Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Schutzimpfung
15:59 · 24. Januar 2022

Erster „Totimpfstoff“ gegen COVID-19: Alles Wichtige zu Nuvaxovid® von Novavax

Am 20. Dezember 2021 hat die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) die Zulassung des ersten proteinbasierten COVID-19-Impfstoffes Nuvaxovid des US- Pharmaunternehmens Novavax empfohlen. Damit steht bald auch in Deutschland ein rekombinanter Proteinimpfstoff zum Schutz vor COVID-19 zur Verfügung, der im weiteren Sinne ein Totimpfstoff ist. Alles Wissenswerte zum neuen Impfstoff lesen Sie hier.

Der Impfstoff von Novavax schützt vor COVID-19.

Rund ein Jahr nachdem der erste schützende mRNA-Impfstoff in der Europäischen Union zugelassen wurde, hat mit Nuvaxovid® von Novavax nun auch der erste sogenannte Totimpfstoff eine bedingte Zulassung aufgrund der Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) erhalten. Der Impfstoff basiert auf einem klassischen Wirkprinzip. Hier erfahren Sie mehr über den neuen COVID-19-Impfstoff, seine Wirksamkeit und mögliche Impfreaktionen.

Nuvaxovid® – Der Impfstoff auf einen Blick

  • Name: Nuvaxovid (NVX-CoV2373)
  • Zulassungsinhaber: das US-amerikanische Pharmaunternehmen Novavax
  • Impfstofftyp + Wirkweise: proteinbasierter Impfstoff, der virusähnliche Partikel in den Körper schleust, damit dieser gezielt Antikörper gegen das Virus SARS-CoV-2 bilden kann
  • Wirksamkeit: Laut Zulassungsstudie sank die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, nach zwei Impfdosen Nuvaxovid® von Novavax um etwa 90 Prozent.
  • Impfempfehlung: Eine Empfehlung der STIKO steht noch aus und wird Anfang 2022 erwartet.
  • Typische Impfreaktionen: Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Verabreichung: per Spritze in den Oberarmmuskel (intramuskulär)
  • Empfohlenes Impfschema: zwei Dosen im Abstand von drei Wochen

So wirkt der Impfstoff Nuvaxovid® von Novavax

Wie andere COVID-19-Impfstoffe soll auch der Impfstoff Nuvaxovid® von Novavax den Körper darauf vorbereiten, eine Infektion mit dem Coronavirus abzuwehren. Dafür enthält der Impfstoff winzige im Labor hergestellte Partikel des Coronavirus, die sogenannten Spike-Proteine. Gelangen diese durch die Impfung in den Körper, werden sie als fremd erkannt und regen das Immunsystem zur Antikörperbildung an. So entsteht eine schützende Immunantwort. Im Gegensatz zu mRNA- und Vektorimpfstoffen, die den Körper dazu anregen, selbst ungefährliche Kopien des Spike-Proteins herzustellen, wird bei Nuvaxovid® direkt mit in Zellkulturen gezüchteten Bestandteilen der Hülle des Virusproteins geimpft. Um die Immunreaktion zu verstärken, enthält der Proteinimpfstoff zudem ein sogenanntes Adjuvans (Wirkverstärker).

Gut zu wissen: Proteinbasierte Impfstoffe wie Nuvaxovid® von Novavax enthalten keine Erreger oder Erreger-Bestandteile, die sich selber vermehren oder eine Erkrankung auslösen können. Auch viele Grippeimpfstoffe funktionieren nach diesem Prinzip – hier rufen Eiweißpartikel von Influenzaviren die Immunreaktion hervor.

Zum Hintergrund: Auch mRNA- und Vektor-Impfstoffe enthalten keine vermehrungsfähigen Viren und können so gesehen mit Totimpfstoffen gleichgesetzt werden.

Die in der Europäischen Union zugelassenen COVID-19-Impfstoffe sind sicher und wirksam und bieten den bestmöglichen Schutz gegen einen schweren Krankheitsverlauf. Was es mit sogenannten Totimpfstoffen auf sich hat und warum man nicht darauf warten sollte, erklärt Prof. Dr. Addo.

#KurzundSchmerzlos: Prof. Dr. Addo über Totimpstoffe

Studie belegt hohe Wirksamkeit von Nuvaxovid® von Novavax

In der Zulassungsstudie mit rund 30.000 Teilnehmenden zeigte sich, dass Nuvaxovid® von Novavax die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, um rund 90 Prozent verringern kann. Auch das Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf reduzierte sich – zu berücksichtigen ist allerdings, dass in der Studie insgesamt zu wenige Krankheitsfälle auftraten, um verlässlich beurteilen zu können, wie gut der Impfstoff schwere Verläufe verhindern kann. Laut Pharmaunternehmen Novavax ist der Schutz vor Virusvarianten ebenfalls hoch; auch die Schutzwirkung vor der neuen Virusvariante Omikron werde derzeit geprüft und der Impfstoff gegebenenfalls angepasst.

Mit welchen Impfreaktionen zu rechnen ist

Impfreaktionen und Nebenwirkungen können grundsätzlich bei allen Impfungen, wie auch Corona-Impfungen, unabhängig vom Krankheitserreger oder Impfstoff auftreten. Auch bei dem Impfstoff Nuvaxovid® von Novavax können nach der Impfung sogenannte Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf- sowie Muskel- und Gelenkschmerzen oder Müdigkeit auftreten. Diese Impfreaktionen klingen in der Regel nach wenigen Tagen wieder ab und stellen in der Regel keinen Anlass zur Sorge dar.


Auch gab es in der Zulassungsstudie keine Hinweise darauf, dass es durch die Impfung mit Nuvaxovid® von Novavax zu schweren Nebenwirkungen kommen kann. An der Studie nahmen allerdings insgesamt zu wenig Menschen teil, um seltene schwere Nebenwirkungen feststellen zu können. Deshalb wird er Impfstoff auch nach der Zulassung weiter genauestens von den internationalen Sicherheitsbehörden überwacht; Hinweise auf bislang unbekannte, sehr seltene mögliche Nebenwirkungen werden fortlaufend beobachtet und ausgewertet, um im Bedarfsfall sofort reagieren zu können. Das Paul-Ehrlich-Institut veröffentlicht dazu regelmäßig Sicherheitsberichte, die Sie hier einsehen können.

Bei bekannten Unverträglichkeiten bzw. Allergien gegen Inhaltsstoffe des Novavax- Impfstoffes Nuvaxovid® oder einer schweren allergischen Reaktion auf die erste Impfung sollte auf eine (weitere) Impfung verzichtet werden.

Weitere Informationen zur Sicherheit der Corona-Schutzimpfung erhalten Sie hier.

STIKO berät zu Nuvaxovid® von Novavax

Die Ständige Impfkommission (STIKO) wird die Zulassungsdaten des Impfstoffs noch prüfen, eine entsprechende Impfempfehlung steht zum jetzigen Zeitpunkt noch aus; mit ihr ist voraussichtlich Anfang 2022 zu rechnen. Gut zu wissen: Die STIKO-Empfehlung ist keine Voraussetzung für die Durchführung der Impfungen. Da der Proteinimpfstoff Nuvaxovid® von Novavax in Deutschland zugelassen ist, kann eine Impfung unabhängig von der STIKO-Empfehlung nach ärztlicher Aufklärung und Einwilligung der zu impfenden Person durchgeführt werden, sobald Nuvaxovid® von Novavax in Deutschland zur Verfügung steht.

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