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Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Schutzimpfung
16:47 Uhr · 18. Januar 2021

Was muss ich zur Corona-Schutzimpfung wissen?

Jetzt heißt es: Ärmel hochkrempeln gegen COVID-19. Deutschlandweit sollen über 400 Impfzentren die Impfungen durchführen. Was müssen Sie vor, während und nach der Impfung beachten? Hier die wichtigsten Informationen.

Ältere bekommen die Corona-Schutzimpfung /
Shutterstock.com / Rido

Die Impfstrategie: Risikogruppen und medizinisches Personal haben Priorität

"In diesem Moment sind LKWs in ganz Europa, in ganz Deutschland in alle Bundesländer unterwegs, um den ersten Impfstoff auszuliefern. Dieser Impfstoff ist der entscheidende Schlüssel, diese Pandemie zu besiegen." Mit diesen Worten kündigte Bundesgesundheitsminister Spahn am zweiten Weihnachtstag den Beginn der Impfungen in Deutschland an. Was er aber auch deutlich machte: Bis ausreichend Impfdosen für alle verfügbar sind, wird Zeit vergehen. Aus diesem Grund ist ein schrittweises Vorgehen erforderlich. Die Verteilung des Impfstoffes erfolgt gestaffelt. Grundsätzlich gilt zu Beginn: besonders gefährdete Personen, Risikogruppen und medizinisches Personal sollen zuerst geimpft werden.

Diese Personen bekommen den Impfstoff zuerst:

  • Bewohnerinnen und Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen
  • Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege
  • andere Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu Bewohnerinnen und Bewohnern
  • Personen im Alter von mindestens 80 Jahren
  • Personal mit besonders hohem Ansteckungsrisiko in medizinischen Einrichtungen (zum Beispiel in Notaufnahmen oder in der medizinischen Betreuung von COVID-19-Patientinnen und -Patienten)
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu schutzbedürftigen Gruppen (zum Beispiel in der Onkologie oder Transplantationsmedizin)
Grafik Anspruchsgruppen der Corona-Schutzimpfung

Wo finden die Impfungen statt?

Die Verteilung des Impfstoffes erfolgt in der ersten Phase zentral. Dazu richten die Bundesländer regionale Impfzentren und mobile Impfteams ein. Weitere Informationen zum Stand der Vorbereitungen finden Sie auf der Seite Ihres Bundeslandes. Sobald ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, sollen – wie bei allen anderen Impfstoffen – auch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten impfen. 

Wird die Risikogruppe vorab kontaktiert?

Die Planung der Kontaktaufnahme liegt in der Hand der Bundesländer.

Wichtig: Es besteht ein freiwilliges Impfangebot; keine Impfpflicht. Es ist stark zu empfehlen, sich impfen zu lassen. Es schützt nicht nur einen selbst, sondern auch die Gemeinschaft. Die Impfungen sind ein entscheidender Faktor, um die Pandemie nachweislich um Jahre zu verkürzen.  Außerdem ist die Corona-Schutzimpfung für alle Bürgerinnen und Bürger kostenfrei.

Aufklärungsmerkblatt zur Corona-Schutzimpfung

Was muss ich vor der Corona-Schutzimpfung beachten?

Wichtig ist, dass die Anspruchsgruppen für die Impfung folgende Dokumente mitbringen bzw. bei sich haben: 

  • Personalausweis (für den Altersnachweis)
  • Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens: eine Bescheinigung der Arbeitergeberin oder des Arbeitgebers beziehungsweise ein Beschäftigungsnachweis 
  • Impfpass (wenn nicht vorhanden, wird eine Ersatzbestätigung im Impfzentrum ausgegeben)

Die STIKO hat eine Empfehlung von vorrangig zu impfenden Personengruppen herausgegeben. Das Alter eines Menschen ist der wichtigste Risikofaktor für einen schweren oder sogar tödlichen Erkrankungsverlauf. Damit entfiele für die erste Phase der Impfungen die Notwendigkeit, dass Hausärztinnen und Hausärzte eine Impfberechtigung in Form eines Attests ausstellen. In der zweiten Impfphase könnte es jedoch notwendig sein, dass Patientinnen und Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen ein ärztliches Zeugnis benötigen. 

