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Corona-Wissen
13:44 · 1. September 2021

Als Familie die Coronavirus-Pandemie gut überstehen

Für Familien gilt es in der Corona-Pandemie Familienleben, Corona-Regeln und Homeoffice miteinander zu vereinbaren. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Kindern die Corona-Regeln erklären und mit den Belastungen der Pandemie als Familie besser zurechtkommen.

Familienzusammenhalt hilft

In mehrfacher Hinsicht sind berufstätige Eltern mit Kindern im Kita- oder Schulalter durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen besonders herausgefordert. Viele Väter und Mütter arbeiten derzeit noch im Homeoffice und mussten im vergangenen Jahr neben der Arbeit zusätzlich kleine Kinder betreuen und/oder größere Kinder bei den Schulaufgaben unterstützen. Auch für Kinder war dies keine leichte Zeit:eingeschränkte persönliche Treffen mit Freundinnen und Freunden, kein Besuch bei Oma und Opa. Geliebte Hobbys wie Fußball, Chorsingen oder gemeinsames Basteln fielen genauso aus wie Kinobesuche und Kindergeburtstage. Dass die Schulen geschlossen waren, fanden Kinder vielleicht anfangs noch toll. Doch der Heimunterricht durch die Eltern war vermutlich für die wenigsten eine angenehmere Alternative. Nach Monaten des Distanzunterrichts und Homeschooling soll es in diesem Herbst und Winter keine Schul- und Kitaschließungen mehr geben. Eltern haben die Perspektive, wieder verlässlich arbeiten zu können und ihre Kinder betreut zu wissen. Erneut stark steigende Infektionszahlen sowie Quarantäneregeln können allerdings trotzdem dazu führen, dass situationsbedingt und regional Schulen geschlossen werden oder einzelne Kinder zuhause lernen müssen. Denn die Coronavirus-Pandemie dauert weiter an. In diesem Artikel erfahren Sie, wie sie die aktuelle Situation als Familie gut meistern können.

Zurück in die Schule – und die AHA-Formel beachten

Nicht nur viele Kinder, auch Eltern freuen sich, dass die Schulen nun wieder geöffnet sind. Da es für Kinder unter 12 Jahren noch keine Impfempfehlung gibt, gilt es, diese besonders zu schützen. Machen Sie daher auch Ihre Kinder mit der AHA-Formel vertraut. AHA steht für Abstand, Hygiene und Alltag mit Maske.

  • Abstand halten:

Auf dem Weg zur Schule, beim Einkaufen oder beim Spaziergang im Park ist es weiterhin wichtig,  1,5 Meter Mindestabstand zu anderen Menschen zu halten. Das entspricht etwa zwei Armlängen oder einer Schwimmnudel.

  • Hygiene beachten:

Achten Sie auf richtiges Niesen und Husten (in die Armbeuge oder ein Papiertaschentuch) und gründliches Händewaschen. Tipp: Ausreichend langes Händewaschen nimmt in etwa so viel Zeit in Anspruch wie zwei Mal „Happy Birthday“ zu singen. Hier finden Sie Piktogramme, die Ihnen dabei helfen können, Ihren Kindern zu erklären, was „richtiges Händewaschen“ bedeutet. Sie finden auf der Website sowohl Piktogramme als auch Infografiken für kleine Kinder, Schulkinder und Jugendliche.

  • Alltag mit Maske:

Dringend empfohlen wird das Tragen von Masken an Orten, an denen es schwer werden kann, den Mindestabstand zu anderen einzuhalten. Darüber hinaus ist es in den meisten Bundesländern Vorschrift, dass in Schulen, im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkauf medizinische Masken (zum Beispiel OP- oder FFP2-Masken) getragen werden. Diese Regelung gilt für Kinder ab sechs Jahren. Üben Sie mit Ihrem Kind und auch mit der ganzen Familie vor einem Spiegel, wie man eine Maske anzieht, trägt und wieder auszieht. Das können Sie beispielsweise auch zusammen mit dem Lieblingsstofftier probieren und diesem eine Maske anziehen. Praktische Tipps, wie Sie Ihrem Kind den Umgang mit der Maske erklären können, beschreibt auch auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Welche Vorschriften in Ihrem Bundesland gelten, können Sie hier erfahren.

