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Bundesministerium für Gesundheit

Corona-Schutzimpfung in Arztpraxen – Logistische Fragen

Wie und wo Hausarztpraxen Impfstoffe bestellen können, wie die Impfstoffe gelagert werden müssen und wie die Corona-Schutzimpfung abgerechnet wird – diese und weitere organisatorische Fragen beantworten wir Hausärztinnen und Hausärzten hier.

Impfstoffe und Impfzubehör

Wie bekommen Ärztinnen und Ärzte den Impfstoff für die Durchführung von Corona-Schutzimpfungen in ihre Vertragsarztpraxis?

Die Bestellung der COVID-19- Impfstoffe muss immer dienstags, bis spätestens 12 Uhr mittags für die darauffolgende Woche in der Apotheke erfolgen. Wichtig hierbei ist: Bestellen Sie nur bei einer Apotheke, das heißt bestellen Sie nur bei der Apotheke, von der Sie üblicherweise Ihren Praxisbedarf beziehen.

Beachten Sie: Seit dem 7. Juni werden auch Betriebsärztinnen und -ärzte sowie Privatärztinnen und -ärzte in die Impfkampagne einbezogen. Informationen zum Ablauf der Versorgung der Betriebsärztinnen und -ärzte mit COVID-19-Impfstoffen finden Sie hier.

Stand: 23.07.2021

Wie viele Impfstoffdosen kann eine Vertragsärztin oder ein Vertragsarzt pro Woche bestellen?

Derzeit sind Bestellungen von 24 bis 48 Impfstoffdosen pro Woche möglich. Abhängig von der Anzahl der Gesamtbestellungen erhält jede Vertragsärztin und jeder Vertragsarzt mindestens 24-30 Dosen (4-5 Vials) des Impfstoffs Comirnaty® von BioNTech/Pfizer.

Zu beachten ist, dass insbesondere zu Beginn damit gerechnet werden sollte, dass Praxen, abhängig vom gesamten Bestellvolumen, weniger Dosen erhalten als bestellt wurden. Eine größere Lieferung als die bestellte Menge ist zunächst ausgeschlossen.

Stand: 04.06.2021

Können Ärztinnen und Ärzte für Ihre Praxis auch unterschiedliche Mengen verschiedener Impfstoffe bestellen?

Seit dem 7. April wird in Arztpraxen geimpft. Für die Erstimpfung erfolgt zunächst eine generische Bestellung der COVID-19-Impfstoffdosen, das heißt ohne die spezifische Angabe des Impfstoffs, einschließlich des entsprechenden Impfzubehörs (Kanülen, Spritzen und gegebenenfalls NaCl-Lösung). Perspektivisch soll bei Verfügbarkeit von höheren Impfstoffmengen eine impfstoffspezifische Bestellung erfolgen können. Um sicherzustellen, dass für die Zweitimpfung der gleiche Impfstoff zur Verfügung steht wie für die Erstimpfung, bestellen Praxen hierfür den entsprechenden Anteil impfstoffspezifisch mit dem Hinweis auf die Zweitimpfung.

Bitte beachten Sie hierbei die festgelegten Impfintervalle – diese variieren je nach Impfstoffhersteller. Hier finden Sie Informationen zu den Impfintervallen.  

Stand: 14.07.2021

Welches Bestellformular nutzen Ärztinnen und Ärzte und wie füllen sie es aus?

Für die Bestellung von Impfstoffen nutzen Sie bitte das Arzneimittelrezept – genauer: das Formular Muster 16.

Als Kostenträger geben Sie das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) mit dem IK 100038825 an.

Als Beispiel:

  • Bestellung für Erstimpfungen: „30 COVID-19-Impfstoffdosen plus erforderliches Impfzubehör“
  • Bestellung für Erst- und Zweitimpfungen: „50 COVID-19-Impfstoffdosen plus erforderliches Impfzubehör, davon 18 Impfstoffdosen Comirnaty® BioNTech/Pfizer und 10 Impfstoffdosen COVID-19-Vaccine AstraZeneca® von AstraZeneca für Zweitimpfungen“

Die Anzahl der ausgelieferten Dosen wird gegebenenfalls entsprechend der Durchstechflaschen-Inhalte angepasst.

Stand: 22.07.2021

Wird alles in die Praxis mit geliefert, was für die Verimpfung gebraucht wird?

Ja. Zusammen mit den Impfstoffen wird das jeweilige Impfzubehör (Spritzen, Kanülen, gegebenenfalls NaCl-Lösung) in entsprechender Anzahl von der Apotheke mitgeliefert.

Eine impfstoffbezogene Übersicht zum benötigten Impfzubehör pro Impfstoff-Mehrdosenbehältnis steht hier zur Verfügung und wird auch in diesem Dokument auch nochmal genau aufgeschlüsselt.

