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Corona-Schutzimpfung
12:43 · 27. Juli 2021

Die Nationale Impfstrategie

Die Nationale Impfstrategie ist das Konzept für die größte Impfkampagne Deutschlands. Sie dient dem Ziel, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen und die Rückkehr zu einem normalen Leben zu ermöglichen. Alles Weitere dazu erfahren Sie hier.

Besonderes Augenmerk liegt auf Älteren.

Das SARS-CoV-2-Virus ist in der Welt und wird bleiben. Damit müssen wir leben – nicht jedoch mit der akuten Bedrohung für Millionen von Menschen. Die Corona-Impfung ist der Schlüssel, um die Pandemie dauerhaft unter Kontrolle zu bringen. Impfen ermöglicht es, eine Immunität in weiten Teilen der Bevölkerung zu erreichen: Je mehr Menschen durch eine Impfung immun sind, desto weniger kann sich das Virus ausbreiten und Schaden anrichten. Daher hat Deutschland schon zu Beginn der Pandemie die Weichen gestellt, um die Entwicklung und Verimpfung von sicheren, wirksamen Impfstoffen so schnell wie möglich auf einen guten Weg zu bringen.

Allen Bürgerinnen und Bürgern Deutschlands unter hohem Zeitdruck ein Impfangebot gegen ein neuartiges Virus zu machen, stellt eine enorme Herausforderung dar. Die Nationale Impfstrategie ist die Grundlage dafür. Sie skizziert unter anderem die faire Verteilung von Corona-Impfstoffen und die Organisation der COVID-19-Impfkampagne in unterschiedlichen Phasen und Priorisierungen: In der ersten Phase konnten sich Personen mit hohem Risiko und exponierte Teile der Bevölkerung impfen lassen – vorwiegend in Impfzentren oder durch mobile Impfteams. Am 7. Juni wurde die Impfpriorisierung in Deutschland aufgehoben (s. u.) Seit dem 6. April sind Arztpraxen der vertragsärztlichen Versorgung in die Impfkampagne eingebunden, seit dem 7. Juni auch privatärztliche Praxen sowie Betriebsärztinnen und -ärzte.  Die Nationale Impfstrategie wird fortlaufend an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Dabei spielen neben dem weiteren Verlauf der Pandemie etwa auch Untersuchungen hinsichtlich der Dauer des Immunschutzes sowie eventuell erforderlicher Auffrischimpfungen eine wichtige Rolle.

Entwicklung sicherer und wirksamer Impfstoffe

Die Entwicklung und Zulassung von Impfstoffen für neuartige Viren braucht im Normalfall Jahre. Im Fall der COVID-19 Impfungen konnte jedoch auf neue Technologien (z. B. mRNA-Impfstoffe) und existierende Erkenntnisse zu Coronaviren aufgebaut werden (z. B. aus der SARS-Epidemie in Asien), zudem wurden Entwicklungsphasen gleichzeitig absolviert. Um die Zulassung von COVID-19-Impfstoffen zu beschleunigen, wurde das für solche pandemischen Gesundheitslagen etablierte Rolling-Review-Verfahren angewandt. Dabei können etwa Bewertungs-Prozesse oder klinische Studien parallel laufen, bzw. früher starten – ohne Abstriche bei Qualität und Sicherheit. So konnten schon Ende 2020 die ersten Impfstoffe in Europa zugelassen werden. Seit dem 27. Dezember 2020 wird in Deutschland geimpft. Aufgrund der Impffortschritte können ab dem 7. Juni 2021 alle Menschen in diesem Land ein Impfangebot erhalten – freiwillig und kostenlos.

Herausforderung Impfstoffproduktion und -logistik

Der Bund setzt sich aktiv für die Beschaffung von Impfstoffen ein, um im Laufe des Jahres 2021 und darüber hinaus in ausreichender Menge sichere und wirksame Impfstoffe zur Verfügung stellen zu können. Von Beginn an war klar, dass mit Erteilung einer Zulassung nicht sofort genügend Impfstoff für alle vorhanden sein kann. Aufgrund hoher Nachfrage und begrenzter Produktionskapazitäten waren die Impfstoffe überall auf der Welt anfangs knapp. Auch die mitunter komplexen Prozesse der Verteilung mussten sich erst einspielen. Große Herausforderungen stellen etwa Logistik, Lagerung und Transport dar. So müssen die zugelassenen Impfstoffe in millionenfacher Menge hergestellt, abgefüllt und verpackt werden. Ihre Verteilung muss organisiert werden, bevor sie auf die Reise zu ihrem Einsatzort gehen können und dabei müssen sie in der richtigen Temperatur transportiert und gelagert werden, um stabil zu bleiben. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Artikel.