Kindern erklären, wozu es die Corona-Regeln gibt

Erklären Sie Ihren Kindern, dass sich das Virus sehr schnell ausbreiten kann, wenn man nichts unternimmt. Deshalb ist es wichtig, sich und andere zu schützen, indem man die AHA-Formel beachtet. Am leichtesten wird das Coronavirus übertragen, wenn man Tröpfchen abbekommt, die eine andere Person zum Beispiel beim Sprechen von sich gibt. Daher soll man den 1,5 Meter-Abstand unbedingt einhalten. Auch kleinere Kinder können schon verstehen, dass man Tröpfchen von der Hand zum Beispiel auf eine Türklinke weitergeben und von dort aufnehmen kann und es daher wichtig ist, sich die Hände zu waschen. Besonders kleine Tröpfchen, auch Aerosole genannt, können sogar über einen längeren Zeitraum in der Luft stehen und zu Übertragungen der Krankheit führen. Neben den oben genannten Maßnahmen wie Abstandhalten, Händewaschen und Maske tragen ist es also auch wichtig, regelmäßig und gründlich zu lüften: So sinkt das Ansteckungsrisiko durch Aerosole und Tröpfchen in geschlossenen Räumen. In diesem Artikel finden Sie eine Übersicht über die verschiedenen Übertragungswege des Coronavirus.

Wenn sich Ihr Kind unwohl damit fühlt, eine Maske zu tragen, erklären Sie ihm altersgerecht, dass der Schutz helfen kann, die Verbreitung der krankmachenden Viren einzudämmen. Zumal es sein kann, dass man selbst das Virus hat, ohne krank zu sein. Um das Virus nicht weiterzugeben, trägt man daher eine Maske. Gerade bei Kindern verläuft COVID-19 oftmals mild, sodass sich einige Kinder auch während der Krankheit nicht unbedingt krank fühlen. Informieren Sie sich hier über die möglichen Symptome einer Coronavirus-Infektion bei Kindern und lesen Sie, wie Sie Ihr Kind bestmöglich vor einer Ansteckung schützen können.

Informieren Sie sich selbst über die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie und vermitteln Sie Ihren Kindern diese Informationen verständlich und altersgerecht. Nehmen Sie ihre Fragen ernst und antworten Sie offen und ehrlich – ohne zu dramatisieren. Erklären Sie, was aktuell geschieht. Je nach Alter und Entwicklungsstand Ihres Kindes können Sie dabei mehr oder weniger ausführlich werden. Achten Sie auf eine kindgerechte Wortwahl: Begriffe wie „tödliches Virus“, „Infizierte“ oder „Pandemie“ können in der Regel erst ältere Kinder verstehen und verarbeiten. Tipps dazu, wie man Kindern die aktuelle Situation erklären kann, finden Sie auch hier.

Keine Angst vor dem Testen!

Schnelltests sollen den Unterricht und den Alltag in Kindertageseinrichtungen sicherer machen und Infektionsrisiken minimieren. Solange Präsenzunterricht stattfindet, müssen Schülerinnen und Schüler zwei Mal pro Woche getestet werden. Für manche Kinder ist ein Coronatest nicht unbedingt angenehm und vor allem ungewohnt. Angst braucht Ihr Kind vor einem Test jedoch nicht zu haben: Der Abstrich tut in der Regel nicht weh und geht schnell vorüber. Für kleine Kinder gibt es dafür oftmals spezielle Stäbchen, die besonders dünn und flexibel sind. Es kann helfen, wenn Sie Ihrem Kind erklären, welche Testformen es gibt (eine Übersicht finden Sie zum Beispiel hier) und Sie es während des Tests ablenken. Gerade bei kleinen Kindern kann es helfen, die Hand zu halten oder das Lieblingskuscheltier von zuhause mitzubringen. Im Rahmen mehrerer Pilotprojekte finden mittlerweile auch sogenannte Lolli-Tests in deutschen Schulen Gebrauch. Weitere Informationen zum Lolli-Test finden Sie hier.

