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Alle wichtigen Informationen zu mRNA-Impfstoffen

Im Dezember 2020 wurde der erste COVID-19-Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer zugelassen und setzte damit einen Meilenstein in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Im Januar 2021 folgte die Zulassung des Impfstoffs COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna. Beide Impfstoffe basieren auf der mRNA-Technologie. Hier erfahren Sie u.a., wie mRNA-Impfstoffe funktionieren, wie wirksam sie sind und inwiefern sie sich von Vektor-Impfstoffen unterscheiden.

Welche mRNA-Impfstoffe gibt es?

Derzeit gibt es zwei in Deutschland zugelassene mRNA-Impfstoffe: Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und das Vakzin COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna . Comirnaty® wurde am 21. Dezember 2020 von der Europäischen Kommission als erster Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen, die Zulassung für Moderna® folgte am 6. Januar 2021. Lesen Sie hier mehr zu dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer und hier mehr zum Vakzin von Moderna.

An weiteren COVID-19-Impfstoffen wird derzeit intensiv geforscht. Einen Überblick über die Kandidaten finden Sie auf der Seite der EMA und der WHO. Der mRNA-Impfstoff CVnCoV von CureVac befindet sich derzeit im Rolling-Review-Verfahren.

Stand: 27.05.2021

Wie unterscheiden sich die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna voneinander?

Die Impfstoffe Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna  unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich ihrer Lagerung voneinander: Comirnaty® kann bis zu sechs Monate bei -90 °C bis -60 °C gelagert werden. Daraufhin hält er sich unverdünnt im Kühlschrank bei 2°C bis 8 °C maximal weitere 31 Tage inklusive der Zeit zum Auftauen und für den Transport. Der Impfstoff von Moderna wird hingegen bei -25 °C bis -15 °C gelagert und kann unter diesen Bedingungen ungeöffnet sieben Monate halten.

Zudem unterscheiden sich die Impfstoffe hinsichtlich ihrer jeweiligen Zulassung und Impfempfehlung bezüglich des Alters der zu impfenden Personen: Auf Basis der derzeit verfügbaren Daten empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) entsprechend der Zulassung, Comirnaty® für alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahre zu verwenden, Moderna® dagegen erst für alle Impfwilligen ab 18 Jahren.

Stand: 27.05.2021 

Wie funktionieren mRNA-Impfstoffe und was sind ihre Eigenschaften?

mRNA-Impfstoffe enthalten Genabschnitte des SARS-CoV-2-Virus in Form von messenger-RNA (kurz mRNA), die auch als Boten-RNA bezeichnet wird. Ausgehend von der mRNA werden nach Verimpfung in Körperzellen Proteine hergestellt, die dann das Immunsystem zu einer gezielten Antikörperbildung gegen SARS-CoV-2 und einer zellulären Abwehr gegen SARS-CoV-2-infizierte Zellen anregen und so eine Immunreaktion erzeugen. Eine Immunreaktion anregende Proteine werden als Antigene bezeichnet.

Um die Aufnahme durch einige wenige Körperzellen zu ermöglichen, wird die mRNA mit Lipidstoffen umhüllt, sodass sogenannte mRNA-Lipidnanopartikel entstehen. Diese sind auch nach der intramuskulären Injektion stabil und ermöglichen die Aufnahme der mRNA in einige wenige Muskel- und Immunzellen. Studien haben gezeigt, dass die Lipidnanopartikel nicht zytotoxisch (zellschädigend) sind und von ihnen keine Gefahr für den menschlichen Körper ausgeht.

In den Zellen wird die Erbinformation, die auf der mRNA kodiert ist, ausgelesen und in Protein übersetzt (translatiert). Das ist ein Prozess, der in Körperzellen auch mit der zelleigenen mRNA abläuft: Bei einigen COVID-19-mRNA-Impfstoffen handelt es sich um Nucleosid-modifizierte mRNA (modRNA), die das SARS-CoV-2-Oberflächenprotein (Spikeprotein) kodiert. Die Verträglichkeit der modRNA ist im Allgemeinen gegenüber nicht modifizierter mRNA verbessert.

