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Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Schutzimpfung
13:39 · 23. März 2021

Die Nationale Impfstrategie

Die Nationale Impfstrategie ist das Konzept für die größte Impfkampagne Deutschlands. Sie dient dem Ziel, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen und die Rückkehr zu einem normalen Leben zu ermöglichen. Alles Weitere dazu erfahren Sie hier.

Besonderes Augenmerk liegt auf Älteren.

Das SARS-CoV-2-Virus ist in der Welt und wird bleiben. Damit müssen wir leben – nicht jedoch mit der akuten Bedrohung für Millionen von Menschen. Die Corona-Schutzimpfung ist der Schlüssel, um die Pandemie dauerhaft unter Kontrolle zu bringen. Je mehr Menschen durch eine Impfung immun sind, desto weniger kann sich das Virus ausbreiten und Schaden anrichten. Daher hat Deutschland schon zu Beginn der Pandemie die Weichen gestellt, um die Entwicklung und Verimpfung von sicheren, wirksamen Impfstoffen so schnell wie möglich auf einen guten Weg zu bringen.

Allen Bürgerinnen und Bürgern Deutschlands unter hohem Zeitdruck ein Impfangebot gegen ein neuartiges Virus zu machen, stellt eine enorme Herausforderung dar. Die Nationale Impfstrategie ist die Grundlage dafür. Sie skizziert unter anderem die faire Verteilung von Corona-Impfstoffen und die Organisation der COVID-19-Impfkampagne in unterschiedlichen Phasen: In der derzeit laufenden ersten Phase können sich Risikogruppen und exponierte Teile der Bevölkerung impfen lassen. In einer späteren Phase steht die Impfung der Gesamtbevölkerung offen. Derzeit wird die Nationale Impfstrategie im Hinblick auf die bevorstehende Einbeziehung der Arztpraxen aktualisiert.

Entwicklung sicherer und wirksamer Impfstoffe

Die Entwicklung und Zulassung von Impfstoffen für neuartige Viren braucht im Normalfall Jahre. Im Fall der COVID-19 Impfungen konnte jedoch auf neue Technologien (z.B. mRNA) und existierende Erkenntnisse zu Coronaviren (z.B. aus der Sars-Epidemie in Asien), zudem wurden Entwicklungsphasen parallelisiert. Um die Zulassung von COVID-19-Impfstoffen zu beschleunigen, wurde das für solche pandemischen Gesundheitslagen etablierte Rolling-Review-Verfahren angewandt. Dabei können etwa Bewertungs-Prozesse oder klinische Studien parallel laufen, bzw. früher starten – ohne Abstriche bei Qualität und Sicherheit. So konnten schon Ende 2020 die ersten Impfstoffe in Europa zugelassen werden. Seit dem 27. Dezember 2020 wird in Deutschland geimpft. Ziel ist, bis Ende September 2021 allen Menschen in diesem Land ein Impfangebot zu machen – freiwillig und kostenlos.

Herausforderung Impfstoffproduktion und -logistik

Der Bund setzt sich aktiv für die Beschaffung von Impfstoffen ein, um im Laufe des Jahres 2021 in ausreichender Menge sichere und wirksame Impfstoffe zur Verfügung stellen zu können. Von Beginn an war klar, dass mit Erteilung einer Zulassung nicht sofort genügend Impfstoff für alle vorhanden sein kann. Aufgrund hoher Nachfrage und begrenzter Produktionskapazitäten sind die Impfstoffe überall auf der Welt anfangs knapp. Auch die mitunter komplexen Prozesse der Verteilung müssen sich erst einspielen. Große Herausforderungen stellen etwa Logistik, Lagerung und Transport dar. So müssen die zugelassenen Impfstoffe in millionenfacher Menge hergestellt, abgefüllt und verpackt werden. Ihre Verteilung muss organisiert werden, bevor sie auf die Reise in die einzelnen Impfzentren gehen können und dabei müssen sie in der richtigen Temperatur transportiert und gelagert werden, um stabil zu bleiben. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Artikel.

Impfreihenfolge und Priorisierung

Aufgrund der Impfstoffknappheit haben die beim Robert-Koch-Institut angesiedelte Ständige Impfkommission (STIKO), der Deutsche Ethikrat sowie die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina auf wissenschaftlicher Basis die Grundlagen für die Reihenfolge gelegt, in der der Bevölkerung ein Impfangebot gemacht werden soll. Die STIKO hat wiederum in ihrer Empfehlung zur COVID-19-Impfung konkret definiert, welche Bevölkerungsgruppen mit höchster, hoher und erhöhter Priorität geimpft werden sollten. Diese STIKO-Empfehlung wird regelmäßig aktualisiert. Auf Basis dieser Empfehlungen ist eine Impf-Reihenfolge in der Coronavirus-Impfverordnung festgelegt. Priorisiert erhalten demnach jene Menschen ein Impfangebot, die ein besonders hohes Risiko für schwere oder tödliche Verläufe einer COVID-19-Erkrankung haben, etwa aufgrund hohen Alters oder bestimmter Vorerkrankungen. Ferner zählen dazu Personengruppen, die beruflich entweder besonders exponiert sind oder engen Kontakt zu vulnerablen Personengruppen haben, zum Beispiel medizinisches Personal oder Pflegekräfte. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Artikel zu Impfgruppen und Terminvergabe in den Bundesländern.

