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Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Schutzimpfung
10:35 · 15. Juli 2021

Was niedergelassene Ärztinnen und Ärzte zur Corona-Schutzimpfung in Arztpraxen wissen sollten

Das Impfen in Deutschland gewinnt weiter an Tempo: Seit April 2021 unterstützen auch niedergelassene Vertragsärztinnen und -ärzte aktiv die Impfkampagne und führen die Corona-Schutzimpfung durch. Antworten auf wichtige Fragen beantworten wir hier.

Auch Arztpraxen impfen gegen das Coronavirus /

Seit Dezember 2020 wird bundesweit in rund 400 Impfzentren gegen das Coronavirus geimpft. Ein Blick auf das Impfdashboard, das den Fortschritt der Impfkampagne in Deutschland abbildet, zeigt, dass bereits mehrere Millionen Menschen vollständig geimpft und somit vor einem schweren Krankheitsverlauf durch COVID-19 geschützt sind. Dabei galt bis zur Aufhebung der Priorisierung am 7. Juni 2021: Besonders gefährdete Menschen erhalten die Schutzimpfung zuerst. Dazu gehören vor allem ältere Menschen, medizinisches Personal und Menschen mit Vorerkrankungen. Mehr Informationen zu den Priorisierungsgruppen finden Sie hier.

Neben den Impfzentren, die täglich über zehntausende Menschen impfen, und den mobilen Impfteams, die vor allem in Pflegeeinrichtungen im Einsatz sind, haben im April 2021 auch Vertragsärztinnen und Vertragsärzte mit den Schutzimpfungen gegen SARS-CoV-2 begonnen. Im nächsten Schritt wurden dann ab dem 7. Juni 2021 weitere Arztgruppen (niedergelassene Privatärztinnen und -ärzte sowie Betriebsärztinnen und Betriebsärzte) einbezogen. Damit leisten auch sie einen wichtigen Beitrag, um möglichst schnell viele Menschen vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen und das deutsche Gesundheitssystem zu entlasten. Wie und wo die Medizinerinnen und Mediziner den Impfstoff und entsprechendes Zubehör erhalten und wie die Praxen das Impfen am besten organisatorisch umsetzen können – wir geben einen Überblick:

Startschuss im April 2021

Seit Anfang April 2021 wird in Vertragsarztpraxen geimpft. Ziel ist es, mithilfe der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte eine schnellstmögliche flächendeckende Durchimpfung der Bevölkerung zum Schutz vor schweren COVID-19-Erkrankungen zu erreichen.

Impfstoffe und Zubehör über Apotheken bestellen

Die Belieferung der Arztpraxen erfolgt – wie bei anderen Schutzimpfungen auch – über die Apotheken und den pharmazeutischen Großhandel. Bestellt werden kann der Impfstoff immer wöchentlich bis Dienstag 12 Uhr bei der Apotheke, mit der die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte üblicherweise zusammenarbeiten. Auch das benötigte Impfzubehör (Spritzen, Kanülen und gegebenenfalls NaCl-Lösung) wird in entsprechender Anzahl von der Apotheke mitgeliefert. Wichtig ist zudem, dass die Praxen die COVID-19-Impfstoffe korrekt nach Vorgabe der Impfstoffhersteller lagern und zum Beispiel eine entsprechende Kühlung gewährleistet ist). Mehr zur Lagerung und Haltbarkeit finden Sie hier.

Impfen in Arztpraxen

Welche Ärztinnen und Ärzte wann impfen

Da anfangs nur eine begrenzte Liefermenge an Impfstoffen für die Praxen zur Verfügung steht, haben zunächst nur Hausärztinnen und Hausärzte geimpft. Danach wurden alle Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, d.h. auch die Fachärztinnen und Fachärzte, einbezogen. Seit dem 7. Juni 2021 impfen auch Betriebsärztinnen und -ärzte sowie niedergelassene Privatärztinnen und Privatärzte.

Aufhebung der Impfreihenfolge ab dem 7. Juni 2021 einhalten

Bis zur Aufhebung der Impfreihenfolge am 7. Juni 2021 galt die Priorisierung der Coronavirus-Impfverordnung grundsätzlich auch für die Impfungen in den Arztpraxen. Ärztinnen und Ärzte haben aber weiterhin die Flexibilität, auf Basis der Verordnungvor Ort zu entscheiden, wer wann geimpft wird, wenn dies für eine effiziente Organisation der Schutzimpfungen oder eine zeitnahe Verwendung vorhandener Impfstoffe notwendig ist. Dies ist vor allem wichtig, um einen möglichen Verwurf von Impfstoffen zu vermeiden. Zulässig ist eine Abweichung von der Impfreihenfolge auch, um eine dynamische Ausbreitung des Coronavirus aus hochbelasteten Grenzregionen und in oder aus deutschen Hochinzidenzgebieten zu verhindern. Zudem sollten Patientinnen und Patienten mit chronischen Vorerkrankungen im Fokus stehen.

