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Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Schutzimpfung
06:54 · 18. Juni 2021

Corona-Schutzimpfung ab 12 Jahren: Welche Kinder sich impfen lassen sollten

Die Europäische Kommission hat den ersten Corona-Impfstoff auch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen. Wie sicher ist der Impfstoff? Und welchen Kindern wird er empfohlen? Antworten auf wichtige Fragen.

Welche Kinder sich impfen lassen sollten

Schulschließungen, Kontaktbeschränkungen sowie ein Verbot von Sport- und Freizeitaktivitäten – auch Kinder und Jugendliche mussten während der Corona-Pandemie auf Vieles verzichten. Denn auch sie können an COVID-19 erkranken und das Coronavirus verbreiten. Dank des Impffortschritts konnten bereits mehrere Millionen Erwachsene vor schweren Krankheitsverläufen mit COVID-19 geschützt werden. Die Europäische Kommission hat am 28.05.2021 erstmalig einen Impfstoff auch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen. Wie sicher und wirksam die Corona-Schutzimpfung in dieser Altersgruppe ist und warum es zunächst keine generelle Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Kinder gibt, lesen Sie hier:

Wie schwer erkranken Kinder an COVID-19? 

COVID-19 ist eine Erkrankung, die potenziell lebensbedrohlich verlaufen kann. Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren, die keine Vorerkrankungen aufweisen, erkranken allerdings nur selten schwer. Sie infizieren sich Studien zufolge seltener als Erwachsene mit dem Coronavirus und scheinen auch weniger ansteckend zu sein. Nur etwa ein Prozent der Kinder und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren, die an COVID-19 erkranken, muss ins Krankenhaus. Auch Todesfälle traten bisher vereinzelt und nur bei Kindern und Jugendlichen mit schweren Vorerkrankungen auf. 

Welchen Kindern empfiehlt die STIKO die Corona-Schutzimpfung?

Da das Risiko für Kinder und Jugendliche an COVID-19 schwer zu erkranken also relativ gering ist, ist die Risiko-Nutzen-Abwägung zwischen der Erkrankung und der Impfung eine andere als bei erwachsenen Personen. Die STIKO hat daher keine allgemeine Impfempfehlung für die ab 12-Jährigen ausgesprochen, sondern die Corona-Schutzimpfung besonders gefährdeten Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen empfohlen. Dazu gehören nach der STIKO-Empfehlung:

  • Aktuell: Adipositas (> 97. Perzentile des Body Mass Index (BMI))
  • angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression
  • angeborene zyanotische Herzfehler (O2-Ruhesättigung <80 %)
  • schwere Herzinsuffizienz
  • schwere pulmonale Hypertonie
  • chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion
  • chronische Niereninsuffizienz
  • chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen
  • maligne Tumorerkrankungen
  • Trisomie 21
  • syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung
  • nicht ausreichend ein­gestellter Diabetes mellitus

Auch für Kinder mit engem Kontakt zu Personen, die sich selbst nicht schützen können (z. B. jüngere Geschwisterkinder, Schwangere oder Menschen mit Allergien gegen bestimmte Inhaltsstoffe der Corona-Impfstoffe), empfiehlt die STIKO die COVID-19-Impfung. Dasselbe gilt für Jugendliche, die bereits eine Ausbildung in einem Beruf mit erhöhtem Ansteckungsrisiko machen oder diesen Beruf ausüben.

Welcher COVID-19-Impfstoff ist für Kinder und Jugendliche zugelassen?

Der Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer war der erste, der weltweit gegen COVID-19 zugelassen wurde. Er ist ebenfalls der erste, der jetzt auch für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren eine bedingte Zulassung von der Europäischen Union erhalten hat. Damitkönnen jetzt nach Aufhebung der Priorisierung also auch jüngere Menschen einen Impftermin vereinbaren. Aktuell wird die Corona-Schutzimpfung in erster Linie Kindern mit bestimmten Vorerkrankungen empfohlen. Der Einsatz des Impfstoffs Comirnaty® von BioNTech/Pfizer ist aber auch bei Kindern und Jugendlichen ohne Vorerkrankungen nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz des Kindes oder Jugendlichen bzw. der Sorgeberechtigten möglich. Dieses Infoblatt des Robert Koch-Institut soll Eltern bei der Risiko-Nutzen-Einschätzung unterstützen.

