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Körperliche Gesundheit
14:37 Uhr · 15. September 2020

Demenz und Pflege – gemeinsam die Pandemie meistern

Die Coronavirus-Pandemie führt zu einem neuen Alltag für uns alle. Menschen, die an Demenz erkrankt sind, fällt es oft besonders schwer, sich an neue Lebenssituationen zu gewöhnen. Was Menschen mit Demenz und ihren pflegenden Angehörigen während der Corona-Pandemie helfen kann, um sowohl psychisch als auch physisch fit zu bleiben, erfahren Sie in diesem Artikel.

Bild: Fabian Stürtz

Tipps für die gemeinsame Freizeitgestaltung 

Bewegung ist nicht nur für den Körper wichtig, sie wirkt sich auch günstig auf den Verlauf einer Demenzerkrankung aus. Sport und Bewegung fördern das emotionale Wohlbefinden und die geistige Aktivität. Schon einfache Bewegungsübungen können gut tun und dabei helfen, Stress und Anspannungen zu bewältigen, die durch die Einschränkungen und Veränderungen im Alltag entstanden sind. Die Übungen, die Ihnen Martina Voss-Tecklenburg, die Trainerin der deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen, vorstellt, können problemlos zuhause durchgeführt werden. Als Demenzbotschafterin ist ihr die Prävention durch Bewegung und Sport ein wichtiges Anliegen. Sie zeigt Ihnen, wie Sie gemeinsam trainieren können und damit einen unterstützenden „Teamgeist“ und gute Laune schaffen.

Auch Musikhören, Singen oder Musizieren können Freude und Abwechslung in den Alltag bringen. Weitere Anregungen zu gemeinsamen Beschäftigungen finden Sie in der App der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V., Alzheimer & YOU – den Alltag aktiv gestalten, die Sie kostenlos auf Ihr Smartphone laden können. Mehr Tipps zu den Freizeitaktivitäten und Informationen zum Krankheitsverlauf finden Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums sowie auf der Internetseite der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.

Sind Sie eine pflegende Angehörige oder ein pflegender Angehöriger, sollten Sie auch Ihre Bedürfnisse und Ressourcen im Blick behalten. Wie Sie als pflegendes Familienmitglied Entlastung bei der Pflege finden können, erfahren Sie in unserem Artikel „Entlastung bei der Pflege von Angehörigen finden“. 

Durch die AHA-Formel sich und die Angehörigen schützen

Die Coronavirus-Pandemie ist nicht vorbei. Im neuen Alltag ist es wichtig, die AHA-Formel zu beachten: Abstand, Hygiene und Alltagsmasken. Das heißt im Einzelnen: 

Bild: Bundesministerium für Gesundheit
  • Abstand halten: Auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen oder beim Spaziergang im Park 1,5 Meter Mindestabstand zu anderen halten. Auch beim Besuch in Alters- und Pflegeheimen muss Abstand zu den Patienten eingehalten werden.
  • Hygiene beachten: Hygieneregeln in Bezug auf Niesen, Husten und Händewaschen befolgen. Vor dem Besuch der Patienten in Alters- und Pflegeheimen ist es besonders wichtig, sich die Hände zu waschen und anschließend zu desinfizieren.
  • Alltagsmasken tragen: Dringend empfohlen wird das Tragen von Alltagsmasken an Orten, an denen es schwer werden kann, immer den Mindestabstand zu anderen einzuhalten. Zum Schutz von umstehenden Personen haben die Bundesländer eine Vorschrift für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkauf erlassen. Wer eine Alltagsmaske trägt, sollte dennoch darauf achten, Abstand zu anderen Menschen zu halten. Auch wenn Sie Ihre Angehörigen in Pflegeheimen oder zuhause besuchen, tragen Sie bitte eine Alltagsmaske. Dadurch schützen Sie sich und Ihre Mitmenschen.

Das neuartige Coronavirus wird auch beim Atmen, Husten, Sprechen und Niesen über die Atemluft und Tröpfchen übertragen. Darum ist es wichtig, Räume, die von mehreren Personen genutzt werden, regelmäßig und intensiv zu lüften, um die Konzentration ausgeschiedener Viren in den Räumen zu verringern und das Infektionsrisiko zu senken.

Außerdem sollten in der Pflege persönliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden, wie z. B. das Tragen von Atemschutzmasken, Handschuhen und Kitteln. Ein Augenschutz kann ebenfalls sinnvoll sein. Bitte beachten Sie Anordnungen zum Tragen von Schutzkleidung. Auf der Website der BZgA finden Sie Hygienetipps und können sich über Verhaltensregeln und -empfehlungen zum Schutz vor dem Coronavirus im Alltag und im Miteinander informieren. In unserem FAQ-Bereich zu Gesundheits- und Pflegeberufen finden Sie weitere Informationen, wie Sie Menschen mit Vorerkrankungen und sich als Pflegekraft schützen können. 

Angehörige in Alters- und Pflegeheimen besuchen

Für Demenzerkrankte sind die Besuche und der Kontakt zu anderen Menschen sehr wichtig. Nach den anfänglichen Besuchsverboten dürfen unter bestimmten Auflagen nun wieder Angehörige in Alters- und Pflegeheimen besucht werden. Diese neuen Regeln sind wichtig, um die Bewohnerinnen und Bewohner auch weiterhin vor möglichen Infektionen durch Besucherinnen und Besucher zu schützen. Das heißt, dass ein Besuch, wie er vor der Coronavirus-Pandemie üblich war, noch immer nicht möglich ist. 

Wie diese Auflagen zum Besuch Ihrer Angehörigen in Alters- und Pflegeheimen aussehen, erfahren Sie hier. Bitte informieren Sie sich auf der Website der Bundesregierung über die einzelnen Regelungen, die in Ihrem Bundesland gelten.

Bei Symptomen zuhause bleiben und sich testen lassen 

Wenn Sie oder die an Demenz erkrankte Person Symptome wie Atemnot, Fieber, Schnupfen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Hals- und Kopfschmerzen aufweisen oder Kontakt zu jemandem hatten, der positiv auf COVID-19 getestet wurde, bleiben Sie bitte zuhause. Melden Sie sich bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, unter der Nummer 116 117 oder bei Ihrem Gesundheitsamt, diese besprechen mit Ihnen die nächsten Schritte. Sie können sich auch in unserem Artikel „Was sollten Sie tun, wenn Sie den Verdacht haben, sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert zu haben?“ über das Vorgehen informieren.

Installieren Sie für sich die Corona-Warn-App. Dadurch können alle dazu beitragen, dass sich weniger Menschen unbewusst anstecken. So entlasten wir das Gesundheitssystem und schützen uns und unsere Mitmenschen.