Bundesministerium für Gesundheit

Gesundheit von Frauen in der Corona-Pandemie

Das Coronavirus kann eine Gefahr für Männer und Frauen darstellen. Welche Risiken mit einer COVID-19-Erkrankung speziell bei Frauen einhergehen und wie sich Frauen am besten vor dem Coronavirus schützen, erfahren Sie hier.

Was muss ich über COVID-19 wissen?

Sind Frauen häufiger von einer Infektion mit dem Coronavirus betroffen als Männer?

Das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren ist für Männer und Frauen etwa gleich hoch. Allerdings erkranken Männer laut einer Übersichtsstudie häufiger schwer und sterben doppelt so häufig nach einer Infektion mit dem Coronavirus wie Frauen. Gründe dafür sind dabei oftmals die Lebensumstände bei Männern: Statistisch gesehen rauchen sie deutlich häufiger und haben einen höheren Alkoholkonsum als Frauen. Auch sind Männer häufiger von Übergewicht und Adipositas betroffen – alles Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Verlauf. Auch hormonelle Faktoren können einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben, was allerdings noch nicht abschließend geklärt ist.

Demgegenüber bekleiden Frauen laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung 75% der systemrelevanten Berufe und haben somit ein erhöhtes Infektionsrisiko im beruflichen Umfeld.  

Generell gilt deshalb für alle Menschen: Halten Sie sich an die Verhaltensregeln, die in der AHA-Formel zusammengefasst sind: Abstand halten (1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (Husten und Niesen in ein Papiertaschentuch oder die Armbeuge und gründliches Händewaschen) und im Alltag Maske tragen. Die Corona-Schutzimpfung ist darüber hinaus das wirksamste Mittel gegen eine COVID-19-Erkrankung.

Stand: 27.10.2021

Hat eine COVID-19-Erkrankung Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern?

Derzeit gibt es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber, ob eine Infektion mit COVID-19 die Fruchtbarkeit einschränkt. Es kann allerdings auch nicht ausgeschlossen werden. Denn das Coronavirus kann eine Vielzahl von Organen im menschlichen Körper angreifen und dort bleibende Schäden verursachen. Internationale Studien verweisen außerdem auf eine teils verminderte Spermienproduktion, Erektionsstörungen sowie einen starken Testosteronmangel bei Männern, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Der Mangel an Testosteron könnte in diesem Fall auch mit den neurologischen Langzeitfolgen einer Corona-Infektion zusammenhängen. Wichtig zu erwähnen ist hierbei außerdem, dass Virusinfektionen generell zu Störungen oder Schädigungen des männlichen Genitalapparats führen können. Ob auch die weiblichen Geschlechtsorgane betroffen sein können, wird derzeit erforscht. 

Die Corona-Schutzimpfung hingegen hat keinerlei Auswirkung auf die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern. Sie hilft einem schweren Verlauf und somit auch bleibenden Schäden vorzubeugen. Weitere Informationen zu den Vorteilen der Corona-Schutzimpfung finden Sie hier

Stand: 20.10.2021

 

Beeinflussen weibliche Hormone den Krankheitsverlauf von COVID-19?

Frauen erkranken seltener schwer an COVID-19 und haben auch eine geringere Sterberate als Männer. Schwangere, deren SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus festgestellt wurde, haben vergleichsweise seltener Symptome wie Fieber, Atemnot und Muskelschmerzen und auch die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf mit Aufenthalt auf einer Intensivstation und für eine invasive Beatmung ist gering, wie das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet. Dies legt den Verdacht nahe, dass weibliche Hormone wie Progesteron, Östrogene und ihr Abbauprodukt Allopregnanolon die Immunabwehr stärken (zum Beispiel durch eine erhöhte Produktion von Antikörpern) und dadurch eine geringe Wahrscheinlichkeit für schwere COVID-19-Krankheitsverläufe besteht. Bisher liegen dazu allerdings noch wenige Studiendaten vor.

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie weist zudem darauf hin, dass das Stresshormon Kortisol einen Einfluss auf schwere Krankheitsverläufe haben könnte. Ein erhöhter Kortisolspiegel lässt auch den Blutzucker ansteigen und kann so möglicherweise zu einer erhöhten Infektionsanfälligkeit und einem schweren Krankheitsverlauf bei COVID-19 beitragen. Derzeit wird intensiv daran geforscht, inwiefern Stresshormone auch bei einer COVID-19 Erkrankung therapeutisch eingesetzt werden könnten. Hierzu werden ebenfalls weitere Studien nötig sein.

