Bundesministerium für Gesundheit

Eine Seite des Bundesministeriums f. Gesundheit

Corona-Schutzimpfung
09:01 · 24. September 2021

Schwangerschaft und Stillen in Zeiten der Corona-Pandemie: Wie kann ich mein Baby und mich schützen?

Auch werdende Mütter sollten sich und ihr Ungeborenes vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 schützen. Was Sie in der Schwangerschaft beachten sollten und warum die STIKO auch Schwangeren und Stillenden sowie Frauen mit Kinderwunsch die Corona-Schutzimpfung empfiehlt, erfahren Sie hier.

Aktuelles zur Corona-Impfung für Schwangere.

Die persönliche Gesundheit und die des ungeborenen Kindes ist werdenden Müttern in der Schwangerschaft ein besonderes Anliegen. In der Corona-Pandemie kommen Sorgen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 hinzu. Schwere Verläufe und Komplikationen nach einer Corona-Infektion sind bei Schwangeren insgesamt selten. Eine Schwangerschaft ist aber aufgrund der damit einhergehenden körperlichen Veränderungen belastend für den Körper und stellt daher einen relevanten Risikofaktor für schwere COVID-19-Verläufe dar. Vor allem für Schwangere mit Vorerkrankungen beziehungsweise vorbestehenden Risikofaktoren wie Adipositas, chronischem Bluthochdruck oder Diabetes besteht ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19, welches mit steigendem Alter weiter zunimmt. Daher sollten sich Schwangere ebenfalls durch eine Impfung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel bestmöglich vor einer Corona-Infektion schützen, die empfohlenen Verhaltensregeln sowie die AHA+L-Formel besonders gut einhalten. Da die Impfung mit einem mRNA-Impfstoff gegen COVID-19 erst ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel empfohlen wird, sollten sich Frauen bei konkretem Kinderwunsch bereits im Vorfeld impfen lassen, um in der Schwangerschaft von Anfang an geschützt zu sein. Auch nahe Kontaktpersonen (ab 12 Jahren) der Schwangeren sollten sich impfen lassen. Besteht der Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion, besprechen Sie das weitere Vorgehen am besten telefonisch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was werdende Eltern außerdem wissen und beachten sollten, lesen Sie in diesem Artikel.

Kann sich das Neugeborene mit COVID-19 anstecken? 

Aufgrund der Datenlage können zurzeit noch keine abschließenden Aussagen über die Auswirkung einer Infektion auf das ungeborene Kind gemacht werden. Insgesamt scheint eine Übertragung einer mütterlichen SARS-CoV-2-Infektion auf das Neugeborene jedoch selten zu sein und beim Neugeborenen auch nur in seltenen Fällen Symptome auszulösen. Grundsätzlich kann aber eine Infektion, zum Beispiel mit hohem Fieber bei der schwangeren Person während des ersten Drittels der Schwangerschaft (auch Trimenon genannt) das Risiko von Komplikationen und Fehlbildungen erhöhen. Einige Studienergebnisse zeigen zudem, dass insbesondere schwer an COVID-19 erkrankte Schwangere häufiger Frühgeburten hatten und die Neugeborenen öfter auf einer Intensivstation für Früh- und Neugeborene betreut werden mussten. Totgeburten oder Todesfälle sind bei Neugeborenen bislang wenig beschrieben, allerdings zeigen einzelne Studien im Fall einer schweren COVID-19-Erkrankung der Mutter ein höheres Risiko, dass das Baby tot zur Welt kommt.

Sollte ich mich gegen COVID-19 impfen lassen, wenn ich schwanger bin oder schwanger werden möchte?

Nach eingehender Beratung und Bewertung der vorhandenen Datenlage empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) Frauen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (auch: zweites Trimenon), sich mit einem mRNA-Impfstoff gegen COVID-19 impfen zu lassen. Grund für diese Impfempfehlung ist eine deutlich verbesserte Datenlage , die bisher kein gehäuftes Auftreten von schweren unerwünschten Wirkungen nach der Corona-Schutzimpfung bei Schwangeren zeigt. Die bis dato vorliegenden Daten zur Sicherheit zeigen kein gehäuftes Auftreten von Tot- oder Frühgeburten oder Gefäßfehlbildungen.

