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Corona-Schutzimpfung
10:10 · 15. September 2021

Impfschutz für Risikogruppen: Auffrischungsimpfung seit September möglich

Seit September 2021 kann besonders gefährdeten Risikogruppen eine Auffrischungsimpfung gegen COVID-19 angeboten werden. Wer sie erhalten soll und warum der zusätzliche Impfschutz wichtig ist, lesen Sie hier.

Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus

Sie schützt vor schweren Krankheitsverläufen und hat die Anzahl der COVID-19-Fälle, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen, erheblich reduziert: die Corona-Schutzimpfung. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse legen jetzt nahe, dass die Immunantwort auf die COVID-19-Impfstoffe bei bestimmten Personengruppen schwächer ausfällt beziehungsweise schneller nachlässt. Das kann insbesondere bei Menschen, die älter als 80 Jahre sind, bei Patientinnen und Patienten mit geschwächtem oder unterdrücktem Immunsystem sowie bei Pflegebedürftigen der Fall sein. Um diese besonders gefährdeten Gruppen weiterhin vor schweren COVID-19-Verläufen zu schützen, können sie seit September 2021 eine Auffrischungsimpfung – mitunter auch Booster-Impfung genannt – zur gesundheitlichen Vorsorge erhalten. Wem die Auffrischungsimpfung außerdem angeboten wird, welche Impfstoffe dafür vorgesehen sind und wo man sich impfen lassen kann, erfahren Sie hier.

Wer sollte den Corona-Impfschutz auffrischen und warum?

Die Auffrischungsimpfung wird insbesondere älteren Personen ab 80 Jahren, Pflegebedürftigen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem im Sinne der gesundheitlichen Vorsorge empfohlen. Grund dafür ist, dass bei diesen Personengruppen (sogenannte „Low Responder“) nach einer vollständigen Impfserie möglicherweise keine ausreichende oder eine schnell nachlassende Immunantwort vorliegt. Durch eine dritte Impfung kann die Bildung von Antikörpern wieder angeregt und der Schutz dieser besonders gefährdeten Gruppen aufrechterhalten werden. Auch über 60-Jährige können ihren Impfschutz mit Blick auf die kühlere und infektionsreiche Jahreszeit nach individueller Abwägung und ärztlicher Beratung entsprechend auffrischen. Pflegekräfte in Alten- und Pflegeheimen und Beschäftigte in Einrichtungen für gefährdete Personen können auf eigenen Wunsch ebenfalls eine Auffrischungsimpfung erhalten. Das Gleiche gilt für Berufsgruppen, die regelmäßig Kontakt zu infektiösen Menschen haben – dazu gehören zum Beispiel medizinisches Personal in der ambulanten oder stationären Versorgung, Rettungsdienste oder mobile Impfteams.

Außerdem können alle Personen, die eine komplette Impfserie mit Vektorimpfstoffen abgeschlossen haben – also zweimal mit Vaxzevria® von AstraZeneca oder einmal mit Janssen® von Johnson & Johnson – ihren Impfschutz mit einem mRNA-Impfstoff auffrischen. Auch Genesene, die eine einmalige Impfung mit einem Vektorimpfstoff erhalten haben, können ihren Impfschutz damit entsprechend erhöhen. Studiendaten zeigen, dass sich das Antikörper-Level durch eine sogenannte Kreuzimpfung bzw. ein heterologes Impfschema (erst Vektor-Impfstoff, anschließend mRNA-Impfstoff) deutlich steigern lässt. Die Auffrischung des Impfschutzes ist also eine vorbeugende Maßnahme und soll sicherstellen, dass Personen mit einem nachlassenden Immunschutz weiterhin vor schweren Krankheitsverläufen geschützt sind.

