Antigen-Schnelltest

Antigen-Schnelltests funktionieren ähnlich wie Schwangerschaftstests. Die leichte Handhabung eines Schnelltests erlaubt die Testung auch außerhalb eines Labors, z. B. in einer Pflegeeinrichtung oder medizinischen Einrichtung. Alle Fragen zu Schnelltests beantworten wir hier.

Wie funktionieren Antigen-Schnelltests?

Bei einem Antigen-Schnelltest wird eine Probe von geschultem Personal entnommen und vor Ort ausgewertet. Über das Ergebnis erhält man in der Regel innerhalb von 15 bis 30 Minuten einen Nachweis, der maximal 24, im Falle einer Einreise bis zu 48 Stunden gültig ist. Antigen-Schnelltests basieren dabei auf dem Nachweis von SARS-CoV-2-Eiweißen. Dazu muss ein Abstrich im Nasenrachenraum vorgenommen werden. Die einfachere Auswertung eines Antigen-Schnelltests erlaubt die Testung auch außerhalb eines Labors, zum Beispiel in Pflegeeinrichtungen, medizinischen Einrichtungen oder Arztpraxen ohne Diagnostiklabor. Antigen-Schnelltests müssen, im Gegensatz zu Selbsttests, von geschultem, medizinischem Personal durchgeführt werden.

Ein positives Selbst- oder Schnelltestergebnis erhärtet den Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus. Einer PCR-Bestätigung sollte in der Regel erst ein korrekt durchgeführter, qualitativ hochwertiger Antigen-Schnelltest vorausgegangen sein. Bei hohen Inzidenzen ist eine PCR-Bestätigung in der Regel nicht notwendig und sollte aufgrund klinischer Kriterien abgewogen werden. 

Hier finden Sie eine Übersicht der Testzentren sowie weitere Informationen.

Stand: 29.04.2022

Wie hoch ist die Genauigkeit von Schnelltests?

Grundsätzlich sind Schnelltests weniger genau als PCR-Tests.

Die Aussagekraft eines Schnelltests hängt vom Anteil der infizierten Personen unter den getesteten Personen (Vortestwahrscheinlichkeit) sowie von der Sensitivität und Spezifität der Tests ab. Die Sensitivität ist der Anteil der Personen mit positivem Testergebnis unter den Infizierten, die Spezifität der Anteil der Personen mit negativem Testergebnis unter den Nicht-Infizierten. Wie Sie Schnelltest-Ergebnisse deuten und weitere Informationen können Sie diesem interaktiven Schaubild des Robert Koch-Instituts entnehmen.

Stand: 10.05.2022

Welchen Qualitätskriterien unterliegen Antigen-Schnelltests?

Es dürfen nur solche Antigen-Schnelltests oder überwachte Antigen-Tests zur Eigenanwendung (Selbsttests) im Rahmen der Testverordnung (TestV) und der Nationalen Teststrategie verwendet werden, die die durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut festgelegten Mindestkriterien für Antigen-Tests erfüllen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gibt auf der Homepage weitere Informationen und veröffentlicht eine Marktübersicht der Antigentests, die Gegenstand des Anspruchs nach § 1 der TestV sind. Antigen-Selbsttests zur Eigenanwendung, die das reguläre Konformitätsbewertungsverfahren erfolgreich durchlaufen haben und entsprechend CE-gekennzeichnet sind, können über die normalen Vertriebswege insbesondere über Apotheken, den Großhandel oder direkt vom Hersteller bezogen werden.

Stand: 25.04.2022

Gibt es eine Meldepflicht bei einem positiven Antigen-Schnelltests?

Ja, positive Ergebnisse von Antigen-Schnelltests sind meldepflichtig. Auch Personen, die in Schulen oder anderen Einrichtungen diese Tests bei anderen Personen anwenden, sind in die Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz einbezogen.

Stand: 10.05.2022

Wer kann Antigen-Schnelltests anwenden?

Antigen-Schnelltests müssen von geschulten Personen durchgeführt werden, entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen sowie Umgebungsbedingungen (bspw. Temperaturvorgaben bei Lagerung und Testung) müssen dabei berücksichtigt werden. Die korrekte Durchführung des Nasen- bzw. Rachenabstrichs an ist ausschlaggebend. Wird der Abstrich fehlerhaft durchgeführt, kann es zu einem falschen Ergebnis des Schnelltests kommen.

Stand: 22.02.2022

Erkennen die hochwertigen Antigentests auch die Omikron-Variante?

Aus ersten Untersuchungen, in denen der Einfluss verschiedener besorgniserregender Varianten VOC auf die Sensitivität der Antigen-Schnelltests getestet wurde (Bekliz et al., 2021; RIVM, 2021; Statens Serum Institut, 2022), zeigt sich bisher kein grundsätzlicher Unterschied bei der Erkennung, so dass aktuell von einer Tauglichkeit dieser Tests auch bei Omikron ausgegangen wird. Für eine differenziertere Aussage sind weitere Untersuchungen erforderlich, die das PEI derzeit durchführt. Auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse können die bereits vom PEI evaluierten Tests im Hinblick auf Omikron bewertet werden und soweit aufgrund der Ergebnisse angezeigt, von der BfArM-Liste gestrichen werden.