Stand: 21.07.2021

Was können Ärztinnen und Ärzte tun, wenn weniger Impfstoffe geliefert wird, als sie für ihre Praxis vorbestellt haben?

Es ist vorgesehen, dass die Praxen bis Donnerstag der jeweiligen Bestellwoche darüber informiert werden, ob ihnen in der Folgewoche die bestellte Menge in dem angedachten Umfang geliefert werden kann. Diese Rückmeldung erfolgt durch die Apotheke, bei der die Praxis bestellt hat. So kann dies bei den Planungen der Impftermine noch berücksichtigt werden.

Stand: 14.07.2021

Wie lagere ich die Impfstoffe in der Praxis? Was muss ich zur Haltbarkeit wissen?

Haltbarkeit und Lagerung des Impfstoffs Comirnaty® von BioNTech/Pfizer

  • Ungeöffnete Durchstechflaschen: Lagerung bei -90 Grad Celsius bis -60 Grad Celsius: bis zu sechs Monate
  • Aufgetaut und ungeöffnet: maximal 31 Tage im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad Celsius (inklusive Zeit für Auftauen und Transport); 2 Stunden bei Raumtemperatur bis 30 Grad Celsius; nach dem Auftauen nicht wieder einfrieren
  • Lagerung (unverdünnt) bei Raumtemperatur (max. 30 Grad Celsius): max. 2 Stunden
  • nach Rekonstitution innerhalb von 6 Stunden verimpfen, Lagerung bei 2 Grad Celsius bis 30 Grad Celsius 
  • vorsichtiger Transport möglich, Erschütterungen sind unbedingt zu vermeiden
  • Mit der Lieferung des Impfstoffs wird ein Begleitdokument ausgehändigt, auf dem der Auftauzeitpunkt und das damit zusammenhängende Ende der Haltbarkeit vermerkt ist.

Haltbarkeit und Lagerung des Impfstoffs COVID-19-Vaccine Vaxzevria® von AstraZeneca

Wichtig: nicht verdünnen und nicht schütteln! 

  • Ungeöffnet: 6 Monate im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C, nicht einfrieren, vor Licht schützen
  • Geöffnet: nach Entnahme der ersten Dosis aus dem Mehrdosenbehältnis nicht mehr als 48 Stunden im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C; innerhalb dieses Zeitraums kann der Impfstoff bei bis zu 30 °C für bis zu 6 Stunden gelagert und angewendet werden (nach Ablauf der 6 Stunden muss der Impfstoff verworfen werden, das heißt, er darf nicht wieder in den Kühlschrank zurückgestellt werden).
  • Überschüssiger Impfstoff aus mehreren Durchstechflaschen darf nicht zusammengeführt werden. Nicht verwendeter Impfstoff ist zu entsorgen.

Weitere grundsätzliche Hinweise zur Lagerung der Impfstoffe:

  • Im Kühlschrank lagern
  • Kontinuierliche Überwachung der Kühlschranktemperatur mit einem Datenlogger und Alarmfunktion
  • Vor Licht geschützt lagern

Stand: 30.06.2021

 

Wo können impfende Vertragsärztinnen und Vertragsärzte die genaue Handhabung zu den verschiedenen Impfstoffen nachlesen?

Viele Materialien speziell für Praxen können Sie auf der Themenseite zur Corona-Schutzimpfung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung abrufen.

Beachten Sie auch die Fach- und Gebrauchsinformationen zu den Impfstoffen, bereitgestellt vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Darüber hinaus können sich Praxen auf den Internetseiten von BioNTechAstraZeneca, Johnson & Johnson oder gesammelt auf der Website des Paul-Ehrlich-Instituts zum jeweiligen Impfstoff informieren. Die Hersteller bieten umfangreiche Informationen für Fachkreise.

Stand: 04.06.2021

 

 

Kann ich auch verschiedene Schutzimpfungen (nicht nur gegen COVID-19) an einem Tag durchführen?

Zu anderen planbaren Impfungen soll ein Mindestabstand von 14 Tagen vor Beginn und nach jeder Corona-Schutzimpfung eingehalten werden. Notfallimpfungen sind davon ausgenommen. Mehr dazu lesen Sie hier

Stand: 01.07.2021

Worauf sollte ich nach verabreichter Corona-Schutzimpfung bei meinen Patientinnen und Patienten achten?

