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Bundesministerium für Gesundheit
Erwachsene
16:39 Uhr · 19. Februar 2021

Kontakte mit älteren Menschen gestalten

Die Kontaktbeschränkungen wurden aufgrund steigender Fallzahlen weiter verschärft. Gerade ältere Menschen sowie Risikopatientinnen und -patienten sollten nun besonders vorsichtig sein.

Schützen Sie Ihre Großeltern durch Abstand /
Bild: Getty Images / RyanJLane

Für ältere Menschen und Risikopatienten ist natürlich größte Vorsicht geboten und Kontakte sollten auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Alle neuen Maßnahmen finden Sie im Detail hier. Viele Familien haben sich mit der Situation arrangiert. Sie halten mit regelmäßigen Telefonaten oder Videogesprächen Kontakt und schicken vielleicht auch mal wieder einen Brief oder eine Postkarte. 

Warum ältere Menschen zur Risikogruppe gehören und was dabei zu beachten ist, erfahren Sie in diesem Artikel. 

Während der Coronavirus-Pandemie Freunde und Enkel treffen?

Dennoch taucht bei vielen älteren Menschen jetzt die Frage auf: Darf ich Freunde, Freundinnen, meine Kinder, meine Enkel wieder persönlich treffen? Wie stark muss ich meine persönlichen Kontakte in der jetzigen Situation noch begrenzen? Diese Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten. Hier erklären wir, worauf Familien, Freunde und Freundinnen bei einer Entscheidung über gemeinsame Treffen achten sollten. 

Ältere Menschen gehören zur Risikogruppe

Alle Menschen können sich mit dem Coronavirus infizieren. Einige Bevölkerungsgruppen haben aber ein erhöhtes Risiko auf einen schweren Verlauf der Krankheit COVID-19. Schon seit Beginn der Pandemie in Deutschland ist bekannt, dass grundsätzlich alle Menschen einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, deren Abwehrkräfte geschwächt sind. Dazu zählen ältere Menschen, denn das Immunsystem ist im Alter nicht mehr so stark wie in jüngeren Jahren. Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an. Rund 87 Prozent der Menschen, die an COVID-19 gestorben sind, waren 70 Jahre oder älter, hat das Robert Koch-Institut errechnet. 

Ein geschwächtes Immunsystem erhöht das Infektionsrisiko

Hinzu kommt, dass ein gesundes Immunsystem mit Symptomen wie Fieber auf eine Infektion reagiert. In höherem Alter können diese Symptome schwächer oder gar nicht auftreten, wodurch Erkrankte in einigen Fällen erst spät zum Arzt gehen. Auch eine späte Diagnosestellung kann zu einem schweren Verlauf der Krankheit beitragen. Seit Beginn der Pandemie wird älteren Menschen daher geraten, ihre Kontakte möglichst auf ein Minimum zu reduzieren und sich nicht mit Kindern oder Enkeln zu treffen. Grundsätzlich gilt noch immer: Je weniger Menschen man begegnet, desto geringer ist das Infektionsrisiko. 

Vorerkrankungen und andere Risikofaktoren

Das Risiko einer schweren Erkrankung ist nicht nur bei älteren Menschen erhöht, sondern auch in den folgenden Fällen

  • Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck),
  • Vorerkrankungen der Lunge (z. B. Asthma, COPD), 
  • Lebererkrankungen, Zuckerkrankheit oder Krebs, 
  • ein durch Medikamente (z. B. Cortison) geschwächtes Immunsystem, 
  • starkes Übergewicht, 
  • durch Rauchen belastete Lungen. 

Da das Coronavirus erst vor ein paar Monaten aufgetreten ist, sind viele Aspekte der Erkrankung noch nicht ausreichend erforscht. Dennoch muss davon ausgegangen werden, dass sich verschiedene Risikofaktoren gegenseitig verstärken. Das heißt, dass ältere Personen mit Vorerkrankungen und anderen Risikofaktoren ein besonders hohes Risiko auf einen schweren Verlauf haben. Diese Menschen sollten ganz besonders darauf achten, dass sie sich nicht mit dem Coronavirus infizieren. 

AHA-Formel gilt auch für Ältere

Alle Menschen, aber insbesondere diejenigen, die zu einer Risikogruppe gehören, sollten die AHA‑Formel beachten, die sich aus den Begriffen Abstand, Hygiene und Alltag mit Maske zusammensetzt: 

  • Abstand halten: Unterwegs, beim Einkaufen oder beim Spaziergang im Park achten wir auf 1,5 Meter Mindestabstand zu unseren Mitmenschen.
  • Hygiene beachten: Wir befolgen die Hygieneregeln in Bezug auf Niesen, Husten und Händewaschen.
  • Alltag mit Maske: Dringend empfohlen wird das Tragen von Masken an Orten, an denen es schwer werden kann, den Mindestabstand zu anderen immer einzuhalten. Zum Schutz von umstehenden Personen haben die Bundesländer Vorschriften für das Tragen sogenannter OP-Masken oder auch Masken der Standards FFP2 oder KN95/N95 im öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkauf erlassen. Bitte beachten Sie die Regelungen an Ihrem Ort. Wer eine Maske trägt sollte dennoch darauf achten, Abstand zu anderen Menschen zu halten. 

