Virusvarianten

Mittlerweile sind neue Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 im Umlauf, die teilweise als besorgniserregend gelten, weil sie teilweise hochansteckend sind und sich dadurch sehr schnell verbreiten. Erfahren Sie hier wie gefährlich die neuen Virusvarianten sind und wie Sie sich am besten schützen können.

Hinweis Die Kategorie der Virusvariantengebiete wird um eine Kategorie erweitert auf solche Länder/Gebiete, in denen das Auftreten einer besorgniserregenden Variante droht. Die möglichen Maßnahmen für diese Gebiete umfassen jedoch weder eine Absonderungspflicht noch ein Beförderungsverbot, gehen aber mit einer Nachweispflicht vor Einreise sowie einer stichprobenhaften Testpflicht nach Einreise einher.Die Volksrepublik China (ausgenommen: Sonderverwaltungsregion Hongkong) gilt seit dem 9. Januar 2023 als "Virusvariantengebiet in dem eine besorgniserregende Virusvariante aufzutreten droht". Weitere Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete durch das Auswärtige Amt, BMG und BMI (Internetseite des RKI).

Was bedeuten die verschiedenen Varianten des Coronavirus für uns und was weiß man über sie?

Seit Ende 2020 wird über die zunehmende Verbreitung neu aufgetretener Virusvarianten berichtet, die zunächst in Großbritannien (Alpha), Südafrika (Beta und Omikron), Brasilien (Gamma) oder Indien (Delta & Kappa) entdeckt wurden. Virusvarianten werden im Volksmund oft vereinfacht und irreführenderweise als Mutationen bezeichnet. Diese Varianten weisen eine erhöhte Übertragbarkeit und höhere Reproduktionsanzahl auf. Um einen besseren Überblick über Virusvarianten zu bekommen, fördert die Bundesregierung die bundesweite Sequenzierung der Viren. Virologische Basisdaten und Informationen zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 stellt das Robert Koch-Institut (RKI) hier zur Verfügung. Angesichts der neu aufgetretenen Varianten ist es umso wichtiger, die AHA-Formel konsequent zu beachten, um generell eine Übertragung des Coronavirus zu verhindern und die Ausbreitung der neuen, möglicherweise noch stärker ansteckenden Varianten einzudämmen.

Einen Artikel zu Coronavirus-Varianten finden Sie hier.  

Stand: 05.12.2022

Wieso gelten manche Virusvarianten als "besorgniserregend"?

Varianten des Coronavirus, die verschiedene Mutationen aufweisen, die mit besonderen Eigenschaften wie höherer Übertragbarkeit und einer veränderten Immunantwort im Zusammenhang stehen können, werden als "Variant of concern" oder zu Deutsch "besorgniserregende Variante" eingestuft. Varianten, die diese Besonderheit nicht aufweisen, gelten nur als "von Interesse", oder auch "Variant of interest", und stehen unter Beobachtung. 

Weltweit und auch in Deutschland werden verschiedene Varianten des Coronavirus beobachtet, die als besorgniserregend eingestuft werden. Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht auf seiner Website wöchentliche Berichte zu den Virusvarianten in Deutschland.

Stand: 23.01.2023   

Wieso wurden die verschiedenen Varianten des Coronavirus umbenannt?

Diese Entscheidung wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefällt. 

Die unterschiedlichen Varianten des Coronavirus werden nun nach den Buchstaben des griechischen Alphabets benannt, um eine Stigmatisierung der Länder zu vermeiden, in denen sie erstmals entdeckt wurden. 

Nach dem neuen System heißt die sogenannte britische Variante B.1.1.7 nun Alpha, die erstmals in Südafrika entdeckte Mutante B.1.351 wird zu Beta, die brasilianische Variante P.1 zu Gamma. Bei der sogenannten indischen Variante B.1.617 wird unterschieden zwischen der besorgniserregenden Variante B.1.617.2, die zu Delta wird, und der Variante B.1.617.1, die derzeit als „von Interesse“ eingestuft wird. Sie heißt nun Kappa. Am 24. November 2021 wurde aus Südafrika von einer weiteren Variante B.1.1.529 berichtet. Sie erhielt den Namen Omikron und wird von der WHO als besorgniserregende Variante eingestuft.

Mehr zum Thema Virusvarianten können Sie auch in unserem Artikel "Wie entstehen Coronavirus-Varianten – und wie gefährlich sind sie?" nachlesen. 

