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Corona-Schutzimpfung
12:23 · 21. Juli 2021

Corona-Schutzimpfung: Sollten sich Schwangere impfen lassen?

Zurzeit wird eine Impfung gegen COVID-19 für Schwangere und stillende Frauen von der Ständigen Impfkommission, aufgrund der noch unzureichenden Datenlage, nicht grundsätzlich empfohlen. In diesem Artikel erfahren Sie den neuesten Stand der Forschung rund um die Corona-Impfung für werdende Mütter.

Aktuelles zur Corona-Impfung für Schwangere.

Für Schwangere ist es nicht einfach, Nutzen und Risiken einer Corona-Impfung abzuwägen. Das liegt vor allem daran, dass bisher nur sehr limitierte Daten zum Einsatz der COVID-19-Impfstoffe in der Schwangerschaft vorliegen. Aus diesem Grund gibt es derzeit auch keine generelle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für eine Corona-Schutzimpfung in der Schwangerschaft. Die STIKO ist jedoch aktuell dabei, die vorhandene Evidenz zum Risiko der Erkrankung sowie zu Wirksamkeit und Sicherheit der Impfung bei Schwangeren systematisch aufzuarbeiten. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, wird sich die STIKO erneut zu diesem wichtigen Thema äußern.

Gut zu wissen: Dies bedeutet nicht, dass die STIKO eine konkrete Gefahr bei einer Impfung für Schwangere befürchtet, sondern lediglich, dass die Sachlage für die STIKO zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausreichend beurteilbar ist. Eine weltweite Studie des Unternehmens BioNTech mit 4000 Schwangeren hat bereits begonnen, Ergebnisse werden jedoch erst für August 2022 erwartet.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. hat sich gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften bereits im Mai 2021 in einer aktualisieren Nutzen-Risiko-Bewertung für eine priorisierte COVID-19-Impfung von schwangeren Frauen mit einem mRNA-basierten Impfstoff ausgesprochen. Hier gelangen Sie zur veröffentlichen Stellungnahme.

Nutzen und Risiken im ärztlichen Beratungsgespräch abwägen

Eine Impfung ist immer eine individuelle Entscheidung – die am besten im Beratungsgespräch gemeinsam mit Ihrer Ärztin beziehungsweise Ihrem Arzt getroffen werden sollte. Wichtige Fragen könnten dabei sein: Ist das Risiko einer Infektion mit COVID-19 für die schwangere Person besonders hoch, weil sie Vorerkrankungen hat? Hat sie im privaten Umfeld ein hohes Expositionsrisiko, zum Beispiel enge Kontaktpersonen, vor dem sie sich mit den allgemein empfohlenen Maßnahmen nicht ausreichend schützen kann?

Vor allem Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung oder mit einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände kann nach Nutzen-Risiko-Abwägung und ausführlicher ärztlicher Aufklärung eine Impfung angeboten werden – mit einem mRNA-Impfstoff und ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel. Wichtig auch: Eine Impfung zu einem Zeitpunkt, an dem die Schwangerschaft noch nicht bekannt ist und nicht bedacht werden konnte, ist keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch.

COVID-19-Impfung bei Kinderwunsch, in Schwangerschaft und Stillzeit - was raten ExpertInnen?

Ist die Haftungsfrage bei der Corona-Schutzimpfung für Schwangere geklärt?

Die haftungsrechtlichen Fragen rund um die Corona-Schutzimpfung für Schwangere sind eindeutig durch § 60 IfSG (Infektionsschutzgesetz) geklärt: Für gesundheitliche Schäden im Zusammenhang mit einer COVID-19-Impfung wird auch dann auf der Grundlage von § 60 IfSG eine staatliche Entschädigung geleistet, wenn diese nicht öffentlich von einer Landesbehörde empfohlen worden ist – das heißt in der Regel auch, wenn die Impfung nicht von der STIKO empfohlen ist. Dies umfasst zum Beispiel die Einzelfallentscheidung bei der Impfung von Schwangeren oder Stillenden oder Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren ohne Indikationsempfehlung.

Wie gehen andere Länder mit diesem Thema um?

Einige Länder empfehlen eine generelle Impfung von Schwangeren mit mRNA-Impfstoffen, wie zum Beispiel die USA. In anderen Ländern wie Kanada oder Frankreich oder auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO wird, wie aktuell auch in Deutschland, eine Impfung bei Schwangeren mit Vorerkrankungen nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung empfohlen.

Corona-Schutzimpfung in der Stillzeit

Auch für die Impfung in der Stillzeit gilt, dass derzeit aufgrund limitierter Datenbasis noch keine generelle Empfehlung der STIKO vorliegt. Allerdings hält es die STIKO für äußerst unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für das gestillte Kind darstellt. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. hatte sich bereits im Mai 2021 gemeinsam mit anderen deutschen Fachgesellschaften für eine priorisierte Impfung auch von Stillenden ausgesprochen. Durch die Impfung gebildete Antikörper würden über die Muttermilch transportiert, gestillte Neugeborene seien somit durch eine Nestimmunität geschützt. Es gibt auch bereits eine Studie, in der nachgewiesen werden konnte, dass sich keine mRNA des Impfstoffs in die Muttermilch der stillenden Frau überträgt.

Können sich Frauen mit Kinderwunsch gegen COVID-19 impfen lassen?

Frauen mit Kinderwunsch können ohne Bedenken eine Corona-Schutzimpfung erhalten. Die verfügbaren COVID-19-Impfstoffe wurden an Frauen – auch mit Kinderwunsch – getestet und für sicher und wirksam befunden. Laut Paul-Ehrlich-Institut „ist im Rahmen einer Arzneimittelzulassung die bestmögliche Sicherheit für den Ausschluss von Schäden an Fortpflanzungsorganen und von einer Beeinträchtigung der Fortpflanzung beim Menschen gewährleistet.“

Keine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit

Im Internet kursieren mitunter noch Gerüchte, dass die Corona-Schutzimpfung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen könne. Diese Aussagen sind falsch. In den umfangreichen klinischen Prüfungen, die vor der Zulassung der Impfstoffe durchgeführt wurden, gibt es keine Hinweise auf das Auftreten von Unfruchtbarkeit. Auch auf der Website des Robert Koch-Instituts finden Sie hier weitere Informationen.

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