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Gesundheitswesen
10:00 Uhr · 1. Juli 2020

Fünf Gründe, warum Apotheken und Arztpraxen besonders sicher sind

Schon früh in der Epidemie haben sich Apotheken und Arztpraxen gegen das Virus gewappnet. Mit ihren Maßnahmen sind sie Vorbild für den Einzelhandel.

Bild: Getty Images / FG Trade

Das rasante Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie hat alle Menschen, die im Gesundheitssystem arbeiten, vor große Herausforderungen gestellt – nicht zuletzt die niedergelassenen Ärzte, Ärztinnen, Apotheker und Apothekerinnen sowie ihre Teams. Doch sie alle haben sich schnell auf die Situation eingestellt, Pandemiepläne umgesetzt und ihre Räumlichkeiten so eingerichtet, dass sie ihre Patienten und Patientinnen in der Pandemie gut und sicher versorgen können. Wir nennen die fünf Gründe, warum es nach wie vor sicher ist, eine Arztpraxis oder eine Apotheke aufzusuchen und warum Sie im Krankheitsfall weiterhin zum Arzt und zu Ihrer Apotheke gehen sollten.

1. Pandemieplan in der Schublade 

Durch den Nationalen Pandemieplan, der 2005 beschlossen und 2017 aktualisiert veröffentlicht wurde, sind alle niedergelassenen Arztpraxen und Apotheken aufgefordert, sich mit einem Notfallplan auf den Pandemiefall vorzubereiten. Ziel der Vorbereitung ist es, die ärztliche Versorgung beziehungsweise die Arzneimittel-Versorgung sicherzustellen. Der Pandemieplan legt fest, wie die eigenen Betriebsabläufe in der Pandemie aufrecht erhalten werden können und wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor einer Ansteckung geschützt werden können. 

2. Getrennte Versorgung 

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie unterstützte das Robert Koch-Institut die Gesundheits-Profis mit Empfehlungen. Dazu gehört, dass in Arztpraxen möglicherweise mit dem Coronavirus infizierte Personen nicht auf andere Patienten und Patientinnen treffen sollen. Potenzielle Infizierte sollen telefonisch einen Termin vereinbaren und werden entweder zu bestimmten Zeiten empfangen oder – soweit räumlich möglich – in abgesonderten Warte- und Behandlungszimmern. Da vor allem kleinere Praxen dies nicht immer bewerkstelligen können, gibt es vielerorts Absprachen. Größere Praxen übernehmen zum Teil Patienten und Patientinnen mit Verdacht auf Covid-19, die ihre gewohnte Hausarztpraxis nicht aufsuchen können. Diese Covid-19-Praxen können eine ausreichende Trennung der Patientengruppen sicherstellen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst informiert deutschlandweit unter der Telefonnummer 116 117 darüber, wie man sich im Falle einer vermuteten Infektion verhalten sollte und wo man sich hinwenden kann. 

3. Sicherer Zugang zu Arzneimitteln 

Wer auf Medikamente angewiesen ist, bekommt diese auch während der Coronavirus-Pandemie zuverlässig von seiner Apotheke. Die Apotheken-Teams sorgen in der Pandemie für besonders hohe Standards. Die meisten Apotheken hatten schon zu Beginn der Pandemie sehr schnell auf die Situation reagiert und für Masken und Handschuhe gesorgt. Als die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln zu Beginn der Pandemie sprunghaft anstieg, reagierte die Politik und erlaubte den Apotheken, Desinfektionsmittel selber herzustellen. 

4. Plexiglas und Diskretionszonen 

Auch im Verkaufsgeschehen achten die Apotheken-Teams auf Abstand und Hygiene. Apotheken aber auch Arztpraxen begannen früh damit die Tresen mit Plexiglasscheiben abzuschirmen und wurden damit zu Vorbildern für den Einzelhandel. Auch der Abstand zwischen den Patienten und Patientinnen ist gut geregelt – Diskretionszonen hatten die meisten Apotheken und Arztpraxen bereits vor der Pandemie angelegt. 

5. Mobile Dienste 

Wer die Vermutung hat, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollte nicht in die Hausarztpraxis gehen, sondern sich zunächst telefonisch Rat einholen. Außerhalb der Sprechzeiten können Sie sich auch an den bereits genannten ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden (Telefonnummer 116 117). In dringenden Fällen kann dieser Sie zu einem Corona-Testcenter leiten oder selbst einen Hausbesuch organisieren. Auch Apotheken muss man nicht unbedingt persönlich aufsuchen. Melden Sie sich telefonisch in Ihrer Apotheke und fragen Sie nach dem Botendienst, der Arzneimittel kontaktfrei nach Hause liefert. Dieser Service richtet sich insbesondere an Personen, die sich in Quarantäne befinden sowie Menschen, die aufgrund hohen Alters oder wegen Vorerkrankungen zu den Covid-19-Risikogruppen zählen. (Mehr Informationen über Risikogruppen finden Sie hier.

Auf Ihre Mithilfe kommt es an!

Im Vergleich zu vielen anderen Ländern ist Deutschland bisher relativ gut durch die Coronavirus-Pandemie gekommen. Das liegt zum Teil daran, dass wir ein solides Gesundheitssystem haben, das sich in den vergangenen Monaten bewährt hat.  Aber auch an der großen Bereitschaft der Bevölkerung einen Beitrag zu leisten, das Virus zu stoppen. 

Nur wenn wir uns auch in Zukunft an die Regeln halten, wird es gelingen, die Epidemie weiter einzudämmen. Damit Arztpraxen und Apotheken sichere Orte bleiben, gilt auch hier: Beachten Sie die AHA-Formel (Abstand-Hygiene-Alltagsmaske). Das heißt:

  • Abstand halten: Achten Sie auf 1,5 Meter Mindestabstand zu Ihren Mitmenschen. 
  • Hygiene beachten: Befolgen Sie die Hygieneregeln in Bezug auf Niesen, Husten und Händewaschen. 
  • Alltagsmasken tragen: Tragen Sie eine Alltagsmaske an Orten, an denen es schwer werden kann, den Mindestabstand zu anderen immer einzuhalten. 

Weitere Informationen: 

Interview mit Dr. Kerstin Kemmritz, Präsidentin der Berliner Apothekerkammer, über sichere Apotheken: https://www.facebook.com/bmg.bund/videos/2903231223096926/

Warum man trotz Coronavirus-Epidemie nicht auf Arztbesuche verzichten sollte – Interview mit dem Kardiologen Prof. Dr. Fabian Knebel: https://www.facebook.com/watch/?v=666494157502193