STIKO-Empfehlung zum heterologen Impfschema nach einer Erstimpfung mit Vaxzevria®

Für Personen, die Vaxzevria® von AstraZeneca als erste Impfstoffdosis erhalten haben, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) einen mRNA-Impfstoff (Spikevax® von Moderna oder Comirnaty® von BioNTech/Pfizer) als zweite Impfstoffdosis mit mindestens vierwöchigem Impfabstand zur ersten Impfgabe. Diese Empfehlung gilt unabhängig vom Alter der geimpften Person. Hintergrund für diese Empfehlung sind aktuelle Studienergebnisse, die zeigen, dass die Immunantwort nach einem heterologen Impfschema (Vaxzevria® von AstraZeneca /mRNA-Impfstoff) besser ist als die Immunantwort nach einer homologen Impfserie mit zwei Impfstoffdosen von Vaxzevria® von AstraZeneca. Auch die gebildeten Antikörperkonzentrationen waren in den Studien nach heterologem Impfschema deutlich höher. Dadurch hält der Impfschutz vermutlich länger an als nach einer homologen Impfserie (Vaxzevria®/ Vaxzevria®). Die Immunantwort des heterologen Impfschemas ist zu vergleichen mit der Immunantwort nach zwei Impfungen mit einem mRNA-Impfstoff. Ein weiterer Vorteil des heterologen Impfschemas ist, dass die vollständige Immunisierung in einem kürzeren Zeitraum erreicht werden kann (≥ vier Wochen vs. neun – zwölf Wochen).

Die Kombination dieser zwei unterschiedlichen Impfstoffe für Erst- und Zweitimpfung ist möglich, da sich die T-Zellen-basierte Immunantwort bei allen in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffen (mRNA- und Vektor-Impfstoffe) gegen das gleiche Antigen des Virus, das sogenannte Spike-Protein, richtet. Die Anwendung eines heterologen Impfschemas wird auch bereits in anderen Ländern wie beispielsweise den USA empfohlen, zum Beispiel, wenn der Impfstoff der ersten Impfstoffdosis nicht vorrätig oder unbekannt ist.

Welche Impfstoffe werden für die Auffrischung verwendet?

Die Auffrischungsimpfungen erfolgen mit den derzeit in Deutschland zugelassenen mRNA-Impfstoffen Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® von Moderna. Diese Impfstoffe haben eine hohe Schutzwirkung und sind in ausreichender Menge verfügbar, sodass Auffrischungsimpfungen bundesweit damit möglich sind.

Mit welchem Abstand zur ersten Impfserie sollte die Auffrischungsimpfung erfolgen?

Zwischen der ersten abgeschlossenen Impfserie und der auffrischenden Impfung sollten mindestens sechs Monate liegen.

Wo kann man die Auffrischungsimpfung erhalten?

Hochbetagte, Pflegebedürftige und immungeschwächte Patientinnen und Patienten können sich bei ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem Arzt impfen lassen oder den Impfschutz durch (mobile) Impfteams direkt in der (Pflege-)Einrichtung bekommen, in der sie leben. Dabei kann auch das Personal der Einrichtungen mit einbezogen werden. Vollständig mit einem Vektor-Impfstoff geimpfte Bürgerinnen und Bürger können die Zusatzimpfung in Impfzentren, Arztpraxen sowie durch Betriebsärztinnen und Betriebsärzte erhalten. Wie die Organisation und Durchführung der Auffrischungsimpfung erfolgt und zu welchem Zeitpunkt damit begonnen wird, entscheiden jeweils die Bundesländer in eigener Verantwortung.

Schützt die Auffrischungsimpfung auch vor der Delta-Variante?

Ja. Studienergebnisse zeigen, dass die Wirksamkeit der verfügbaren mRNA-Impfstoffe gegen die Delta-Variante zwar leicht abgeschwächt, aber weiterhin hoch ist. Auch in Bezug auf Hospitalisierungen zeigte sich bislang kein Wirksamkeitsverlust im Vergleich zur Alpha-Variante.

Ist die Auffrischungsimpfung notwendig, um als „vollständig geimpft“ zu gelten?

Nein. Die angebotenen Auffrischungsimpfungen sind in erster Linie eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme, um besonders gefährdete Menschen weiterhin bestmöglich vor dem Coronavirus zu schützen. Wer einen vollständigen Impfschutz nach nationalen Regelungen erreicht hat, gilt auch ohne aufgefrischte Impfung weiterhin als vollständig geimpft. Auch die Gültigkeit von europäischen (EU)-Impfzertifikaten bleibt von dem Angebot einer Auffrischungsimpfung unberührt.

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