Homeschooling und Homeoffice gut meistern

Falls aufgrund hoher Inzidenzen oder Quarantäne-Maßnahmen doch wieder Distanzlehre und Homeschooling eingeführt werden müssen, können klare räumliche und zeitliche Strukturen dabei helfen, den Alltag zuhause zu meistern. Definieren Sie, sofern möglich, bestimmte Bereiche als Arbeitsplätze und andere Räume, die für Erholung und das Familienleben genutzt werden. So kann eine klare Grenze zwischen Arbeit sowie Schule und Freizeit gezogen werden.Auchein strukturierter Tagesablauf mit festen Schlaf- und Essenszeiten kann Kindern – aber auch den Eltern – Orientierung und Halt geben. Für Schulkinder sollte Zeit eingeplant werden, um zu lernen und Hausaufgaben zu machen, aber auch zum Spielen und Entspannen.

Die Herausforderung beim Homeschooling besteht vor allem darin, Kinder zu unterstützen, eigenständig zu arbeiten. Es ist nicht Sinn der Sache, dass die Eltern die Aufgaben der Kinder lösen. Kleinere Kinder der Klassen eins bis vier brauchen allerdings in der Regel noch etwas mehr Anleitung. Wichtig ist es, die Kinder nicht zu überfordern. Besprechen Sie mit ihnen am besten täglich, welche Aufgaben sie sich für den Tag vornehmen. Es sollten nur so viele sein, dass sie diese auch gut schaffen können. To-Do-Listen sind auch für Kinder eine gute Sache, da es für sie ein Erfolgserlebnis ist, wenn sie erledigte Aufgaben abhaken können.

Neben Arbeitszeiten sollten Sie bewusst Phasen einplanen, in denen sie sich mit den Kindern befassen. Vor allem Sport und Bewegung an der frischen Luft können dazu beitragen, dass Ihre Kinder ausgeglichen und gesund sind. Außerdem bieten viele Sportvereine wie der Fußballverein Werder Bremen oder der Basketballclub Alba Berlin Online-Sportstunden an, an denen Kinder von zuhause aus teilnehmen können – eine willkommene Abwechslung zum Vokabeln lernen. Mehr Empfehlungen dazu, wie Eltern und Kinder ihren Tag zuhause anregend gestalten können, finden Sie in unserem Bereich über psychische Gesundheit

Finanzielle Entschädigung bei Quarantäne und Kinderbetreuung

Die Politik unterstützt Familien bei den finanziellen Rahmenbedingungen: Aufgrund der Coronavirus-Pandemie sind mehrere Ausnahmeregeln geschaffen worden, die Familien unterstützen sollen. Wer wegen Quarantänemaßnahmen oder Schul- beziehungsweise Kitaschließung die eigenen Kinder betreuen muss und nicht zur Arbeit kann, soll gegen übermäßige Einkommenseinbußen abgesichert werden. Dafür ist das Infektionsschutzgesetz angepasst worden. Eltern erhalten demnach eine Entschädigung von 67 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens (maximal 2.016 Euro) für bis zu sechs Wochen. Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber, der bei der zuständigen Landesbehörde einen Erstattungsantrag stellen kann. Für wen die Entschädigung in Frage kommt und zu welchen Bedingungen, erklärt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Besonderer Kinderzuschlag für Familien mit geringem Einkommen 

Einen monatlichen Kinderzuschlag (KiZ) von bis zu 205 Euro können Familien beantragen, die nicht viel verdienen. Ob und in welcher Höhe der KiZ gezahlt wird, hängt von mehreren Faktoren ab – vor allem vom eigenen Einkommen, den Wohnkosten, der Größe der Familie und dem Alter der Kinder. So kann eine Familie mit zwei minderjährigen Kindern und einer Warmmiete von 690 Euro den KiZ erhalten, wenn das gemeinsame Bruttoeinkommen rund 1500 bis 3400 Euro beträgt. Wer den Kinderzuschlag erhält, ist zudem von den Kita Gebühren befreit und kann zusätzliche Leistungen für Bildung und Teilhabe erhalten. Informationen über den Zuschlag und andere Sonderleistungen, von denen auch Familien profitieren können, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zusammengestellt.

Weiter Informationen: 

Zusammenfassung von Empfehlungen für funktionierendes zu Hause bleiben: 

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/C/Coronavirus/COVID-19_Tipps_fuer_Eltern.pdf

Anlaufstellen für Hilfe im Notfall: 

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/corona-pandemie

Wie organisiert man Betreuung für die Kinder, wenn man selbst ins Krankenhaus muss?

https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/blog/coronavirus-tipps-fuer-eltern-die-ins-krankenhaus-muessen/214086

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