Hierzu sollten die jeweiligen Verordnungen der Bundesländer zur Information genutzt werden. 

Nach der Anmeldung gilt: Wer in der Vergangenheit nach Impfungen oder Spritzen unter anderem ohnmächtig wurde oder zu Sofortallergien neigt, teilt dies unbedingt dem Fachpersonal vor der Impfung mit, damit der Gesundheitszustand nach der Injektion länger beobachtet werden kann. Außerdem muss zwingend ein Zeitraum von drei bis vier Wochen zwischen den zwei Impfterminen liegen. Erst nach der zweiten Corona-Schutzimpfung greift der Impfschutz. Gut zu wissen: Vor Ort erfolgt kein Test auf das Coronavirus.

Wie viele Impfzentren gibt es?

Vom Einkaufszentrum über den Flughafen bis hin zur Veranstaltungshalle: Die Länder und Kommunen bestimmen und organisieren die Standorte der Impfzentren. Dabei soll jedes Impfzentrum rund 100.000 Personen versorgen und leicht mit dem Öffentlichen Personennahverkehr erreichbar sein. Die Kosten für die Impfzentren werden zwischen Ländern und Krankenversicherung im Grundsatz geteilt. 

Diese fünf Schritte durchlaufen Bürgerinnen und Bürger im Impfzentrum

Der Ablauf im Impfzentrum ist durchorganisiert. Die Menschen werden in fünf Schritten zur Impfung geleitet:

  • Registrierung: Besucherinnen und Besucher legen die Dokumente zur Identitätsprüfung und Impfberechtigung vor
  • Information: Im Wartebereich erhalten die Besucherinnen und Besucher Informationsmaterialien.
  • Aufklärungsgespräch: Hier findet ein ärztliches Impfgespräch zur Aufklärung über Risiken und mögliche Nebenwirkungen statt. Im Anschluss an das Gespräch sind je ein Aufklärungsmerkblatt und ein Einwilligungsbogen zu unterzeichnen.
  • Impfung: Das Gesundheitspersonal führt die Impfung durch.
  • Nachbeobachtung: Hier können sich die geimpften Personen unter Aufsicht von medizinischem Fachpersonal bis zum Verlassen des Impfzentrums aufhalten.

Auch im Impfzentrum gelten die allgemeinen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19. So gibt es zwischen den Bereichen großzügige Wartezonen mit Sanitäranlagen, damit alle den Mindestabstand einhalten und sich die Hände waschen können. Außerdem besteht die Tragepflicht einer Mund-Nasen-Bedeckung (Alltagsmaske).

Was ist das Aufklärungsmerkblatt und der Einwilligungsbogen?

Was genau ist COVID-19, welche Symptome sind typisch und warum ist diese Krankheit so gefährlich? Wie funktioniert der Impfstoff, wie verhält er sich im Körper und wie wirksam ist er? Was ist vor und nach der Impfung zu beachten? Und welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen könnten auftreten? Das Aufklärungsmerkblatt gibt Antworten auf die drängendsten Fragen rund um die Corona-Schutzimpfung. Jede Schutzimpfung müssen Ärztinnen und Ärzte schriftlich oder elektronisch dokumentieren. Auf dem Einwilligungsbogen machen sie Angaben zu Ihrem Gesundheitszustand, zu früheren Impfungen und bestehenden Allergien.Im Aufklärungsbereich des jeweiligen Impfzentrums, unmittelbar vor der Corona-Schutzimpfung, müssen Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten ein Aufklärungsmerkblatt als auch einen Einwilligungsbogen ausfüllen und unterschreiben.  Im Fall der Corona-Schutzimpfung hat das Robert Koch-Institut (RKI) mit dem Deutschen Grünen Kreuz (DGK) beide Dokumente erarbeitet und mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sowie dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) abgestimmt. Die Dokumente sind auf dem Stand der gegenwärtig verfügbaren Informationen zum Impfstoff und werden fortlaufend angepasst und aktualisiert.

