesuch. Mehr zur Corona-Schutzimpfung ab 12 Jahren erfahren Sie in diesem Artikel.

Corona-Tests in Schulen

Die Bundesländer können weiterhin regelmäßige Testungen durchführen lassen. Dafür stellen die Schulen Selbsttests zur Verfügung, mit denen die Kinder einen Nasen- oder Rachenabstrich machen. In manchen Fällen kommen zudem sogenannte Lolli-Tests zum Einsatz, bei denen die Kinder 30 Sekunden lang an einem Abstrichtupfer lutschen. Anders als bei herkömmlichen Antigen-Tests werden die Proben der Lolli-Tests im Labor auf PCR-Basis getestet, was die Zuverlässigkeit der Ergebnisse verbessert. Um die Beschaffung und Durchführung der Tests kümmern sich die Bundesländer in eigener Zuständigkeit. 

Die Testungen werden auch außerhalb der Schule anerkannt. Dafür stellen die Schulen eine Bescheinigung für Schülerinnen und Schüler aus, die bestätigt, dass sie der schulischen Testpflicht unterliegen und regelmäßig getestet werden. Kinder bis zum 6. Lebensjahr sind von diesem Konzept ausgeschlossen.

Die AHA+L-Formel in der Schule anwenden

Zusätzlich zu den geltenden Verhaltensregeln an der Schule gibt es individuelle Maßnahmen, die jede und jeder persönlich beachten kann. Besonders wichtig und leicht zu lernen ist die AHA-Formel, die von Schülerinnen und Schülern sowie von Lehrkräften auch im Alltag in der Schule berücksichtigt werden sollte. AHA+L steht für Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Alltag mit Maske sowie regelmäßiges Lüften.

  • Abstand halten: Soweit möglich im Unterricht, aber vor allem in der Pause oder auf dem Schulhof, sollten wir auf 1,5 Meter Mindestabstand zu unseren Mitmenschen achten. Das entspricht etwa zwei Armlängen.
  • Hygieneregeln beachten: Richtiges Niesen und Husten (in die Armbeuge oder ein Taschentuch) und regelmäßiges Händewaschen ist ebenfalls wichtig, um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Tipp für Kinder: Ausreichend langes Händewaschen nimmt in etwa so viel Zeit in Anspruch wie zwei Mal „Happy Birthday“ singen.
  • Alltag mit Maske: Dringend empfohlen wird das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes an Orten, an denen es schwierig werden kann, den Mindestabstand zu anderen einzuhalten und in geschlossenen Räumen. Informieren Sie sich auf der Website Ihres jeweiligen Bundeslandes, ob eine Maskenpflicht gilt.
  • Regelmäßiges Lüften: Da das Coronavirus vor allem über ansteckende Aerosole – kleinste Partikel – in der Luft übertragen wird, empfiehlt das Umweltbundesamt regelmäßiges intensives Lüften bei weit geöffneten Fenstern. Bei Unterrichtseinheiten von mehr als 45 Minuten Dauer wird empfohlen, auch während des Unterrichts zu lüften.

Bei Symptomen zuhause bleiben

Wenn eine Lehrkraft oder Schülerinnen und Schüler typische Symptome einer COVID-19-Erkrankung zeigen (z. B. Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit sowie Kratzen im Hals), sollten sie zuhause bleiben und eine Ärztin beziehungsweise einen Arzt, das zuständige Gesundheitsamt oder die 116117 verständigen. Auch Kontaktpersonen wird dringend empfohlen, sich in eine fünftägige Quarantäne zu begeben. Weitere Informationen über die nächsten Schritte finden Sie hier.

Als Elternteil sollten Sie für sich und Ihr Kind die Corona-Warn-App  installieren. Mit der aktiven Nutzung der App tragen Sie dazu bei, dass sich weniger Menschen unerkannt anstecken und Kontaktpersonen leichter identifiziert sowie Infektionsketten schneller durchbrochen werden können. Das entlastet das Gesundheitssystem und bringt uns alle gesünder und sicherer durch den Schulalltag. 

Stresssituationen und Herausforderungen im Schulalltag in der Corona-Pandemie bewältigen

Oft hilft es schon, sich auszutauschen, einander zuzuhören und verständnisvoll zu reagieren. Wie Sie mit den besonderen Herausforderungen umgehen können, erfahren Sie in den Beiträgen Umgang mit Gefühlen und Kindern und Jugendlichen helfen. Wenn Sie sich als Lehrkraft im neuen Schulalltag belastet fühlen, sollten Sie sich Zeit geben, zu lernen, mit der neuen Situation umzugehen. Für konkrete Tipps lesen Sie unsere Artikel, um zu erfahren, wie Sie mit die neue Lebenssituation und Gefühle der Unsicherheit bewältigen können.

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