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Corona-Schutzimpfung
12:56 · 26. März 2021

Corona-Impfstoffe: Weltweite Kandidaten im Überblick

Weltweit arbeiten Forscherinnen und Forscher und pharmazeutische Unternehmen an der Entwicklung wirksamer und sicherer Impfstoffe zum Schutz gegen das Coronavirus. Einige sind bereits in der EU zugelassen und kommen auch in Deutschland zum Einsatz. Weitere Impfstoffe könnten demnächst folgen. Ein Überblick.

Impfstoffe werden von der EMA empfohlen.

Im März 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den COVID-19-Ausbruch offiziell zur Pandemie erklärt. Fest stand schon damals: Neben der Einhaltung notwendiger Abstands- und Hygieneregeln sind Schutzimpfungen die wirksamste Möglichkeit, um die Pandemie einzudämmen und Menschen vor Erkrankungen mit dem Coronavirus zu schützen. Seitdem läuft die Impfstoffentwicklung gegen das Virus auf Hochtouren: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt haben ihre Kompetenzen gebündelt und treiben die Forschung weiter voran. Dabei werden Erfahrungen aus früheren Impfstoffentwicklungen (z. B. zu SARS- und MERS-Viren) genutzt und Entwicklungsprozesse beschleunigt.

Eins der ersten Vakzine, die in Europa gegen COVID-19 zugelassen wurden, war der Impfstoff der deutsch-amerikanischen Partnerschaft von BioNTech und Pfizer. Der Impfstoff des US-Unternehmens Moderna erhielt als zweites eine bedingte Zulassung, gefolgt von den Impfstoffen des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca und dem US-Pharmakonzern Johnson & Johnson. Bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur befinden sich weitere Impfstoffe über das „Rolling-Review-Verfahren“ (fortlaufende Überprüfung) in Prüfung. Zu erwähnen sind hier die Impfstoffe von Novavax, Curevac und des Gamaleya-Instituts aus Russland.

Doch welche Impfstoffe kommen weltweit noch zur Anwendung und welche Kandidaten befinden sich noch in Testphasen? Wir geben Antworten auf wichtige Fragen:

Wie viele Impfstoffkandidaten gegen SARS-CoV-2 gibt es?

Die WHO verzeichnet derzeit mehr als 250 verschiedene Impfstoffkandidaten gegen SARS-CoV-2. Mehr als 80 werden bereits in klinischen Studien an Menschen erprobt. Rund 180 befinden sich noch in der sogenannten vorklinischen Phase, in der die Substanzen zunächst an Zellkulturen und später auch in Tierversuchen getestet werden.

Eine laufend aktualisierte Gesamtübersicht aller Impfstoffkandidaten finden Sie hier.

Welche Neuerungen stellen einige Corona-Impfstoffe in Aussicht?

Bei der Entwicklung wirksamer Corona-Impfstoffe setzen Forscher nicht nur auf neuartige Technologien zur Impfstoffherstellung, sie suchen auch nach neuen Wegen, diese zu verabreichen. So könnte eine Impfung künftig nicht nur per Spritze in den Oberarm erfolgen, sondern auch als Nasenspray oder Tablette zur Verfügung stehen, sollten entsprechende klinische Entwicklungen positiv verlaufen.

Erste klinische Prüfungen mit COVID-19 Impfstoffen zur oralen Einnahme laufen beispielsweise in Kanada und in den USA. Wissenschaftler unter anderem in China, Indien und Italien forschen an Schutzimpfungen, die als Spray über die Nase verabreicht werden können. Auch beim Impfschema variieren die Kandidaten: Einige sollen bereits nach einer Impfdosis vollständigen Schutz erreichen, andere benötigen zwei oder drei Impfdosen in unterschiedlichen Abständen, um hochwirksam zu sein.

Warum stehen Corona-Impfstoffe, mit denen andere Länder bereits impfen, nicht auch in Deutschland zur Verfügung?

In Deutschland kommen grundsätzlich nur Arzneimittel zum Einsatz, die zugelassen sind und bei denen eine ausreichende Qualität, Wirksamkeit, Unbedenklichkeit nachgewiesen wurde. Um das zu gewährleisten, durchlaufen alle Impfstoffprodukte ein umfangreiches Prüfverfahren. Im Zulassungsverfahren überprüft die zuständige Behörde, dass der Nutzen des Impfstoffs deutlich größer ist als mögliche Risiken.

In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union koordiniert die Europäische Arzneimittelagentur EMA (European Medicines Agency) die Zulassungsverfahren: Dort reichen die pharmazeutischen Unternehmen ihre Studiendaten sowie Daten zur Qualität und Herstellung ein, welche dann von Sachverständigen der nationalen Arzneimittelbehörden der Mitgliedsstaaten geprüft werden. Wenn der zuständige Ausschuss für Arzneimittel nach der Bewertung ein günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis bestätigt und eine Empfehlung zur Zulassung abgibt, spricht die Europäische Kommission eine Zulassung aus.

In Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die zuständige Behörde für die Bewertung von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln. Es prüft und bewertet die Zulassungsunterlagen der Impfstoffhersteller nach den geltenden Vorgaben und trägt so dazu bei, dass in Deutschland und in der Europäischen Union, qualitativ hochwertige, wirksame und unbedenkliche Impfstoffe in die Versorgung kommen.

Während der Corona-Pandemie wurde der Bewertungsprozess mit dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren beschleunigt, um die Zulassungsverfahren für Impfstoffe zur Eindämmung von COVID-19 zu verkürzen und die Bevölkerung schneller vor schweren Krankheitsverläufen schützen zu können. Bei den Zulassungen für COVID-19-Impfstoffe handelt es sich um bedingte Zulassungen.

Impfstoffe aus Drittstaaten (z. B. aus Russland und China)

Daten zum russischen Impfstoff Sputnik V werden von der Europäischen Arzneimittelagentur in einem Rolling-Review-Verfahren derzeit geprüft. Für den Impfstoff muss auch geprüft werden, ob dieser die europäischen Anforderungen erfüllt.

Russland hatte schon im August 2020 damit begonnen, Großteile der russischen Bevölkerung mit Sputnik V zu impfen. Möglich ist ein derartiges Verfahren durch sogenannte Notfallzulassungen, die Russland und andere Länder während der Pandemie aussprechen.

Einige chinesische Hersteller von COVID-19 Impfstoffen haben ihre Unterlagen bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingereicht, um an einem Prequalification Process der WHO teilzunehmen, der den zügigen Einsatz in Drittstaaten ermöglicht. Bei der EMA wurden bisher noch keine Zulassungsverfahren für Impfstoffe aus China eingeleitet.

Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit sind oberstes Gebot

Wenn die Impfstoffkandidaten die europäischen Anforderungen erfüllen und alle Daten umfassend geprüft wurden, können sie eine Zulassung erhalten.

Mehr über die hohen Anforderungen bei der Impfstoffzulassung erfahren Sie hier. Welche Impfstoffe diese Anforderungen bereits erfüllen und von der Europäischen Kommission zugelassen sind, können Sie auf der Website des PEI einsehen.

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