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Corona-Schutzimpfung
09:33 · 21. September 2021

Corona-Schutzimpfung in Betrieben: Beschäftigte können sich auch auf der Arbeit impfen lassen

Seit Juni 2021 impfen auch Betriebsärztinnen und -ärzte gegen das Coronavirus. Ein wichtiger Schritt, um Beschäftigte vor Ansteckungen am Arbeitsplatz und schweren Krankheitsverläufen bei COVID-19 zu schützen. Hier erfahren Sie mehr über die Impfung in Unternehmen.

Jetzt auch in Betrieben: die Corona-Schutzimpfung

Deutschland kann mittlerweile allen Impfwilligen in der Bundesrepublik ein Impfangebot machen: Nachdem zu Beginn der Impfkampagne Impfzentren eingerichtet wurden und im April 2021 auch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, in die Impfkampagne eingestiegen sind, führen seit Juni 2021 auch Betriebsärztinnen und -ärzte als weiterer Pfeiler der Impfkampagne die COVID 19-Schutzimpfung durch. So leisten Betriebsärztinnen und Betriebsärzte – ähnlich wie bei den jährlichen Grippeschutzimpfungen – einen wichtigen Beitrag zum beschleunigten Durchimpfen der Bevölkerung und zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Wie die Betriebe das Impfen zusätzlich zu den betriebseigenen Hygienekonzepten und Teststrategien organisieren, lesen Sie hier: 

Welche und wie viele Impfstoffe sind vom Impfangebot in Betrieben umfasst?

In Deutschland werden grundsätzlich nur Impfstoffe verabreicht, die wirksam und sicher sind und die hohen Zulassungsanforderungen der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) erfüllen. Bis zum 15. August 2021 wurden mehr als 4.913.000 Impfdosen an Betriebsärztinnen und -ärzte geliefert (Stand 16.08.2021). Weitere Lieferungen erfolgen wöchentlich. Zudem sollen auch Lieferungen anderer in der Europäischen Union (EU) zugelassenen Impfstoffe hinzukommen (je nach Lieferplan der Hersteller). Die fortlaufend aktualisierten Lieferprognosen können Sie auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit einsehen.

Wie viele Betriebe beteiligen sich an der Impfkampagne?

Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) haben im Juli bereits 28 Prozent der Betriebe ihren Mitarbeitenden eine COVID-19-Impfung angeboten. Weitere Unternehmen planen dies noch zu tun. Ob Ihr Unternehmen Schutzimpfungen gegen COVID-19 anbietet oder nicht, erfahren Sie direkt in Ihrem Betrieb und bei der zuständigen Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt.

Können sich alle Beschäftigten impfen lassen?

Wie genau das Impfen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter organisiert wird, entscheiden die Betriebsärztinnen und Betriebsärzte in den Betrieben selbst. Sie sind auch zuständig für die sachgerechte Durchführung der Impfungen. Es ist mittlerweile nicht mehr mit Wartezeiten zu rechnen, da genügend Impfstoff zur Verfügung steht und mittlerweile bereits viele Menschen in Deutschland geimpft worden sind.

Am besten informieren Sie sich direkt in Ihrem Betrieb oder bei der zuständigen Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt, ob COVID-19-Schutzimpfungen durchgeführt werden und wie das Impfen dort abläuft. Grundsätzlich können alle Beschäftigten – unabhängig vom Alter oder möglichen Vorerkrankungen – ein Impfangebot bekommen.

Erfasst sind grundsätzlich alle Betriebsangehörigen, und zwar unabhängig etwa von ihrem Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort, also auch Grenzpendlerinnen und -pendler und Saisonarbeiterinnen und -arbeiter. Zudem können Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren, deren Eltern im jeweiligen Unternehmen arbeiten, über die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt ein Impfangebot mit einem mRNA-Impfstoff bekommen. Weitere Grundlagen für das Impfen in Betrieben werden in der neuen Coronavirus-Impfverordnung geregelt.

Wo können sich Mitarbeitende aus Unternehmen, die keine Betriebsärztin oder keinen Betriebsarzt beschäftigen, impfen lassen?

Die Betriebe, die ihren Beschäftigten ein Impfangebot unterbreiten wollen, aber nicht über eigene betriebsärztliche Strukturen verfügen, können dies mit Hilfe externer betriebsärztlicher Dienste umsetzen. Andernfalls ist natürlich auch eine Impfung insbesondere durch die Hausärztin oder den Hausarzt, im Impfzentrum oder bei lokalen Impfaktionen vor allem durch mobile Teams möglich.

Werden Auffrischungsimpfungen auch von Betriebsärztinnen und Betrieben durchgeführt?

