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Corona-Schutzimpfung
07:22 · 30. Juli 2021

Gemeinschaftsschutz: Warum Solidarität in der Coronavirus-Pandemie so wichtig ist

Die Corona-Schutzimpfung schützt nicht nur Geimpfte vor schweren COVID-19-Erkrankungen. Je mehr Menschen geimpft sind, desto besser werden auch Personen geschützt, die sich nicht impfen lassen können. Wie wichtig diese Herdenimmunität ist und wie wir sie erreichen können, lesen Sie hier.

Mit der Impfung schützt man sich und andere

Einer für alle, alle für einen – dieses solidarische Prinzip spielt auch in der Pandemie-Bekämpfung eine entscheidende Rolle. Denn je mehr Menschen durch eine Impfung vor einer Infektion und einer Erkrankung mit dem Coronavirus geschützt sind, desto häufiger trifft das Virus auf Menschen, die sich nicht mehr anstecken können – und umso schlechter kann es sich ausbreiten. Man spricht dann auch von Gemeinschaftsschutz oder Herdenimmunität.

Das Erreichen der sogenannten Herdenimmunität ist wichtig, um auch Menschen, die sich nicht impfen lassen können, vor schweren COVID-19-Erkrankungen zu schützen. Dazu gehören zum Beispiel Kinder, die für eine Corona-Schutzimpfung zu jung sind oder Personen, die die Impfung aus gesundheitlichen Gründen nicht erhalten können oder Allergien gegen Bestandteile der Impfstoffe haben. Interessante Inhalte zur "Bedeutung von Impfungen" hat das Robert Koch-Institut zusammengefasst.

Impfung erhöht Chancen auf Herdenimmunität

Wann ein Gemeinschaftsschutz oder die Herdenimmunität erreicht wird, hängt von mehreren, teilweise variablen Faktoren ab: Ein wesentlicher Wert für die Berechnung ist die sogenannte Basisreproduktionszahl. Diese zeigt, wie viele weitere Menschen eine erkrankte Person in einer gänzlich ungeschützten Bevölkerung anstecken würde. Aber auch weitere Faktoren wie die Bevölkerungsdichte, das Kontaktverhalten der Menschen, das Auftreten von Virusvarianten, die Impfakzeptanz und das Impftempo beeinflussen, wann die Herdenimmunität eintritt.

Die Impfquote beeinflusst den Gemeinschaftsschutz

Um möglichst schnell möglichst viele Menschen zu schützen, erhalten jeden Tag weitere Bürgerinnen und Bürger in Deutschland die Corona-Schutzimpfung. Wie viele es aktuell sind, können Sie auf dem sogenannten Impfdashboard einsehen, das den Fortschritt der deutschen Impfkampagne zeigt. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass dadurch bereits sehr viele schwere Krankheitsverläufe sowie Todesfälle verhindert werden konnten. Mehr zur Wirksamkeit lesen Sie in den Produktinformationen der jeweiligen Impfstoffe oder in der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) (ab Seite 30).

In der 27. Ausgabe des Epidemiologischen Bulletins, das das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht, werden Ergebnisse mathematischer Modellszenarien und Bevölkerungssurveys vorgestellt, die die Frage untersuchen, welche Impfquote in Deutschland notwendig ist, um die Corona-Pandemie erfolgreich einzudämmen. In den Modellszenarien wird der Einfluss der Impfquote auf die COVID-19-Inzidenz und Intensivbettenbelegung simuliert und der Einfluss verschiedener Faktoren auf den Effekt der Impfquoten geprüft. Das Modell zeigt, dass bereits die Steigerung der Impfquote von 65 auf 75 Prozent einen deutlichen Unterschied für die künftige Entwicklung der Fallzahlen machen kann. Das PDF zum Bulletin finden Sie hier.

Zwar versprechen alle in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffe einen wirksamen individuellen Schutz vor einer Erkrankung. Trotzdem sollten auch Geimpfte weiterhin vorsichtig sein, insbesondere in Anbetracht der sich ausbreitenden Virusvarianten. Denn auch wer geimpft ist, könnte noch zur Übertragung des Coronavirus beitragen.

Auch Geimpfte sollten Schutzmaßnahmen einhalten

Studiendaten zeigen zwar, dass geimpfte Personen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erkranken, wenn sie mit dem Erreger in Kontakt kommen. Allerdings ist noch nicht abschließend geklärt, ob und in welchem Maß sie andere Personen anstecken können. In so einem Fall wäre eine geimpfte Person also unbemerkt Trägerin oder Träger des Virus, ohne selbst zu erkranken.