Stand: 26.10.2021

Welche Langzeitfolgen können Frauen nach einer Erkrankung mit dem Coronavirus erleiden?

Die Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung (Long-COVID oder Post-COVID) äußern sich vor allem in Symptomen der Erschöpfung, Atembeschwerden, Depressionen oder Schlafstörungen. Vor allem vom Symptom der Erschöpfung sind Frauen überdurchschnittlich stark betroffen. Grundsätzlich ist die Symptomatik aber sehr divers. Prinzipiell können alle Geschlechter von Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung betroffen sein, die Wahrscheinlichkeit dafür ist für Frauen jedoch wesentlich höher. Ob es allerdings einen Zusammenhang zwischen bestimmten Symptomen und dem jeweiligen Geschlecht einer Person gibt, ist bisher ungeklärt. 

Ausführliche Informationen zu Long-COVID und Post-COVID finden Sie hier.

Stand: 26.10.2021

Haben Frauen ein höheres Risiko an Long-COVID beziehungsweise Post-COVID zu erkranken als Männer?

Prinzipiell wurde beobachtet, dass Frauen häufiger an Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung leiden als Männer. Auch die Interministeriellen Arbeitsgruppe (IMA) teilt diese Beobachtung in ihrem Bericht über Long-COVID.

Eine eindeutige Erklärung dafür gibt es allerdings nicht. Das Risiko an Long-COVID oder Post-COVID zu erkranken, ist ebenso präsent für Menschen mit einem leichten Krankheitsverlauf wie mit einem schwerem Verlauf. Ein leichter Verlauf ist allerdings generell wesentlich häufiger und wird laut einer Studie häufiger bei Frauen als Männern beobachtet. Der Grund hierfür liegt aller Wahrscheinlichkeit nach darin, dass Frauen immunologisch stärker gerüstet sind. Dadurch entsteht der längere, aber nicht so intensive Kampf gegen die Krankheit und somit die Neigung zum chronischen Leiden in Form von Long-COVID oder Post-COVID.

Stand: 26.10.2021

Ist das Coronavirus beim Sex übertragbar?

Auch beim Sex besteht ein hohes Ansteckungsrisiko, denn die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung steigt, wenn man einer Person, die mit dem Coronavirus infiziert ist, näher als 1,5 Meter kommt. Auch beim Küssen besteht ein hohes Risiko für eine Übertragung, da hier Speichel ausgetauscht wird. Weitere Informationen finden Sie hier.

Stand: 11.10.2021

Was muss ich zur Corona-Schutzimpfung wissen?

Beeinflusst die Corona-Schutzimpfung den weiblichen Zyklus?

Gemeldet wurden unter anderem Zwischenblutungen, eine verstärkte oder ausbleibende Menstruation und andere Zyklus-Unregelmäßigkeiten (veröffentlicht im Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts, Seite 26). Unter Berücksichtigung der Anzahl geimpfter Frauen in den relevanten Altersgruppen und der Häufigkeit von Zyklusstörungen bewertet das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Anzahl der Meldungen als "nicht ungewöhnlich hoch", wenngleich davon auszugehen ist, dass einige, insbesondere vorübergehende Zyklusstörungen, nicht berichtet werden. Es ist somit nicht abschließend geklärt, ob die Corona-Schutzimpfung einen Einfluss auf den weiblichen Zyklus hat. Ein möglicher Zusammenhang wird weiter untersucht.

Zyklusstörungen nach einer Impfung müssen nicht zwangsläufig auf den verabreichten Impfstoff zurückzuführen sein. Typische Impfreaktionen wie Fieber, Müdigkeit oder Muskelschmerzen bedeuten Stress für den Körper. Und Stress ist ein häufiger Auslöser für Zyklusstörungen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Impfung das Immunsystem dazu stimuliert, Signalstoffe auszuschütten, die wiederum im ganzen Körper Immunzellen aktivieren. In der Gebärmutterschleimhaut befinden sich viele Immunzellen, sodass auch sie stimuliert werden und es so zu möglichen Unregelmäßigkeiten im Zyklus kommen könnte.

Ein gestörter Zyklus pendelt sich in der Regel wieder von allein ein. Wenn die Unregelmäßigkeiten allerdings länger als drei Monate nach der Impfung anhalten, sollte dies ärztlich überprüft werden. Betroffene Personen können Zyklusstörungen als mögliche Impfkomplikation unter nebenwirkungen.bund melden.

