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Corona-Schutzimpfung
10:41 · 29. September 2021

Grippe und COVID-19: Mit der Grippeschutz- und der Corona-Schutzimpfung sicher durch den Winter

Die Temperaturen sinken und die kältere Jahreszeit hält Einzug. Damit steht auch die Grippesaison vor der Tür. Wie können wir uns in Zeiten der Coronavirus-Pandemie am besten schützen? Hier lesen Sie mehr dazu.

Schützen Sie sich mit der Grippeschutzimpfung /

Winterzeit ist Grippezeit: Auch in diesem Jahr heißt es, Ansteckungsrisiken so gut es geht zu vermeiden. Gerade in Zeiten der Coronavirus-Pandemie ist die Grippeschutzimpfung eine wichtige Maßnahme, um unser Gesundheitssystem vor zusätzlicher Belastung zu schützen.

Was ist die Grippe?

Die echte Grippe, auch Influenza genannt, ist eine akute Krankheit, die weltweit verbreitet ist. Sie ist keine – wie häufig fälschlicherweise angenommen – einfache Erkältung, sondern eine Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird. Die Grippe kann dabei unter anderem zu hohem Fieber, schweren Kopf- und Gliederschmerzen und einem trockenen Reizhusten führen. Bei schweren Verläufen kann es außerdem zu Lungenentzündungen kommen und bestehende chronische Lungenerkrankungen können sich verschlechtern. Zudem kann eine schwere Grippe auch das Herz-Kreislauf-System belasten – bis hin zum Schlaganfall oder Herzinfarkt. Weitere Informationen zu Symptomen und Komplikationen finden Sie hier. Im Unterschied zu einer Erkältung sind bei einer Influenza typischerweise nicht nur die Atemwege, sondern es ist der gesamte Körper betroffen. Erkrankte können bereits kurz vor Beginn der Beschwerden ansteckend sein und sind dies in der Regel für die gesamte Dauer der Krankheit, also etwa eine Woche lang. 

Die Grippeschutzimpfung: Der beste Schutz gegen Influenza!

Die Grippeschutzimpfung ist die wichtigste Maßnahme, um sich und andere gegen eine Influenza-Erkrankung zu schützen – denn Antibiotika sind bei Krankheiten, die durch Viren ausgelöst werden, wirkungslos. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung vor allem für Risikogruppen – dazu zählen beispielsweise Menschen ab 60 Jahren, Schwangere (ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel), chronisch Kranke oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen. Medizinisches Personal oder Menschen in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, sich anzustecken, und sollten sich gegen die Grippe impfen lassen. Zudem empfiehlt die STIKO die Grippeimpfung auch Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende Risikopersonen gefährden könnten.

Der Grippe-Impfstoff enthält Bestandteile der Virusvarianten, die für die jeweils kommende Grippe-Saison erwartet werden. Da die Influenza-Viren sich stetig verändern, muss der Grippe-Impfstoff jährlich entsprechend angepasst werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legt die jährliche Impfstoffzusammensetzung fest und bezieht sich dabei auf Laborergebnisse aus der ganzen Welt. In Deutschland ist das Nationale Referenzzentrum für Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) für die Erfassung der Lage und Übermittlung der Daten an die WHO zuständig. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) wiederum ist für die Freigabe der Impfstoffe zuständig. Laut PEI stehen in der Grippesaison 2021/22 in Deutschland insgesamt neun Impfstoffe zur Verfügung.

Ältere Menschen haben oft eine reduzierte Immunantwort, so dass die saisonale Grippe-Impfung weniger wirksam sein kann als bei jüngeren Erwachsenen. Deshalb wurden für diese Gruppe sogenannte adjuvantierte beziehungsweise Hochdosis-Impfstoffe entwickelt. Die STIKO empfiehlt für alle Personen ab 60 Jahren einen quadrivalenten Hochdosis-Impfstoff mit einer aktuellen von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Antigenkombination. Mehr zur STIKO-Begründung lesen Sie hier.

Bei adjuvantierten und Hochdosis-Impfstoffen können insbesondere lokale Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerz, Rötung, Schwellung) in erhöhtem Maße auftreten und sollten von der impfenden Ärztin oder vom Arzt mit den Patientinnen und Patienten im Vorfeld besprochen werden. 

STIKO: Kein Mindestabstand zwischen Grippe- und COVID-19-Impfung mehr nötig

Wie üblich sollte die Influenza-Impfung im Spätherbst von Mitte Oktober bis Mitte Dezember erfolgen. Wenn durch eine Grippeschutzimpfung weniger Menschen an Influenza erkranken, haben Krankenhäuser, Gesundheitsämter und Praxen mehr Kapazitäten für COVID-19-Erkrankte. Laut der am 24. September 2021 aktualisierten STIKO-Empfehlung kann die Grippe-Impfung zusammen mit der Corona-Schutzimpfung verabreicht werden. Die Injektion sollte in diesem Fall an unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen, also zum Beispiel die Grippe-Impfung am linken Oberarm und die Corona-Schutzimpfung am rechten Oberarm. 

Bitte beachten Sie: Bei der gleichzeitigen Gabe von COVID-19-Impfstoffen und Influenza-Impfstoffen (inklusive Hochdosis-Impfstoffen) kann es zu vermehrten, vorübergehenden lokalen und systemischen Impfreaktionen (beispielweise Schmerzen an der Einstichstelle oder Fieber) kommen.

Weiteres zum Thema Grippeschutzimpfung erfahren Sie auf der Seite des Robert Koch-Institus

AHA! So schützen wir uns und andere gegen eine Ansteckung

Die Grippe wird hauptsächlich durch Tröpfchen übertragen – etwa beim Niesen, Husten oder Sprechen. Zudem kann man sich durch Händeschütteln, über Türgriffe oder andere Gegenstände anstecken. Das Risiko, sich zu infizieren ist vor allem dort erhöht, wo sich viele Menschen aufhalten – beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen oder in Supermärkten (lesen Sie hier mehr über weitere Infektionsmöglichkeiten). 

Ganz besonders zur kälteren Jahreszeit ist es also wichtig, das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Eine wichtige Regel ist auch dabei die AHA-Formel: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (Husten und Niesen in die Armbeuge oder ein Papiertaschentuch und Händewaschen) sowie im Alltag Maske tragen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigt, wie wir die Hygieneregeln am besten umsetzen.  

Immunsystem zusätzlich stärken

Regelmäßige Bewegung und Sport können dabei helfen, das Immunsystem zu stärken und Krankheiten vorzubeugen. Auch während niedrigerer Temperaturen sollten wir an die frische Luft und uns – mit Abstand und gegebenenfalls mit Maske – die Beine vertreten. Wie Sie Ihre Immunabwehr insgesamt stärken, erfahren Sie hier.

Im Zweifel: Zuhause bleiben

Sollten Sie sich mit der Grippe angesteckt haben oder dies vermuten, gilt dasselbe wie bei einer COVID-19-Erkrankung: Bleiben Sie zuhause. So verhindern Sie, dass sich weitere Personen anstecken. Wir können alle dazu beitragen, dass wir gesund und sicher durch die kalten Jahreszeiten kommen.

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