Impfreihenfolge und Priorisierung

Aufgrund der Impfstoffknappheit legten die beim Robert-Koch-Institut angesiedelte Ständige Impfkommission (STIKO), der Deutsche Ethikrat sowie die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina auf wissenschaftlicher Basis im vergangenen Jahr die Grundlagen für die Reihenfolge, in der der Bevölkerung ein Impfangebot gemacht wird. Die STIKO hat wiederum in ihrer Empfehlung zur COVID-19-Impfung konkret definiert, welche Bevölkerungsgruppen mit höchster, hoher und erhöhter Priorität geimpft werden sollten. Auf Basis dieser Empfehlungen wurde zu Beginn der Pandemie eine verbindliche Impfreihenfolge festgelegt. Priorisiert erhielten demnach jene Menschen ein Impfangebot, die ein erhöhtes Risiko für schwere oder tödliche Verläufe einer COVID-19-Erkrankung haben, etwa aufgrund hohen Alters oder bestimmter Vorerkrankungen. Ferner zählten dazu Personengruppen, die beruflich entweder besonders exponiert oder enge Kontaktpersonen von vulnerablen Personengruppen haben, zum Beispiel medizinisches Personal oder Pflegekräfte. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Artikel zu Impfgruppen und Terminvergabe in den Bundesländern. Die Priorisierung wurde mit der Neufassung der Coronavirus-Impfverordnung zum 07. Juni 2021 aufgehoben, da die meisten Menschen in den sogenannten Priorisierungsgruppen inzwischen ein Impfangebot erhalten hatten.

Grafik Anspruchsgruppen der Corona-Schutzimpfung

Seitdem können alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren einen Impftermin vereinbaren. Die Länder können in eigener Verantwortung allerdings weiter Priorisierungen vornehmen. Mehr über die Aufhebung der Impfreihenfolge erfahren Sie hier.

Der digitale Impfnachweis

Zusätzlich zum bekannten gelben Impfpass bietet der seit Juni 2021 verfügbare digitale Impfnachweis eine komfortable Möglichkeit, um Impfungen gegenüber Dritten leichter nachzuweisen. Damit können Nutzerinnen und Nutzer Impfzeitpunkt, Impfstoff und ihren Namen über die Corona-Warn-App sowie die CovPass-App bequem digital auf ihren Smartphones speichern. Das digitale Impfzertifikat kann auf Verlangen vorgelegt und via Prüf-Apps ausgelesen werden. Seit 1. Juli 2021 gilt der digitale Impfnachweis EU-weit. Neben der Corona-Schutzimpfung können auch aktuelle Testnachweise sowie Genesenennachweise gespeichert werden. Mehr zum digitalen Impfnachweis lesen Sie hier.

Kommunikation: Menschen informieren und aufklären

Die Pandemie kann durch die Impfungen beendet werden, wenn sich die überwiegende Mehrheit der Menschen in Deutschland impfen lässt. Entscheidend für den Impferfolg ist, dass die Bürgerinnen und Bürger einer Corona-Schutzimpfung auf Basis transparenter Entscheidungen und umfassender Informationen positiv gegenüberstehen. Eine umfassende Aufklärung zu allen Aspekten der COVID-19-Impfung macht hierbei den Unterschied. Diese Aufklärung leistet die bundeseinheitliche Impfkampagne unter dem Titel „Deutschland krempelt die #ÄrmelHoch“.

Das medizinische Personal krempelt die #ÄrmelHoch.

Die Informationskampagne „Deutschland krempelt die #Ärmelhoch“ informiert umfassend über die Corona-Schutzimpfung, etwa mit Web-Inhalten, Videoclips, Plakaten, Anzeigen, Radiospots und soll zur Impfung ermutigen und einladen. 

