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Corona-Wissen
14:11 · 20. September 2021

Betrug in Zeiten der Coronavirus-Pandemie: Bleiben Sie wachsam

"Fake-Shops" oder "falsche Mitarbeitende des Gesundheitsamtes" – Es gibt aktuell Kriminelle, die die Sorgen von Menschen in der Pandemie ausnutzen. Welche Betrugsmaschen angewendet werden und wie Sie sich am besten schützen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Schützen Sie sich im Internet gegen Betrüger.

„Falsche“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes an der Haustür

Kriminelle nutzen die Corona-Pandemie, um sich unter verschiedenen Vorwänden Zugang zu privaten Wohnungen oder Häusern zu verschaffen und offen herumliegende Wertsachen (zum Beispiel Geld, Uhren, Schmuck, Autoschlüssel etc.) zu stehlen. Sie geben sich beispielsweise als Mitarbeitende des Gesundheitsamtes aus und bieten unangekündigt an der Haustür einen Corona-Test an. Es kann sich hierbei um Betrügerinnen oder Betrüger handeln. Nutzen Sie besser ausschließlich die zertifizierten Teststellen und Apotheken.
Auch wenn die meisten Menschen gerade in guter Absicht andere unterstützen, sind zurzeit auch „falsche Helferinnen und Helfer“ unterwegs. Seien Sie grundsätzlich immer wachsam und lassen Sie keine unbekannten Menschen in Ihre Wohnung. Betrügerinnen und Betrüger haben es besonders auf ältere Menschen abgesehen. Es kommt vor, dass sie beispielsweise nach Geld für Medikamente oder teure Behandlungen fragen. Häufig handelt es sich bei Betrügerinnen und Betrügern auch um Personen, die sich als angebliche „Handwerker“ ausgeben und anbieten, eine Wohnung zu überprüfen oder zu desinfizieren.

So schützen Sie sich vor Kriminellen an der Haustür:

  • Öffnen Sie keiner unbekannten Person die Haustür.

  • Lassen Sie keine Wertsachen in Nähe der Haustür oder im Flur liegen.

  • Bewahren Sie besondere Wertsachen, wie zum Beispiel teure Uhren, in einem befestigten Wertbehältnis auf.

  • Bewahren Sie selten genutzte Wertsachen in einem Bankschließfach auf.

Betrügerische Anrufe

Kriminelle rufen bevorzugt ältere Menschen zuhause an und geben sich als Angehörige aus, die sich mit dem Virus infiziert hätten. Sie fordern zum Beispiel finanzielle Unterstützung zur Begleichung von Arztrechnungen oder für den Kauf von Medikamenten. Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang eindringlich davor, Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen zu übergeben. Eine andere Masche ist das Angebot von Corona-Impfstoffen bekannter Hersteller am Telefon. Beachten Sie hierbei: Es gibt es keine Impfstoffe auf dem freien Markt zu kaufen.
So schützen Sie sich bei betrügerischen Anrufen:

  • Fordern Sie Anruferinnen und Anrufer grundsätzlich dazu auf, den Namen des angeblichen Verwandten (zum Beispiel der Enkelin/des Enkels) selbst zu nennen.

  • Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, dass Namen verraten werden.

  • Wenn Sie Anruferinnen oder Anrufer nicht sofort erkennen: Fragen Sie nach Dingen bzw. Begebenheiten, die nur der tatsächliche Verwandte kennen kann.

  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

  • Lassen Sie sich bei einer angeblichen Impfstoffverkäuferin oder einem angeblichen Impfstoffverkäufer nicht auf ein längeres Gespräch ein, sondern legen Sie sofort auf.

  • Wenden Sie sich sofort unter 110 an die Polizei, wenn Sie einen Betrug vermuten.

  • Um ältere Verwandte, Freunde und Bekannte vor Betrugsstraftaten zu schützen, geben Sie alle notwendigen Informationen weiter.