Stand: 10.01.2023

Wie gefährlich sind die Varianten des Coronavirus?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt eine Übersicht über SARS-CoV-2-Varianten bereit. Molekularbiologische Details zu den Varianten sind unter SARS-CoV-2: Virologische Basisdaten und Virusvarianten abrufbar. Karten zur internationalen Verbreitung stellt die Seite cov-lineages.org zur Verfügung.

Das Robert Koch-Institut (RKI) stellt außerdem eine Übersicht zu besorgniserregenden SARS-CoV-2-Virusvarianten (VOC) zur Verfügung. Dazu gehören derzeit Delta (B.1.617.2), Omikron (B.1.1.529), Alpha (B.1.1.7), Beta (B.1.351) und Gamma (P.1).

Mehr zum Thema den Virusvarianten können Sie auch in unserem Artikel "Wie entstehen Coronavirus-Varianten – und wie gefährlich sind sie?" nachlesen. 

Stand: 10.01.2023 

 

Wie häufig treten die unterschiedlichen Virusvarianten auf?

Derzeit dominieret die Virusvariante Omikron BA.5 in Deutschland und weltweit. Omikron hat andere Varianten, wie Delta und Alpha, so gut wie vollständig verdrängt.Eine aktuelle Übersicht zum Auftreten und der Verteilung der Virusvarianten finden Sie in den Wochenberichten des RKI.   

Stand: 10.01.2023 

Was wissen wir über die Virusvariante Omikron?

Über die Variante Omikron (B.1.1.529) wurde zuerst am 24. November 2021 vom südafrikanischen Gesundheitsministerium berichtet. Am 26. November 2021 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Omikron als "Variant of concern" (VOC), zu Deutsch "besorgniserregende Variante", eingestuft. Mittlerweile ist Omikron in verschiedenen Ländern weltweit die dominierende Variante. Laut Analysen des Robert Koch-Instituts (RKI) macht Omikron seit Anfang Januar 2022 auch die Mehrzahl der Infektionsfälle in Deutschland aus.  

Phylogenetische Untersuchungen zeigen, dass die Omikron-Variante unabhängig von der Delta-Variante entstanden ist. Sie besitzt im Vergleich zum ursprünglichen Coronavirus SARS-CoV-2 eine ungewöhnlich hohe Zahl von ca. 30 Aminosäureänderungen im Spike-Protein, darunter solche mit bekanntem phänotypischem Einfluss (Erhöhung der Transmission, Immunevasion, Übertragbarkeit), aber auch viele Mutationen, deren Bedeutung unklar ist. 

Der Omikron-Variante werden mittlerweile zahlreiche Sublinien zugerechnet (z. B. BA.1, BA.2, BA.2.12.1, BA.3, BA.4/BA.5). In Deutschland war zunächst die Sublinie BA.1 für die Mehrzahl der Omikroninfektionen verantwortlich, mittlerweile dominiert aber die Sublinie BA.5 (laut RKI 96%), so wie in anderen Ländern auch. Basierend auf der aktuellen Datenlage und ersten Studien konnte festgestellt werden, dass bei den Varianten BA.4 und BA.5 eine Veränderung in den Spike-Proteinen zu einer erhöhten Übertragbarkeit und Immunflucht führt.

Gut zu wissen: Mittlerweile stehen für die Booster-Impfung auf die Omikron-Variante angepasste Impfstoffe zur Verfügung. Mehr dazu erfahren Sie hier.

 

Stand: 09.01.2023

Welche Reise-Regelungen gelten für Virusvariantengebiete?

a) Einreise aus Virusvariantengebieten, in denen eine besorgniserregende Variante bereits auftritt

Reisende ab 12 Jahren, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einem solchen Gebiet aufgehalten haben, müssen bei Einreise über einen Testnachweis verfügen, der auf einer Testung mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-NAT oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) beruht. Ein Genesenennachweis oder ein Impfnachweis sind nicht ausreichend. Der Nachweis kann bei der Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs nach Deutschland durch die Bundespolizei oder durch die zuständige Behörde verlangt werden. Kinder unter 12 Jahren sind von der Test-Nachweispflicht befreit.

b) Einreise aus Virusvariantengebieten, in denen eine besorgniserregende Variante aufzutreten droht

Reisende ab 12 Jahren, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt in den letzten zehn Tagen vor Einreise in einem solchen Gebiet aufgehalten haben, müssen vor Reiseantritt nach Deutschland mindestens einen Antigenschnelltest vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist – gemessen am Zeitpunkt der Einreise bzw. der geplanten Einreise. Auch hier sind ein Genesenennachweis oder ein Impfnachweis nicht ausreichend.