Terminvergabe und -organisation selbst managen

Wie und in welchem Umfang COVID-19-Schutzimpfungen in den Praxisablauf integriert werden können, legt jede Ärztin und jeder Arzt individuell fest. So können wichtige Faktoren wie die Größe der Praxis, die personellen und räumlichen Gegebenheiten sowie der Umfang der für die Praxis zur Verfügung stehenden Impfstoffe am besten berücksichtigt werden.

Impfdosen für Zweitimpfung bestellen

Aktuell ist nicht vorgesehen, dass Ärztinnen und Ärzte Impfstoff für Zweitimpfungen zurückhalten. Sie sollten die Termine aber entsprechend planen und die benötigten Dosen für die Zweitimpfungen bestellen, wenn diese fällig sind. Um die vorgegebenen Impfintervalle einhalten zu können und Engpässe zu verhindern, sollen Bestellungen für Zweitimpfungen bei der Verteilung auf die Arztpraxen bevorzugt berücksichtigt werden.

Keine Wahl bei Impfstoffen

Die derzeitige Verfügbarkeit der Impfstoffe und die Coronavirus-Impfverordnung räumen Patientinnen und Patienten aktuell nicht die Möglichkeit ein, den Impfstoff eines bestimmten Herstellers zu wählen. Wichtig zu erwähnen ist hierbei, dass jede Schutzimpfung gegen SARS-CoV-2 nur mit Einwilligung der zu impfenden Person nach sorgfältiger ärztlicher Aufklärung erfolgen darf. Insbesondere eine Impfung von Personen unter 60 Jahren mit den Impfstoffen von AstraZeneca und Johnson & Johnson ist nach sorgfältiger Aufklärung bei individueller Risikoakzeptanz der zu impfenden Person möglich.

STIKO-Empfehlung zum heterologen Impfschema nach einer Erstimpfung mit Vaxzevria®

Für Personen, die Vaxzevria® von AstraZeneca als erste Impfstoffdosis erhalten haben, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) einen mRNA-Impfstoff (Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna oder Comirnaty® von BioNTech/Pfizer) als zweite Impfstoffdosis mit mindestens 4-wöchigem Impfabstand zur ersten Impfgabe. Diese Empfehlung gilt unabhängig vom Alter der geimpften Person. Hintergrund für diese Empfehlung sind aktuelle Studienergebnisse, die zeigen, dass die Immunantwort nach einem heterologem Impfschema (Vaxzevria® von AstraZeneca /mRNA-Impfstoff) besser ist als die Immunantwort nach einer homologen Impfserie mit zwei Impfstoffdosen von Vaxzevria® von AstraZeneca. Auch die gebildeten Antikörperkonzentrationen waren in den Studien nach heterologem Impfschema deutlich höher. Dadurch hält der Impfschutz vermutlich länger an als nach einer homologen Impfserie (Vaxzevria®/ Vaxzevria®). Die Immunantwort des heterologen Impfschemas ist zu vergleichen mit der Immunantwort nach zwei Impfungen mit einem mRNA-Impfstoff. Ein weiterer Vorteil des heterologen Impfschemas ist, dass die vollständige Immunisierung in einem kürzeren Zeitraum erreicht werden kann (≥ 4 Wochen vs. 9 – 12 Wochen).

Die Kombination dieser zwei unterschiedlichen Impfstoffe bezüglich Erst- und Zweitimpfung ist möglich, da sich die T-Zellen-basierte Immunantwort bei allen in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffen (mRNA- und Vektor-Impfstoffe) gegen das gleiche Antigen des Virus, das sogenannte Spike-Protein, richtet. Die Anwendung eines heterologen Impfschemas wird auch bereits in anderen Ländern wie beispielsweise den USA empfohlen, z. B. wenn der Impfstoff der ersten Impfstoffdosis nicht vorrätig oder unbekannt ist.

Leitfaden für Ärzt:innen im Patient:innengespräch zur Corona-Schutzimpfung

Vergütung nach Coronavirus-Impfverordnung

Für die Impfberatung erhalten Ärztinnen und Ärzte 10 Euro. Je Impfung können sie zudem 20 Euro abrechnen, für Erst- und Abschlussimpfung also insgesamt 40 Euro. Zu beachten ist, dass die Vergütung nach der Coronavirus-Impfverordnung die Meldung der erforderlichen Impfdaten an das Robert Koch-Institut voraussetzt.

Weitere Fragen zu Ablauf und Aufklärung beantworten wir Ihnen hier.

Weitere, laufend aktualisierte Antworten auf häufige Fragen rund um die COVID-19-Schutzimpfung in Arztpraxen finden Ärztinnen und Ärzte sowie medizinisches Personal zudem auf der Website der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

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