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Corona-Schutzimpfung in Betrieben

Was es bei der Corona-Schutzimpfung für Betriebsärztinnen und Betriebsärzte zu beachten gilt, wie und wo Impfstoffe bestellt werden können und wie die Impfstoffe gelagert werden müssen – diese und weitere organisatorische Fragen beantworten wir hier.

Welche Voraussetzungen muss eine Betriebsärztin oder ein Betriebsarzt erfüllen, um Impfstoff bestellen zu dürfen?

Bestellberechtigt sind alle in Unternehmen angestellten Betriebsärztinnen und -ärzte (Werksärztinnen und Werksärzte), alle Betriebsärztinnen und -ärzte eines überbetrieblichen Dienstes und alle freien Betriebsärztinnen und -ärzte, die für ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland Impfungen gegen COVID-19 durchführen werden. 

Für die Teilnahme an den Impfungen hat die Betriebsärztin oder der Betriebsarzt ihre Anbindung an die Impfsurveillance sicherzustellen. Der gesamte einer Betriebsärztin oder einem Betriebsarzt zur Verfügung gestellte Impfstoff einer Bestellung soll an einem Ort verabreicht werden, der über eine geeignete Infrastruktur zur Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Handhabung der Impfstoffe gegen COVID-19 verfügen muss.

Mehr lesen Sie in diesem Artikel und auf dieser Website

Stand: 13.09.2021

Wie läuft die Bestellung und Lieferung des Impfstoffs für die Durchführung von Corona-Schutzimpfungen in Betrieben ab?

Jede impfende Betriebsärztin und jeder impfende Betriebsarzt bestellt die benötigten Impfstoffdosen plus erforderliches Impfzubehör auf dem blauen Privatrezept (DIN A6 quer) selbst. Die Bestellung muss jeweils spätestens bis Donnerstag, 12.00 Uhr, für die übernächste Woche erfolgt sein. 

Wichtig ist: Bestellen Sie nur bei einer Apotheke, das heißt bestellen Sie nur bei der Apotheke, von der Sie üblicherweise Ihren Praxisbedarf beziehen.

Es ist vorgesehen, dass die Betriebsärztinnen und Betriebsärzte bis spätestens Mittwoch vor der anstehenden Impfwoche darüber informiert werden, ob ihnen in der nächsten Woche die bestellte Menge in dem Umfang geliefert werden kann. Die Anlieferung des Impfstoffs inklusive Impfzubehör erfolgt grundsätzlich am Montag – in der Regel nachmittags.

Wenn eine Betriebsärztin oder ein Betriebsarzt eines überbetrieblichen Dienstes für mehrere Unternehmen in einer Woche Impfstoff bestellt, werden die Impfungen in den Räumlichkeiten des Betriebsarztes oder anderen Räumlichkeiten mit geeigneter Infrastruktur durchgeführt. Es ist nicht vorgesehen, dass die Apotheke die bestellten Impfstoffe einer Betriebsärztinnen oder eines Betriebsarztes an mehrere Impfstellen liefert.

Mehr aktuelle Infos erhalten Sie auf dieser Website

Stand: 19.07.2021

Bis wann muss der Impfstoff bestellt werden?

Der benötigte Impfstoff muss jeweils spätestens bis Dienstag, 12.00 Uhr, der Vorvorwoche, für die übernächste Woche, bestellt werden. Die Anlieferung des Impfstoffs inklusive Impfzubehör erfolgt über die Apotheke jeweils am Montagnachmittag.

Stand: 10.08.2021

Welches Bestellformular nutzen Betriebsärztinnen und Betriebsärzte und wie füllen sie es aus?

Für die Bestellung nutzen Betriebsärztinnen und Betriebsärzte das blaue Privatrezept (A 6 quer). Diese Vordrucke können einfach und schnell über die üblichen Praxisformularhersteller bestellt werden.

Freie Betriebsärztinnen und Betriebsärzte, die gleichzeitig an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, müssen ihre Bestellungen für die betriebsärztliche Versorgung streng von den Bestellungen für die vertragsärztliche Versorgung trennen.

Das Rezept ist mit den Angaben zur Ärztin oder zum Arzt sowie einer eigenhändigen Unterschrift zu versehen und im Original bei der Apotheke einzureichen. Als Kostenträger wird das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) mit dem Institutionenkennzeichen IK 103609999 hinzugefügt.

Als Beispiel:

  • Bestellung für Erstimpfungen: „Erstimpfungen: 12 Impfstoffdosen Comirnaty® plus erforderliches Impfzubehör und 30 Impfstoffdosen Vaxzevria® plus erforderliches Impfzubehör“
  • Bestellung für die spätere Zweitimpfung: „Zweitimpfungen: 24 Impfstoffdosen Comirnaty® plus erforderliches Impfzubehör“ (erst ab Juli möglich)

Die Bestellung von Impfstoff für Erst- und Zweitimpfungen erfolgt auf zwei separaten Rezepten.

