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Alle wichtigen Informationen zu Janssen® von Johnson & Johnson

Hier haben wir Ihnen Wissenswertes zu dem COVID-19-Impfstoff von Johnson & Johnson zusammengestellt. Sie finden Antworten auf Fragen zu Impfreaktionen, zur Priorisierung und der Empfehlung der Ständigen Impfkommission.

Wie wirksam ist der COVID-19-Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson?

Der vektorbasierte COVID-19-Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson ist wirksam und sicher. Für alle vier derzeit in der Europäischen Union (EU) bzw. in Deutschland zugelassenen Impfstoffe konnte eine hohe Schutzwirkung von mindestens 80% gegen eine schwere COVID-19-Erkrankung bereits in den Zulassungsstudien bzw. in nachfolgend durchgeführten nicht-randomisierten Beobachtungsstudien nachgewiesen werden. Mehr Informationen zur Wirksamkeit des Impfstoffes können Sie in der Produktinformation (ab Seite 7) und in der STIKO-Empfehlung (ab Seite 30) nachlesen. Für einen ausreichenden Impfschutz ist bislang eine Dosis des Impfstoffs Janssen® von Johnson & Johnson ausreichend. Wie lange der Impfschutz anhält, wird derzeit noch wissenschaftlich untersucht. Alle Informationen zum Impfstoff von Johnson & Johnson finden Sie auch hier im Überblick.

Stand 12.08.2021

Was empfiehlt die STIKO zu Janssen® von Johnson & Johnson? Und warum?

In den USA traten nach der Impfung Fälle von Hirnvenenthrombosen bei jüngeren geimpften Personen auf. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher, den COVID-19-Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson für Personen ab einem Alter von 60 Jahren zu verwenden. Diese Entscheidung der STIKO wurde dabei auf Grundlage von US-amerikanischen Daten getroffen. Für Deutschland bzw. Europa liegen bislang keine Daten vor, da der Impfstoff hier erst seit Kurzem und nur in kleinen Mengen zur Anwendung gekommen ist. Personen unter 60 Jahren können nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz mit dem Impfstoff geimpft werden.

Stand: 17.09.2021

Ist die STIKO-Empfehlung zu Janssen® von Johnson & Johnson bindend?

Laut § 20 Infektionsschutzgesetz sprechen die Länder Impfempfehlungen auf Grundlage der STIKO-Empfehlung aus. Die Gesundheitsministerinnen- und Gesundheitsministerkonferenz hat am 10. Mai 2021 im Einvernehmen mit den Gesundheitsministerinnen und -ministern von Bund und Ländern beschlossen, der STIKO-Empfehlung zu folgen. Danach soll der Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson vor allem für Personen zum Einsatz kommen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben. Jüngere können – genauso wie bei Impfungen mit dem Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca – auch mit dem Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson geimpft werden, wenn sie sich gemeinsam mit der impfenden Ärztin beziehungsweise dem impfenden Arzt und bei individueller Risikoakzeptanz nach sorgfältiger Aufklärung dafür entscheiden.

Stand: 13.09.2021

Werden über 60-Jährige nur noch mit Janssen® von Johnson & Johnson und Vaxzevria® von AstraZeneca geimpft?

Nein. Die Impfstoffe Janssen® von Johnson & Johnson und Vaxzevria® von AstraZeneca kommen zum Einsatz bei

a) Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben.
b) Personen, die das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz entscheiden, mit dem Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson oder Vaxzevria® von AstraZeneca geimpft werden zu wollen.

Der Umstand, dass bei dem COVID-19-Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson derzeit nur eine Impfstoffdosis zu verabreichen ist, kann für schwer erreichbare Gruppen (zum Beispiel Menschen ohne festen Wohnsitz) ein erheblicher Vorteil sein. Auch Personen, bei denen beispielsweise ein medizinischer Eingriff oder eine Chemotherapie ansteht, können von der einmaligen Impfung in besonderem Maße profitieren.

Stand: 30.08.2021

Wer hat was zum Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson entschieden?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat am 12. Mai 2021 mit der 5. Aktualisierung die Empfehlung ausgesprochen, den Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson  an Personen zu verabreichen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben. Jüngere können mit Janssen® von Johnson & Johnson  geimpft werden, wenn sie sich gemeinsam mit der impfenden Ärztin beziehungsweise dem impfenden Arzt und bei individueller Risikoakzeptanz nach sorgfältiger Aufklärung dafür entscheiden.

Für den Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca gilt diese Impfempfehlung auch.

Stand: 16.09.2021

 

 

Welche Nebenwirkungen sind bei Impfungen mit Janssen® von Johnson & Johnson bisher aufgetreten? Und wer ist betroffen?

Wie bei jeder Impfung können auch nach der COVID-19-Impfung Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Impfreaktionen treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten wenige Tage an. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Evidenz für den COVID-19-Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson bewertet.

