COVID-19
07:30 · 1. Juni 2022

Wann sollte ich in Quarantäne, wann muss ich in Isolation?

Was ist der Unterschied zwischen Quarantäne und Isolation? Und wie sollten Sie sich im jeweiligen Fall verhalten? Hier erfahren Sie, welche Regelungen aktuell gelten.

Bleiben Sie bei einer Erkrankung zuhause.

Unterscheidung: Quarantäne und Isolation

Sowohl während der Quarantäne als auch während der Isolation darf kein Kontakt zu anderen Personen stattfinden, so dass niemand einem Ansteckungsrisiko durch eine bestätigte oder möglicherweise bestehende Corona-Infektion ausgesetzt wird. Beides – Quarantäne und Isolation – sind wichtige Instrumente, um der Verbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken. Über die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen entscheiden die Länder mit Blick auf das regionale Infektionsgeschehen individuell. Die aktuell gültigen Regeln Ihres Bundeslandes können Sie hier einsehen.

Bei Verdacht auf eine Infektion: Quarantäne

Eine Quarantäne sollte immer dann erfolgen, wenn nicht sicher ist, ob sich eine Person mit Corona angesteckt hat – etwa bei Kontakt mit einer infizierten Person oder nach Rückkehr aus einem Virusvariantengebiet. Während der Inkubationszeit besteht das Risiko, andere anzustecken. Diese Gefahr ist bei Infizierten in der Zeit kurz vor und nach Symptombeginn am größten, kann allerdings auch ohne Symptome bestehen. 

Bei nachgewiesener Infektion: Isolation

Eine Isolation ist dann nötig, wenn das Coronavirus bei der betreffenden Person bereits nachgewiesen wurde, also das Antigen-Schnelltest- oder PCR-Testergebnis positiv ausgefallen ist. Für nachweislich positiv getestete Personen besteht die Anordnung zur Isolierung für fünf Tage.

Was zu tun ist, wenn Sie als enge Kontaktperson gelten oder selbst Krankheitssymptome entwickeln beziehungsweise positiv auf das Coronavirus getestet werden, erfahren Sie in diesem Artikel

Isolation vs. Quarantäne: Was ist was?

Isolation nach bestätigter Infektion Eine Isolation ist eine behördlich angeordnete Maßnahme für Personen, bei denen eine SARS-CoV-2-Infektion durch einen korrekt durchgeführten und zertifizierten Antigen-Schnelltest oder einen PCR-Test nachgewiesen wurde. Je nach Verlauf kann die Isolation zu Hause oder im Krankenhaus erfolgen.

Quarantäne im Verdachtsfall In Quarantäne müssen sich Personen begeben, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht – zum Beispiel, wenn sie engen Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatten.

Im Infektionsfall: Isolation je nach Verlauf 

Wenn Sie mit einem korrekt durchgeführten und zertifizierten Antigen-Schnelltest oder PCR-Test positiv auf das Coronavirus getestet wurden und Sie nicht aufgrund eines schweren Verlaufs ins Krankenhaus müssen, wird eine häusliche Isolation angeordnet. Wichtig: Auch vollständig geimpfte Personen, die positiv getestet wurden und keine Symptome haben, müssen sich in Isolation begeben. Besuche von Personen, die nicht zu Ihrem Haushalt gehören, sind in dieser Zeit nicht erlaubt. Was Sie darüber hinaus bei der häuslichen Isolation beachten sollten, erfahren Sie hier. Bei einem schweren Verlauf erfolgt die Isolation im Krankenhaus. 

Ende der Isolation für nachweislich positiv getestete Personen nach fünf Tagen

Die Isolation endet fünf Tage nach dem ersten positiven Testergebnis. Es wird dringend empfohlen, sich auch nach Tag 5 mit einem Schnelltest zu testen und die Selbstisolation auch nach Tag 5 weiterzuführen bis ein negatives Testergebnis vorliegt.

Für Beschäftigte in Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie ambulanten Pflegediensten und Einrichtungen der Eingliederungshilfe gilt zusätzlich als Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Tätigkeit ein negatives Testergebnis durch einen frühestens an Tag 5 abgenommenen Schnell- oder PCR-Test (negatives PCR-Resultat oder ein positives Testresultat mit einem CT Wert >30) bei vorherigen 48 Stunden Symptomfreiheit. 

