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Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Schutzimpfung
13:15 · 23. April 2021

Von der AHA-Formel bis zur Corona-Schutzimpfung: Was pflegende Angehörige und Betreuer:innen beachten sollten

Mehr als vier Millionen pflegebedürftige Menschen gibt es in Deutschland. Rund 3,3 Millionen von ihnen werden in den eigenen vier Wänden versorgt. Ohne Betreuerinnen und Betreuer und vor allem pflegende Angehörige wäre das nicht möglich.

Die Pandemie erschwert die Pflege von Angehörigen

Bei über 2,3 Millionen pflegebedürftigen Menschen kümmern sich zu Hause überwiegend ihre Angehörigen – oft unter großem persönlichen Einsatz. Die Coronavirus-Pandemie führt in vielen Fällen zu zusätzlichen Belastungen in der Pflege – zum Beispiel, wenn weggefallene Hilfsangebote nicht gleich ersetzt werden können. Zudem müssen Maßnahmen zum Infektionsschutz im täglichen Miteinander eingehalten werden, aber auch die aktuellen Corona-Regeln des jeweiligen Bundeslandes. Die Pflege einer anderen Person und die eigenen Bedürfnisse im Blick zu haben, ist nicht nur während der Pandemie eine Herausforderung.

AHA+A+L-Formel anwenden und das Miteinander pflegen

Um den Pflegealltag so sicher wie möglich zu gestalten, gilt die allgemein gültige AHA+A+L-Formel, die neben der Corona-Schutzimpfung den bislang besten Schutz vor dem Coronavirus darstellt: Abstand halten, Hygieneregeln beachten, im Alltag Maske tragen, Corona-Warn-App herunterladen und regelmäßig lüften. Auch im Umgang mit der pflegebedürftigen Person sollten Pflegende auf Hygieneregeln achten. Soweit vertretbar und möglich halten Sie Abstand, umarmen sich nicht, fassen sich nicht ins Gesicht. Idealerweise tragen Sie eine medizinische Maske oder eine Maske des Standards FFP2, FFP3, KN95 oder N95. Vor allem: Lüften Sie regelmäßig – Frischluft senkt das Infektionsrisiko.

Bei aller Vorsicht sollte das Miteinander natürlich nicht zu kurz kommen: Informieren Sie die pflegebedürftige Person über die aktuelle Situation. Sprechen Sie auch über Sorgen und Ängste.

Auch regelmäßiges Testen kann eine Ansteckung mit dem Virus vorbeugen: Nutzen Sie zum Beispiel das Angebot des Bundes von kostenlosen Schnelltests und erfahren Sie hier mehr über die verschiedenen Testmöglichkeiten.  

Nehmen Sie gegebenenfalls auch telefonische Beratung in Anspruch, etwa das Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums zur Pflegeversicherung unter der Rufnummer 030 / 340 60 66 – 02, das Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums unter der Rufnummer 030 / 20179131 oder über die Website der Telefon-Seelsorge. Weitere Unterstützungsangebote finden Sie auf der Seite „Wege zur Pflege“ – unter anderem zu Pflegeunterstützungsgeld oder zur Vereinbarung von Pflege und Beruf. Anregungen für eine bessere Bewältigung des Alltags gibt der Artikel Entlastung bei der Pflege von Angehörigen finden. Pflegebedürftige haben zudem Anspruch auf kostenlose Beratung durch ihre Pflegekasse oder in einem Pflegestützpunkt.

Die Corona-Schutzimpfung – der Weg aus der Pandemie

Um die Coronavirus-Pandemie unter Kontrolle zu bringen, sollten möglichst viele Menschen möglichst bald geimpft werden. Das gilt vor allem für Pflegebedürftige, die ein hohes Risiko eines schweren COVID-19-Verlaufs haben. Auch deren Betreuerinnen oder Betreuer und pflegende Angehörige – insofern sie als Kontaktpersonen benannt werden – zählen zur Impfgruppe mit hoher Priorisierung. Mehr zur Impfreihenfolge erfahren Sie auf dieser Seite. Bis zu zwei enge Kontaktpersonen können von einer nicht in einer Einrichtung befindlichen pflegebedürftigen Person mit hoher oder höchster Priorität, beziehungsweise der sie vertretenden Person benannt werden.

Die Corona-Schutzimpfung im Impfzentrum, mit mobilen Impfteams und in Arztpraxen

In der ersten Phase der Impfkampagne war die Impfung noch nicht in Arztpraxen verfügbar. Dies hatte vor allem logistische und organisatorische Gründe: Manche Impfstoffe kommen in großen Mengen und müssen stark gekühlt und richtig gelagert werden. Darum wurden deutschlandweit rund 400 zentrale Impfzentren eingerichtet. An diese organisatorisch angegliedert sind mobile Impfteams. Mehr dazu können Sie in diesem Artikel nachlesen. Seit April 2021 wird auch in Hausarztpraxen geimpft. Informieren Sie sich unter der zentralen Hotline 116117 oder fragen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt, wo Sie geimpft werden und wie Sie Termine für die Erst- und Zweitimpfung vereinbaren können.

Deutschland krempelt die #Ärmelhoch: Die Impfung als Weg aus der Coronavirus-Pandemie

Nur gemeinsam und in Solidarität aller Bürgerinnen und Bürger gelingt uns eine Normalisierung unseres Alltags. Die Corona-Schutzimpfung ist freiwillig und kostenfrei. Sie ebnet pflegenden Angehörigen und Betreuerinnen und Betreuern den Weg aus der Pandemie. Und sie schützt vor allem die Schwächsten unter uns. Suchen Sie das Gespräch über die Impfung mit den hilfe- und pflegebedürftigen Menschen, die Sie versorgen oder betreuen. Fragen zu stellen und mögliche Sorgen rund um die Impfung gemeinsam zu besprechen, hilft ungemein. Bauen Sie Vertrauen auf und bieten Sie Unterstützung an. Hilfe rund um die Terminvergabe der Corona-Schutzimpfung erhalten Sie auf der Seite des Patientenservice 116117. Hier können Sie auch telefonisch oder online einen Termin buchen, sofern dies in Ihrem Bundesland vorgesehen ist.

Die Impfvorbereitung: Was Sie für die Corona Schutzimpfung brauchen

Vom Impfausweis über das Aufklärungsmerkblatt und die Einwilligungserklärung bis zu Angaben zu Medikamenten oder Vorerkrankungen: Welche Unterlagen und Informationen rund um die Corona-Schutzimpfung für Sie relevant sind, erfahren Sie in unserem „Leitfaden zur Corona-Schutzimpfung in der Pflege“, den Sie hier herunterladen können. Bitte vergegenwärtigen Sie sich: Sobald ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist, kommen wir der Eindämmung des Virus und der Pandemie ein gutes Stück näher – und so kann Normalität in unser aller Leben zurückkehren.

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