Ausfüllhilfe: Die Befüllung der Felder erfolgt analog dem Formular Muster 16, das die Vertragsärztinnen und -ärzte für die Bestellungen der COVID-19-Impfstoffe verwenden.

Weitere Infos erhalten Sie auf dieser Website. 

Stand: 02.09.2021

Wird alles in den Betrieb geliefert, was für die Verimpfung gebraucht wird?

Ja, das jeweilige Impfzubehör (Spritzen, Kanülen, gegebenenfalls NaCl- Lösung) wird in entsprechender Anzahl kostenfrei von der Apotheke mitgeliefert.

Ein wichtiger Hinweis hierzu: Aus organisatorischen Gründen ist es nicht möglich, die Lieferung des Impfzubehörs abzubestellen. Kosten für selbstbeschafftes Impfzubehör werden nicht erstattet. Für Unternehmen, die bereits dieses Impfzubehör auf eigene Kosten beschafft haben, soll ein Weg eröffnet werden, wie sie dieses gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben können. Sobald dieser Weg geklärt und eröffnet ist, wird er hier veröffentlicht.

Stand: 08.09.2021

Wie werden die Impfstoffe gelagert? Was muss ich zur Haltbarkeit wissen?

Lagerung und Haltbarkeit des Impfstoffs Comirnaty® von BioNTech/Pfizer:

  • Aufgetaute und ungeöffnete Durchstechflaschen: Maximal 1 Monat bei 2 bis 8°C (inklusive Zeit für Auftauen), innerhalb der 1-monatigen Haltbarkeitsdauer bei 2 bis 8°C können 12 Stunden für den Transport genutzt werden; vor der Verwendung kann die ungeöffnete Durchstechflasche bis zu 2 Stunden bei Temperaturen bis 30°C gelagert werden.
  • Nach dem Auftauen darf der Impfstoff nicht erneut eingefroren werden. Der Impfstoff ist vor Erschütterungen und Licht zu schützen.
  • Mit der Lieferung des Impfstoffs wird ein Begleitdokument ausgehändigt, auf dem der Auftauzeitpunkt und das damit zusammenhängende Ende der Haltbarkeit sowie die Transportzeiten vermerkt sind.
  • Verdünntes Arzneimittel: Nach der Verdünnung sollte der Impfstoff bei 2 bis 30 °C innerhalb von 6 Stunden verwendet werden.

Lagerung und Haltbarkeit des Impfstoffs Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna:

  • Aufgetaute und ungeöffnete Durchstechflaschen: Für maximal 30 Tage im Kühlschrank vor Licht geschützt bei 2°- 8° C. Nach Entnahme aus der Kühlung kann der ungeöffnete Impfstoff bis zu 12 Stunden bei 8 - 25°C aufbewahrt werden.
  • Nach dem Auftauen darf der Impfstoff nicht erneut eingefroren werden. Der Impfstoff ist vor Erschütterungen und Licht zu schützen.
  • Geöffnete Durchstechflasche: Nach der Verdünnung sollte der Impfstoff bei 2 bis 25 °C innerhalb von 6 Stunden verwendet werden.

Haltbarkeit des Impfstoffs Vaxzevria® von AstraZeneca:

  • Ungeöffnete Durchstechflasche: 6 Monate bei Lagerung im Kühlschrank (2 bis 8°C)
  • Der Impfstoff darf nicht eingefroren werden. Der Impfstoff ist vor Erschütterungen und Licht zu schützen.
  • Geöffnete Durchstechflasche: Der Impfstoffs sollte nach Entnahme der ersten Dosis aus dem Mehrdosenbehältnis für nicht mehr als 48 Stunden im Kühlschrank bei 2 bis 8°C gelagert werden; innerhalb dieses Zeitraums kann der Impfstoff einmalig bei bis zu 30°C für bis zu 6 Stunden gelagert und angewendet werden (nach Ablauf der 6 Stunden muss der Impfstoff verworfen werden, nicht wieder in den Kühlschrank zurückstellen). 

