Virusvarianten

Mittlerweile sind neue Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 im Umlauf, die teilweise als besorgniserregend gelten, weil sie teilweise hochansteckend sind und sich dadurch sehr schnell verbreiten. Erfahren Sie hier wie gefährlich die neuen Virusvarianten sind und wie Sie sich am besten schützen können.

Was bedeuten die verschiedenen Varianten des Coronavirus für uns und was weiß man über sie?

Seit Ende 2020 wird über die zunehmende Verbreitung neu aufgetretener Virusvarianten berichtet, die zunächst in Großbritannien (Alpha), Südafrika (Beta und Omikron), Brasilien (Gamma) oder Indien (Delta & Kappa) entdeckt wurden. Virusvarianten werden im Volksmund oft vereinfacht und irreführenderweise als Mutationen bezeichnet. Diese Varianten weisen eine erhöhte Übertragbarkeit und höhere Reproduktionsanzahl auf. Um einen besseren Überblick über Virusvarianten zu bekommen, fördert die Bundesregierung die bundesweite Sequenzierung der Viren. Virologische Basisdaten und Informationen zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 stellt das Robert Koch-Institut (RKI) hier zur Verfügung. Angesichts der neu aufgetretenen Varianten ist es umso wichtiger, die AHA-Formel konsequent zu beachten, um generell eine Übertragung des Coronavirus zu verhindern und die Ausbreitung der neuen, möglicherweise noch stärker ansteckenden Varianten einzudämmen.

Einen Artikel zu Coronavirus-Varianten finden Sie hier

Stand: 24.05.2022

Wie schütze ich mich am besten vor den Virusvarianten?

Das Einhalten der AHA-Formel und die vollständige Corona-Schutzimpfung mit zusätzlicher Auffrischungsimpfung bieten weiterhin den besten Schutz gegen das Virus und seine Varianten.

Einige Virusvarianten sind ansteckender als das ursprüngliche Coronavirus und verbreiten sich deshalb schneller. Wichtig ist dabei aber: Alle in Deutschland zugelassenen Impfstoffe sind auch gegen neue Virusvarianten wirksam. Insbesondere die beiden von der Europäischen Kommission zugelassenen mRNA-Impfstoffe Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna bieten, ergänzt durch eine Booster-Impfung, gegen die derzeit in Deutschland vorherrschenden Virusvarianten Schutz, vor allem vor schweren Krankheitsverläufen. Erste Daten bezüglich der Schutzwirkung vor der Omikron-Variante zeigen eine geringere Wirksamkeit im Vergleich zur Delta-Variante. Nach Verabreichung einer Auffrischungsimpfung wurde jedoch eine gute Schutzwirkung gegenüber einer symptomatischen Infektion mit der Omikron-Variante festgestellt. Die Wirksamkeit der Impfstoffe und ihre Wirkung gegen Virusvarianten werden kontinuierlich überprüft. Alle Hersteller planen zudem verschiedene Anpassungen ihrer Impfstoffe, die – falls es notwendig sein sollte – auch vor künftig auftretenden Virusvarianten schützen.

Weitere Informationen zu den Virusvarianten finden Sie in diesem Artikel.

Stand: 14.04.2022

Wieso gelten manche Virusvarianten als "besorgniserregend"?

Varianten des Coronavirus, die verschiedene Mutationen aufweisen, die mit besonderen Eigenschaften wie höherer Übertragbarkeit und einer veränderten Immunantwort im Zusammenhang stehen können, werden als "Variant of concern" oder zu Deutsch "besorgniserregende Variante" eingestuft. Varianten, die diese Besonderheit nicht aufweisen, gelten nur als "von Interesse", oder auch "Variant of interest", und stehen unter Beobachtung. 

Weltweit und auch in Deutschland werden verschiedene Varianten des Coronavirus beobachtet, die als besorgniserregend eingestuft werden. Dazu zählen unter anderem Alpha (B.1.1.7), Beta (B.1.351), Gamma (P.1), Delta (B.1.617.2) und Omikron (B.1.1.529). Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht auf seiner Website wöchentliche Berichte zu den Virusvarianten in Deutschland.

Stand: 14.04.2022 

Wieso wurden die verschiedenen Varianten des Coronavirus umbenannt?

Diese Entscheidung wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefällt. 

Die unterschiedlichen Varianten des Coronavirus werden nun nach den Buchstaben des griechischen Alphabets benannt, um eine Stigmatisierung der Länder zu vermeiden, in denen sie erstmals entdeckt wurden. 

