Informationen auf Deutsch

Deutschland unterstützt die medizinische Versorgung in der Ukraine und gewährleistet eine vollumfängliche Krankenversorgung von Geflüchteten in Deutschland. Hier erfahren Sie alles Wichtige.

Welche Impfungen sollten Geflüchtete (z.B. aus der Ukraine) jetzt erhalten, um ihre Gesundheit zu schützen und Ausbrüche zu verhindern?

Wenn geflüchtete Menschen aus Kriegs- oder Krisengebieten, wie der Ukraine, nach Deutschland kommen, sollten ihnen frühzeitig alle Impfungen angeboten werden, die die Ständige Impfkommission (STIKO) für die in Deutschland lebende Bevölkerung empfiehlt. Ein aktueller Impfschutz ist entscheidend, um die Gesundheit von Menschen, die ggf. zeitweise auf engem Raum leben müssen, individuell zu schützen und Ausbrüche zu verhindern. Die Impfempfehlungen sind für die jeweilige Altersgruppe zu berücksichtigen. Diese Handreichung beinhaltet Informationen zu relevanten Impfungen für Geflüchtete und ist für impfende Stellen sowie für die Versorgung verantwortliche Stellen gedacht.  

Stand: 29.08.2022

Was sollten Geflüchtete bei der Einreise beachten?

Grundsätzlich gilt in Deutschland seit dem 1. Juni 2022 die Nachweispflicht nur noch für Einreisende aus einem Virusvariantengebiet. Geflüchtete unterliegen daher aktuell weder einer Nachweis- oder Quarantänepflicht.

Weiterhin wichtig bleibt das Einhalten der geltenden Hygienevorschriften, wie z. B. der Maskenpflicht.  

Stand: 18.08.2022

Haben Geflüchtete auch einen Anspruch auf COVID-19 Tests?

Mit der neuen Testverordnung werden seit dem 30. Juni 2022 Testkapazitäten noch gezielter eingesetzt. Geflüchtete haben weiterhin unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf kostenlose Bürgertests. Wer dazu zählt, lesen Sie hier. Darüber hinaus gibt es für weitere Personengruppen Testmöglichkeiten mit einer Eigenbeteiligung von 3 Euro. Denn auch bei Veranstaltungen in Innenräumen oder wenn die Corona-Warn-App eine rote Warnung anzeigt, ist es sinnvoll, sich testen zu lassen, um Infektionsketten zu unterbrechen. Diese Tests werden weiterhin vom Staat unterstützt.

In unserem Online-Quiz erfahren Sie in wenigen Schritten, wann Sie einen kostenlosen Bürgertest bekommen. Weitere Informationen finden Sie auch in diesem Artikel.

Stand: 09.08.2022

Welche Impfnachweise werden nach in Deutschland geltendem Recht zum Zwecke der Einreise oder für Zugangsbeschränkungen anerkannt?

Als Impfnachweis für die Einreise und die Zugangsbeschränkungen werden bislang stets  nur Impfungen mit in der EU-zugelassenen Impfstoffen bzw. im Ausland zugelassenen und von der Formulierung mit denen in der EU zugelassenen identischen Impfstoffen anerkannt (siehe §22a Absatz 1 Infektionsschutzgesetz). Hiervon sind CoronaVac (von Sinovac), Covilo (von Sinopharm), Covaxin (von Bharat Biotech International) oder Sputnik V (von Gamelaia) nicht umfasst. Personen, die im Ausland bereits mit nicht in der EU zugelassenen COVID-19-Impfstoffen geimpft wurden, benötigen eine erneute Impfserie mit einem von der europäischen Kommission zugelassenen Impfstoff, um in Deutschland den Status als „Geimpfte“ zu erlangen.  

Stand: 15.09.2022 

Ich habe einen Impfnachweis, der in ukrainischer Sprache ausgestellt ist, was muss ich tun?

Digitale Impfnachweise können aufgrund einer bestehenden Äquivalenzentscheidung ausgelesen werden und müssen nicht umgetauscht werden. Im Übrigen sollte ein papiergebundener Nachweis Angaben über die Impfung in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache enthalten, um umgewandelt werden zu können.Stand 19.09.2022  

Haben Geflüchtete Menschen auch einen Anspruch auf Impfung gegen Corona?

Ja. Gemäß § 1 Absatz 1 Satz 2 Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) haben Personen auch ohne Krankenversicherung einen Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus, wenn sie beispielsweise ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in der Bundesrepublik Deutschland haben (§ 1 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 CoronaImpfV). Ukrainische Geflüchtete haben daher aufgrund ihres gewöhnlichen Aufenthalts in Deutschland einen Anspruch auf Covid-19-Schutzimpfung.

An der Impfkampagne beteiligen sich Vertrags-, Privat- und Betriebsärztinnen und -ärzte sowie öffentliche Apotheken. Auch Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes und die von ihnen bzw. den Bundesländern beauftragten Dritten, Krankenhäuser sowie stationäre Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen können Schutzimpfungen durchführen. Impftermine können aber auch in Impfzentren vereinbart werden, oder es können niedrigschwellige mobile Impfangebote der Bundesländer vor Ort wahrgenommen werden. 

Für die Organisation der Schutzimpfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 in staatlichen Strukturen, insbesondere auch für die Terminvergabe in den Impfzentren, sind die Bundesländer zuständig. Die Praxen und Betriebe organisieren die Terminvergabe in eigener Zuständigkeit. Ein zentrales Terminvergabesystem für Impfungen in Praxen bzw. Betrieben besteht nicht.

