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Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Schutzimpfung
13:48 · 5. Juli 2021

COVID-19-Impfung für Risikopatientinnen und -patienten: Warum der Impfschutz so wichtig ist

Menschen mit Vorerkrankungen haben ein besonders hohes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf. Wer zur Risikogruppe gehört und warum die COVID-19-Impfung bei bestimmten Krankheitsbildern so wichtig ist, lesen Sie hier.

Impfung für Risikopatientinnen und -patienten.

Die Impfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 ist eine der wirksamsten Methoden, um die Bevölkerung vor schweren COVID-19-Erkrankungen zu schützen. Da die entsprechenden Impfstoffe weltweit zum Einsatz kommen, stehen sie jedoch nur begrenzt zur Verfügung – und nicht alle Bürgerinnen und Bürger können die Corona-Schutzimpfung sofort erhalten. Der Impfstoff musste also insbesondere zu Beginn der Pandemie mit dem bestmöglichen Effekt verteilt werden. Lange Zeit galt daher eine Impfreihenfolge, um Menschen mit einem besonders hohen Risiko für einen schweren, möglicherweise tödlichen COVID-19-Verlauf zuerst zu schützen.

Durch die Impfreihenfolge konnten Menschen aus den sogenannten Priorisierungsgruppen möglichst früh ein Impfangebot erhalten. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass so sehr viele schwere Krankheitsverläufe sowie Todesfälle verhindert werden konnten. Da ein Großteil der Priorisierungsgruppen inzwischen geimpft wurde, ist die Notwendigkeit der Impfreihenfolge nun nicht mehr gegeben. Die Priorisierung ist daher seit dem 7. Juni 2021 aufgehoben – das heißt alle Personen ab 12 Jahren, ungeachtet ihres Gesundheitszustands oder ihres Berufs, können sich um einen Impftermin bemühen.

Da die Impfstoffe nach wie vor begrenzt sind, werden nicht alle impfwilligen Personen direkt einen Termin für die Corona-Schutzimpfung erhalten können – mit gewissen Wartezeiten kann weiter zu rechnen sein. Ziel der Bundesregierung ist es, bis Ende des Sommers 2021 allen Menschen in Deutschland ein Impfangebot machen zu können; möglicherweise kann dies schon etwas schneller gelingen.

Wichtig zu wissen:

Bundesländer, Kommunen und impfende Ärztinnen und Ärzte können eigenverantwortlich und je nach lokalem Bedarf auch künftig vorrangige Impfangebote für Personen aus den bisherigen Priorisierungsgruppen ermöglichen, wenn diese noch keine Corona-Schutzimpfung erhalten haben. Bitte informieren Sie sich daher auf der Website Ihres Bundeslandes dazu.

Welche Personen zu den priorisierten Gruppen gehören, lesen Sie hier.

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Besonders gefährdete Gruppen im Überblick

Erste Priorisierungsgruppe („Höchste Priorität“)

In der ersten Priorisierungsgruppe befinden sich diejenigen, die das höchste Risiko für einen schweren oder gar tödlichen Krankheitsverlauf haben. Dazu gehören vor allem Seniorinnen und Senioren ab 80 Jahren. Auch Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen erhielten die Corona-Schutzimpfung mit höchster Priorität, da unter diesen besonders viele Todesfälle seit Beginn der Pandemie aufgetreten sind. Dank des Impffortschritts sind rund 99 Prozent der Heimbewohnerinnen und -bewohner mindestens einmal geimpft, ganze 75 Prozent haben schon die Zweitimpfung erhalten. Medizinisches und pflegerisches Personal in medizinischen Einrichtungen und mit Kontakt zu vulnerablen Gruppen ist dem Risiko einer Corona-Infektion ebenfalls besonders stark ausgesetzt und wurde daher mit höchster Priorität durch eine Corona-Schutzimpfung geschützt.