Nach dem neuen System heißt die sogenannte britische Variante B.1.1.7 nun Alpha, die erstmals in Südafrika entdeckte Mutante B.1.351 wird zu Beta, die brasilianische Variante P.1 zu Gamma. Bei der sogenannten indischen Variante B.1.617 wird unterschieden zwischen der besorgniserregenden Variante B.1.617.2, die zu Delta wird, und der Variante B.1.617.1, die derzeit als „von Interesse“ eingestuft wird. Sie heißt nun Kappa. Am 24. November 2021 wurde aus Südafrika von einer weiteren Variante B.1.1.529 berichtet. Sie erhielt den Namen Omikron und wird von der WHO als besorgniserregende Variante eingestuft.

Mehr zum Thema Virusvarianten können Sie auch in unserem Artikel "Wie entstehen Coronavirus-Varianten – und wie gefährlich sind sie?" nachlesen. 

Stand: 10.05.2022

Wie gefährlich sind die Varianten des Coronavirus?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt eine Übersicht über SARS-CoV-2-Varianten bereit. Molekularbiologische Details zu den Varianten sind unter SARS-CoV-2: Virologische Basisdaten und Virusvarianten abrufbar. Karten zur internationalen Verbreitung stellt die Seite cov-lineages.org zur Verfügung.

Das Robert Koch-Institut (RKI) stellt außerdem eine Übersicht zu besorgniserregenden SARS-CoV-2-Virusvarianten (VOC) zur Verfügung. Dazu gehören derzeit Delta (B.1.617.2), Omikron (B.1.1.529), Alpha (B.1.1.7), Beta (B.1.351) und Gamma (P.1).

Mehr zum Thema den Virusvarianten können Sie auch in unserem Artikel "Wie entstehen Coronavirus-Varianten – und wie gefährlich sind sie?" nachlesen. 

Stand: 10.05.2022

 

Wie häufig treten die unterschiedlichen Virusvarianten auf?

Aktuell ist die Virusvariante Omikron (B.1.1.529) mit einem Anteil von über 75 Prozent die dominierende Virusvariante in Deutschland.

Die Virusvariante Delta (B.1.617.2), die zunächst in Indien entdeckt wurde, ist infektiöser und wahrscheinlich unempfindlicher gegen das Coronavirus gebildete Antikörper als der Urtyp des Virus. Der Anteil der Delta-Variante liegt bei ca. 20 Prozent (Stand: Januar 2022).

Der Anteil der restlichen Varianten, wie Alpha (B.1.1.7) und Beta-Variante, liegt aktuell bei unter 1 Prozent.

Das Robert Koch-Institut veröffentlicht wöchentlich einen Bericht zum Vorkommen von SARS-CoV-2 in Deutschland und widmet einen Teil des Berichts auch den Virusvarianten. Hier können Sie die Berichte einsehen.

Stand: 10.05.2022

Was ist über die Virusvariante Lambda bekannt?

Die Lambda-Mutation, auch C.37-Mutation genannt, ist eine Variante des Coronavirus, die zuerst in Lateinamerika auftrat. Bereits im August 2020 wurde sie erstmals in Peru nachgewiesen und machte dort im Juni 2021 bereits 82 Prozent der Infektionen aus. In europäischen Ländern ist die Virusvariante bislang kaum verbreitet. Das Robert Koch-Institut und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachten die Entwicklungen bezüglich Lambda und haben die Variante als „Variant of Interest“ (VOI), also als „Variante unter Beobachtung“ eingestuft.

Stand: 10.05.2022

Was wissen wir über die Virusvariante Omikron?

Über die Variante Omikron (B.1.1.529) wurde zuerst am 24. November 2021 vom südafrikanischen Gesundheitsministerium berichtet. Am 26. November 2021 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Omikron als "Variant of concern" (VOC), zu deutsch "besorgniserregende Variante", eingestuft. Mittlerweile ist Omikron in verschiedenen Ländern weltweit die dominierende Variante. Laut Analysen des Robert Koch-Instituts (RKI) macht Omikron seit Anfang Januar 2022 auch die Mehrzahl der Infektionsfälle in Deutschland aus.