Die am häufigsten berichteten Impfreaktionen in den Zulassungsstudien waren Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 40 Prozent), Kopfschmerzen, Ermüdung und Muskelschmerzen (mehr als 30 Prozent) sowie Übelkeit (mehr als 10 Prozent). Häufig (zwischen 1 Prozent und 10 Prozent) wurde über Fieber, Husten, Gelenkschmerzen, Rötung und Schwellung der Einstichstelle sowie Schüttelfrost berichtet. Gelegentlich (zwischen 0,1 Prozent und 1 Prozent) traten Zittern, Niesen, Schmerzen in Mund und Rachen, genereller Ausschlag, vermehrtes Schwitzen, Schwäche der Muskeln, Schmerzen in Arm oder Bein, Rückenschmerzen, allgemeines Schwächegefühl und Unwohlsein auf. In seltenen Fällen (0,01 bis 0,1 Prozent) traten Überempfindlichkeitsreaktionen und Nesselsucht auf.

Sehr seltene Nebenwirkungen, die bei weniger als 1 von 10.000 geimpften Personen auftreten, sind schwere und sehr seltene Fälle von Thrombosen (zum Beispiel Hirnvenenthrombosen oder arterielle Thrombosen), die zusammen mit einem Mangel an Blutplättchen bei jüngeren Erwachsenen auftraten und teilweise zu tödlichen Verläufen führten. Seit Einführung der Impfung wurden zudem in sehr seltenen Fällen allergische Sofortreaktionen (anaphylaktische Reaktionen) berichtet. Diese traten kurz nach der Impfung auf und mussten ärztlich behandelt werden. Ebenfalls seit Einführung der Impfung wurden nach einer Impfung mit dem Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson sehr selten Fälle von Kapillarlecksyndrom beobachtet, teilweise bei Personen, die früher bereits an einem Kapillarlecksyndrom erkrankt waren, und zum Teil mit tödlichem Ausgang. Das Kapillarlecksyndrom trat in den ersten Tagen nach Impfung auf und ist gekennzeichnet durch eine rasch fortschreitende Schwellung der Arme und Beine, plötzliche Gewichtszunahme sowie Schwächegefühl und erfordert eine sofortige ärztliche Behandlung. Berichtet wurden zudem sehr selten Fälle (weniger als 0,01 Prozent) eines Guillain-Barré-Syndroms nach einer Impfung mit Janssen® von Johnson & Johnson . Diese Fälle stehen möglicherweise in ursächlichem Zusammenhang mit der Impfung. Das Guillain-Barré-Syndrom ist gekennzeichnet durch Schwäche oder Lähmungen in den Beinen und Armen, die sich auf die Brust und das Gesicht ausdehnen können und die eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich machen können.

Auf Basis der derzeit verfügbaren US-amerikanischen Daten und nach eingehenden Beratungen empfiehlt die STIKO, analog zum COVID-19-Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca, auch den COVID-19-Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson in der Regel für Personen im Alter ab 60 Jahren zu verwenden. Der Einsatz des Impfstoffs Janssen® von Johnson & Johnson für jüngere Menschen bleibt wie bei Vaxzevria® von AstraZeneca jedoch weiterhin nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die impfwillige Person möglich. Der Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson darf zudem nicht verimpft werden, wenn früher ein Kapillarlecksyndrom diagnostiziert wurde.

Weitere Informationen finden Sie im Aufklärungsmerkblatt

Stand 17.09.2021

Wie viele Hirnvenenthrombosen wurden bislang im Zusammenhang mit einer Johnson & Johnson-Impfung gemeldet? Wie Und wie hoch ist normalerweise die Rate von Hirnvenenthrombosen?

Mitte April 2021 berichteten die US-amerikanischen Behörden von sechs Fällen schwerer Hirnvenenthrombosen im Alter von 18-48 Jahren. Das Krankheitsbild ähnelt dem, was als unerwünschte Wirkung in sehr seltenen Fällen nach der Impfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca in Deutschland und anderen europäischen Ländern beschrieben wurde. Die Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums Centers for Disease Control and Prevention (CDC) werten diese thromboembolischen Ereignisse als zwar sehr seltene, jedoch klinisch schwerwiegende und potentiell lebensbedrohliche Nebenwirkungen, die in Assoziation mit dem Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson aufgetreten waren. Auf Basis der derzeit verfügbaren US-amerikanischen Daten und nach eingehenden Beratungen empfiehlt die STIKO, analog zum COVID-19 Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca, auch den COVID-19-Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson für Personen im Alter ab 60 Jahren zu verwenden. Der Einsatz des COVID-19 Impfstoffs Janssen® von Johnson & Johnson unterhalb dieser Altersgrenze bleibt wie bei Vaxzevria® von AstraZeneca jedoch weiterhin nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die impfwillige Person möglich.

Stand: 14.05.2021

 

 

Wie häufig tritt das Kapillarlecksyndrom im Zusammenhang mit einer Corona-Impfung mit einem Vektor-Impfstoff auf?

