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Corona-Schutzimpfung
15:54 · 3. August 2021

Impfreaktionen und Nebenwirkungen nach einer Corona-Schutzimpfung

Wie alle Arzneimittel können auch Impfstoffe nach der Verabreichung mit unangenehmen Reaktionen verbunden sein. Impfreaktionen sind allerdings nicht ungewöhnlich und klingen meist schnell wieder ab. Schwere Nebenwirkungen, Impfkomplikationen oder Impfschäden kommen nur sehr selten vor. Was Sie im Falle eines Verdachts auf Nebenwirkungen tun können, erfahren Sie hier.

Impfreaktionen und Nebenwirkungen nach der Impfung

Impfreaktionen signalisieren Wirksamkeit

Um ihre Wirksamkeit zu entfalten, lösen Schutzimpfungen bestimmte Reaktionen im Körper aus: Der Impfstoff zeigt dem Immunsystem sozusagen, wie es eine Infektion mit dem Coronavirus bekämpfen kann. Mitunter können dabei moderate Reaktionen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, grippeähnliche Symptome oder Schmerzen an der Einstichstelle auftreten. Diese Reaktionen treten bei den COVID-19-Impfungen häufiger und zum Teil auch stärker auf als beispielsweise nach einer Grippe-Impfung. Sie klingen in der Regel nach wenigen Tagen komplett ab und sind ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert und Antikörper bildet.

Impfungen können Reaktionen hervorrufen

Impfreaktionen sind keine Nebenwirkungen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) unterscheidet zwischen diesen üblichen Impfreaktionen und sehr seltenen Impfkomplikationen. Impfreaktionen (zum Beispiel grippeähnliche Symptome) sind normal, treten meist kurz nach der Schutzimpfung auf und halten nur wenige Tage an. Impfkomplikationen hingegen, die über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehen, sind unerwünschte, schwere Nebenwirkungen, die meldepflichtig sind und dokumentiert werden müssen.

Alle Impfstoffe werden vor der Zulassung umfassend klinisch geprüft. Die häufigsten Impfreaktionen und eventuelle Impfkomplikationen werden in den Aufklärungsmerkblättern festgehalten und dokumentiert. In den Übersichtsartikeln zu den bisher bundesweit zugelassenen Impfstoffen finden Sie außerdem wichtige Hinweise zu den bekannten Impfreaktionen und Nebenwirkungen:

Impfkomplikationen bezeichnen schwerwiegende Nebenwirkungen nach Impfungen

Schwerwiegende sogenannte unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) nach Impfungen sind sehr selten. Der Verdacht einer über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung ist namentlich meldepflichtig. Die Meldung erfolgt in der Regel durch die Ärztin oderden Arzt, kann aber auch von der geimpften Person selbst gemeldet werden.

So melden Sie Verdachtsfälle

Sollten Sie einen Verdacht auf eine schwerwiegende Nebenwirkung haben, können Sie dies sowohl Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, dem örtlichen Gesundheitsamt oder dem Paul-Ehrlich-Institut über die Website www.nebenwirkungen.bund.de melden. Im Rahmen der Beobachtungsstudie zur Verträglichkeit der Corona-Impfstoffe können Geimpfte unerwünschte Reaktionen nach der Impfung zudem über die Smartphone-App „SafeVac 2.0“ erfassen und an das Paul-Ehrlich-Institut übermitteln. Die App können Sie kostenfrei im Apple App Store und im Google Play Store herunterladen.

Um die Sicherheit bei der Corona-Schutzimpfung zu gewährleisten, beobachtet das Paul-Ehrlich-Institut seit Beginn der Impfkampagne fortlaufend alle gemeldeten Verdachtsfälle von Nebenwirkungen beziehungsweise Impfkomplikationen und berichtet über die Ergebnisse seiner Bewertungen. Gibt es Meldungen, die auf ein Risiko hindeuten, reagieren die Expertinnen und Experten sofort. Sie gehen den Ursachen nach und empfehlen Maßnahmen, die, wenn nötig, bis zum Aussetzen des Impfstoffs reichen können. Falls erforderlich, können zudem Anpassungen der Zulassungen erfolgen, zum Beispiel durch Änderungen in den genehmigten Produktinformationstexten. Aufklärungsmaterialien müssen dann entsprechend angepasst werden. Auch der Personenkreis, für den der Impfstoff als geeignet empfohlen wurde, kann durch die STIKO am Robert Koch-Institut vorsorglich eingeschränkt werden. Während der Anwendung prüfen und dokumentieren das Paul-Ehrlich-Institut, die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und die pharmazeutischen Hersteller akribisch und fortlaufend die Daten zur Wirksamkeit, Sicherheit und Schutzdauer der Corona-Impfstoffe. So kann bei Hinweisen auf mögliche Nebenwirkungen schnell gehandelt werden, wie etwa Im Frühjahr bei dem Impfstoff von AstraZeneca. Dieser Fall zeigt, dass auch die Ständige Impfkommission schnell und zugleich sorgfältig reagieren kann, indem sie ihre Empfehlung dahingehend anpasst, für welche Personengruppen welcher Impfstoff geeignet beziehungsweise nicht geeignet ist.

Kontinuierliche Sicherheitsprüfung

Für eine Zulassung in der EU und damit in Deutschland durchlaufen alle Impfstoffe einen mehrstufigen Prüfprozess. So wird sichergestellt, dass nur sichere und wirksame Impfstoffe von geeigneter Qualität zum Einsatz kommen, bei denen der nachgewiesene Nutzen mögliche Risiken deutlich übersteigt (mehr zur Nutzen-Risiko-Abwägung einer COVID-19-Schutzimpfung erfahren Sie hier). Dieses Verfahren greift auch im Falle der COVID-19-Impfstoffe: Ihre Zulassungsprozesse werden beschleunigt, indem mehrere sicherheitsrelevante Schritte zeitgleich erfolgen („Rolling-Review-Verfahren“). Auch nach der bedingten Zulassung durch die Europäische Kommission werden diese Impfstoffe permanent überwacht, in Deutschland von den Expertinnen und Experten des Paul-Ehrlich-Instituts: Dies ist eine wichtige Kontrollfunktion, die die Sicherheit der Schutzimpfungen gewährleistet.

Hilfe bei Verdacht auf Impfschaden

Schwerwiegende Nebenwirkungen bei Impfstoffen sind sehr selten, aber nie ganz auszuschließen. Liegt ein Verdacht auf einen Impfschaden vor, besteht die Möglichkeit, beim zuständigen Versorgungsamt einen Antrag auf Anerkennung eines Impfschadens zu stellen. Das Infektionsschutzgesetz definiert diesen als „gesundheitliche und wirtschaftliche Folge einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung durch die Schutzimpfung".Das Gesetz regelt auch, wann jemand Anspruch auf Versorgung nach dem Bundesversorgungsgesetz hat.

Je nach Fallgestaltung kommt unter anderem eine Haftung des Pharmaunternehmens aufgrund verschiedener gesetzlicher Grundlagen in Betracht. Welche Haftungsregelungen im Einzelfall greifen, kann sich aus dem Arzneimittelrecht, dem Produkthaftungsgesetz sowie den allgemeinen Haftungsregelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs ergeben. Wer einen Impfschaden vermutet, sollte eine notwendige Untersuchung zur Klärung des Falls einleiten. Hilfestellung erhalten Betroffene dabei durch das Gesundheitsamt. Für die Anerkennung eines Impfschadens sind die Versorgungsämter der Bundesländer zuständig.

Weitere Antworten auf rechtliche Fragen zur Corona-Schutzimpfung finden Sie hier.

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