Im Allgemeinen wird eine Nachbeobachtungszeit nach der Impfung gegen COVID-19 von mindestens 15 Minuten empfohlen. Längere Nachbeobachtungszeiten von 15 bis 30 Minuten sollten vorsichtshalber bei bestimmten Risikopersonen eingehalten werden, beispielsweise bei Personen mit gerinnungshemmender Medikation, schweren kardialen oder respiratorischen Grunderkrankungen, also Herz- oder Lungenkrankheiten, oder mit stärkeren oder anaphylaktischen Reaktionen auf andere Impfungen in der Krankenvorgeschichte (Anamnese).

Zudem sollten sich geimpfte Personen unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben, wenn Sie nach der Impfung Atemnot, Brustschmerzen, Schwellungen der Beine oder anhaltende Bauchschmerzen entwickeln. Geimpfte Personen sollten auch sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, wenn sie einige Tage nach der Impfung starke oder anhaltende Kopfschmerzen oder Sehstörungen haben oder bei ihnen nach einigen Tagen Blutergüsse oder punktförmige Hautblutungen außerhalb der Einstichstelle auftreten.

Mehr dazu lesen Sie in den Aufklärungsmerkblättern im Downloadbereich

Stand: 16.07.2021

Dokumentation und Abrechnung

Wie hoch ist die Vergütung für ärztliche Leistungen bei der Corona-Schutzimpfung?

Das Bundesministerium für Gesundheit legt in seiner Coronavirus-Impfverordnung die Vergütung ärztlicher Leistungen im Zusammenhang mit der Corona-Schutzimpfung fest. Laut dieser erhalten Arztpraxen unter anderem:

  • 20 Euro je Impfung, das heißt für die Erst- und Abschlussimpfung insgesamt 40 Euro. Damit abgegolten sind die Aufklärung und Impfberatung, die symptombezogene Untersuchung zum Ausschluss akuter Erkrankungen oder Allergien, die Verabreichung des Impfstoffs, die Beobachtung in der sich unmittelbar anschließenden Nachsorgephase und die medizinische Intervention im Fall von Impfreaktionen sowie die Teilnahme an der Impfsurveillance (Meldung der erforderlichen Impfdaten an das Robert Koch-Institut (RKI)).
  • 35 Euro zusätzlich bei einem notwendigen Hausbesuch und jeweils 15 Euro für das Impfen jeder weiteren Person in derselben Einrichtung oder sozialen Gemeinschaft.
  • 10 Euro für eine ausschließliche Impfberatung ohne Impfung. Eine Impfberatung kann auch per Telefon- oder Videosprechstunde erfolgen.

Stand: 16.07.2021

Welche Daten müssen in Verbindung mit der Corona-Schutzimpfung gemeldet werden?

Die Coronavirus-Impfverordnung sieht die tägliche Datenübermittelung über das Impf-DokuPortal der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vor. Es handelt sich um einen eingeschränkten Satz an Daten, den das Robert Koch-Institut (RKI) für die laufende Beobachtung des Impfgeschehens benötigt. Die Eingabe der Daten muss täglich bis 23.59 Uhr erfolgen. Angaben zur Impfindikation sowie die Chargennummer werden später mit der Quartalsabrechnung erfasst und durch die Kassenärztliche Vereinigung an das RKI übermittelt. 

Folgende Angaben sind täglich durch die Arztpraxen zu erfassen: 

  • die Anzahl der Erstimpfungen aufgegliedert nach Impfstoff

  • die Anzahl der Abschlussimpfungen aufgegliedert nach Impfstoff  

  • die Anzahl der über 60-Jährigen bei den Erst- und Abschlussimpfungen  

Hinweise zur Nutzung des Impf-DokuPortal der KBV finden Sie hier

Stand: 15.07.2021

Wie erfolgt die Abrechnung der Corona-Schutzimpfungen?

Sämtliche Corona-Schutzimpfungen für Kassen- oder Privatpatienten rechnen Ärztinnen und Ärzte über ihre Kassenärztliche Vereinigung ab. Dafür gibt es bundesweit einheitliche Pseudo-Gebührenordnungspositionen.  

Mit der quartalsweisen Abrechnung erfolgt zudem der zweite Schritt der Dokumentation: Über die Pseudoziffern werden Daten erfasst, die das Robert Koch-Institut nach dem Infektionsschutzgesetz zur Beobachtung des Impfgeschehens in Deutschland benötigt. Außerdem ist jede Corona-Schutzimpfung nach dem Infektionsschutzgesetz (§ 22) „unverzüglich“ in einem Impfausweis oder in einer Impfbescheinigung zu dokumentieren.  

Neben der Abrechnung ist keine zusätzliche Dokumentation erforderlich. Erfasst werden muss lediglich die Chargennummer des Impfstoffes, alle Pseudoziffern sind im Praxisverwaltungssystem hinterlegt. 

Einen Überblick zu den Pseudoziffern finden Sie hier.

Stand: 20.07.2021