Phylogenetische Untersuchungen zeigen, dass die Omikron-Variante unabhängig von der Delta-Variante entstanden ist. Sie besitzt im Vergleich zum ursprünglichen Virus SARS-CoV-2 eine ungewöhnlich hohe Zahl von ca. 30 Aminosäureänderungen im Spike-Protein, darunter solche mit bekanntem phänotypischem Einfluss (Erhöhung der Transmission, Immunevasion, Übertragbarkeit), aber auch viele Mutationen, deren Bedeutung unklar ist.

Der Virusvariante Omikron werden mittlerweile drei Sublinien (BA.1, BA.2 und BA.3) zugeordnet. In Deutschland war zunächst die Sublinie BA.1 für die Mehrzahl der Omikroninfektionen verantwortlich, mittlerweile dominiert aber die Sublinie BA.2, so wie in anderen Ländern auch. Erste Studien aus Dänemark und dem Vereinigten Königreich deuten darauf hin, dass BA.2 leichter übertragbar ist als BA.1. Bislang konnten aber keine Hinweise gefunden werden, dass eine Erkrankung mit BA.2 schwerer verläuft als mit BA.1.

Stand: 13.05.2022

Welche Reise-Regelungen gelten für Virusvariantengebiete?

Grundsätzlich gilt für Einreisende aus Virusvariantengebieten nach Deutschland derzeit für den Personenverkehr per Zug, Bus, Schiff und Flug ein Beförderungsverbot, um die Ausbreitung von Virusvarianten möglichst zu verhindern. Von diesem Einreiseverbot gibt es sehr eng begrenzte Ausnahmen, unter anderem für deutsche Staatsangehörige und Menschen mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland. Für diese Personen zählt die Ausweispflicht eines negativen Testergebnisses bei der Einreise aus den aufgelisteten Virusvariantengebieten. Dieser Nachweis kann unter anderem auch bei der Einreisekontrolle verlangt werden. Auch Genesene und Geimpfte müssen über einen solchen Testnachweis verfügen. Daneben gelten eine grundsätzliche Anmelde- und eine vierzehntägige Quarantänepflicht. Die Quarantäne kann dabei nicht verkürzt werden – auch nicht mit einem negativen Corona-Testergebnis. Die Maßnahmen für Reisende können Sie im Detail hier nachlesen.

Von Reisen in Virusvariantengebiete wird dringend abgeraten. Eine Auflistung der Virusvariantengebiete finden Sie beim Robert Koch-Institut.

Stand: 28.04.2022

Was ist ein Virusvariantengebiet?

Virusvariantengebiete sind Gebiete, in denen eine Virusvariante (Mutation) des Coronavirus SARS-CoV-2 verbreitet aufgetreten ist, die nicht zugleich in Deutschland verbreitet auftritt und von der anzunehmen ist, dass von ihr ein besonderes Risiko ausgeht. Solche besonderen Risiken können sich unter anderem daraus ergeben,

  • dass die Virusvariante die Krankheitsschwere verstärkt
  • oder dass Impfstoffe oder eine vorherige Infektion mit dem Coronavirus keinen oder nur einen eingeschränkten Schutz gegenüber dieser Variante aufweisen.

Eine Liste der Hochrisiko- und Virusvariantengebiete finden Sie hier.

Stand: 10.05.2022

Kann ein COVID-19-Impfstoff Schutz bieten, wenn das SARS-CoV-2-Virus mutiert?

Die Mutation von Viren ist ein natürlicher Vorgang, bei dem sich das genetische Material des Virus verändert. Dies geschieht bei verschiedenen Viren mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Wenn ein Virus mutiert, heißt dies nicht automatisch, dass die genetische Veränderung die Wirksamkeit des Impfstoffs beeinflusst. So bieten Impfstoffe gegen bestimmte Viruserkrankungen, beispielsweise Masern oder Röteln, auch noch Jahrzehnte nach ihrer Entwicklung einen wirksamen und langanhaltenden Schutz vor den Erregern. Bei anderen Erkrankungen wie der Grippe ändern sich die Virusstämme hingegen oft und in einem solchen Ausmaß, dass die Zusammensetzung der Impfstoffprodukte jährlich aktualisiert werden muss, damit er wirksam ist (jährliche Stammanpassung). Zudem bieten neue Impfstoffplattformen wie die mRNA-Impfstoffe den Vorteil, dass sie schnell an Virusvarianten angepasst werden können.