Stand: 26.11.2021

Ich nehme die Anti-Baby-Pille. Verträgt sich das mit der Corona-Schutzimpfung?

Die Einnahme der Anti-Baby-Pille zum Zeitpunkt der Impfung ist unbedenklich. Die Pille muss im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung auch nicht pausiert werden.

An den Zulassungsstudien für die Impfstoffe nahmen – wie üblich – auch Frauen teil, die während der Studiendauer nicht schwanger waren und im zeitlichen Zusammenhang mit der Verabreichung der Impfung eine hormonelle Kontrazeption ("die Pille") einnahmen.

Unter dieser FAQ sind die Links zu den Beipackzetteln aller in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffe hinterlegt.

Stand: 17.11.2021

Gibt es einen Impfstoff, der für Frauen besonders geeignet ist?

Die bisher zugelassenen Impfstoffe wurden in den Zulassungsstudien an vielen verschiedenen Probandinnen und Probanden mit unterschiedlichen demographischen Merkmalen erprobt. Dabei wurde mit Hinblick auf die Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe kein Unterschied zwischen Männern und Frauen beobachtet. Es gibt daher keinen speziellen Impfstoff für Frauen. Für Frauen mit Kinderwunsch und Stillende empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) allerdings ausdrücklich die mRNA-Impstoffe Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna  (allerdings beschränkt auf Personen ab 30 Jahren) und Comirnaty® von BioNTech/Pfizer  zum erhöhten Schutz gegen COVID-19.

Für Schwangere wird die Impfung mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfohlen; der Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna soll laut STIKO-Empfehlung nicht für Schwangere verwendet werden.In einer Studie zeigte sich, dass sich bei mRNA-Impfstoffen eine vergleichsweise signifikant höhere Antikörperzahl in der Muttermilch von geimpften Stillenden bilden konnte als bei Vektor-Impfstoffen. Hintergründe zu den Impfstoff-Zulassungen finden Sie hier.

***  Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat den Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna am 18. November 2021 auf die Anwendung für die Altersgruppe ab 30 Jahren beschränkt. Dies sieht die STIKO als eine vorsorgliche Maßnahme, da verschiedene Daten darauf hinweisen, dass das Risiko für Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen nach der Impfung mit Spikevax® bei Jüngeren höher ist als nach der Impfung mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer. Zudem soll laut STIKO-Empfehlung auch eine Impfung von Schwangeren unabhängig vom Alter vorsorglich nur mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer  und ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel erfolgen. Die Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung zu diesem Punkt finden Sie hier. Für eine schnelle Booster-Kampagne spielen aber weiterhin beide mRNA-Impfstoffe – BioNTech/Pfizer und Moderna – eine wichtige Rolle. Sie sind qualitativ gleichwertig und bei Personen ab 30 Jahren gleich sicher. Auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat vor kurzem noch einmal deutlich gemacht, dass beide mRNA-Impfstoffe gleichermaßen sehr gut für Erst,- Zweit- oder Booster-Impfungen geeignet sind. Die ausführliche Meldung des PEI finden Sie hier***

 

Stand: 19.11.2021

Haben Frauen häufiger Nebenwirkungen nach der Corona-Schutzimpfung als Männer?

Bei Frauen wurde tatsächlich häufiger der Verdacht auf Nebenwirkungen und Impfkomplikationen gemeldet, als bei Männern. Das weiß man, weil der Einsatz der COVID-19-Impfstoffe kontinuierlich überprüft wird. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt sammeln so wichtige Daten, die den Einsatz der Impfstoffe noch sicherer machen sollen. Auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) prüft fortlaufend alle relevanten Daten zur Corona-Schutzimpfung und informiert in seinen Sicherheitsberichten darüber. Dort wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass etwa drei Viertel der Verdachtsmeldungen Frauen betreffen. Die Expertinnen und Experten des PEI gehen zurzeit davon aus, dass dies auf den höheren Frauenanteil bei den Impfungen zurückzuführen ist. 