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse legen nahe, dass die Immunantwort auf die COVID-19-Impfstoffe bei bestimmten Personengruppen schwächer ausfällt beziehungsweise schneller nachlässt. Das kann insbesondere bei Menschen, die älter als 80 Jahre sind, bei Patientinnen und Patienten mit geschwächtem oder unterdrücktem Immunsystem sowie bei Pflegebedürftigen der Fall sein. Um diese besonders gefährdeten Gruppen weiterhin vor schweren COVID-19-Verläufen zu schützen, soll ihnen seit September 2021 eine Auffrischungsimpfung – mitunter auch Booster-Impfung genannt – zur gesundheitlichen Vorsorge angeboten werden. Diese Auffrischungsimpfung kann auch die Betriebsärztinnen und Betriebsärzte erfolgen. Mehr zu Auffrischungsimpfungen lesen Sie hier.

Wie erhalten die Betriebe die COVID-19-Impfstoffe?

Die Belieferung der Betriebsärztinnen und Betriebsärzte mit Impfstoffen und Impfzubehör ist ähnlich organisiert wie bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und wird über den pharmazeutischen Großhandel sowie die Apotheken organisiert. Weitere Informationen rund um das Impfmanagement finden Sie zusammengefasst auf der Website der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

Weitere logistische Fragen beantworten wir hier.

Was muss ich bei der Corona-Schutzimpfung beachten?

Bitte nehmen Sie in jedem Fall Ihren Impfpass zum Termin mit, damit die Betriebsärztin oder der Betriebsarzt die Schutzimpfung dort entsprechend eintragen kann. Im Folgenden finden Sie zudem eine Checkliste, in der alles Wichtige zu Ihrem Impftermin zusammengefasst ist. Mithilfe des Aufklärungsmerkblattes, das vor allem über Wirksamkeit und Sicherheit der Corona-Schutzimpfung informiert, sollten Sie sich schon im Vorfeld zu Hause sorgfältig informieren. Auch den Einwilligungsbogen mit dem Anamnesebogen, mit dem Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand geklärt werden, können und sollten Sie hier schon vorab einsehen:

Checkliste für Ihren Impftermin

Aufklärungsmerkblatt zur Corona-Schutzimpfung (mRNA-Impfstoff)

Aufklärungsmerkblatt zur Corona-Schutzimpfung (Vektor-Impfstoff)

Einwilligungsbogen zur Corona-Schutzimpfung (mRNA-Impfstoff)

Einwilligungsbogen zur Corona-Schutzimpfung (Vektor-Impfstoff)

STIKO-Empfehlung zum heterologen Impfschema nach einer Erstimpfung mit Vaxzevria®

Für Personen, die Vaxzevria® von AstraZeneca als erste Impfstoffdosis erhalten haben, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) einen mRNA-Impfstoff (Spikevax® von Moderna oder Comirnaty® von BioNTech/Pfizer) als zweite Impfstoffdosis mit mindestens vierwöchigem Impfabstand zur ersten Impfgabe. Diese Empfehlung gilt unabhängig vom Alter der geimpften Person. Hintergrund für diese Empfehlung sind aktuelle Studienergebnisse, die zeigen, dass die Immunantwort nach einem heterologen Impfschema (Vaxzevria® von AstraZeneca /mRNA-Impfstoff) besser ist als die Immunantwort nach einer homologen Impfserie mit zwei Impfstoffdosen von Vaxzevria® von AstraZeneca. Auch die gebildeten Antikörperkonzentrationen waren in den Studien nach heterologem Impfschema deutlich höher. Dadurch hält der Impfschutz vermutlich länger an als nach einer homologen Impfserie (Vaxzevria®/ Vaxzevria®). Die Immunantwort des heterologen Impfschemas ist zu vergleichen mit der Immunantwort nach zwei Impfungen mit einem mRNA-Impfstoff. Ein weiterer Vorteil des heterologen Impfschemas ist, dass die vollständige Immunisierung in einem kürzeren Zeitraum erreicht werden kann (≥ vier Wochen vs. neun – zwölf Wochen).

Die Kombination dieser zwei unterschiedlichen Impfstoffe für Erst- und Zweitimpfung ist möglich, da sich die T-Zellen-basierte Immunantwort bei allen in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffen (mRNA- und Vektor-Impfstoffe) gegen das gleiche Antigen des Virus, das sogenannte Spike-Protein, richtet. Die Anwendung eines heterologen Impfschemas wird auch bereits in anderen Ländern wie beispielsweise den USA empfohlen, zum Beispiel, wenn der Impfstoff der ersten Impfstoffdosis nicht vorrätig oder unbekannt ist.

Weitere Informationen zum Thema Arbeiten in der Corona-Pandemie finden Sie auf dieser Übersichtsseite. Weitere Fragen zur Corona-Schutzimpfung in Betrieben beantworten wir Ihnen hier und hier.

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