Stand: 29.04.2022

 

Wie können Antigen-Schnelltests bei möglichen Lockerungen hilfreich sein?

Der Umfang sowie der zielgerichtete und zeitgerechte Einsatz der Testung auf SARS-CoV-2 spielen eine wichtige Rolle um Infektionen frühzeitig zu erkennen, gegebenenfalls eine medizinische Versorgung einzuleiten und Infektionsketten effizient durchbrechen zu können. Darüber hinaus bilden die Zusammenführung und Analyse der Daten die Grundlage für die Einschätzung der epidemiologischen Lage. Die SARS-CoV-2-Testung ist jedoch nur Teil eines Bündels von Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie, wie zum Beispiel Infektionsschutzmaßnahmen, Kontaktnachverfolgung, die koordiniert ineinandergreifen müssen, um ihr volles Wirksamkeitspotential entfalten zu können. In der Nationalen Teststrategie wird eine der aktuellen Situation und den Testmöglichkeiten angepasste Vorgehensweise für verschiedene Settings festgelegt.

Weiterführende Informationen finden Sie hier.

Stand: 10.05.2022

Wo gibt es kostenlose Antigen-Schnelltests für Bürgerinnen und Bürger?

Eine Übersicht der Testzentren sortiert nach Bundesland finden Sie in unserer Deutschlandkarte. Zusätzlich können weitere Teststellen von den Ländern beauftragt werden.

Unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus haben alle Bürgerinnen und Bürger laut Testverordnung mindestens einmal pro Woche Anspruch auf einen kostenlosen Schnelltest (PoC-Test). Wo Sie sich kostenlos testen lassen können, lesen Sie hier.

Stand: 25.05.2022

Wie lange sind Schnelltests gültig?

Das negative Testergebnis eines Antigen-Schnelltests ist für insgesamt maximal 24-48 Stunden gültig.

Ein positives Selbst- oder Schnelltestergebnis erhärtet den Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus. Einer PCR-Bestätigung sollte in der Regel erst ein korrekt durchgeführter, qualitativ hochwertiger Antigen-Schnelltest vorausgegangen sein. Bei hohen Inzidenzen ist eine PCR-Bestätigung in der Regel nicht notwendig und sollte aufgrund klinischer Kriterien abgewogen werden. 

Stand: 10.05.2022

Gibt es einen Anspruch auf einen PCR-Test bei einem positiven Schnell- oder Selbsttest?

Ja, in Testzentren besteht unmittelbar die Möglichkeit, nach einem positiven Antigen-Schnelltest die Probe für einen PCR-Test nehmen zu lassen. Derzeit gilt eine Priorisierung der PCR-Testkapazitäten. Eine PCR-Bestätigung eines korrekt durchgeführten und bewerteten positiven SARS-CoV-2-Antigen-Tests ist insbesondere bei aktuell hohen Inzidenzen in der Regel nicht notwendig und sollte aufgrund klinischer Kriterien abgewogen werden. Mehr dazu erfahren Sie hier. Wer sich zuhause selbst getestet und ein positives Ergebnis erhalten hat, sollte einen Termin bei der Hausärztin oder beim Hausarzt machen oder sich unter der Telefonnummer 116 117 melden, um sich dann mit einem PCR-Test testen zu lassen. Bis zum Bestätigungstest sollte man zuhause bleiben und sich an die AHA+A+L-Regel halten.

Stand: 03.05.2022

Werden alle Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen und alle Schülerinnen und Schüler in Bildungseinrichtungen mit Antigen-Schnelltests getestet?

Mit Reihentests in Pflegeheimen, Schulen oder Kindertagesstätten lassen sich Infektionsketten schnell erkennen und frühzeitig unterbrechen. 

Die Ausgestaltung von Testkonzepten für Kindertagesstätten und Schulen liegt in der Zuständigkeit der Länder.

In Deutschland werden in bestimmten Einrichtungen folgende Personengruppen auf Kosten der GKV mit einem Antigen-Schnelltest getestet:

  • entsprechend des Testkonzepts der Einrichtung: Patientinnen und Patienten, Betreute, Pflegebedürftige, Untergebrachte, vor allem in medizinischen Einrichtungen der stationären und ambulanten Versorgung (ohne Praxen der human-, zahnärztlichen oder sonstigen humanmedizinischen Heilberufen), in (teil)stationären Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter und pflegebedürftiger Menschen, von ambulanten Pflegediensten und Diensten der Eingliederungshilfe und in Tageskliniken.
  • Besucherinnen und Besucher unmittelbar vor dem Betreten der Einrichtung: vor allem in medizinischen Einrichtungen der stationären und ambulanten Versorgung (ohne Praxen der human-, zahnärztlichen oder sonstigen humanmedizinischen Heilberufen) sowie in (teil)stationären Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter und pflegebedürftiger Menschen.

 

Seit dem 18. November 2021 müssen alle Personen, die Pflegeheime und Kliniken betreten, einen negativen Testnachweis vorzeigen. Diese Regelung gilt auch für Geimpfte und Genesene. Personen, die geimpft oder genesen sind, erhalten den Test kostenfrei.

Weitere Informationen können Sie auch unserem Artikel Die Nationale Teststrategie entnehmen. 

Stand: 02.05.2022