Fake-Shops für Gesundheitsartikel und Datenklau per E-Mail

Seien Sie wachsam, wenn Sie digitale Angebote nutzen. Bestellen Sie beispielsweise keine Hygieneartikel oder einen Mund-Nasen-Schutz bei Online-Shops, die Sie nicht bereits kennen. Öffnen Sie keine Anhänge aus E-Mails, deren Absender für Sie unbekannt ist. Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kursiert eine sogenannte „Corona-Karte“, die angeblich in Echtzeit angeben soll, wo Corona-Infektionen registriert worden sind. Diese „Corona-Karte“ wird von Kriminellen als Lockmittel genutzt. Wird die Karte geöffnet, lädt im Hintergrund eine Schadsoftware, die Passwörter und Zugangsdaten am PC ausliest.

So erkennen Sie Fake-Shops im Internet:

  • Es wird nur die Bezahlung über Überweisung oder Vorkasse angeboten.

  • Die Website hat keine https:// Verschlüsselung.

  • Die Angaben im Impressum sind mangelhaft.

So schützen Sie sich vor dem Datenklau per E-Mail:

  • Öffnen Sie keine Dateien, Anhänge oder Links von unbekannten Adressaten. Seien Sie auch misstrauisch, wenn es sich um Anhänge in E-Mails von scheinbar offiziellen Stellen handelt.

  • Folgen Sie Aufforderungen in E-Mails, Programme herunterzuladen, nur dann, wenn Sie die entsprechende Datei auch auf der Internet-Seite des Unternehmens finden. Starten Sie keinen Download über den direkten Link.

  • Gehen Sie nicht auf mögliche Geldforderungen ein.

Fälschungen bei COVID-19 Dokumenten

Fälle von Falschangaben in COVID-19-Dokumenten, mit welchen sich Personen zum Beispiel eine vorzeitige Impfung gegen das Coronavirus oder mehr Freiheiten im Alltag verschaffen wollen, treten vermehrt auf. Seit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes werden Falschangaben in Impf-, Genesenen- oder Testdokumenten strafrechtlich verfolgt. Strafbar macht sich jede Person, die falsche Angaben zum Beispiel in den Testnachweis oder den Impfpass einträgt und/oder unrichtige Dokumente dieser Art nutzt. Die Nutzung unrichtiger Dokumente wird mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder mit einer Geldstrafe geahndet.

So können Sie sich vor Fälschungen durch Kriminelle schützen:

  • Teilen Sie keine Bilder vom Eintrag Ihrer COVID-19-Impfung in sozialen Netzwerken. Es handelt sich um sensible persönliche Gesundheitsdaten. Kriminelle können die darauf sichtbaren Daten, wie Chargennummer, Stempel der Praxis oder die Unterschrift der Ärztinnen und Ärzte für Fälschungen missbrauchen.

Sicherer Umgang mit der Corona-Warn-App

Die Corona-Warn-App steht seit Juni 2020 zum Herunterladen bereit. Das Nutzen der App ist freiwillig – eine breite Nutzung durch die Bevölkerung wird empfohlen, um über Smartphones das Nachverfolgen von COVID-19-Infektionen zu erleichtern. Die Corona-Warn-App hilft dabei, Infektionsketten zu durchbrechen und die Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Die Bundesregierung verspricht einen hohen Datenschutz. Betrügerinnen und Betrüger versuchen mit falschen Corona-Apps Schadsoftware in Umlauf zu bringen. Schützen Sie sich und laden Sie die offizielle Corona-Warn-App der Bundesregierung über den Google Play Store oder den Apple App Store herunter.


So nutzen Sie die Corona-Warn-App sicher:

  • Stellen Sie vor der Installation sicher, dass es sich um die offizielle Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts handelt.

  • Achten Sie auf das richtige grafische Symbol der App.

  • Die offizielle Corona-Warn-App gibt es nur im Google Play Store und Apple Store.

Weitere Informationen zum Thema „Schutz vor Betrügern“ sowie „Falschmeldungen/Fake News“ finden Sie zum Beispiel bei den folgenden Stellen: 

Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: https://www.polizei-beratung.de/startseite-und-aktionen/corona-straftaten/betrug-an-telefon-und-haustuer/

Bundeskriminalamt: https://www.bka.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Warnhinweise/200317_CoronaEnkeltrick.html

Bundesministerium für Gesundheit: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

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