Für immunsupprimierte Personen und Bewohnerinnen und Bewohner von Altenpflegeeinrichtungen können die Kriterien für ein Ende der Isolation abweichen. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Warum wurde die Quarantäne- und Isolationsdauer verkürzt?

In Deutschland ist die Omikron-Variante derzeit dominierend. Eine Infektion mit der Omikron-Variante führt zwar, bezogen auf die Fallzahlen, voraussichtlich seltener zu schweren Krankheitsverläufen – die Variante ist jedoch besonders ansteckend. Die hohen Infektionszahlen wiederum führen zu Ausfällen beim Personal durch Erkrankung und Quarantäne. 

Die Verkürzung der Dauer von Isolation und Änderung der Quarantäneregeln (2. Mai 2022) basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Laut Studien ist die Generationszeit – die Phase, in der sich das Virus im Körper ausbreitet und die Phase, in der ein Mensch ansteckend ist – bei Omikron deutlich kürzer als beispielsweise bei der Delta-Variante.

Was tun, wenn bei jemandem in meinem Umfeld Verdacht auf COVID-19 besteht?

Wenn in Ihrer Familie, Ihrer Wohngemeinschaft oder auf der Arbeit der Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht, sollten Sie, solange Sie auf Ihr Testergebnis warten, Ihre Kontakte herunterfahren, möglichst zuhause bleiben und sich umsichtig verhalten. 

Wie verhalte ich mich als Kontaktperson?

Wenn Sie engen Kontakt zu einer Person hatten, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, wird dringend empfohlen, dass Sie fünf Tage zuhause zu bleiben und Kontakte meiden. Dabei gilt als erster voller Tag der Quarantäne der Tag nach dem letzten Kontakt zu der infizierten Person. Zudem wird geraten, sich in dieser Zeit täglich (selbst) zu testen.

Für Beschäftigte in Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie ambulanten Pflegediensten und Einrichtungen der Eingliederungshilfe ist die tägliche Testung mit Antigen-Schnelltest oder NAAT (Nukleinsäure-Amplifikationstest) vor Dienstantritt bis einschließlich Tag 5 verpflichtend.

Sollte ich länger in Quarantäne bleiben, wenn weitere Personen in meinem Haushalt erkranken?

Wenn Sie sich in Quarantäne begeben haben, weil bei einem Ihrer Haushaltsmitglieder eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde, und sich weitere Personen Ihres Haushalts anstecken, verlängert sich die Quarantäne-Dauer von fünf Tagen nicht. Gezählt wird ab dem Tag, an dem die erste Person Ihres Haushalts erstmals Symptome entwickelt hat. Erkranken Sie selbst, müssen Sie sich isolieren.

Kinder und Quarantäne – was ist zu beachten?

In Quarantäne sollte laut Empfehlung des Robert Koch-Instituts, wer ein hohes Risiko hat, sich angesteckt zu haben – das kann eine ganze Familie oder auch ein einzelnes Familienmitglied betreffen. Unabhängig davon sollten alle Haushaltsmitglieder wichtige Hygienemaßnahmen einhalten. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Artikel. Bitte beachten Sie: Eine häusliche Quarantäne stellt für Kinder eine besondere Herausforderung dar, zum Beispiel in Bezug auf Abstandsregeln. Kinder in Quarantäne brauchen besondere Fürsorge und individuelle, kindgerechte Lösungen.

Quarantäneregeln nach Voraufenthalt in Virusvariantengebieten

Grundsätzlich gilt bezüglich Einreisender aus Virusvariantengebieten – vorbehaltlich sehr eng begrenzter Ausnahmen – ein Beförderungsverbot. Für die Ausnahmen gilt: Bei Voraufenthalt in einem Virusvariantengebiet beträgt die Quarantänezeit grundsätzlich vierzehn Tage. Die häusliche Quarantäne endet automatisch, sobald das betroffene Gebiet nicht mehr unter www.rki.de/risikogebiete gelistet ist (sogenannte Entlistung).

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