Grafik Anspruchsgruppen der Corona-Schutzimpfung

Startphase: Impfzentren und mobile Teams

Aufgrund der Priorisierung von Impfgruppen sowie des knappen Impfstoffs, der zudem nur aufwändig zu lagern ist, wird in der Startphase in eigens eingerichteten Impfzentren geimpft. Speziell ausgestattete mobile Teams impfen in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern oder im häuslichen Umfeld. Sobald genügend Impfstoff zur Verfügung steht – voraussichtlich im Laufe des April (s.u. „Umsetzung und aktueller Stand“) – sollen auch Arztpraxen breit in die Impfungen eingebunden werden.

Kommunikation: Menschen informieren und überzeugen

Die Pandemie kann durch die Impfungen beendet werden, wenn sich die überwiegende Mehrheit der Menschen in Deutschland impfen lässt. Daher ist es von entscheidender Bedeutung für den Impferfolg, dass die Bürgerinnen und Bürger auf Basis transparenter Entscheidungen und umfassender Informationen einer Impfung positiv gegenüberstehen. Dafür ist eine Aufklärung zu allen Aspekten der COVID-19-Impfung entscheidend. Dies leistet eine bundeseinheitliche Impfkampagne unter dem Titel  „#DeutschlandkrempeltdieÄrmelhoch“. Diese Kampagne soll zum Impfstoff und zur Impfung informieren und zur Impfung ermutigen und einladen.

Das medizinische Personal krempelt die #ÄrmelHoch.

Die Informationskampagne „Deutschland krempelt die #Ärmelhoch“ informiert umfassend über die Corona-Schutzimpfung, etwa mit Web-Inhalten, Videoclips, Plakaten, Anzeigen, Radiospots.

Impfstrategie von Bund und Ländern

Die Nationale Impfstrategie wurde von Bund und Ländern gemeinsam entwickelt. Der Bund beschafft und finanziert alle Impfstoffe, die in Deutschland zum Einsatz kommen. Er organisiert die Verteilung der COVID-19-Impfstoffe an die von den Bundesländern eingerichteten Anlieferungsstellen. Die Länder sorgen für eine sichere Lagerung und Verteilung vor Ort. Sie organisieren und betreiben die Impfzentren und die mobilen Impfteams. Weitere wichtige Funktionen im Rahmen der Nationalen Impfstrategie haben das Paul-Ehrlich-Institut sowie das Robert Koch-Institut, die dem Bundesgesundheitsministerium nachgeordnet sind. Die Nationale Impfstrategie wird derzeit im Hinblick auf die Einbeziehung der Arztpraxen aktualisiert; zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch Betriebsärzte und Unternehmen stärker in die Impfkampagne eingebunden werden.

Paul-Ehrlich-Institut: der Impfstoffspezialist

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, prüft und genehmigt Anträge auf klinische Prüfungen von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln, die in Deutschland durchgeführt werden sollen. Das PEI ist ferner zuständig für die Prüfung und Freigabe der Chargen (Produktionseinheiten) des Corona-Impfstoffs anhand festgelegter Kriterien hinsichtlich Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit. Darüber hinaus sammelt und bewertet es Berichte zu Verdachtsfällen von unerwünschten Nebenwirkungen der Impfstoffe. Diese können auf der Website www.nebenwirkungen.bund.de oder über die App SafeVac 2.0, welche im Google Play und Apple App Store verfügbar ist, beim PEI gemeldet werden.

Robert Koch-Institut: die Virusexperten

Das Robert Koch-Institut (RKI) ist die zentrale Einrichtung des Bundes auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention. Das Robert Koch-Institut erfasst kontinuierlich die aktuelle COVID-19-Lage, bewertet alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein. So werden etwa die täglichen Fallzahlen von Neuinfektionen ermittelt und auf dem COVID-19-Dashboard publiziert. Wichtig für die regelmäßige Weiterentwicklung und Anpassung der Impfstrategie ist die konsequente Auswertung verschiedenster Pandemiedaten. Das RKI dokumentiert die Wirkung der Impfkampagne und überwacht die Wirksamkeit der Impfung. Mithilfe eines elektronischen Meldesystems werden dazu nicht-personenbezogene Daten zu erfolgten Impfungen aus den Impfzentren direkt an das RKI übermittelt. Ferner veröffentlicht das Robert Koch-Institut werktäglich eine allgemeine Statistik und führt regelmäßige repräsentative Befragungen zur Impfakzeptanz durch. Darüber hinaus führt das Robert Koch-Institut Studien zur langfristigen Wirksamkeit der Impfstoffe in verschiedenen Bevölkerungsgruppen durch.

Die Finanzierung des Impfstoffs und der Impfzentren

Die Impfung in den Impfzentren ist für die Bevölkerung kostenlos – unabhängig vom Versicherungsstatus. Der Bund zahlt den Impfstoff. Die Kosten für den Aufbau und die Organisation der Impfzentren tragen die Länder und die gesetzliche Krankenversicherung sowie die Private Krankenversicherung.

Aktueller Stand der Umsetzung der Nationalen Impfstrategie

Entscheidend für den Erfolg der Impfstrategie ist vor allem ihre Umsetzung vor Ort. Mehr zur Vor- und Nachbereitung sowie zum Ablauf der Impfung erfahren Sie in diesem Beitrag zur Corona-Schutzimpfung. Das Impfdashboard gibt einen tagesaktuellen Überblick über den Stand der Impfungen in Deutschland. Da im April 2021 mit deutlich mehr verfügbaren Impfdosen gerechnet wird, sollen ab diesem Zeitpunkt Arztpraxen flächendeckend in die Impfung der Bevölkerung mit eingebunden werden. Dabei soll auf die auch bei Grippeschutzimpfungen bewährte Lieferkette Bund – Großhandel – Apotheken – Arztpraxen zurückgegriffen werden.

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