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Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Schutzimpfung
14:02 · 28. Juni 2021

Von der AHA-Formel bis zur Corona-Schutzimpfung: Was pflegende Angehörige und Betreuer:innen beachten sollten

Mehr als vier Millionen pflegebedürftige Menschen gibt es in Deutschland. Rund 3,3 Millionen von ihnen werden in den eigenen vier Wänden versorgt. Ohne Betreuerinnen und Betreuer und pflegende Angehörige wäre das nicht möglich.

Die Pandemie erschwert die Pflege von Angehörigen

Bei über 2,3 Millionen pflegebedürftigen Menschen kümmern sich, neben Pflegekräften, überwiegend die Angehörigen zuhause – oft unter großem persönlichen Einsatz. Die Corona-Pandemie führt in vielen Fällen zu zusätzlichen Belastungen in der Pflege – zum Beispiel, wenn weggefallene Hilfsangebote nicht gleich ersetzt werden können. Zudem müssen Maßnahmen zum Infektionsschutz im täglichen Miteinander eingehalten werden, aber auch die aktuellen Corona-Regeln des jeweiligen Bundeslandes. Die Pflege einer anderen Person und die eigenen Bedürfnisse im Blick zu haben, ist nicht nur während der Pandemie eine Herausforderung.

AHA+A+L-Formel anwenden und das Miteinander pflegen

Um den Pflegealltag so sicher wie möglich zu gestalten, gilt die allgemein gültige AHA+A+L-Formel, die neben der Corona-Schutzimpfung den bislang besten Schutz vor vor COVID-19 darstellt: Abstand halten, Hygieneregeln beachten, im Alltag Maske tragen, Corona-Warn-App nutzen und regelmäßig lüften. Auch im Umgang mit der pflegebedürftigen Person sollten Pflegende auf Hygieneregeln achten. Soweit vertretbar und möglich halten Sie Abstand, umarmen Sie sich nicht, fassen Sie sich nicht ins Gesicht. Idealerweise tragen Sie eine medizinische Maske oder eine Maske des Standards FFP2, FFP3, KN95 oder N95. Vor allem: Lüften Sie regelmäßig – Frischluft senkt das Infektionsrisiko.

Bei aller Vorsicht sollte das Miteinander natürlich nicht zu kurz kommen: Informieren Sie die pflegebedürftige Person über die aktuelle Situation. Sprechen Sie auch über Sorgen und Ängste.

Auch regelmäßiges Testen kann einer Ansteckung mit dem Virus vorbeugen: Nutzen Sie zum Beispiel das Angebot des Bundes von kostenlosen Schnelltests und erfahren Sie hier mehr über die verschiedenen Testmöglichkeiten.  

Nutzen Sie die vielfältigen Beratungsmöglichkeiten

Für Angehörige kann die Notwendigkeit einer privaten Pflege einer oder eines Pflegebedürftigen zu Beginn eine etwas überfordernde Situation darstellen. Halten Sie sich vor Augen, dass Sie keine professionelle Pflegekraft sind und sich somit natürlicherweise zunächst an die Situation gewöhnen müssen.

Scheuen Sie sich nicht im nächstgelegenen Pflegeheim ein Beratungsgespräch zu vereinbaren. Profitieren Sie von der Erfahrung und dem professionellen Wissen der verschiedenen Pflegeeinrichtungen und ihrer Pflegekräfte. In einem vertrauensvollen Gespräch können Angehörige so über Maßnahmen und Verfahren zur Unterstützung von Pflegebedürftigen informiert werden. Nehmen Sie gegebenenfalls auch telefonische Beratung in Anspruch, etwa das Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums zur Pflegeversicherung unter der Rufnummer 030 / 340 60 66 – 02, das Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums unter der Rufnummer 030 / 20179131 oder über die Website der Telefon-Seelsorge. Weitere Unterstützungsangebote finden Sie auf der Seite „Wege zur Pflege“ – unter anderem zu Pflegeunterstützungsgeld oder zur Vereinbarung von Pflege und Beruf. Anregungen für eine bessere Bewältigung des Alltags gibt der Artikel Entlastung bei der Pflege von Angehörigen finden. Pflegebedürftige haben zudem Anspruch auf kostenlose Beratung durch ihre Pflegekasse oder in einem Pflegestützpunkt.

Die Corona-Schutzimpfung – der Weg aus der Pandemie

Um die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu bringen, sollten möglichst viele Menschen möglichst bald geimpft sein. Das gilt vor allem für Pflegebedürftige, die ein hohes Risiko für einen schweren, schwersten oder tödlichen COVID-19-Verlauf haben. Da ein Großteil der Priorisierungsgruppen mittlerweile geimpft ist, ist die Notwendigkeit einer Impfreihenfolge nicht mehr gegeben. Die Priorisierung ist daher seit dem 7. Juni 2021 aufgehoben – das bedeutet, dass alle Personen ab 12 Jahren, ungeachtet ihres Gesundheitszustands oder ihres Berufs, einen Impftermin vereinbaren können. Außerdem wird mittlerweile neben den Impfzentren auch in Arztpraxen und bei Betriebsärztinnen und Betriebsärzten die Corona-Schutzimpfung durchgeführt. Das bedeutet auch, dass immer mehr Besucherinnen und Besucher gegen das Coronavirus geimpft sind bzw. geimpft werden können und die Pflegebedürftigen so zusätzlich geschützt sind. Informieren Sie sich unter der zentralen Hotline 116117 oder fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wo Sie eine Impfung erhalten und wie Sie Termine für die Erst- und Zweitimpfung vereinbaren können. Weitere Informationen zur Corona-Schutzimpfung, auch, unter welchen Umständen beispielsweise Kontaktpersonen von zu Pflegenden geimpft werden können, finden Sie hier.

Deutschland krempelt die #Ärmelhoch: Die Impfung als Weg aus der Coronavirus-Pandemie

Die Corona-Schutzimpfung ist freiwillig und kostenfrei. Sie ebnet pflegenden Angehörigen und Betreuerinnen und Betreuern den Weg aus der Pandemie. Suchen Sie das Gespräch über die Impfung mit den hilfe- und pflegebedürftigen Menschen, die Sie versorgen oder betreuen. Fragen zu stellen und mögliche Sorgen rund um die COVID-19-Impfung gemeinsam zu besprechen, hilft ungemein. Bauen Sie Vertrauen auf und bieten Sie Unterstützung an. Hilfe rund um die Terminvergabe der Corona-Schutzimpfung erhalten Sie auf der Seite des Patientenservice 116117. Hier können Sie auch telefonisch oder online einen Termin buchen, sofern dies in Ihrem Bundesland vorgesehen ist.

Die Impfvorbereitung: Was Sie für die Corona Schutzimpfung brauchen

Vom Impfausweis über das Aufklärungsmerkblatt und die Einwilligungserklärung bis zu Angaben zu Medikamenten oder Vorerkrankungen: Welche Unterlagen und Informationen rund um die Corona-Schutzimpfung für Sie relevant sind, erfahren Sie in unserem Artikel „Wichtige Dokumente für Ihren Impftermin“ hier. Bitte vergegenwärtigen Sie sich: Sobald ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist, kommen wir der Eindämmung des Virus und der Corona-Pandemie ein gutes Stück näher – und so kann Normalität in unser aller Leben zurückkehren.

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