Auch Daten aus den USA nach Impfungen mit mRNA-Impfstoffen lassen erkennen, dass typische Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle oder Müdigkeit sowie allergische Reaktionen häufiger bei Frauen auftreten. Die Immunantwort scheint bei Frauen stärker zu sein – ein Phänomen, das bereits von anderen Impfstoffen bekannt ist (zum Beispiel bei Influenza- oder Masern-Impfungen). Fachleute führen dies einerseits auf die weiblichen Hormone zurück, die das Immunsystem stimulieren können. Andererseits können auch die Gene eine Rolle spielen – in diesem Fall das X-Chromosom, auf dem sich viele Immunitätsgene befinden. Frauen haben zwei davon und somit doppelt so viele wie Männer, die ein X-Chromosom und ein Y-Chromosom haben.  

Stand: 29.11.2021 

Haben Frauen ein erhöhtes Risiko für schwere Nebenwirkungen bei der Impfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca?

In Deutschland wurde in mehreren Fällen eine spezielle Form von Hirnvenen-Thrombosen in Verbindung mit einem Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie) und Blutungen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca festgestellt. Diese Nebenwirkungen wurden bei allen Geschlechtern beobachtet, allerdings vorwiegend bei Frauen. Mehr Informationen zu Nebenwirkungen beim Impfstoff Vaxzevria® finden Sie hier.

Immunologisch gibt es keinen Grund, davon auszugehen, dass Frauen grundsätzlich und eher von Nebenwirkungen betroffen sein könnten als Männer. Es liegt nahe, dass der Grund für die beobachtete Geschlechtsverteilung darin liegt, dass Vaxzevria® in den ersten Monaten in Deutschland verstärkt Anwendung bei jüngeren Frauen gefunden hat. Auch bei Männern unter 60 Jahren wurden mehr Hirnvenen-Thrombosen beobachtet als ohne Impfung zu erwarten gewesen wären. Da also vorab deutlich mehr jüngere Frauen als Männer geimpft wurden und diese eine höhere Wahrscheinlichkeit für solch spezielle Thrombosen ohne Impfung aufweisen, macht es den Anschein, dass die Erhöhung des Risikos für Hirnvenen-Thrombosen bei Frauen und Männern fast gleich ist (bei jedoch immer noch geringer Anzahl).

Stand: 28.10.2021

 

Führt die Impfung zu Unfruchtbarkeit bei Frauen?

Vor der Zulassung der Impfstoffe werden diese umfangreich geprüft. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Frauen wegen der Impfung unfruchtbar werden könnten. 

In sozialen Medien kursierte, dass eine Corona-Schutzimpfung unfruchtbar machen könne, weil sich Spikeproteine des Coronavirus und das Protein Syncytin-1, das für die Bildung der Plazenta verantwortlich ist, ähneln. Daraus wurde geschlussfolgert: Bildet der Körper der Geimpften nach der Impfung Antikörper gegen das Spikeprotein des Coronavirus, richten sich diese auch gegen das Syncytin-1-Protein und beeinträchtigen somit die Bildung einer Plazenta. Da die Ähnlichkeit zwischen den beiden Proteinen aber so minimal ist, kann eine Kreuzreaktion des COVID-19-Impfstoffs ausgeschlossen werden.

Selbst wenn sich Corona-Antikörper tatsächlich gegen das Syncytin-1-Protein richten könnten, hätte dies bei einer COVID-19-Erkrankungen durch die Antikörperbildung zu erhöhten Zahlen an Fehlgeburten oder Komplikationen führen müssen – dies ist aber nicht der Fall. 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Corona-Schutzimpfung generell für Schwangere und Stillende. Nach einer systemischen Aufarbeitung neu verfügbarer Daten zum Risiko von schweren COVID-19-Verläufen in der Schwangerschaft und der Effektivität und Sicherheit der Impfung bei Schwangeren und Stillenden, bewertete die STIKO die COVID-19-Impfung für Schwangere und Stillende als sicher und wirksam. Auch Frauen mit potentiellem Kinderwunsch empfiehlt die STIKO die Corona-Schutzimpfung ausdrücklich, damit bereits vor Eintritt der Schwangerschaft ein sehr guter Schutz vor einer Erkrankung besteht.   

Mehr zum Thema Corona-Schutzimpfung und Unfruchtbarkeit lesen Sie in diesem Artikel

Stand: 03.11.2021

Können sich Frauen mit Kinderwunsch gegen COVID-19 impfen lassen?