Die nationalen Arzneimittelbehörden wie das Paul-Ehrlich-Institut, die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und die internationale Wissenschaftsgemeinschaft gehen auch der Frage nach, ob Virusvarianten die Wirksamkeit von COVID-19-Impfstoffen beeinflussen.

Alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, schützen nach derzeitigen Erkenntnissen sehr gut vor einer Erkrankung durch Alpha, der Virusvariante, die erstmals in Großbritannien entdeckt wurde – und genauso auch vor schweren Erkrankungen durch andere Varianten. So ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft davon auszugehen, dass die bisher beobachteten Virusvarianten Alpha, Beta (entdeckt in Südafrika), Delta/Kappa (entdeckt in Indien) und Gamma (entdeckt in Brasilien) die Wirksamkeit der bisher zugelassenen mRNA-Impfstoffe (Comirnaty® von BioNTech/Pfizer, Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna) vermutlich kaum beeinträchtigen. Studien zeigen, dass die Schutzwirkung vor schweren Corona-Verläufen bei einer Infektion mit der Virusvariante Delta mit der Notwendigkeit einer Behandlung im Krankenhaus bei den mRNA-Impfstoffen nach der Zweitimpfung bei über 90 Prozent liegt. Die Wirksamkeit einer einmaligen Impfung mit Janssen® von Johnson & Johnson liegt hingegen bei rund 70 Prozent. Personen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft werden bzw. wurden, gelten nicht mehr nach einer einzelnen Impfdosis als vollständig geimpft. Aufgrund der hochansteckenden Omikron-Variante und dem nur moderaten Schutz, den der Impfstoff nach einer Impfstoffdosis vor milden wie auch schweren Verläufen bietet, ist für die Grundimmunisierung eine zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff nötig. Der Abstand zur ersten Impfung soll mindestens vier Wochen betragen. Eine dritte Dosis (Booster-Impfung) sollte im Abstand von mindestens 3 Monaten zur 2. Impfstoffdosis ebenfalls mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. Um als geboostert zu gelten, sind daher auch bei Impfungen mit Johnson & Johnson drei Impfstoffdosen notwendig.

Bei der Virusvariante Omikron (entdeckt in Südafrika) bietet die Corona-Schutzimpfung nach ersten Erkenntnissen ebenfalls einen guten Schutz vor einer schweren COVID-19-Erkrankung. Der Impfstoffhersteller BioNTech/Pfizer deutet allerdings in einer Mitteilung darauf hin, dass zwei Impfstoffdosen von Comirnaty® von BioNTech/Pfizer einen signifikant geringeren Neutralisationstiter aufweisen. Daher ist in diesem Fall die dritte Impfung besonders empfehlenswert, da die Booster-Dosis den Antikörperspiegel zusätzlich (im Vergleich zu zwei Impfstoffdosen) um das 25-fache erhöht. 

Zur Wirksamkeit des Impfstoffes Nuvaxovid® von Novavax  gegen die Virusvarianten Delta und Omikron können derzeit keine Aussagen getroffen werden.

Eine Begründung für die Annahme der trotzdem vorhandenen Schutzwirkung ist, dass nur einzelne für den Immunschutz relevante Erkennungsstellen des Oberflächen-Spike-Proteins (S-Protein) von den Virusmutationen betroffen sind. Zudem wird sowohl eine komplexe Immunantwort bestehend aus Antikörpern, als auch eine zelluläre Immunantwort durch die Impfung hervorgerufen. Zu weiteren bekannten Virusvarianten, die zum Beispiel in Vietnam oder Thailand entdeckt wurden, stehen noch keine Daten zur Verfügung.

Die Wirksamkeit der Impfstoffe und ihre Wirkung gegen Virusvarianten werden kontinuierlich überprüft. Alle Hersteller planen zudem verschiedene Anpassungen ihrer Impfstoffe, die – falls es notwendig sein sollte – besser vor den Virusvarianten schützen sollen. Ein an die an die Omikron-Variante angepasster Impfstoff wird im Herbst 2022 erwartet.

Eine Übersicht über diese und weitere SARS-CoV-2-Varianten stellt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Verfügung. Einen Überblick über aktuelle Sequenzen liefert unter anderem die Internetseite des Konsiliarlabors an der Berliner Charité. Molekularbiologische Details zu den Varianten Alpha und Beta hat das Robert Koch-Institut (RKI) aufbereitet. Sie sind hier abrufbar. Weitere Informationen können Sie unserem Artikel entnehmen. 

Stand: 19.04.2022