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Gesundheitswesen
09:36 Uhr · 28. April 2020

Live-Diskussion „Corona und die Pflege“

In der neuen Gesprächsreihe „Zusammen gegen Corona live“ diskutierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit seinen Gästen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie im Pflegebereich.

Live-Diskussion „Corona und die Pflege“

„Die Situation der Pflegekräfte und aller, die in der medizinischen Versorgung arbeiten, ist in dieser Corona-Krise eines der drängendsten Themen“, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Eröffnung der Live-Diskussion „Corona und die Pflege“. Zu der Veranstaltung waren der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Andreas Westerfellhaus, Maria Loheide als Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland und die Kinderkrankenschwester Ulla Hedemann aus Berlin eingeladen. Mit Online-Beiträgen konnten sich Zuschauer und Zuschauerinnen aus ganz Deutschland in das Gespräch einbringen.

„Der letzten Mittwoch beschlossene Mindestlohn in der Altenpflege ist für viele ein Gewinn.“

Die Pflege steht bei der Bundespolitik ganz oben auf der Agenda, so Jens Spahn. Er stellte das breite Spektrum an Aktivitäten der vergangenen zwei Jahre dar, um die Pflegeberufe zu stärken: die Ausbildungsvergütung, der Erlass des Schulgelds, der zusätzliche Ausbau der Personalbemessung in der Altenpflege und die Erhöhung des Mindestlohns in der Pflege: Auch „der letzten Mittwoch beschlossene Mindestlohn in der Altenpflege ist für viele ein Gewinn“, so der Minister. Ebenso wie der Corona-Bonus von bis zu 1.500 Euro in der Altenpflege. Für Jens Spahn steht fest, dass Sparen zu Lasten der Pflege kein Weg mehr sei. Die gesellschaftliche Debatte aus der Corona-Krise sieht er als positiven Impuls für die Debatte um die Zukunft der Pflege.

„Wir sind auf dem Weg für die besten Lösungen.“

Dem stimmt Andreas Westerfellhaus zu, der die zunehmende Professionalität in der Pflege anerkennt und stärker sichtbar machen will. „Wir sind auf dem Weg für die besten Lösungen“, etwa mit der konzertierten Aktion Pflege.

Frau Hedemann drängte darauf, dass trotz des Applaus für Pflegekräfte nun weitere Taten der Politik folgen müssten, um die Situation der Pflegekräfte langfristig zu verbessern. Mehr Wertschätzung sieht Frau Hedemann nicht nur in besseren Arbeitsbedingungen, etwa durch Personaluntergrenzen, sondern auch durch höhere Bezahlung, geregelte Arbeitszeiten und „Hilfe für Helfer“.

Maria Loheide macht deutlich, dass Pflegekräfte mehr Entlastung benötigen, da sie oft am Limit ihrer Leistungsfähigkeit arbeiten. Der eigene Schutz und der Schutz von Patienten und Angehörigen liegt ihr besonders am Herzen. Dies geht Hand in Hand mit der Wertschätzung und langfristigen Anerkennung der Helden und Heldinnen des Alltags.

Minister Jens Spahn weist eindringlich auf die aktuelle Ausnahmesituation hin, in der die Menschen in Deutschland und Europa gerade leben und arbeiten. In der schwierigen Lage sei nun zu prüfen, wie man den Ansprüchen aller Beteiligten gerecht werden könne. Der Betrieb in Krankenhäusern müsse nach der Krise neu definiert und zeitnah wieder aufgenommen werden. Eine schrittweise Erleichterung von Ausgangsbeschränkungen kann den sanften und effektiven Übergang einläuten, der dann auch für die Pflegekräfte weitere Verbesserungen bringen wird.

„Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam etwas erreichen. Dass wir aufeinander achten und einander achten.“

Positiv sahen die Podiumsteilnehmenden die hohe Solidarität und Hilfe, insbesondere für Pflegekräfte, die Familie und Beruf vereinbaren müssen. Das Notbetreuungsangebot ist hier eine Unterstützung, ebenso wie kreative Ideen vor Ort, mit denen sich die Menschen zu helfen wissen. Für besonders schwierige Situationen wie in der Sterbebegleitung gibt es Ausnahmeregelungen. Minister Jens Spahn setzt alles daran, das Gesundheitssystem so stark zu halten wie es derzeit ist, mit fast 12 Prozent Anteil am BIP und vielen Beschäftigten. Wirtschaft und Gesundheit sieht er als nicht trennbar an. Gleichzeitig sind jedoch neue Wege nötig, um den Anstieg der Zahl von Patienten und Patientinnen künftig mit den vorhandenen Ressourcen und der Infrastruktur meistern zu können. „Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam etwas erreichen. Dass wir aufeinander achten und einander achten“, so der Minister zum Abschluss.