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Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Schutzimpfung
17:11 · 7. Mai 2021

Was Hausärztinnen und Hausärzte zur Corona-Schutzimpfung in Arztpraxen wissen sollten

Das Impfen in Deutschland gewinnt weiter an Tempo: Seit April unterstützen auch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aktiv die Impfkampagne und führen die Corona-Schutzimpfung durch. Antworten auf wichtige Fragen beantworten wir hier.

Auch Arztpraxen impfen gegen das Coronavirus /

Seit Dezember 2020 wird bundesweit in rund 400 Impfzentren gegen das Coronavirus geimpft. Ein Blick auf das Impfdashboard, das den Fortschritt der Impfkampagne in Deutschland abbildet, zeigt, dass bereits mehrere Millionen Menschen vollständig geimpft und somit vor einem schweren Krankheitsverlauf durch COVID-19 geschützt sind. Dabei gilt: Besonders gefährdete Menschen erhalten die Schutzimpfung zuerst. Dazu gehören vor allem ältere Menschen, medizinisches Personal und Menschen mit Vorerkrankungen. Mehr Informationen zu den Priorisierungsgruppen finden Sie hier.

Neben den bundesweiten Impfzentren, die täglich über zehntausende Menschen impfen, und den mobilen Impfteams, die in Pflegeeinrichtungen im Einsatz sind, haben jetzt auch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte mit den Schutzimpfungen gegen SARS-CoV-2 begonnen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag, um möglichst schnell viele Menschen vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen und das deutsche Gesundheitssystem zu entlasten. Wie und wo die Medizinerinnen und Mediziner den Impfstoff und entsprechendes Zubehör erhalten und wie die Praxen das Impfen am besten organisatorisch umsetzen können – wir geben einen Überblick:

Startschuss nach Ostern

Seit Anfang April wird in Arztpraxen geimpft. Ziel ist es, mithilfe der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte eine schnellstmögliche flächendeckende Durchimpfung der Bevölkerung zum Schutz vor schweren COVID-19-Erkrankungen zu erreichen.

Impfstoffangebot wird schrittweise erweitert

In den ersten beiden Aprilwochen hat BioNTech/Pfizer mit Abstand die größten Mengen an Impfstoffdosen geliefert. Der Impfstoff von AstraZeneca sollte in diesem Zeitraum ausschließlich an Impfzentren ausgeliefert werden, um dort unter anderem die Zweitimpfungen sicherzustellen. Danach sollen auch die Praxen zunehmend diesen Vektorimpfstoff verwenden. Ab Mai wird voraussichtlich auch der Impfstoff von Johnson & Johnson dazukommen, sodass die Liefermengen an Arztpraxen schrittweise erhöht werden können. In den Impfzentren der Bundesländer werden perspektivisch vorrangig die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna verimpft.

Impfstoffe und Zubehör über Apotheken bestellen

Die Belieferung der Arztpraxen erfolgt – wie bei anderen Schutzimpfungen auch – über die Apotheken und den pharmazeutischen Großhandel. Die Bestellmenge ist zunächst auf 18 bis maximal 50 Impfstoffdosen pro Woche begrenzt. Bestellt werden kann der Impfstoff immer wöchentlich bis Dienstag 12 Uhr bei der Apotheke, mit der die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte üblicherweise zusammenarbeiten. Auch das benötigte Impfzubehör (Spritzen, Kanülen und gegebenenfalls NaCl-Lösung) wird in entsprechender Anzahl von der Apotheke mitgeliefert. Wichtig ist zudem, dass die Praxen die COVID-19-Impfstoffe korrekt nach Vorgabe der Impfstoffhersteller lagern und zum Beispiel eine entsprechende Kühlung gewährleistet ist). Mehr zur Lagerung und Haltbarkeit finden Sie hier.

Impfen in Arztpraxen

Hausärztinnen und Hausärzte impfen zuerst

Da anfangs nur eine begrenzte Liefermenge an Impfstoffen für die Praxen zur Verfügung steht, impfen zunächst die Hausärztinnen und Hausärzte. Im nächsten Schritt werden alle Vertragsärztinnen und Vertragsärzte einbezogen. Danach soll auch die Einbeziehung von niedergelassenen Privatärztinnen und Privatärzten erfolgen. Sofern ab Juni genügend Impfstoff bereitgestellt werden kann, sind darüber hinaus Impfungen in Betrieben unter Einbeziehung von Betriebsärztinnen und -ärzten in Planung.