Auf Basis bisheriger Daten ist zwar anzunehmen, dass vollständig Geimpfte, die mit dem Coronavirus infiziert sind, eine geringe Viruslast haben – dann bestünde auch nur ein geringes Übertragungsrisiko. Dennoch ist nicht ganz auszuschließen, dass sich andere, nicht geimpfte Personen, anstecken könnten.Die STIKO empfiehlt daher, dass auch Geimpfte die allgemein empfohlenen Infektionsschutzmaßnahmen einhalten, bis weitere Studiendaten vorliegen. Mehr dazu erfahren Sie in diesen Video: Wie verhalte ich mich nach der vollständigen Impfung gegen Covid-19?

Im Alltag gilt also nach wie vor: Solidarisch sein und auf Abstands- und Hygieneregeln achten, um sich und andere vor Ansteckung zu schützen. Denn das Virus wird über winzige Tröpfchen (Aerosole) übertragen, die jeder Mensch beim Atmen, Sprechen oder Niesen freisetzt.

AHA+L: Diese Schutzmaßnahmen erhöhen die Sicherheit

Abstand halten

Die Wahrscheinlichkeit, mit den Tröpfchen einer anderen, möglicherweise infizierten Person in Kontakt zu kommen, ist im Umkreis von ein bis zwei Metern besonders hoch. Wer jedoch mindestens 1,5 Meter Abstand wahrt, kann das Risiko einer Tröpfcheninfektion minimieren.

Hygieneregeln beachten

Krankheitserreger können auch über die Hände übertragen werden. Wer sie sich regelmäßig und gründlich wäscht, kann die Anzahl der Erreger effektiv senken. Beim Husten und Niesen schießen besonders viele Tröpfchen durch die Luft, die andere Menschen einatmen können. Enthalten sie Krankheitserreger, droht Ansteckung. Wer in die Armbeuge oder in ein Taschentuch hustet oder niest, verringert das Ansteckungsrisiko.

Alltag mit Maske

Ebenso wichtig wie effektiv: das Tragen einer Schutzmaske. Denn durch die Maske wird ein Teil der Tröpfchen zurückgehalten, sie können sich also nicht so stark verbreiten wie ohne den Schutz. Dabei bieten OP-Masken und Masken des Standards FFP2/ FFP3 sowie KN95/N95 einen besonders hohen Schutz.

Regelmäßig lüften

In schlecht belüfteten Innenräumen können sich Aerosole gut ansammeln und im gesamten Raum verteilen. Das Risiko einer Tröpfcheninfektion ist daher besonders hoch. Durch regelmäßiges Lüften gelangt wieder Frischluft in den Raum und die Aerosole werden verdünnt – so sinkt auch das Ansteckungsrisiko.

Auf vollständigen Impfschutz achten

Die meisten der in Deutschland zugelassenen Impfstoffe benötigen zwei Impfungen für einen umfassenden Schutz (mit Ausnahme des Impfstoffs von Johnson & Johnson, bei dem eine Einmalgabe ausreichend ist). Der von der STIKO empfohlene Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung variiert dabei je nach Impfstoff (siehe Grafik).

Vier Impfstoffe, die zugelassen, wirksam und sicher sind

© Bundesministerium für Gesundheit, Stand: 15. Mai 2021 Quellen: Europäische Zulassung, Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, Impfverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit. *Die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, sinkt bei den Geimpften um den genannten Prozentsatz. ** Lipid-Nanopartikel-Formulierung.

Bei den Impfstoffen, für die eine Impfserie vorgesehen ist, sollte man nicht auf die Folgeimpfung verzichten. Denn die Zweitimpfung stellt die Effektivität des Impfschutzes sicher und hilft, den bestmöglichen Schutz gegen das Virus aufzubauen. Erst wenn nach Gabe der letzten Impfstoffdosis mindestens 14 Tage vergangen sind, gilt man als vollständig geschützt. Zudem ist davon auszugehen, dass der Schutz nach zwei Impfungen länger anhält. Auf den Schutz aller Menschen zu achten, ist auch mit Blick auf das dynamische Infektionsgeschehen durch die Virusvarianten (Mutationen) wichtig, denn: Je weniger Infektionen es gibt, desto geringer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass neue gefährliche Mutationen entstehen, vor denen die Impfstoffe womöglich nicht mehr so gut schützen können.

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