Das ausgehend von der mRNA gebildete Virusprotein regt als Antigen das Immunsystem des Körpers dazu an, Antikörper gegen SARS-CoV-2 zu produzieren (humorale Immunantwort). Virusproteine können zudem eine T-Zell-Antwort (CD4, CD8) auslösen (zelluläre Immunantwort). Die mRNA der RNA-Impfstoffe wird nach kurzer Zeit von den Zellen abgebaut. Sie wird nicht in DNA umgebaut und hat keinen Einfluss auf die menschliche DNA, weder in Körperzellen noch in Keimbahnzellen. Nach dem Abbau der mRNA findet keine weitere Produktion des Antigens statt.

mRNA-basierte Impfstoffe haben den Vorteil, dass eine große Anzahl an Impfdosen innerhalb weniger Wochen hergestellt werden kann. Klassische Impfstoffe, die auf veränderten oder abgetöteten Viren basieren, benötigen beispielsweise die Herstellung dieser Viren in Zellkulturen – stattdessen kann die RNA für die mRNA-Impfstoffe relativ leicht massenweise synthetisiert werden. Nichtsdestotrotz kann es zu Lieferengpässen kommen, denn: Da sich die Impfstoffe aus verschiedenen Komponenten und Inhaltsstoffen zusammensetzen, sind die Pharmaunternehmen bei der Herstellung auf Zulieferungen angewiesen. Durch den rapiden Anstieg des Bedarfs der einzelnen Bestandteile kann es immer wieder zu Engpässen kommen. Mehr zur Komplexität hinter der Impfstoff-Produktion lesen Sie hier

Ein weiterer Vorteil: Die Hersteller von mRNA-Impfstoffen können aufgrund der bausteinartigen Struktur der Impfstoffe schnell auf Virusvarianten reagieren und die Impfstoffe dahingehend anpassen. Einen Artikel zu den verschiedenen Varianten des Coronavirus finden Sie hier.

Stand: 08.06.2021

Wie wirksam sind mRNA-Impfstoffe?

Comirnaty® von BioNTech/Pfizer bietet unter Einhaltung des von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Abstands von sechs Wochen zwischen den Impfungen eine Wirksamkeit von bis zu 95 Prozent in allen Altersgruppen. COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna bietet nach beiden Impfungen ebenfalls eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent. Weitere Informationen zur Wirksamkeit und Sicherheit der Corona-Impfstoffe finden Sie hier

Stand: 27.05.2021

Sind mRNA-Impfstoffe ausgereift?

Zu mRNA-Impfstoffen liegen bereits gute wissenschaftliche Erkenntnisse vor. Bei umfangreichen Tierversuchen mit mRNA-Impfstoffen gab es bislang keine Hinweise auf schwere Nebenwirkungen oder Schäden. Die klinischen Studien als Zulassungsgrundlage mit den COVID-19-mRNA-Impfstoffen waren sehr umfangreich und haben mehrere zehntausend Probanden eingeschlossen. Die Probandinnen und Probanden werden dabei intensiv medizinisch beobachtet.

Hier können Sie mehr zum Corona-Impfstoff nachlesen.

Stand: 13.04.2021

Wie werden mRNA-Impfstoffe hergestellt?

Die Entwicklung eines Impfstoffs beginnt stets mit der Analyse des Erregers. Daraufhin wird geprüft, auf welche Bestandteile des Virus das Immunsystem des Menschen reagiert und einen Schutz (zum Beispiel Antikörper) aufbauen kann. Nach der Entwicklung des Impfstoffdesigns wird die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Impfstoffs in verschiedenen Untersuchungen und Versuchen getestet, bevor er zugelassen werden kann (mehr dazu lesen Sie hier).  Das „m“ in der Bezeichung mRNA steht für „messenger“ (Deutsch: Bote), RNA für Ribonucleic acid (Deutsch: Ribonukleinsäure, eine chemische Verbindung in Körperzellen). Die mRNA stellt den Bauplan für einen kleinen Teil des Coronavirus bereit, und zwar dessen Spike-Protein. Mit diesem markanten Protein dringt das Coronavirus in menschliche Zellen ein. Dieser „Bauplan“ wird vom Körper übersetzt, um spezifische Proteine (Antigene) zu synthetisieren. Sobald der mRNA-Impfstoff einer Person injiziert wird, schützen die Lipidnanopartikel (=bestimmte Fettstoffe, die die mRNA umhüllen) die mRNA vor dem Abbau und tragen dazu bei, dass die mRNA die Zellen erreicht. Dort werden die im mRNA-Strang enthaltenen Informationen abgelesen und das Antigen-Protein produziert, das letztlich die gewünschte Immunantwort auslöst.

