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Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Schutzimpfung
15:41 · 9. Juni 2021

Impfkomplikation – das können Sie tun

Wie alle Arzneimittel können auch Impfstoffe nach Verabreichung mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden sein. Wir erklären, welche Impfreaktionen vorkommen können und was Sie beim Verdacht auf eine Impfkomplikation tun können.

Unerwünschte Nebenwirkungen nach der Impfung

Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen, die der Medizin zur Verfügung stehen. Viele Infektionskrankheiten konnten dadurch weit zurückgedrängt, zum Teil so gut wie ausgerottet werden. Auch in der Corona-Pandemie helfen Impfungen, die Ausbreitung von COVID-19 zu kontrollieren: Denn je mehr Menschen geimpft oder nach durchgemachter Erkrankung besser geschützt sind, desto schlechter kann sich das Virus ausbreiten. Wer sich impfen lässt, schützt also nicht nur sich selbst, sondern auch andere.

Impfreaktionen signalisieren Wirksamkeit

Um ihre Wirksamkeit zu entfalten, lösen Schutzimpfungen bestimmte Reaktionen im Körper aus: Der Impfstoff zeigt dem Immunsystem sozusagen, wie es eine Infektion mit dem Coronavirus bekämpfen kann. Mitunter können dabei moderate Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, grippeähnliche Symptome oder Schmerzen an der Einstichstelle auftreten. Diese Reaktionen treten bei den COVID-19-Impfungen häufiger und zum Teil auch stärker auf als beispielsweise nach einer Grippeimpfung. Sie klingen in der Regel nach wenigen Tagen komplett ab und sind ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert und Antikörper bildet.

Impfungen können Reaktionen hervorrufen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) unterscheidet zwischen diesen üblichen Impfreaktionen und sehr seltenen Impfkomplikationen. Impfreaktionen (zum Beispiel grippeähnliche Symptome) sind normal, treten meist kurz nach der Schutzimpfung auf und halten nur wenige Tage an. Impfkomplikationen hingegen, die über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehen, sind unerwünschte, schwere Nebenwirkungen, die meldepflichtig sind und dokumentiert werden müssen. Hier finden Sie eine Übersicht der häufigsten Impfreaktionen der aktuell zugelassenen Corona-Impfstoffe. Auch in den Aufklärungsmerkblättern werden diese und die Impfkomplikationen aufgeführt.

Impfkomplikationen bezeichnet eine schwerwiegende Nebenwirkung nach Impfung

Schwerwiegende sogenannte unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) nach Impfungen sind sehr selten. Der Verdacht einer über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung ist namentlich meldepflichtig. Die Meldung erfolgt in der Regel durch die Ärztin oder den Arzt, kann aber auch von der geimpften Person selbst gemeldet werden.

Verdachtsfälle melden

Sollten Sie einen Verdacht auf eine unerwünschte Nebenwirkung haben, können Sie dies sowohl Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, dem örtlichen Gesundheitsamt oder dem Paul-Ehrlich-Institut über die Website www.nebenwirkungen.bund.de melden. Im Rahmen der Beobachtungsstudie zur Verträglichkeit der Corona-Impfstoffe können Geimpfte unerwünschte Reaktionen nach der Impfung zudem über die Smartphone-App „SafeVac 2.0“ erfassen und an das Paul-Ehrlich-Institut übermitteln. Die App können Sie kostenfrei im Apple App Store und im Google Play Store herunterladen.

Um die Sicherheit bei der Corona-Schutzimpfung zu gewährleisten, beobachtet das Paul-Ehrlich-Institut seit Beginn der Impfkampagne fortlaufend alle gemeldeten Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen und berichtet über die Ergebnisse seiner Bewertungen. Gibt es Meldungen, die auf ein Risikosignal hindeuten, reagieren die Expertinnen und Experten sofort. Sie gehen den Ursachen nach und empfehlen Maßnahmen, die, wenn nötig, bis zum Aussetzen des Impfstoffs reichen können. Falls erforderlich, können zudem Anpassungen der Zulassungen erfolgen, z.B. durch Änderungen in den genehmigten Produktinformationstexten. Aufklärungsmaterialien müssen dann entsprechend angepasst werden. Auch der Personenkreis, für den der Impfstoff als geeignet empfohlen wurde, kann durch die STIKO am Robert Koch-Institut vorsorglich eingeschränkt werden. Während der Anwendung prüfen und dokumentieren das Paul-Ehrlich-Institut, die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und die pharmazeutischen Hersteller akribisch und fortlaufend die Daten zur Wirksamkeit, Sicherheit und Schutzdauer der Corona-Impfstoffe. So kann bei Hinweisen auf mögliche Nebenwirkungen schnell gehandelt werden, wie etwa bei dem Impfstoff von AstraZeneca. Dieser Fall zeigt, dass auch die Ständige Impfkommission reagieren kann, indem sie ihre Empfehlung dahingehend anpasst, für welche Personengruppen welcher Impfstoff geeignet bzw. nicht geeignet ist.

Kontinuierliche Sicherheitsprüfung

Für eine Zulassung in der EU und damit in Deutschland durchlaufen alle Impfstoffe einen mehrstufigen Prüfprozess. So wird sichergestellt, dass nur sichere und wirksame Impfstoffe von geeigneter Qualität zum Einsatz kommen, bei denen der nachgewiesene Nutzen mögliche Risiken deutlich übersteigt. Dieses Verfahren greift auch im Falle der COVID-19-Impfstoffe: Ihre Zulassungsprozesse werden beschleunigt, indem mehrere sicherheitsrelevante Schritte zeitgleich erfolgen („Rolling-Review-Verfahren“). Auch nach der bedingten Zulassung durch die Europäische Kommission werden diese Impfstoffe permanent überwacht, in Deutschland von den Expertinnen und Experten des Paul-Ehrlich-Instituts: Dies ist eine wichtige Kontrollfunktion, die die Sicherheit der Schutzimpfungen gewährleistet.

Hilfe bei Verdacht auf Impfschaden

Schwerwiegende Nebenwirkungen bei Impfstoffen sind sehr selten, aber nie ganz auszuschließen. Liegt ein Verdacht auf einen Impfschaden vor, besteht die Möglichkeit, beim zuständigen Versorgungsamt einen Antrag auf Anerkennung eines Impfschadens zu stellen. Das Infektionsschutzgesetz definiert diesen als „gesundheitliche und wirtschaftliche Folge einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung durch die Schutzimpfung“.Das Gesetz regelt auch, wann jemand Anspruch auf Versorgung nach dem Bundesversorgungsgesetz hat.

Je nach Fallgestaltung kommt unter anderem eine Haftung des Pharmaunternehmens aufgrund verschiedener gesetzlicher Grundlagen in Betracht. Welche Haftungsregelungen im Einzelfall greifen, kann sich aus dem Arzneimittelrecht, dem Produkthaftungsgesetz sowie den allgemeinen Haftungsregelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs ergeben. Wer einen Impfschaden vermutet, sollte eine notwendige Untersuchung zur Klärung des Falls einleiten. Hilfestellung erhalten Betroffene dabei durch das Gesundheitsamt. Für die Anerkennung eines Impfschadens sind die Versorgungsämter der Bundesländer zuständig.

Weitere Antworten auf rechtliche Fragen zur Corona-Schutzimpfung finden Sie hier.

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