COVID-19
14:30 · 3. August 2022

Wann sollten Sie in Quarantäne, wann müssen Sie in Isolation?

Die Begriffe „Quarantäne“ und „Isolation“ beziehungsweise „Isolierung“ werden häufig miteinander verwechselt. Doch was ist der Unterschied zwischen den beiden? Das erfahren Sie in diesem Artikel.

Bleiben Sie bei einer Erkrankung zuhause.

Kontakte für eine begrenzte Zeit zu reduzieren hilft dabei, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Auch im eigenen Haushalt sollten alle Mitglieder Hygienemaßnahmen einhalten. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Artikel.

Isolation vs. Quarantäne: Was ist was?

Isolation nach nachgewiesener Infektion Eine Isolation ist eine behördlich angeordnete Maßnahme für Personen, bei denen eine SARS-CoV-2-Infektion durch einen Antigen-Schnelltest oder einen PCR-Test nachgewiesen wurde. Bei einem milden Krankheitsverlauf erfolgt die Isolation zuhause. Wer im Krankenhaus behandelt werden muss, wird dort isoliert.

Quarantäne bei möglicher Infektion Für Kontaktpersonen und jegliche Personen, die vermuten sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, gelten die Quarantäneempfehlungen des Bundes: Reduzieren Sie bitte Ihre Kontakte, bleiben Sie möglichst zuhause, testen Sie sich und beachten Sie die Hygieneregeln.

Bei möglicher Infektion: Quarantäne

In Quarantäne sollte laut Empfehlung des Bundes, wer ein hohes Risiko hat, sich angesteckt zu haben – zum Beispiel als enge Kontaktperson. Denn auch während der Inkubationszeit, also in der Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit, kann man andere Menschen anstecken. Am höchsten ist das Ansteckungsrisiko kurz vor und kurz nach Symptombeginn. Allerdings kann man andere auch infizieren, wenn man keine Symptome hat. Deshalb wird streng empfohlen: Haben Sie sich möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert, weil sie beispielsweise engen Kontakt zu einer Person hatten, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, gelten für Sie für fünf Tage die Quarantäneempfehlungen. Reduzieren Sie bitte Ihre Kontakte, bleiben Sie möglichst zuhause, testen Sie sich und beachten Sie die Hygieneregeln. Die aktuellen Empfehlungen des Bundes dazu können Sie auf der RKI-Website einsehen.

Als „enge Kontaktperson“ gilt, wer:

  • länger als 10 Minuten ohne adäquaten Schutz (etwa eine FFP2-Maske) Kontakt zu der infizierten Person (unter 1,5 Meter Abstand) hatte,
  • ein Gespräch mit der infizierten Person ohne adäquaten Schutz geführt hat (Face-to-face-Kontakt, unter 1,5 Meter Abstand, unabhängig von der Dauer) oder mit einem respiratorischen (d. h. die Atmung betreffenden) Sekret in Berührung kam,
  • sich gleichzeitig mit der erkrankten Person im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole aufgehalten hat. Dieser Fall gilt unabhängig davon, ob Abstand zueinander gehalten oder durchgehend und korrekt ein Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Maske getragen wurde.

Übrigens: Als erster voller Tag der Quarantäne gilt der Tag, der auf den Tag des letzten Kontakts zu der infizierten Person folgt. Es wird geraten, sich in dieser Zeit täglich zu testen. Wenn Sie sich in Quarantäne begeben, weil bei einem Mitglied Ihres Haushalts eine Corona-Infektion festgestellt wurde, verlängert sich diese Frist nicht, wenn sich weitere Mitbewohner mit dem Coronavirus infizieren. Gezählt wird ab dem Tag, an dem die erste Person Ihres Haushalts erstmals Symptome entwickelt hat.

Beschäftigte des Gesundheitswesens, der Altenpflege, in ambulanten Pflegediensten und Einrichtungen der Eingliederungshilfe sind dazu verpflichtet, sich vor Dienstantritt täglich mit einem Antigen-Schnelltest oder einem Nukleinsäure-Amplifikationstest (NAAT) zu testen, wenn Sie enge Kontaktperson sind.

Bei nachgewiesener Infektion: Isolation

In Isolation muss sich begeben, wer nachweislich mit dem Coronavirus infiziert ist. War Ihr Ergebnis eines Antigen-Schnelltests oder eines PCR-Tests positiv, müssen Sie sich demnach für fünf Tage isolieren. Wichtig: Auch die entsprechend der aktuellen Empfehlungen vollständig geimpften Personen, die positiv getestet wurden und keine Symptome haben, müssen sich isolieren und diese Frist vollständig einhalten. Mehr dazu erfahren Sie hier. Bei einem schweren Verlauf erfolgt die Isolation im Krankenhaus.

Isolation für mindestens fünf Tage

Die Isolation dauert mindestens fünf Tage nach dem ersten positiven Testergebnis. Es wird dringend empfohlen, sich auch nach Tag fünf mit einem Schnelltest zu testen. Sollte dieser positiv ausfallen, ist die Selbstisolation noch so lange weiterzuführen, bis ein negatives Testergebnis vorliegt.

Für Beschäftigte in:

  • Einrichtungen des Gesundheitswesens,
  • Alten- und Pflegeeinrichtungen,
  • ambulanten Pflegediensten und
  • Einrichtungen der Eingliederungshilfe

gilt: Um wieder arbeiten zu dürfen, müssen Sie zudem frühestens an Tag fünf einen Schnelltest oder einen PCR-Test durchführen mit

  • einem negativen Ergebnis oder
  • einem positiven Ergebnis mit einem CT-Wert über 30

bei vorheriger Symptomfreiheit von 48 Stunden.

Für immunsupprimierte Personen, Bewohnerinnen und Bewohner von Altenpflegeeinrichtungen sowie Patientinnen und Patienten im stationären Bereich können die Kriterien für ein Ende der Isolation abweichen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Verkürzte Kontaktbeschränkung wegen Omikron-Variante – Warum?

In Deutschland dominiert derzeit die Omikron-Variante. Die Phase, in der sich das Virus im Körper ausbreitet und die Phase, in der ein Mensch ansteckend ist, sind bei Omikron deutlich kürzer als beispielsweise bei der Delta-Variante. Die Omikron-Variante ist somit zwar besonders ansteckend. Gleichzeitig führt eine Infektion mit Omikron, bezogen auf die Fallzahlen, seltener zu schweren Krankheitsverläufen. Auf der Grundlage dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse wurde die Dauer von Quarantäne und Isolation verkürzt.

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