Allerdings liegen derzeit noch keine Studien zum Schutz bei Infektionen mit der Delta-Variante vor.

Die STIKO empfiehlt auch allen Frauen mit Kinderwunsch die Corona-Schutzimpfung, damit bereits zu Beginn der Schwangerschaft und insbesondere im ersten Schwangerschaftsdrittel ein sehr guter Schutz vor Corona besteht.

Im folgenden Video klärt Frau Dr. Röbl-Mathieu, Frauenärztin und STIKO-Mitglied darüber auf, was es zu den Gerüchten zur COVID-19-Impfung rund um Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit zu wissen gibt und beantwortet häufig gestellte Fragen:

Frau Dr. Röbl-Mathieu, COVID-19-Impfung in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kinderwunsch - was gibt es neues?

Die Empfehlung basiert auf einer systematischen Aufarbeitung der in den letzten Wochen verfügbar gewordenen Daten zum Risiko von schweren COVID-19-Verläufen in der Schwangerschaft sowie zur Effektivität und Sicherheit einer COVID-19-Impfung bei Schwangeren und Stillenden.

Gut zu wissen: Der Einsatz und die Sicherheit der Corona-Schutzimpfung wird fortlaufend und inzwischen auch bei Schwangeren untersucht. Eine weltweite Studie des Unternehmens BioNTech mit 4000 Schwangeren hat bereits begonnen, Ergebnisse werden jedoch erst für August 2022 erwartet. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) hat sich gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften bereits im Mai 2021 in einer aktualisieren Nutzen-Risiko-Bewertung für eine priorisierte COVID-19-Impfung von schwangeren Frauen mit einem mRNA-basierten Impfstoff ausgesprochen. Die DGGG begrüßt die Entscheidung der STIKO:

„Die Empfehlung ist komplett in unserem Sinne – die wissenschaftliche Begründung sehr faktengesättigt, zumal auch bisher unveröffentlichte Daten des RKI eingegangen sind. Nun können Frauenärztinnen und Frauenärzte ihre Patientinnen über die Vorteile des Impfschutzes beraten und eine Immunisierung gegen COVID-19 vollumfänglich sachlich fundiert empfehlen“, so Prof. Dr. Ekkehard Schleußner, Leiter der Autorengruppe für die Impfempfehlungen der Gynäkologischen Fachverbände.

Sollte ich mich als Stillende gegen COVID-19 impfen lassen?

Die STIKO empfiehlt ungeimpften Stillenden die Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs im Abstand von drei bis sechs (Comirnaty) beziehungsweise vier bis sechs (Spikevax) Wochen. Auch verschiedene Fachverbände sprechen sich in einem gemeinsamen Positionspapier für ein Impfangebot mit einem mRNA-Impfstoff für Stillende aus. Eine Stillpause nach der Impfung ist bei mRNA-Impfstoffen nicht nötig, denn bisher gibt es keine Hinweise auf ein Risiko für schwere unerwünschte Arzneimittelwirkungen während der Stillzeit für Mutter und Kind. Vielmehr kann die Impfung der Mutter auch ein positiven Effekt für den Säugling haben: Denn durch die Antikörper in der Muttermilch kann eine Nestimmunität für das Kind entstehen. Die STIKO und die Fachverbände halten es für sehr unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Stillenden während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt. Sprechen Sie mit Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen beziehungsweise Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt und wägen Sie gemeinsam Nutzen und Risiken einer möglichen Impfung ab. Weitere Infos finden Sie hier.

Sollte ich mich vor einer Impfung ärztlich beraten lassen?