Stand: 11.01.2023    

Was ist ein Virusvariantengebiet?

Als Virusvariantengebiete gelten Gebiete, in denen

a)  eine besorgniserregende Variante des Coronavirus  verbreitet aufgetreten ist, die in Deutschland nicht verbreitet ist und bei der anzunehmen ist, dass von ihr ein besonderes Risiko ausgeht. Solche besonderen Risiken können unter anderem sein::

  • dass die Variante ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe und Hospitalisierungen darstellt.
  • dass Impfstoffe oder eine vorherige Infektion mit dem Coronavirus keinen oder nur einen sehr eingeschränkten Schutz gegenüber dieser Variante aufweisen.

b) eine besorgniserregende Variante aufgrund bestimmter Anhaltspunkte  aufzutreten droht. Solche Anhaltspunkte können sein:

  • eine festgestellte oder anzunehmende, im Vergleich zur Bundesrepublik höhere Ausbreitungsgeschwindigkeit oder Inzidenz
  • verbunden mit nicht ausreichenden oder verlässlichen Sequenzdaten zum Variantenaufkommen und epidemiologischer Daten, die Rückschlüsse auf die Krankheitsschwere zulassen

Hinweise für Einreisende

Bitte stellen Sie sich vor Abreise darauf ein, dass Ihr Beförderer (zum Beispiel Fluggesellschaft) im Rahmen der stichprobenhaften Überprüfung vor der Beförderung von Ihnen einen aktuellen NAAT-Test (mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-NAT oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) verlangen kann, wenn Sie sich zu einem beliebigen Zeitpunkt in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einem Virusvariantengebiet aufgehalten haben. Beim vorherigen Aufenthalt in Gebieten mit drohendem Risiko für besorgniserregende Varianten ist ein PoC-Antigentest ausreichend.

Nach Ihrer Ankunft: Zudem besteht eine Testpflicht nach Einreise, d. h. Reisende ab 12 Jahren mit Voraufenthalt in einem Virusvariantengebiet können stichprobenartig überprüft werden und von den zuständigen Behörden aufgefordert werden, unverzüglich nach Einreise einen PoC-Antigen-Test  durchführen zu lassen. Anstelle des PoC-Antigen-Tests kann auch direkt ein Test mittels Nukleinsäurenachweis durchgeführt werden. Ggfs. kann am Ort nach den landesrechtlichen Regelungen eine Absonderung/Quarantäne angeordnet werden.

Bitte beachten Sie im Falle der Pflicht zur 14-tägigen Quarantäne, dass diese auch für geimpfte und genesene Personen gilt. Eine Verkürzung der Quarantänedauer ist nicht möglich. Eine Quarantänepflicht besteht jedoch nur im Falle von Virusvariantengebieten, in denen eine besorgniserregende Variante bereits aufgetreten ist.

Stand: 11.01.2023  

 

 

Kann ein COVID-19-Impfstoff Schutz bieten, wenn das SARS-CoV-2-Virus mutiert?

Alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, schützen nach derzeitigen Erkenntnissen sehr gut vor einer COVID-19-Erkrankung mit den ursprünglichen Virustypen, wie Beta und Delta, aber auch weiteren Varianten.

Bei der Virusvariante Omikron bietet die Corona-Schutzimpfung nach ersten Erkenntnissen ebenfalls einen guten Schutz vor einer schweren COVID-19-Erkrankung. Der Impfstoffhersteller BioNTech/Pfizer deutet allerdings in einer Mitteilung darauf hin, dass zwei Impfstoffdosen von Comirnaty® von BioNTech/Pfizer einen signifikant geringeren Neutralisationstiter aufweisen. Daher ist in diesem Fall die dritte Impfung besonders empfehlenswert, da die Booster-Dosis den Antikörperspiegel zusätzlich (im Vergleich zu zwei Impfstoffdosen) um das 25-fache erhöht.

Wichtig zu wissen: Die Europäische Kommission hat im September, die an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna zugelassen. Beide angepassten Impfstoffe sind für die Booster-Impfung gedacht und können bei Personen ab 12 Jahren eingesetzt werden, die mindestens eine Grundimmunisierung gegen COVID-19 erhalten haben.

Stand: 05.12.2022