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Bundesministerium für Gesundheit
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Gesundheitswesen
13:54 Uhr · 25. Mai 2020

Live-Diskussion „Corona und die Apotheken“

Im Livestream „Corona und die Apotheken“ machte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn klar: „Ich finde es stark und bin dankbar dafür, was Apotheker und Apothekerinnen in der Corona-Krise geleistet haben“.

Denn seit Ausbruch der Pandemie zeigen sie unermüdlichen Einsatz und stellen die flächendeckende Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sicher.

Live-Diskussion „Corona und die Apotheken“

„Das Ziel eint uns, dass es flächendeckend Apotheken gibt in der Stadt und auf dem Land“

Dem schließt sich die Präsidentin der Apothekenkammer Westfalen-Lippe, Frau Gabriele Regina Overwiening, als Gast an diesem Abend an und lobt die Apotheken als Anlauf- und Beratungsstelle vor Ort. „Das Ziel eint uns, dass es flächendeckend Apotheken gibt in der Stadt und auf dem Land“ betont der Minister.

In Liveschaltungen mit Zuschauer und Zuschauerinnen wird das breite Spektrum der Themen deutlich, mit dem die Apotheken in der Corona-Pandemie konfrontiert ist. Zur Sorge um die ausreichende Verfügbarkeit von Desinfektionsmitteln und Schutzmaterialien kommen Bedenken über die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten und Produzenten. Jens Spahn betont die Notwendigkeit, die klassische Struktur des Großhandels wieder aufzubauen und setzt auf die gelungene Verteilungspolitik zwischen Bund und Ländern. Frau Overwiening mahnt an, dass in Apotheken ein besonders hoher Arbeitsschutz für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eingehalten werden müsse. Nur so ist langfristig die Gesundheit von Kunden und Personal gewährleistet und Apotheken könnten weiterhin geöffnet bleiben.

„Wir brauchen wieder Produktion in Europa“

Die flächendeckende Präsenz der Apotheken zahlt auf die Krisenfestigkeit des deutschen Gesundheitswesen ein, das dennoch durch Lieferengpässe für Medikamente für chronisch Kranke herausgefordert wird: „Wir brauchen wieder Produktion in Europa“, so Spahn, die auch eine Kostendeckung für die Hersteller in Europa ermöglicht. Der Minister setzt sich zum Schutz der Vor-Ort-Apotheken ein und betont: „Wir wollen die Gleichpreisigkeit weiterhin durchsetzen“. Zur Unterstützung der Apotheken vor Ort gehört auch die Verordnung zum Botendienst, den das Ministerium in der aktuellen Krise wieder möglich gemacht hat. „Damit ist die Apotheke vor Ort unschlagbar“ geworden, so Jens Spahn. 

Die ausreichende personelle Ausstattung von Apotheken war ein weiteres Anliegen mit Corona-Bezug. Da beispielweise die praktischen Prüfungen der pharmazeutisch-technischen Assistenz-Ausbildung (PTA) derzeit aufgrund des erhöhten Gesundheitsschutzes nicht zeitgerecht angeboten werden könnten, verzögern sich deren Einsatzmöglichkeiten in Apotheken.

„Die Flexibilität in der Ausbildung müssen wir möglich machen“

Mehr Personal ist jedoch dringend nötig, weshalb der Minister sich für eine schnelle Lösung der Abschlussprüfungsproblematik einsetzen will: „Die Flexibilität in der Ausbildung müssen wir möglich machen“, so Jens Spahn, ebenso wie Chancen der beruflichen Weiterentwicklung. Das begrüßt Frau Overwiening, der es über die Corona-Krise hinaus um eine Steigerung der Wertschätzung für Apotheken in der Gesellschaft geht. Die Ausweitung der Tätigkeiten, die Apotheken übernehmen dürfen, sieht sie als gute Möglichkeit, den Beruf attraktiver zu machen.

„Es wird definitiv keine verpflichtende Impfpflicht für Corona geben“

Der Minister lässt die Grippe-Impfmöglichkeiten in Deutschland weiter ausbauen und möchte gerne sehen, dass die ersten Grippeimpfungen in Apotheken stattfinden können. Dennoch ist sicher: „Es wird definitiv keine verpflichtende Impfpflicht für Corona geben“. Zum Abschluss sind sich Jens Spahn und Gabriele Overwiening einig, dass das deutsche Gesundheitswesen mit der feinen Balance zwischen Regulierung und Selbstverwaltung im europäischen Vergleich am allerbesten die Krise bewältigen konnte.