Unnötige Wege vermeiden: COVID-19 ist überall präsent

Um das Risiko einer Infektion möglichst gering zu halten, empfiehlt es sich, möglichst wenig unter Menschen zu gehen. Nehmen Sie für den Einkauf von Lebensmitteln Bring- und Lieferangebote von Supermärkten, Familie und/oder Nachbarn in Anspruch. Auch den Gang zur Apotheke kann man sich häufig sparen, da Apotheken einen für Kunden und Kundinnen kostenlosen Lieferservice anbieten. Arztbesuche sollte man aber nicht unterlassen, wenn man Krankheitszeichen an sich bemerkt. Denn auch wenn COVID-19 derzeit überall präsent ist – es gibt auch andere Gefahren für die Gesundheit und die können sich verschlimmern, wenn man die Symptome zunächst ignoriert

Was man für seine Gesundheit generell tun kann

Gesundheitsexpertinnen und -experten empfehlen auch in der Zeit der Coronavirus-Pandemie grundsätzlich all das, von dem wir schon immer wussten, dass es gut für uns ist. Besonders jetzt ist die Zeit, sich wirklich daran zu halten: nicht Rauchen, Alkohol nur in Maßen trinkenSport und Fitness im Rahmen der Möglichkeiten und auf eine gesunde Ernährung achten. Auch soziale Kontakte tragen zum Wohlbefinden bei. 

FFP2-Masken für Risikopatientinnen und -patienten sowie für über 60-jährige

Im Laufe des Januars 2021 erhalten Anspruchsberechtige zwei fälschungssichere Coupons für jeweils sechs Masken von ihren gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungen. Dazu müssen sie nichts unternehmen. Die Coupons werden in drei Wellen versendet: zuerst erhalten sie Personen ab 75 Jahren, danach Personen ab 70 Jahren sowie Menschen mit bestimmten Erkrankungen und Risikofaktoren, im dritten Aussand alle Versicherten ab 60 Jahren. Der erste Coupon kann in der Zeit zwischen dem 1. Januar und 28. Februar in der Apotheke eingelöst werden, der zweite im Zeitraum vom 16. Februar bis zum 15. April.

Die Anspruchsberechtigten zahlen pro eingelöstem Coupon einen Eigenanteil von zwei Euro hinzu. Die übrigen Kosten werden aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds getragen.

Wie Besuche in Heimen geregelt sind

In Pflegeheimen mussten viele ältere Menschen über Wochen auf Besuch verzichten. Mittlerweile sind Besuche wieder möglich, jedoch nur, wenn besondere Schutzmaßnahmen getroffen werden. Allerdings ist dies auf eine Kontaktperson beschränkt, die regelmäßig wiederkehren darf. Die Länder werden zudem eine verpflichtende Testung mehrmals pro Woche für das Personal in Alten- und Pflegeeinrichtungen anordnen. In Regionen mit erhöhter Inzidenz soll der Nachweis eines aktuellen negativen Corona-Tests für die Besucherinnen und Besucher verbindlich werden. 

Ansteckungsrisiken minimieren

So wurden z. B. in vielen Heimen an den Tischen der Besuchszimmer Plexiglasscheiben installiert, um eine Tröpfcheninfektion zu unterbinden. Auch Spaziergänge sind in vielen Fällen erlaubt, da das Ansteckungsrisiko unter freiem Himmel geringer ist als in geschlossenen Räumen. Doch auch hier muss auf einen Mindestabstand von 1,5 Metern geachtet werden. Zudem gilt in vielen Heimen bei Besuchen eine generelle Maskenpflicht für beide Seiten. Empfohlen werden auch hier sogenannte OP-Masken oder auch Masken der Standards FFP2 oder KN95/N95. Das sind Vorsichtsmaßnahmen, an denen sich grundsätzlich auch orientieren kann, wer über private Treffen nachdenkt. 

Wie schützen wir Oma und Opa?

Grundsätzlich können sich auch Familien mit den Großeltern verabreden. Doch je mehr Besucherinnen und Besucher empfangen werden, desto größer das Risiko einer Ansteckung. Auch wenn man an sich selbst keine Symptome bemerkt, kann man sich unwissentlich infiziert haben. Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über mögliche Risiken, wenn Sie über ein Treffen nachdenken.

Bei privaten Zusammenkünften: AHA+L beachten

Bei privaten Zusammenkünften zu Hause in geschlossenen Räumen sollen die Hygiene- und Abstandsregeln umgesetzt werden. Erlaubt sind der Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes sowie maximal eine weitere nicht im Haushalt lebende Person.  Beim Treffen in Innenräumen sollte für ausreichend Belüftung gesorgt werden. Bitte halten Sie sich an die Verhaltensregeln, die in der AHA+L-Formel zusammengefasst sind. Das L steht dabei für Lüften.

Es wird weiterhin davon abgeraten, dass Kinder zum Familienbesuch bei den Großeltern mitgenommen werden, die noch nicht alt genug sind, um Abstandsregeln einzuhalten.

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