Corona-Schutzimpfung
08:21 · 30. März 2022

COVID-19-Impfstoffe: Weltweite Kandidaten im Überblick

Weltweit arbeiten Wissenschaft und pharmazeutische Unternehmen weiterhin an der Entwicklung wirksamer und sicherer COVID-19-Impfstoffe. Einige sind bereits in der Europäischen Union (EU) zugelassen und kommen in Deutschland zum Einsatz. Weitere Impfstoffe könnten demnächst folgen. Ein Überblick.

Impfstoffe werden von der EMA empfohlen.

Schon als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den COVID-19-Ausbruch im März 2020 zur Pandemie erklärte, stand fest: Neben der Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln sind Schutzimpfungen die wirksamste Möglichkeit, um die Pandemie einzudämmen und Menschen zu schützen. Seitdem läuft die Impfstoffentwicklung gegen das Coronavirus auf Hochtouren: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt haben ihre Kompetenzen gebündelt und treiben die Forschung weiter voran. Dabei werden Erfahrungen aus früheren Impfstoffentwicklungen (zum Beispiel zu SARS- und MERS-Viren) genutzt und Entwicklungsprozesse beschleunigt.

Das erste Vakzin, das in der EU gegen COVID-19 bedingt zugelassen wurden, war der Impfstoff der deutsch-amerikanischen Partnerschaft von BioNTech und Pfizer. Der Impfstoff des US-Unternehmens Moderna erhielt als zweites eine bedingte Zulassung, gefolgt von den Impfstoffen des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca und dem US-Pharmakonzern Johnson & Johnson. Bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (European Medicines Agency – EMA) befinden sich weitere Impfstoffe über das „Rolling Review-Verfahren“ (zu deutsch: fortlaufende Überprüfung) im Bewertungsverfahren. Informationen zu laufenden Bewertungsverfahren sind auf der Internetseite der EMA veröffentlicht.

Welche Impfstoffe kommen weltweit noch zur Anwendung und welche Kandidaten befinden sich noch in Testphasen? Wir geben Antworten auf wichtige Fragen:

Wie viele Impfstoffkandidaten gegen COVID-19 gibt es?

Die WHO verzeichnet derzeit mehr als 300 verschiedene Impfstoffkandidaten gegen COVID-19. Über 100 davon werden bereits in klinischen Studien an Menschen erprobt. Fast 200 Kandidaten befinden sich noch in der sogenannten vorklinischen Phase, in der die Substanzen zunächst an Zellkulturen und später auch in Tierversuchen getestet werden. (Stand: 15.10.2021)

Eine laufend aktualisierte Gesamtübersicht aller Impfstoffkandidaten finden Sie hier (Englisch).

Welche Neuerungen stellen einige Corona-Impfstoffe in Aussicht?

Bei der Entwicklung wirksamer COVID-19-Impfstoffe setzen Forscherinnen und Forscher nicht nur auf neuartige Technologien zur Impfstoffherstellung, sie suchen auch nach neuen Wegen, diese zu verabreichen. So könnte eine Impfung künftig nicht nur per Spritze in den Oberarm erfolgen, sondern auch als Nasenspray oder Tablette zur Verfügung stehen, sollten entsprechende klinische Entwicklungen positiv verlaufen.

Erste klinische Prüfungen mit COVID-19-Impfstoffen zur oralen Einnahme, also über den Mund, laufen beispielsweise in Kanada und in den USA. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem in China, Indien und Italien forschen an Schutzimpfungen, die als Spray über die Nase verabreicht werden können. Solche sogenannten intranasalen Impfungen könnten das Coronavirus Studien zufolge noch besser neutralisieren, da sie zur Bildung von Antikörpern im Atemtrakt und Speichel anregen.

Warum stehen COVID-19-Impfstoffe, mit denen andere Länder bereits impfen, nicht auch in Deutschland zur Verfügung?

In Deutschland kommen grundsätzlich nur COVID-19-Impfstoffe zum Einsatz, die in der EU zugelassen sind und bei denen eine ausreichende pharmazeutische Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nachgewiesen wurde. Um das zu gewährleisten, durchlaufen alle Impfstoffprodukte ein umfangreiches Prüfverfahren.

In den Mitgliedstaaten der EU koordiniert die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA (European Medicines Agency) die Zulassungsverfahren: Dort reichen die pharmazeutischen Unternehmen ihre Studiendaten sowie Daten zur Qualität und Herstellung ein, welche dann von Sachverständigen der nationalen Arzneimittelbehörden der Mitgliedsstaaten geprüft werden. Wenn der zuständige Ausschuss für Human Arzneimittel nach der Bewertung ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis bestätigt und eine Empfehlung zur Zulassung abgibt, kann die Europäische Kommission eine Zulassung erteilen.

In Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die zuständige Behörde für die Bewertung von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln. Es prüft und bewertet die Zulassungsunterlagen der Impfstoffhersteller nach den geltenden europäischen rechtlichen Vorgaben und trägt so dazu bei, dass in Deutschland und in der EU qualitativ hochwertige, wirksame und unbedenkliche Impfstoffe in die Versorgung kommen.

Während der Corona-Pandemie wurde der Bewertungsprozess mit dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren beschleunigt, um die Zulassungsverfahren für Impfstoffe zur Eindämmung von COVID-19 zu verkürzen und die Bevölkerung schneller vor schweren Krankheitsverläufen schützen zu können.

Die Impfstoffe gegen COVID-19

© Bundesministerium für Gesundheit, Stand: Juni 2022 Quellen: Europäische Zulassung, Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), Impfverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit. *Angaben beziehen sich auf Daten nach der ersten abgeschlossenen Impfserie. Wirksamkeit gegen milde Verlaufsformen bei allen Impfstoffen geringer. **Die Daten beziehen sich auf eine einmalige Impfdosis mit dem Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson. Aufgrund der geringeren Schutzwirkung des Impfstoffs gegen die Delta- und Omikron-Variante empfiehlt die STIKO eine zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff.

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