Haltbarkeit des Impfstoffs Janssen® von Johnson & Johnson:

  • Aufgetaute und ungeöffnete Durchstechflaschen: Bis zu 3 Monate im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C und vor Licht geschützt. Eine ungeöffnete Durchstechflasche ist bei 9 bis 25 °C für insgesamt 12 Stunden stabil (dies stellt keine empfohlene Lagerungs- und Transportbedingung dar).
  • Nach dem Auftauen darf der Impfstoff nicht erneut eingefroren werden. Der Impfstoff ist vor Erschütterungen und Licht zu schützen.
  • Mit der Lieferung des Impfstoffs wird ein Begleitdokument ausgehändigt, auf dem der Auftauzeitpunkt und das damit zusammenhängende Ende der Haltbarkeit vermerkt sind.
  • Geöffnete Durchstechflasche: Der Impfstoff sollte innerhalb von 6 Stunden bei 2 bis 25°C nach Entnahme der ersten Dosis aus dem Mehrdosenbehältnis verwendet werden. Der Impfstoff kann nach dem ersten Anbruch für maximal 6 Stunden bei 2 bis 8 °C oder bis zu 3 Stunden bei Raumtemperatur (maximal 25°C) gelagert werden. Nach Ablauf dieser Zeit muss der Impfstoff verworfen werden.

Weitere grundsätzliche Hinweise zur Lagerung der Impfstoffe:

  • Im Kühlschrank lagern
  • Kontinuierliche Überwachung der Kühlschranktemperatur mit einem Datenlogger und Alarmfunktion
  • Vor Licht geschützt lagern

Die Links zu den Beipackzetteln der Impfstoffe finden Sie hier

Stand: 03.09.2021

Welche Impfstoffe stehen Betriebsärztinnen und Betriebsärzten zur Verfügung?

Grundsätzlich stehen für die COVID-19-Schutzimpfung durch die Betriebsärztinnen und Betriebsärzte die bisher von der Europäischen Kommission in der EU zugelassenen Impfstoffe zur Verfügung:

 

Der Bund hat den Betriebsärztinnen und Betriebsärztinnen bislang den mRNA-Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und den Vektorimpfstoff Janssen® von Johnson & Johnson zur Verfügung gestellt. Die fortlaufend aktualisierten Lieferprognosen können Sie auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit einsehen.

Stand: 24.09.2021

Wo können impfende Betriebsärztinnen und Betriebsärzte die genaue Handhabung zu den verschiedenen Impfstoffen nachlesen?

Auf dieser Website finden Sie unter der Rubrik "Impfstoffe und Zubehör" weiterführende Informationen zu den Impfstoffen. Insbesondere lesen Sie dort über Produktinformationen der Hersteller sowie wichtige Handlungshilfen. Hinweise zur Dauer der Haltbarkeit, Lagerung und Aufbewahrung finden Sie außerdem auf der Website der Europäischen Kommission.

Stand: 09.09.2021

Kann ich auch verschiedene Schutzimpfungen (nicht nur gegen COVID-19) an einem Tag durchführen?

Nein, zu anderen planbaren Impfungen sollte ein Mindestabstand von 14 Tagen vor Beginn und nach jeder COVID-19-Impfung eingehalten werden. Notfallimpfungen sind davon ausgenommen. 

Stand: 19.08.2021

Worauf sollte ich nach verabreichter Corona-Schutzimpfung bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern achten?

Im Allgemeinen wird eine Nachbeobachtungszeit nach der Impfung gegen COVID-19 von mindestens 15 Minuten empfohlen. Längere Nachbeobachtungszeiten von 15 bis 30 Minuten sollten vorsichtshalber bei bestimmten Risikopersonen eingehalten werden, beispielsweise bei Personen mit gerinnungshemmender Medikation, schweren kardialen oder respiratorischen Grunderkrankungen oder mit stärkeren oder anaphylaktischen Reaktionen auf andere Impfungen in der Anamnese. 

Stand: 07.09.2021

In welchem Abstand müssen die Erst- und Zweitimpfungen je nach Impfstoffhersteller stattfinden?

Um sicherzugehen, dass eine vollständige Immunität gegen das Virus erreicht ist, werden die Impfstoffe der Firmen BioNTech/Pfizer, Moderna sowie AstraZeneca in zwei Dosen verimpft. Bei dem Impfstoff der Firma Johnson & Johnson ist eine Einmalgabe ausreichend.

Der von der STIKO empfohlene Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung variiert wie folgt:

Für Personen, die Vaxzevria® von AstraZeneca als 1. Impfstoffdosis erhalten haben, empfiehlt die STIKO unabhängig vom Alter einen mRNA-Impfstoff (Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna oder Comirnaty® von BioNTech/Pfizer ) als 2. Impfstoffdosis mit mindestens 4-wöchigem Impfabstand zur 1. Impstoffdosis. Eine Zweitimpfung mit dem Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca ist – bei Personen zwischen 18 und 59 Jahren nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz der zu impfenden Person - weiterhin möglich. Bei einer Zweitimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Stand: 03.09.2021