Das Kapillarlecksyndrom ist ein äußerst seltenes, aber potenziell lebensbedrohliches Krankheitsbild. Es wird charakterisiert durch akute Episoden von Ödemen (Wassereinlagerungen) hauptsächlich in den Extremitäten, niedrigem Blutdruck und einer verminderten Menge an Blut oder Plasma im Blutkreislauf. Seit Einführung der Impfung wurden nach einer Impfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca sehr selten (weniger als 0,01 Prozent) Fälle von Kapillarlecksyndrom beobachtet, teilweise bei Personen, die früher bereits an einem Kapillarlecksyndrom erkrankt waren. Zum Teil hatten die Krankheitsfälle einen tödlichen Verlauf. Auch nach einer Impfung mit dem Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson wurden sehr selten Fälle von Kapillarlecksyndrom beobachtet. Auch hier teilweise bei Personen, die früher bereits an einem Kapillarlecksyndrom erkrankt waren. Zum Teil verlief die Erkrankung tödlich. Das Kapillarlecksyndrom trat in den ersten Tagen nach Impfung auf und ist gekennzeichnet durch eine rasch fortschreitende Schwellung der Arme und Beine, plötzliche Gewichtszunahme sowie Schwächegefühl und erfordert eine sofortige ärztliche Behandlung. 

Aus diesem Grund dürfen Personen, bei denen früher ein Kapillarlecksyndrom diagnostiziert wurde, nicht mit den Vektor-Impfstoffen Vaxzevria® von AstraZeneca und Janssen® von Johnson & Johnson geimpft werden.

Stand: 11.08.2021

Wie häufig tritt das Guillain-Barré-Syndrom im Zusammenhang mit einer Corona-Impfung mit einem Vektor-Impfstoff auf?

Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine seltene neurologische Erkrankung, bei der sich Nervenzellen durch eine überschießende Autoimmunreaktion entzünden. Das Guillain-Barré-Syndrom ist gekennzeichnet durch Schwäche oder Lähmungen in den Beinen und Armen, die sich auf die Brust und das Gesicht ausdehnen können. Beim Auftreten des Syndroms kann eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich sein.

Es wurden sehr selten Fälle eines Guillain-Barré-Syndroms nach einer Impfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca beobachtet, zum Teil mit tödlichem Ausgang. Ob diese Fälle in ursächlichem Zusammenhang mit der Impfung stehen, wird aktuell noch untersucht. Auch nach einer Impfung mit dem Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson wurden sehr selten Fälle (weniger als 0,01 Prozent) eines Guillain-Barré-Syndroms beobachtet.

Stand: 11.08.2021

Ich habe ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose oder hatte bereits eine Thrombose, sollte ich mich dennoch mit Janssen® von Johnson & Johnson impfen lassen?

Das erhöhte Risiko für eine Thrombose oder eine vergangene Thrombose stehen einer Impfung mit dem Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson grundsätzlich nicht entgegen. Bei den Fällen, die unter den sehr seltenen Nebenwirkungen nach einer Impfung mit Janssen® von Johnson & Johnson beschrieben wurden, handelt es sich um eine spezielle Kombination aus Thrombose und Blutplättchenmangel, die nicht direkt mit einer üblichen Thrombose vergleichbar ist oder im Zusammenhang steht.

Sowohl die Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung, als auch das Paul-Ehrlich-Institut, die Europäische Arzneimittelagentur und die Universitätsklinik Greifswald, die die Fälle untersuchten, kommen zu dem gleichen Ergebnis: Eine Impfung mit Janssen® von Johnson & Johnson ist trotz eines vorhandenen Thromboserisikos möglich. Menschen mit Thromboserisiko sind von den seltenen Nebenwirkungen nicht stärker betroffen als Menschen ohne Thromboserisiko. Weiterhin gibt es nach aktuellem Kenntnisstand keinerlei Hinweise, dass Thrombosen an typischer Lokalisation (Beinvenenthrombose, Lungenembolie) nach einer Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff häufiger auftreten als in der altersentsprechenden Normalbevölkerung.

Grippeähnliche Symptome wie Gelenk-, Muskel- und Kopfschmerzen, die über ein bis zwei Tage nach erfolgter Impfung anhalten, stellen eine häufige Impfreaktion dar und sind kein Anlass zur Besorgnis. Stellen Sie fest, dass es sich um Beschwerden handelt, die mehr als drei Tage nach erfolgter Impfung anhalten oder neu auftreten (zum Beispiel Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen, kleine runde Einblutungen in der Haut), veranlassen Sie jedoch bitte umgehend eine weitere ärztliche Diagnostik zur Abklärung einer speziellen Hirnvenenthrombose.

Stand: 12.08.2021

Zum vollständigen Impfschutz genügt eine Dosis von Janssen® von Johnson & Johnson. Werden die Johnson & Johnson-Impfungen dann direkt in die Statistik der Zweitimpfungen aufgenommen?

Ja, unter "vollständig geimpft" werden in der Statistik alle Zweitimpfungen mit den Impfstoffen Comirnaty® von BioNTech/PfizerSpikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna und Vaxzevria® von AstraZeneca und zudem die Einmalimpfungen mit Janssen® von Johnson & Johnson aufgenommen.

Stand: 22.08.2021