Anspruchsberechtigte ohne Meldeadresse in der Bundesrepublik Deutschland, die insofern keinem Bundesland zugeordnet werden können, können die Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 in einem Bundesland ihrer Wahl in Anspruch nehmen.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website „zusammengegencorona.de“ oder der Telefonhotline des Bundesministeriums für Gesundheit. Hier wird der Anrufer über die Nummer 116 117 an einen, für den Bereich „Informationen zum Thema Corona“ zuständigen Mitarbeiter / Mitarbeiterin weitergeleitet. Unter der Nummer 0800 0000 837 können die Informationen zu den Themenbereichen „Corona“ und „Corona-Schutzimpfung“ von Bürgerinnen und Bürger in der englischen, türkischen, arabischen und russischen Sprache abgefragt werden. Des Weiteren können die Informationen zum Thema Corona und Corona-Schutzimpfung auch in Gebärdensprache abgefragt werden.

 

 

Zudem besteht auch ein Anspruch auf Ausstellung eines digitalen COVID-Impfzertifikats der EU. Es kann auch nachträglich ein digitales COVID-Impfzertifikat der EU ausgestellt werden, sofern bereits eine Impfung mit einem von der EU zugelassenen Impfstoff erfolgt ist. Die nachträgliche Ausstellung des Impfzertifikats ist kostenfrei in Arztpraxen und Apotheken möglich. Hierfür ist insbesondere erforderlich, dass eine Impfdokumentation vorgelegt wird, die unter Verwendung geeigneter Maßnahmen eine Nachprüfung hinsichtlich der Ausstellung eines richtigen COVID-19-Impfzertifikats zulässt, insbesondere im Hinblick auf die Identität der geimpften Person und die Authentizität der Impfdokumentation. Der Impfnachweis kann in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache in Papierform oder digitaler Form ausgestellt sein.

Stand: 15.09.2022 

Gibt es Informationen zum Impfen und zur medizinischen Versorgung auf Ukrainisch?

Hilfreiche Informationen zur medizinischen Versorgung in Deutschland auf Ukrainisch finden Sie unter www.germany4ukraine.de. Auf der Webseite zusammengegenCorona.de finden Sie Informationen zu Testungen auf das Coronavirus sowie über die Corona-Schutzimpfungen in der ukrainischen Sprache. Aktuell ist das BMG dabei, weitere Informationsmaterialien in die ukrainische Sprache zu übersetzen, wie zum Beispiel den Leitfaden zur Corona-Schutz­impfung für Kinder und Jugendliche.  

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert auf Ihrer Website umfassend zu Maßnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus in ukrainischer Sprache, u.a. auch zu Corona-Schutzimpfungen. Diese Informationen finden Sie hier

Das RKI stellt FAQ, Empfehlungen und Informationen zum Thema Flucht und Gesundheit zur Verfügung, darunter auch zum Thema ImpfenImpfkalender sowie Aufklärungsmerkblätter zu Impfungen stehen in verschiedenen Sprachen zur Verfügung. Davon sind folgende Informationsmaterialen auf Ukrainisch vorhanden: Impfkalender, Aufklärungsmerkblätter zur COVID-19-Impfung (mRNA-basiert, Vektor-basiert und proteinbasiert), zur MMR-Impfung, zur Tdap-IPV-Impfung, zur 6-fach-Impfung und zur Varizellen-Impfung.

Zudem finden Sie zum hier eine Handreichung des RKI zur Impfung Geflüchteter, die sich an impfende Stellen wendet.

Stand: 15.09.2022  

Steht genügend COVID-19-Impfstoff zur Verfügung?

Ja, es stehen ausreichende Mengen aller in der EU zugelassenen COVID-19-Impfstoffe zur Ver­fügung. Die Impfstoffe können für Impfungen in Deutschland von Ärztinnen und Ärzten oder auch anderer Leistungserbringer über Apotheken bestellt werden. Impfen ist weiterhin flächendeckend und unkompliziert möglich.   

Stand: 10.09.2022

Wo finde ich weitere Informationen zur medizinischen Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine?

Weitere Informationen zur medizinischen Versorgung von Geflüchteten aus der Ukraine finden Sie auf dieser Seite des Bundesgesundheitsministeriums

Stand: 10.09.2022

 

Droht durch geflüchtete Menschen eine Auswirkung auf das COVID-19-Infektionsgeschehen in Deutschland?

Derzeit besteht kein Anlass, von einer erhöhten Infektionsgefährdung der Allgemeinbevölkerung durch Geflüchtete auszugehen. Geflüchtete sind selbst stärker gefährdet durch beengte Unterkünfte auf der Flucht und im Zielland. Die COVID-19-Impfquote in der Ukraine ist insgesamt mit etwa 35% Zweitimpfungen sehr niedrig. Und auch bei anderen Infektionskrankheiten wie beispielsweise Masern, Diphtherie und Polio ist die Impfquote in der Ukraine vergleichsweise etwas gering. Es ist wichtig, den Menschen frühzeitig ein Impfangebot und den Zugang zu Diagnostik und Therapie zu ermöglichen. Nach der Corona-Impfverordnung und auch nach dem AsylbLG haben geflüchtete Menschen aus der Ukraine Anspruch auf Schutzimpfungen. Es ist im Interesse der Allgemeinheit, dass nicht oder nicht vollständig geimpfte Menschen diesen Anspruch haben und das Angebot nutzen und damit der Schutz der gesamten Bevölkerung verbessert wird. 

Das Robert Koch-Institut (RKI) stellt allgemeine Informationen zum Thema Flucht und Gesundheit zur Verfügung. Diese finden Sie hier.

Stand: 29.08.2022