Stand: 27.05.2021 

Was empfiehlt die STIKO zu mRNA-Impfstoffen?

COVID-19-mRNA-Impfstoffe sind für Personen ab 16 Jahren (Comirnaty® von BioNTech/Pfizer) beziehungsweise ab 18 Jahren (COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna) zugelassen und von der STIKO für diese Personen auch empfohlen. Für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahren liegt hingegen bislang noch keine Impfstoff-Zulassung vor. Für einen ausreichenden Impfschutz müssen die mRNA-Impfstoffe zweimal verabreicht werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut empfiehlt hierbei einen Abstand von sechs Wochen zwischen der ersten und der zweiten Impfung. Eine Ausnahme gilt bei Personen unter 60 Jahren, bei denen zur ersten Impfung Vaxzevria® von AstraZeneca verwendet wurde. Für diese Personen empfiehlt die STIKO zurzeit, die zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (Comirnaty® von BioNTech/Pfizer oder COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna) 9 bis 12 Wochen nach der ersten Impfung durchzuführen.

Personen ohne Immunschwäche, bei denen eine Infektion mit dem Coronavirus sicher nachgewiesen wurde, können in der Regel sechs Monate nach Genesung beziehungsweise nach der Diagnose geimpft werden und sollen dann lediglich eine Impfdosis erhalten.

Zur Anwendung der COVID-19-mRNA-Impfstoffe in der Schwangerschaft liegen noch keine ausreichenden Erfahrungen vor. Die STIKO empfiehlt die generelle Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht – unabhängig von der Art des COVID-19-Impfstoffes. In Einzelfällen kann Schwangeren aber nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel mit einem mRNA-Impfstoff (Comirnaty® oder COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna) angeboten werden. Die STIKO hält es für sehr unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den gestillten Säugling darstellt. Weitere Informationen zur Impfung während der Schwangerschaft finden Sie hier.

Stand: 27.05.2021

Wie unterscheiden sich mRNA- und Vektor-Impfstoffe voneinander?

In den mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19 ist eine „Bauanleitung“ für einen einzigen Baustein des Virus (das sogenannte Spikeprotein) enthalten. Anhand dieser Information kann der Körper ein Antigen produzieren.

Vektor-Impfstoffe bestehen aus sogenannten Vektorviren. Das jeweilige Vektorvirus ist ein gut untersuchtes Virus, das sich nicht vermehren kann. Das Vektorvirus enthält und transportiert die genetische Information für ein einzelnes Eiweiß des Coronavirus, das sogenannte Spikeprotein.  

Sowohl die mRNA, als auch die vom Vektorvirus transportierte Information wird nach der Impfung nicht ins menschliche Erbgut eingebaut, sondern nach Eintritt in die Zellen (vor allem in Muskelzellen an der Impfstelle und in bestimmten Abwehrzellen) „abgelesen“, woraufhin diese Zellen dann das Spikeprotein selbst herstellen. Die so vom Körper des geimpften Menschen gebildeten Spikeproteine werden vom Immunsystem als Fremdeiweiße erkannt; in der Folge werden Antikörper und Abwehrzellen gegen das Spikeprotein des Virus gebildet. So entsteht eine schützende Immunantwort.  

Stand: 27.05.2021 

Wo werden mRNA-Impfstoffe verimpft?

Impfungen mit mRNA-Impfstoffen werden derzeit in Vertragsarztpraxen, in Impfzentren, durch mobile Impfteams und seit dem 7. Juni auch durch Betriebsärztinnen und Betriebsärzte sowie in Privatarztpraxen durchgeführt. Weitere Informationen zur Corona-Schutzimpfung in Ihrem Bundesland finden Sie hier.