Zweite Priorisierungsgruppe („Hohe Priorität“)

In der zweiten Priorisierungsgruppe befinden sich Personen über 70 Jahre und Menschen, die beruflich ein höheres Infektionsrisiko haben. Auch Patientinnen und Patienten, die aufgrund einer bestimmten Vorerkrankung oder Behinderung ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 haben, werden mit hoher Priorität geimpft. Dazu gehören:

  • Personen mit Trisomie 21

Das Mortalitätsrisiko dieser Personen ist höher als das von Menschen mit anderen Vorerkrankungen. Es ist in etwa mit dem von Personen im Alter zwischen 75 und 79 Jahren zu vergleichen. Das liegt auch daran, dass Menschen mit Trisomie 21 häufig mehrere risikobehaftete Vorerkrankungen haben, wie beispielsweise schwere angeborene Herzfehler oder Störungen der Immun- und Lungenfunktion. In einer Kohortenstudie aus England wurde geschätzt, dass das Risiko für einen Corona bedingten Tod für Menschen mit Trisomie 21 im Vergleich zur übrigen Bevölkerung 10-fach erhöht ist, das Risiko für einen COVID-19-bedingten Klinikaufenthalt fünffach.

  • Personen mit einer Conterganschädigung
  • Personen nach Organtransplantation

Nach einer Organtransplantation wird das Immunsystem der Organempfängerin beziehungsweise des Organempfängers mit Medikamenten stark unterdrückt, um Abstoßungsreaktionen gegen das neue Organ zu vermeiden. Dadurch sind diese Patientinnen und Patienten grundsätzlich infektanfälliger. Auch die Gefahr einer schwerwiegenderen COVID-19-Erkrankung ist dadurch erhöht.

  • Personen mit Demenz

Das Risiko von Demenzkranken ist erhöht, weil die Patientinnen und Patienten in aller Regel hochbetagt sind und schon dadurch einer Corona-Risikogruppe angehören. Darüber hinaus leiden viele von ihnen an weiteren Erkrankungen. Da viele Demenzerkrankte nicht in der Lage sind, die Hygieneregeln (AHA+A+L-Regeln) einzuhalten, ist auch das Risiko einer Ansteckung erhöht.

  • Personen mit geistiger Behinderung oder schweren psychiatrischen Erkrankungen (insbesondere schwere Depression, Schizophrenie, bipolare Störung)

Menschen mit geistiger Behinderung oder schweren psychiatrischen Erkrankungen infizieren sich häufiger mit dem Coronavirus, da sie oft pflegebedürftig sind und es ihnen oftmals schwerfällt, die komplexen Hygieneregeln (AHA+A+L-Regeln) einzuhalten. Sie zeigen auch einen schwereren COVID-19-Verlauf und haben ein höheres Sterberisiko. Erkrankungen werden bei ihnen oftmals schlechter erkannt und später behandelt. Sie haben statistisch betrachtet bereits ohne COVID-19 eine um 10-20 Jahre geringere Lebenserwartung als gesunde Menschen.

  • Personen mit behandlungsbedürftigen Krebserkrankungen

Menschen mit einer behandlungsbedürftigen Krebserkrankung haben ein hohes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf. Außerdem besteht die Gefahr, dass die notwendige Krebsbehandlung durch eine Infektion mit dem Corona-Virus beeinträchtigt wird. Personen mit behandlungsfreien, in Remission befindlichen Krebserkrankungen sind weniger gefährdet und werden daher in die dritte Priorisierungsgruppe eingeordnet.

  • Personen mit interstitiellen Lungenerkrankungen, COPD, Mukoviszidose oder einer anderen, ähnlich schweren chronischen Lungenerkrankungen
  • Personen mit Muskeldystrophien oder vergleichbaren neuromuskulären Erkrankungen
  • Personen mit Diabetes mellitus mit Komplikationen

Bei Diabetikerinnen und Diabetikern wird hinsichtlich des Corona-Erkrankungsrisikos nach der Schwere der Vorerkrankung unterschieden: In der Prioritätsgruppe 2 befinden sich Diabetikerinnen und Diabetiker mellitus Typ 1 und 2 mit Komplikationen wie einem diabetischen Fußsyndrom, Nierenschäden, Augenschäden oder anderen Folgeerscheinungen des Diabetes mellitus. Solche Komplikationen können entstehen, wenn der Blutzucker schlecht eingestellt ist. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen haben besonders solche Diabetikerinnen und Diabetiker ein besonders hohes Risiko eines schweren Verlaufs, wenn sie einen schlecht eingestellten Blutzucker haben. Diabetikerinnen und Diabetiker ohne Komplikationen gelten hingegen als weniger gefährdet. Sie befinden sich in der dritten Priorisierungsgruppe.