Wie wirksam ist die Corona-Schutzimpfung für Kinder?

Die Ergebnisse einer Studie mit rund 2.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren zeigen: Der Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer ist auch in dieser Altersgruppe sicher und die Wirksamkeit vergleichbar oder sogar besser als bei den 16- bis 25-Jährigen . Niemand der rund 1.000 geimpften Kinder und Jugendlichen ist demnach an COVID-19 erkrankt. Alle anderen Studienteilnehmenden erhielten ein Scheinmedikament in Form von Kochsalzlösung gespritzt – von ihnen sind 16 erkrankt. Demzufolge bietet der Impfstoff rechnerisch einen hundertprozentigen Schutz vor einer COVID-19-Erkrankung und soll auch Folgeerkrankungen wie Long Covid oder das sogenannte Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS) verhindern. 

Mehr über den Impfstoff von BioNTech/Pfizer und seine Wirkweise erfahren Sie hier

Hohe Sicherheitsstandards bei Impfstoffzulassung

Impfstoffe und Arzneimittel müssen in allen Altersgruppen sicher und wirksam sein. Für eine bedingte Zulassung in Deutschland hat die STIKO daher noch einmal ganz genau geprüft, ob die Studiendaten für den Impfstoff ab 12 Jahren ausreichend sind und eine sichere Dosierung für Kinder angemessen erforscht wurde. Das Ergebnis: Insgesamt ist der mRNA-Impfstoff nach allem, was bisher bekannt ist, ein sicherer und wirksamer Impfstoff.

Mehr über die hohen Sicherstandards bei der Zulassung von Impfstoffen in Deutschland können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Welche Impfreaktionen gibt es bei Kindern? 

Auch bei geimpften Kindern traten in der Studie typische Impfreaktionen auf, die nach ein bis drei Tagen folgenlos wieder abgeklungen sind. Dazu gehörten beispielsweise Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Insgesamt wurden solche Beschwerden bei 12- bis 15-Jährigen etwas häufiger beobachtet als bei älteren Personen, insbesondere nach der zweiten Impfstoffdosis. Diese Impfreaktionen sind aus anderen klinischen Untersuchungen mit Erwachsenen bekannt und stellen in der Regel keinen Anlass zur Sorge dar. Schwerwiegende Nebenwirkungen nach der Impfung wurden bei Kindern nicht beobachtet bzw. nicht mit der Impfung in Verbindung gebracht.

Zur Linderung möglicher Beschwerden kann nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt ein schmerzlinderndes/fiebersenkendes Medikament in der empfohlenen Dosierung eingenommen werden. 

Was im Fall einer möglichen Impfkomplikation zu tun ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

In welchen Fällen sollte ich mein Kind impfen lassen? 

Die Corona-Schutzimpfung bietet Kindern ab 12 Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen und besonderen Lebensumständen sicheren und wirksamen Schutz vor einer schweren COVID-19-Erkrankung. Zudem schützt man durch die Impfung nicht nur die Gesundheit des Kindes, sondern auch die seiner Mitmenschen: Denn je mehr jüngere Altersgruppen, die viele soziale Kontakte haben, geimpft sind, desto schlechter kann sich das Virus ausbreiten. Und das wiederum schützt auch Menschen, die sich nicht impfen lassen können – z. B. Babys, die noch zu jung für eine Impfung sind. Man nennt dies auch Gemeinschaftsschutz oder Herdenimmunität. Deswegen empfiehlt die STIKO die Corona-Schutzimpfung auch für Kinder und Jugendliche mit engem Kontakt zu Personen, die sich selbst nicht schützen können, z. B. jüngere Geschwisterkinder, Schwangere oder Menschen mit Allergien gegen bestimmte Inhaltsstoffe der Corona-Impfstoffe. Dasselbe gilt für Jugendliche, die bereits eine Ausbildung in einem Beruf mit erhöhtem Ansteckungsrisiko machen oder diesen Beruf schon ausüben.