Impfreihenfolge einhalten

Die Priorisierung der Coronavirus-Impfverordnung gilt auch für die Impfungen in den Arztpraxen. Auch Ärztinnen und Ärzte haben die Flexibilität, auf Basis der Verordnung vor Ort zu entscheiden, wer wann geimpft wird, wenn dies für eine effiziente Organisation der Schutzimpfungen oder eine zeitnahe Verwendung vorhandener Impfstoffe notwendig ist. Dies ist vor allem wichtig, um einen möglichen Verwurf von Impfstoffen zu vermeiden. Zulässig ist eine Abweichung von der Impfreihenfolge auch, um eine dynamische Ausbreitung des Coronavirus aus hochbelasteten Grenzregionen und in oder aus deutschen Hochinzidenzgebieten zu verhindern. Zudem sollten Patientinnen und Patienten mit chronischen Vorerkrankungen im Fokus stehen.

Bund und Länder haben vereinbart, dass bundesweit für die Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca keine Priorisierung mehr gilt. In den Arztpraxen können Impfungen mit diesem Impfstoff an alle Impfwilligen nach ärztlichem Ermessen erfolgen. Außerdem steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung bei dem Impfstoff von AstraZeneca im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Terminvergabe und -organisation selbst managen

Wie und in welchem Umfang COVID-19-Schutzimpfungen in den Praxisablauf integriert werden können, legt jede Ärztin und jeder Arzt individuell fest. So können wichtige Faktoren wie die Größe der Praxis, die personellen und räumlichen Gegebenheiten sowie der Umfang der für die Praxis zur Verfügung stehenden Impfstoffe am besten berücksichtigt werden.

Impfdosen für Zweitimpfung bestellen

Aktuell ist nicht vorgesehen, dass Ärztinnen und Ärzte Impfstoff für Zweitimpfungen zurückhalten. Sie sollten die Termine aber entsprechend planen und die benötigten Dosen für die Zweitimpfungen bestellen, wenn diese fällig sind. Um die vorgegebenen Impfintervalle einhalten zu können und Engpässe zu verhindern, sollen Bestellungen für Zweitimpfungen bei der Verteilung auf die Arztpraxen bevorzugt berücksichtigt werden.

Keine Wahl bei Impfstoffen

Die derzeitige Verfügbarkeit der Impfstoffe und die Coronavirus-Impfverordnung räumen Patientinnen und Patienten aktuell nicht die Möglichkeit ein, den Impfstoff eines bestimmten Herstellers zu wählen. Wichtig zu erwähnen ist hierbei, dass jede Schutzimpfung gegen SARS-CoV-2 nur mit Einwilligung der zu impfenden Person nach sorgfältiger ärztlicher Aufklärung erfolgen darf. Insbesondere eine Impfung von Personen unter 60 Jahren mit dem Impfstoff von AstraZeneca ist nach sorgfältiger Aufklärung bei individueller Risikoakzeptanz der zu impfenden Person möglich.

Leitfaden für Ärzt:innen im Patient:innengespräch zur Corona-Schutzimpfung

Vergütung nach Coronavirus-Impfverordnung

Für die Impfberatung erhalten Ärztinnen und Ärzte 10 Euro. Je Impfung können sie zudem 20 Euro abrechnen, für Erst- und Abschlussimpfung also insgesamt 40 Euro. Zu beachten ist, dass die Vergütung nach der Coronavirus-Impfverordnung die Meldung der erforderlichen Impfdaten an das Robert Koch-Institut voraussetzt.

Weitere Fragen zu Ablauf und Aufklärung beantworten wir Ihnen hier.

Weitere, laufend aktualisierte Antworten auf häufige Fragen rund um die COVID-19-Schutzimpfung in Arztpraxen finden Ärztinnen und Ärzte sowie medizinisches Personal zudem auf der Website der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

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