Impfstrategie von Bund und Ländern

Die Nationale Impfstrategie wurde von Bund und Ländern gemeinsam entwickelt. Der Bund beschafft und finanziert alle Impfstoffe, die in Deutschland zum Einsatz kommen. Er organisiert die Verteilung der COVID-19-Impfstoffe an die von den Bundesländern eingerichteten Anlieferungsstellen. Die Länder sorgen für eine sichere Lagerung und Verteilung vor Ort. Sie organisieren und betreiben die Impfzentren und die mobilen Impfteams. Als weitere Säulen der Impfstrategie sind seit April 2021 Arztpraxen und seit Juni Privatarztpraxen und Betriebsärztinnen und Betriebsärzte in die Impfstrategie einbezogen. Weitere wichtige Funktionen im Rahmen der Nationalen Impfstrategie haben das Paul-Ehrlich-Institut sowie das Robert Koch-Institut, die dem Bundesministerium für Gesundheit nachgeordnet sind. 

Internationale Eindämmung des Coronavirus

Die SARS-CoV-2-Pandemie ist eine globale Herausforderung. Ihre weltweite Eindämmung ist ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung, die sich zum weltweit gerechten Zugang zu Impfstoffen als globales öffentliches Gut bekannt hat. Im Zentrum des Engagements auf globaler Ebene steht die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im April 2020 lancierte Plattform des „Access to COVID-19 Tools Accelerator“ (ACT-A) und die zugehörige Impfstoffplattform COVAX. ACT-A verfolgt unter anderem das Ziel, Entwicklung, Produktion und gerechten Zugang für alle zu COVID-19 Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostika zu gewährleisten. Insgesamt unterstützt die Bundesregierung ACT-A mit mehr als zwei Milliarden Euro.

Paul-Ehrlich-Institut: der Impfstoffspezialist

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, prüft und genehmigt Anträge auf klinische Prüfungen von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln, die in Deutschland durchgeführt werden sollen. Das PEI ist ferner zuständig für die Prüfung und Freigabe der Chargen (Produktionseinheiten) des Corona-Impfstoffs anhand festgelegter Kriterien hinsichtlich Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit. Darüber hinaus sammelt und bewertet es Berichte zu Verdachtsfällen von unerwünschten Nebenwirkungen der Impfstoffe. Diese können auf der Website www.nebenwirkungen.bund.de oder über die App SafeVac 2.0, welche im Google Play und Apple App Store verfügbar ist, beim PEI gemeldet werden.

Robert Koch-Institut: die Virusexperten

Das Robert Koch-Institut (RKI) ist die zentrale Einrichtung des Bundes auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention. Das Robert Koch-Institut erfasst kontinuierlich die aktuelle COVID-19-Lage, bewertet alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein. So werden etwa die täglichen Fallzahlen von Neuinfektionen ermittelt und auf dem COVID-19-Dashboard publiziert. Wichtig für die regelmäßige Weiterentwicklung und Anpassung der Impfstrategie ist die konsequente Auswertung verschiedenster Pandemiedaten. Das RKI dokumentiert die Wirkung der Impfkampagne und überwacht die Wirksamkeit der Impfung. Mithilfe eines elektronischen Meldesystems werden dazu nicht-personenbezogene Daten zu erfolgten Impfungen aus den Impfzentren direkt an das RKI übermittelt. Ferner veröffentlicht das Robert Koch-Institut werktäglich eine allgemeine Statistik und führt regelmäßige repräsentative Befragungen zur Impfakzeptanz durch. Darüber hinaus führt das Robert Koch-Institut Studien zur langfristigen Wirksamkeit der Impfstoffe in verschiedenen Bevölkerungsgruppen durch.

Die Finanzierung des Impfstoffs und der Impfzentren

Die Impfung in den Impfzentren sowie in Arztpraxen und bei Betriebsärzten ist für die Bevölkerung kostenlos – unabhängig vom Versicherungsstatus. Der Bund zahlt den Impfstoff. Die Kosten für den Aufbau und die Organisation der Impfzentren tragen die Länder und der Bund zunächst bis 30. September 2021 gemeinsam.  

Aktueller Stand der Umsetzung der Nationalen Impfstrategie

Entscheidend für den Erfolg der Impfstrategie ist vor allem ihre Umsetzung vor Ort. Mehr zur Vor- und Nachbereitung sowie zum Ablauf der Impfung erfahren Sie auf dieser Themenseite. Das Impfdashboard gibt Ihnen darüber hinaus einen tagesaktuellen Überblick über den Stand der Impfungen in Deutschland. 

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