  • Personen mit Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung
  • Personen mit chronischer Nierenerkrankung
  • Personen mit Adipositas (Body-Mass-Index über 40)

Stark übergewichtige Menschen sind durch eine COVID-19-Erkrankung besonders gefährdet, weil auf ihrem Lungengewebe ein erheblich höherer Druck lastet. Sie müssen deshalb mehr Kraft aufwenden, um den Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Zudem belastet das starke Übergewicht das Herz-Kreislauf-System. Adipöse Menschen leiden häufig auch an Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Asthma bronchiale, was ihr Risiko zusätzlich erhöht.

Dritte Priorisierungsgruppe („Erhöhte Priorität“) 

In der dritten Prioritätsgruppe befinden sich ebenfalls Patientinnen und Patienten, die aufgrund ihrer Vorerkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 haben. Dazu zählen folgende Gruppen:

  • Personen mit behandlungsfreien in Remission befindlichen Krebserkrankungen

Sie haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf. Diese Gruppe ist allerdings weniger gefährdet als Personen mit behandlungsbedürftigen Krebserkrankungen, welche in die zweite Priorisierungsgruppe eingeordnet werden.

  • Personen mit Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen oder rheumatologischen Erkrankungen
  • Personen mit einer Herzinsuffizienz, Arrhythmie, einem Vorhofflimmern, einer koronaren Herzkrankheit oder arteriellen Hypertonie
  • Personen mit zerebrovaskulären Erkrankungen, Apoplex oder anderen chronischen neurologischen Erkrankungen
  • Personen mit Asthma bronchiale
  • Personen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
  • Personen mit Diabetes mellitus ohne Komplikationen
  • Personen mit Adipositas (Body-Mass-Index über 30)

Impfung von Kindern und Jugendlichen mit Vorerkrankungen gemäß der STIKO-Empfehlung

Nach der STIKO-Empfehlung sollen im Wesentlichen Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren mit bestimmten, in der STIKO-Empfehlung genannten, Vorerkrankungen geimpft werden. Derzeit ist insoweit der Impfstoff von BioNTech/Pfizer für Personen ab 12 Jahren zugelassen.

Impfberechtigung nachweisen

Inwiefern Sie Ihren Impfanspruch auch nach Aufhebung der Priorisierung am 7. Juni 2021 nachweisen müssen, hängt von lokalen Gegebenheiten ab. Sollte es in Ihrem Bundesland oder bei Ihrer Impfärztin oder Ihrem Impfarzt gesonderte Impfangebote für ungeimpfte Menschen aus den Priorisierungsgruppen geben, kann nach wie vor ein entsprechender Nachweis erforderlich sein. Dasselbe kann für die Impfung von Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen gelten.  In diesem Fall können Sie sich von Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt ein sogenanntes ärztliches Zeugnis ausstellen lassen. Dieses können Sie auch telefonisch in Ihrer Arztpraxis oder  anfordern und zuschicken lassen, sofern Ihre Krankheitsgeschichte dort bekannt ist.

Alternativ können Sie sich auch bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt impfen lassen, sofern diese oder dieser die Corona-Schutzimpfung anbietet. Was Sie über das Impfangebot in den Praxen wissen müssen und wie Sie dort einen Termin vereinbaren können, lesen Sie hier.

Seit dem 7. Juni 2021 impfen außerdem Betriebsärztinnen und -ärzte gegen das Coronavirus. Mehr Informationen über die betrieblichen Impfangebote erhalten Sie in diesem Artikel.

Weitere wichtige Informationen zum Thema Impftermin und ob in Ihrem Bundesland noch nach Priorisierung geimpft wird, finden Sie auf den Websites der Bundesländer.

Die Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 finden Sie hier.

Folgende Grafik zeigt die Priorisierungsgruppen noch einmal im Überblick:

Grafik Anspruchsgruppen der Corona-Schutzimpfung

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