Aufklärungsmerkblatt zur Corona-Schutzimpfung

Einwilligungsbogen zur Corona-Schutzimpfung

Leitfaden für Patient:innen und Bürger:innen zur Corona-Schutzimpfung

Was sind mobile Impfteams?

Bewohnerinnen und Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen gehören zur Risikogruppe und sind mobil häufig eingeschränkt. Aus diesem Grund suchen mobile Impfteams die Pflegeeinrichtungen gezielt auf. 

Wichtig: Im Hinblick auf Aufklärungsgespräche durch die mobilen Impfteams ist unabdingbar, bei nicht einwilligungsfähigen zu impfenden Personen die gesetzliche Vertreterin oder den gesetzlichen Vertreter aufzuklären und deren/dessen Einwilligung einzuholen. Die Erreichbarkeit der Betreuerinnen und Betreuer kann im Einzelfall schwierig sein. Daher ist ein deutlicher zeitlicher Vorlauf vor der eigentlichen Impfung einzuplanen.

Warum wird im Impfzentrum und nicht bei Hausärztinnen und Hausärzten geimpft?

Zum einen zur Entlastung des Gesundheitssystems. In der wichtigen ersten Phase setzt die Impf-Strategie auf Impfungen in Impfzentren und durch mobile Impf-Teams. So lässt es sich besser organisieren, dass vor allem die Menschen zuerst geimpft werden, die besonders geschützt werden sollen. Des weiteren muss der Impfstoff vor der Verwendung bei minus 70 Grad gelagert werden. Ein Aufwand, auf den sich die Praxen erst vorbereiten müssen. Im Lauf der Zeit ist jedoch mit Corona-Schutzimpfungen in den Hausarztpraxen zu rechnen.

VIDEO: Corona-Impfung – erklärt in 60 Sekunden

Was muss ich nach der Corona-Schutzimpfung beachten?

Am häufigsten treten als Nebenwirkungen leichte bis moderate Schmerzen an der Einstichstelle, Erschöpfung sowie Kopfschmerzen, die vorübergehend auftreten und normalerweise innerhalb von wenigen Tagen verschwinden. Nebenwirkungen melden Sie direkt Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt oder in der Apotheke, bleiben Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt im Austausch. Für die Bewertung der Nebenwirkungen, einer möglichen Diagnose und Folgebehandlung sind diese weiterhin Ihre Ansprechpartner, auch wenn sie Sie nicht geimpft haben.

Gerne können Sie Nebenwirkungen auch noch zusätzlich beim Paul-Ehrlich-Institut über die Webseite www.nebenwirkungen.bund.de oder über die SafeVac 2.0-App (die App des Paul-Ehrlich-Instituts) melden. 

Hier können Sie die App im Apple AppStore und hier im Google Play Store herunterladen.

Wann habe ich nach der Corona-Schutzimpfung eine Immunität aufgebaut?

Zur Grundimmunisierung muss der gleiche Impfstoff mindestens zweimal im Abstand von drei bis vier Wochen injiziert werden. Das Immunsystem braucht diese Zeit, damit der Körper den Immunschutz aufbaut. Der Impfschutz beginnt nach derzeitigem Kenntnisstand zwei bis drei Wochen nach der zweiten Verabreichung. Demnach sind etwa 95 von 100 geimpften Personen vor einer COVID-19-Erkrankung geschützt. Sie sind auch danach weiterhin aufgefordert, die AHA-Regelungen einzuhalten. Trotz Immunität können Sie möglicherweise noch Überträgerin oder Überträger sein.

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