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Gesundheitswesen
08:57 Uhr · 18. Mai 2020

Live-Diskussion: „Corona und die Gesundheitsämter“

Im Livestream vom 14. Mai machte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn klar, dass er den Öffentlichen Gesundheitsdienst längerfristig stärken will.

Live-Diskussion: Corona und die Gesundheitsämter

Bei der virtuellen Live-Diskussion „Corona und die Gesundheitsämter“ suchte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Gespräch mit Mitarbeitenden in den Gesundheitsämtern. Es ist ihm ein Anliegen, zu erfahren, mit welchen Herausforderungen sie in der täglichen Krisen-Arbeit zu kämpfen haben und wie Politik dabei unterstützen kann.

„Ich habe den Eindruck, dass alle mit viel Engagement dabei sind, aber wir haben dem öffentlichen Gesundheitsdienst – auch in der Vergangenheit – nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die er verdient.“

Vier Studiogäste wurden per Video live zugeschaltet:

Stefan Hahn (Beigeordneter), Leiter des Dezernats Arbeit, Jugend, Gesundheit und Soziales, Deutscher Städtetag hebt hervor: „Die Gesundheitsämter sind der Nukleus in einer solchen Krise“, allerdings nicht isoliert, sondern die Ämter erleben Unterstützung aus anderen Teilen der Verwaltung. Eine Stärkung der Gesundheitsämter gelingt durch Stärkung der Kommunen. 

Dr. med. Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte und Ärztinnen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) verdeutlicht, welche spannenden Aufgaben und Bereiche die Gesundheitsämter haben.

„Das wird leider oft nicht gesehen, weil man es als selbstverständlich annimmt, dass alles funktioniert.“

Als Leiterin der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen liegt es ihr jetzt sehr am Herzen, dass genügend Menschen mit Fachexpertise die Gesundheitsämter verstärken.

Landrat Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistages, ist es „wichtig, dass die Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie unmittelbar in die Fortentwicklung des ÖGD einfließen.“ Meldewege und Zusammenarbeit zwischen Bund, RKI, Landesgesundheitsbehörden und den Gesundheitsämtern gilt es zukunftsfähig aufzustellen, dazu gehöre auch eine hinreichende, dauerhafte und verlässliche Finanzierung dieser Aufgabe.

Uwe Lübking, Beigeordneter für Recht, Gesundheit, Soziales und Bildung, Deutscher Städte- und Gemeindebund, geht davon aus, dass auch die Bezahlstruktur im ÖGD in den Blick genommen werden muss und es einer Stärkung des IT-Bereichs mit Fachkräften bedarf. Er lädt dazu ein, nicht nur zu betrachten, was jetzt im aktuellen Pandemiegeschehen verbessert werden könnte, sondern über den Tellerrand zu blicken, um den ÖGD dauerhaft zu stärken.

„Was benötigen die Mitarbeitenden in den Gesundheitsämtern jetzt eigentlich am dringlichsten, um ihrer Arbeit weiterhin gut und gerne nachgehen zu können?“ Studiogast Prof. Dr. René Gottschalk, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, würde seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gerne entlasten und mehr Fachpersonal einsetzen können. Diesen Bedarf sieht Bundesminister Spahn bundesweit auch, deshalb hat die Bundespolitik reagiert: Kurzfristig wurden zwei Unterstützungsprogramme aufgelegt, um Gesundheitsämter bei Bedarf personell für einen begrenzten Zeitraum zu unterstützen.

„Ich möchte aber auch gerne mit den Ländern über einen Pakt für den ÖGD reden, um diesen strukturell längerfristig zu stärken.“

Bezahlung nach Tarifgefüge, Ausbildung stärken, in der Überarbeitung der Approbationsordnung für Ärzte dem ÖGD eine größere Rolle geben, die technische Ausstattung verbessern – das alles sind Punkte, die der Minister im föderalen Miteinander angehen möchte. 

Prof. Dr. René Gottschalk ist überzeugt davon, dass Deutschland insbesondere durch die Arbeit der Gesundheitsämter in der Pandemie so gut weggekommen ist. Und so findet die Idee eines Telefongastes, einen Personalpool mit geschultem Personal für die Kontaktnachverfolgung aufzubauen, das bei Bedarf von den Städten und Kreisen abgerufen werden kann, sowohl bei Minister Spahn als auch bei dem Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes große Zustimmung. 

In weiteren Liveschaltungen mit Zuschauern und Zuschauerinnen wird deutlich, vor welchen Herausforderungen die Gesundheitsämter in der Corona-Pandemie stehen und welche dringlichen Fragen die Arbeitskräfte u. a. dort haben: „Woran ist die Entwicklung der Digitalisierung im öffentlichen Gesundheitswesen bislang gescheitert und was wird in Zukunft anders? “ „Unterstützt der Bundesgesundheitsminister das Vorhaben einer gemeinsamen, zentralen Datenbank für den öffentlichen Gesundheitsdienst zur Digitalisierung und damit zum schnelleren Informationsaustausch auf der Bundesebene?“ „Wie kann die zugesagte finanzielle Unterstützung – bis zu 150.000 Euro – für die Gesundheitsämter abgerufen werden, wie sind die Richtlinien des Förderprogramms, bei dem jedes Gesundheitsamt gefördert werden kann und über welchen Weg kann das Geld „unbürokratisch abgerufen werden?“ „Wer bezahlt die Tests, wenn breiter und mehr getestet werden soll?“ „Ist es geplant, Ärzte, Pflegeeinrichtungen und sonstige medizinische Einrichtungen/Betriebe gesetzlich zu verpflichten, Schutzausrüstung vorzuhalten?“

Bundesminister Spahn hat alle Fragen beantwortet und ausdrücklich das außerordentliche Engagement der Mitarbeitenden in den Gesundheitsämtern gewürdigt.