Keine Impfpflicht für Kinder

Wichtig zu wissen: Wie auch bei Erwachsenen gibt es für COVID-19-Impfungen bei Kindern keine Impfpflicht und Eltern können gemeinsam mit dem Kind frei entscheiden, ob sie es impfen lassen möchten oder nicht. Nutzen Sie die Gelegenheit und sprechen auch mit der behandelnden (Kinder-)Ärztin oder dem (Kinder-)Arzt über den Nutzen und mögliche Risiken der Corona-Schutzimpfung.

Wo kann ich mich beraten lassen? 

Vor der Impfung sollten Sie sich ausführlich über das Impfangebot informieren und ein persönliches Beratungs- und Aufklärungsgespräch mit der behandelnden Kinder- und Jugendärztin oder dem Kinder- und Jugendarzt führen. Falls ihr Kind schon älter ist und nicht mehr in die Kinderarztpraxis geht, können Sie sich auch bei der Hausärztin oder dem Hausarzt Ihres Vertrauens beraten lassen. Auch im Aufklärungsmerkblatt und im Einwilligungsbogen finden Sie weitere wichtige Informationen rund um die Corona-Schutzimpfung. 

Aufklärungsmerkblatt zur Corona-Schutzimpfung (mRNA-Impfstoff)

Einwilligungsbogen zur Corona-Schutzimpfung (mRNA-Impfstoff)

Wie kann ich einen Impftermin vereinbaren?

Am besten informieren Sie sich unmittelbar bei Ihrer behandelnden Kinder- und Jugendärztin oder Ihrem Kinder- und Jugendarzt, ob deren Praxis Schutzimpfungen gegen COVID-19 durchführt und wie das Impfen dort abläuft. Einige Praxen bieten eine Extra-Impfsprechstunde an, andere schauen, wann ein Termin frei ist oder kommen direkt auf Sie zu. Grundsätzlich ist mit einer hohen Nachfrage und Wartezeiten zu rechnen – um das System nicht unnötig zu überlasten, sollten Sie sich zunächst nur dann in Ihrer Arztpraxis melden, wenn Ihr Kind zu der Gruppe gehört, für die die STIKO eine Impfempfehlung ausgesprochen hat.

Folgende Dokumente sollten Sie beim Impftermin dabeihaben: 

  • Personalausweis des Kindes 
  • Impfpass des Kindes (wenn nicht vorhanden, erhalten Sie eine Ersatzbescheinigung)
  • Schutzmaske zur Einhaltung der Hygienemaßnahmen
  • ein ärztliches Zeugnis, falls Ihr Kind aufgrund einer Vorerkrankung geimpft wird (gilt nur für Impfung im Impfzentrum)

Machen Sie sich gerne vorab schon Gedanken zur Krankheitsgeschichte Ihres Kindes (z. B. Allergien, Ohnmachtsanfälle), um diese mit der Impfärztin oder dem Impfarzt besprechen und mögliche Risiken abwägen zu können. Planen Sie zudem etwas Zeit für die Nachbeobachtung ein (etwa 15 Minuten, bei bestimmten Vorerkrankungen kann es auch etwas länger sein).

Gut zu wissen: Der Impfstoff wird zweimal im Abstand von drei bis sechs Wochen per Spritze in den Oberarmmuskel verabreicht. Den vollständigen Schutz entwickelt der Impfstoff zirka 14 Tage nach der zweiten Impfung. Die Corona-Schutzimpfung ist freiwillig und kostenfrei.  

Wie Sie eine Infektion mit dem Coronavirus bei Kindern erkennen können und was zu tun ist, wenn Ihr Kind an COVID-19 erkrankt, können Sie in diesem Artikel nachlesen.

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