Stand: 09.06.2021

Kann ein mRNA-Impfstoff mit einem anderen kombiniert werden?

Nein, bei der ersten und der zweiten Impfung muss der gleiche mRNA-Impfstoff desselben Herstellers verwendet werden. 

Stand: 27.05.2021

Welche Nebenwirkungen können bei mRNA-Impfstoffen auftreten?

Nach einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff kann es zu den üblichen Impfreaktionen kommen. Diese treten meist innerhalb von zwei Tagen nach der Impfung auf und halten selten länger als drei Tage an. Die Impfreaktionen sind zumeist mild oder mäßig ausgeprägt und treten etwas häufiger nach der zweiten Impfung auf. Zudem sind die meisten Reaktionen bei älteren Personen etwas seltener als bei jüngeren Personen zu beobachten.

Comirnaty® von BioNTech/Pfizer: Die am häufigsten berichteten Impfreaktionen in den Zulassungsstudien waren Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 80 %), Müdigkeit (mehr als 60 %), Kopfschmerzen (mehr als 50 %), Muskelschmerzen und Schüttelfrost (mehr als 30 %), Gelenkschmerzen (mehr als 20 %), Fieber und Schwellung der Einstichstelle (mehr als 10 %). Häufig (zwischen 1 % und 10 %) traten Übelkeit und Rötung der Einstichstelle auf. Gelegentlich (zwischen 0,1 % und 1 %) traten Lymphknotenschwellungen, Schlaflosigkeit, Schmerzen im Impfarm, Unwohlsein, Juckreiz an der Einstichstelle sowie Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. allgemeiner Ausschlag und Juckreiz) auf. Seit Einführung der Impfung wurde außerdem sehr häufig (bei 10 % oder mehr) über Durchfall und häufig (zwischen 1 % und 10 %) über Erbrechen berichtet.

COVID-19 Vaccine Moderna®: Die am häufigsten berichteten Impfreaktionen in den Zulassungsstudien waren Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 90 %), Müdigkeit (70 %), Kopf- und Muskelschmerzen (mehr als 60 %), Gelenkschmerzen und Schüttelfrost (mehr als 40 %), Übelkeit oder Erbrechen (mehr als 20 %), Schwellung oder Schmerzempfindlichkeit der Lymphknoten in der Achselhöhle, Fieber und Schwellung an der Einstichstelle (jeweils mehr als 10 %). Häufig (zwischen 1 % und 10 %) wurde über allgemeinen Ausschlag sowie Ausschlag, Rötung oder Nesselsucht an der Einstichstelle berichtet. Gelegentlich (zwischen 0,1 % und 1 %) trat Juckreiz an der Einstichstelle auf.  

Stand: 27.05.2021

 

Wie verhalte ich mich bei Impfreaktionen nach einer mRNA-Impfung?

Bei nach der Impfung auftretenden Schmerzen oder Fieber können schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente eingenommen werden.

Wenn nach einer Impfung Symptome auftreten, welche die oben genannten schnell vorübergehenden Allgemeinreaktionen überschreiten, wenden Sie sich bitte an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt. Bei schweren Beeinträchtigungen begeben Sie sich bitte ebenfalls umgehend in ärztliche Behandlung. Zudem besteht auf der Website des Paul-Ehrlich-Instituts die Möglichkeit, Nebenwirkungen auch selbst zu melden. Dies gilt auch für die "SafeVac"-App des Paul-Ehrlich-Instituts. Die App können Sie im Apple AppStore und im Google Play Store herunterladen.

Stand: 27.05.2021 

Warum enthalten manche mRNA-Impfstoffe Lipid-Nanopartikel und sind diese gefährlich?

Um die Aufnahmen der die Erbinformation umfassenden mRNA in Körperzellen zu verbessern und die Stabilität zu erhöhen, wird die mRNA mit bestimmten Fettstoffen (Lipiden) umhüllt. Dadurch entstehen Lipid-Nanopartikel. Zahlreiche Studien haben bestätigt, dass Lipid-Nanopartikel nicht zytotoxisch (zellschädigend) sind und von ihnen keine Gefahr für den menschlichen Körper ausgeht.

Stand: 01.04.2021