Ja, auch Frauen mit Kinderwunsch können sich gegen COVID-19 impfen lassen. Die verfügbaren COVID-19-Impfstoffe wurden an Erwachsenen – auch Frauen mit Kinderwunsch – getestet und für sicher und wirksam befunden. Die Ständige Impfkommission empfiehlt jetzt sogar ausdrücklich Frauen mit Kinderwunsch die Impfung. Es kursieren diverse Fehlinformationen im Zusammenhang mit dem Thema Schwangerschaft und Corona-Schutzimpfung. Eine davon hält sich besonders hartnäckig: Sie besagt, dass die Impfung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen könne. Diese Aussage ist falsch. In den umfangreichen klinischen Prüfungen, die vor der Zulassung der Impfstoffe durchgeführt wurden, gibt es dafür keine Hinweise.

Die Fehlinformation beruht darauf, dass das Protein, welches von den Impfungen kodiert wird, strukturell ähnlich ist wie ein Protein, das für die Fruchtbarkeit wichtig ist. Tatsächlich beschränkt sich diese Ähnlichkeit jedoch auf wenige Abschnitte des Proteins. Solche Ähnlichkeiten treten sehr häufig auf und sind nicht spezifisch für die COVID-19-Impfung. Würde so eine Ähnlichkeit unfruchtbar machen, dann würde die Infektion mit COVID-19 auch unfruchtbar machen. Dies wurde jedoch weltweit nicht beobachtet (weitere Informationen finden Sie bei der Universität Jena).

Das Paul-Ehrlich-Institut bewertet die Sicherheit dazu so: „Mit dieser Datenlage ist im Rahmen einer Arzneimittelzulassung die bestmögliche Sicherheit für den Ausschluss von Schäden an Fortpflanzungsorganen und von einer Beeinträchtigung der Fortpflanzung beim Menschen gewährleistet.“ Frauen mit Kinderwunsch können sich also gegen COVID-19 impfen lassen (weitere Informationen zum Thema Sicherheit und Wirksamkeit finden Sie auch auf der Website des Paul-Ehrlich-Instituts). Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt in der aktualisierten COVID-19-Impfempfehlung für Schwangere und Stillende vom 17. September 2021 ausdrücklich, dass sich alle noch nicht oder unvollständig Geimpften mit Kinderwunsch gegen COVID-19 impfen lassen sollten, damit bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft ein sehr guter Schutz vor dieser Erkrankung besteht.

Mehr Informationen zur Corona-Schutzimpfung finden Sie hier.

Stand: 18.11.2021

Wieso kann man das Risiko der Unfruchtbarkeit bei der Corona-Schutzimpfung ausschließen, obwohl keine Langzeitstudien existieren?

Das Gerücht, dass die Corona-Schutzimpfung unfruchtbar machen würde, rührt daher, dass sich Spikeproteine des Coronavirus und das Protein Syncytin-1, das für die Bildung der Plazenta verantwortlich ist, ähnlich sind. Die irrtümliche Schlussfolgerung daraus war: Bildet der Körper der Geimpften nach der Impfung Antikörper gegen das Spikeprotein des Coronavirus, richten sich diese auch gegen das Syncytin-1-Protein und beeinträchtigen somit die Bildung einer Plazenta. Da die Ähnlichkeit zwischen den beiden Proteinen aber so minimal ist, kann eine Kreuzreaktion des COVID-19-Impfstoffs ausgeschlossen werden. Außerdem ist zu sagen, dass selbst wenn sich Corona-Antikörper gegen das Syncytin-1-Protein richten könnten, hätte dies bei COVID-19-Erkrankten zu einer Häufung von Fehlgeburten und Komplikationen führen müssen infolge der Antikörperbildung durch eine Erkrankung.

Außerdem werden bei jeder Arzneimittelzulassung innerhalb der EU vor der Anwendung an Menschen unterschiedliche Untersuchungen zur Schädlichkeit an Tieren durchgeführt. So auch bei den mRNA-Corona-Impfstoffen Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna.  

In diesem Umfang wurde auch die potenziell gesundheitsschädliche Wirkung der Corona-Schutzimpfung im Hinblick auf Fruchtbarkeit in einer speziellen und sehr umfangreichen Studie untersucht. Hier konnten keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung dieser gefunden werden. Auch eine Veränderung der Fortpflanzungsorgane (Eierstöcke) konnte bei wiederholter Gabe einer erhöhten Impfstoffdosis nicht beobachtet werden. 

Mehr Informationen zur Prüfung der COVID-19-mRNA-Impfstoffe hinsichtlich ihres Einflusses auf die Fruchtbarkeit finden Sie auf der Seite des Paul-Ehrlich-Instituts

Stand: 26.10.2021