Eine Impfung ist immer eine individuelle Entscheidung, die Sie am besten gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt treffen sollten. Deshalb sollten sich werdende Mütter und insbesondere Schwangere mit Vorerkrankungen (s. o.) oder mit einem erhöhten Expositionsrisiko ausführlich ärztlich beraten lassen und gemeinsam über den Nutzen und das Risiko einer Impfung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sprechen. Wichtig ist auch: War zu dem Zeitpunkt der Impfung noch nicht bekannt, dass eine Schwangerschaft besteht, ist dies keinesfalls eine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch. 

Seit Beginn der Pandemie wird empfohlen, dass sich auch Personen, die engen Kontakt mit schwangeren Frauen haben, gegen COVID-19 impfen lassen, um nicht nur sich, sondern auch die Schwangere und das Baby vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen.

Ist die Frage der Entschädigung bei der Corona-Schutzimpfung für Schwangere geklärt?

Für gesundheitliche Schäden im Zusammenhang mit einer COVID-19-Impfung wird auch dann auf der Grundlage von § 60 IfSG eine staatliche Entschädigung geleistet, wenn diese nicht öffentlich von einer Landesbehörde empfohlen worden ist – das heißt in der Regel auch, wenn die Impfung nicht von der STIKO empfohlen ist. 

Können sich Frauen mit Kinderwunsch gegen COVID-19 impfen lassen?

Die verfügbaren mRNA-Impfstoffe wurden getestet und für sicher und wirksam befunden, auch bei Kinderwunsch. Laut Paul-Ehrlich-Institut „ist im Rahmen einer Arzneimittelzulassung die bestmögliche Sicherheit für den Ausschluss von Schäden an Fortpflanzungsorganen und von einer Beeinträchtigung der Fortpflanzung beim Menschen gewährleistet.“ Frauen mit Kinderwunsch wird von der STIKO eindringlich empfohlen, sich vor Eintritt der Schwangerschaft –  entsprechend der allgemeinen Impfempfehlung für alle Personen ab 12 Jahren – impfen zu lassen. Damit besteht der bestmögliche Schutz für die Schwangere und ihr Kind bereits ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel.

Beeinträchtigt die Impfung die Fruchtbarkeit?

Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Frauen durch die Impfung unfruchtbar werden könnten. In Sozialen Medien kursierte das Gerücht, die Corona-Schutzimpfung könne unfruchtbar machen, weil sich das Spike-Protein des Coronavirus und ein Protein mit dem Namen Syncytin-1, das für die Bildung der Plazenta verantwortlich ist, ähneln. Daraus wird fälschlicherweise geschlussfolgert, dass die nach der Impfung im Körper gebildeten Antikörper die Bildung einer Plazenta beeinträchtigten. Das ist falsch und kann ausgeschlossen werden. Zudem zeigen sich bei Frauen, die an COVID-19 erkrankt waren, auch keine Hinweise auf Unfruchtbarkeit nach einer COVID-19-Erkrankung. Es sind auch keine erhöhten Zahlen an Fehlgeburten oder Komplikationen nach einer COVID-19-Erkrankung und der damit verbundenen Bildung von Antikörpern bekannt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Robert Koch-Instituts.

Das könnte Sie auch interessieren

Als Familie die Coronavirus-Pandemie gut überstehen

Für Familien gilt es in der Corona-Pandemie Familienleben, Corona-Regeln und Homeoffice miteinander zu vereinbaren. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Kindern die Corona-Regeln erklären und mit den Belastungen der Pandemie als Familie besser zurechtkommen.

Mehr erfahren

Corona-Schutzimpfung ab 12 Jahren: Das sollten Kinder und Jugendliche wissen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Wie sicher und wirksam sind die Impfstoffe? Antworten auf wichtige Fragen.

Mehr erfahren

So sicher sind die Impfstoffe gegen das Coronavirus

Innerhalb weniger Monate haben verschiedene Biotechnologieunternehmen weltweit Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 entwickelt. Warum diese trotz der rasanten Entwicklung sicher sind, können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Mehr erfahren