Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Wissen
10:48 · 21. Dezember 2021

Corona bei Kindern erkennen und vorbeugen

Auch Kinder können an COVID-19 erkranken und das Virus verbreiten. Die Krankheit verläuft bei ihnen meist mild, ähnlich wie eine Erkältung. Woran aber erkennen Eltern eine Infektion? Und wie können sie Ihre Kinder gut schützen?

Meist verläuft COVID-19 bei Kindern mild

Auch Kinder können sich mit dem Coronavirus infizieren und an COVID-19 erkranken. Die Krankheitsverläufe sind bei jungen Menschen jedoch weniger schwer als bei Erwachsenen. Gerade bei Kindern mit schweren Vorerkrankungen geht von COVID-19 eine Gefahr aus.

Warum haben Kinder meist einen milden Verlauf?

Eine aktuelle Studie von Forschenden der Berliner Charité lässt darauf schließen, dass Kinder ein deutlich aktiveres Immunsystem haben, sogar eine starke antivirale Immunität der Atemwege. Den Studienautorinnen und -autoren zufolge wird der Erreger bekämpft, bevor er in die tieferen Atemwege vordringen kann. Verantwortlich dafür sind die sogenannten Mustererkennungsrezeptoren in den Zellen – diese Moleküle erkennen einen Erreger und leiten die Immunantwort ein. In der Folge aktiviert der Botenstoff Interferon im infizierten Gewebe ein antivirales Genprogramm. Im Vergleich zu Erwachsenen zeigten mit dem Coronavirus infizierte Kinder vor allem zu Beginn der Infektion eine wesentlich stärkere Interferon-Antwort.

Welche Symptome treten bei Kindern auf? 

Die Mehrzahl infizierter Kinder zeigt nach bisherigen Studien keine Symptome oder einen milden Krankheitsverlauf. Treten Symptome auf, haben Kinder – ebenso wie erkrankte Erwachsene – häufig Fieber und Husten. Mehr Informationen über den Verlauf bei Kindern erhalten Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts.

Was können Eltern tun, wenn ein Kind an COVID-19 erkrankt? 

Keine Panik, aber erhöhte Wachsamkeit: Hustet ein Kind, bedeutet dies nicht automatisch, dass es mit dem Coronavirus infiziert ist. Ist Ihr Kind krank, sollte es in jedem Fall zu Hause bleiben. Im Jahr 2021 stehen jedem Elternteil dafür 30 statt wie bisher 20 Kinderkrankentage pro Kind zur Verfügung, für Alleinerziehende 60 statt 40 Tage. Bei mehreren Kindern kann jeder Elternteil maximal für 65 und können Alleinerziehende maximal für 130 Arbeitstage Kinderkrankengeld beantragen.

Außerdem sollten Sie eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt telefonisch konsultieren und das weitere Vorgehen besprechen. 

Welche Folgeerkrankungen von COVID-19 gibt es bei Kindern?

Noch Wochen nach einer überstandenen COVID-19-Erkrankung sind Betroffene häufig erschöpft, leiden unter Atembeschwerden und fühlen sich nicht mehr konzentrations- und leistungsfähig. Auch bei Kindern wurden solche Spätfolgen beobachtet, die auch als Long-COVID oder Post-COVID-19-Syndrom bezeichnet werden. In seltenen Fällen entwickeln sie zudem das sogenannte „Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome“, kurz PIMS. Dabei kommt es nach einer Virusinfektion zu einer Überreaktion des Immunsystems mit Entzündungsreaktionen im ganzen Körper. 
Meist erkranken ältere Kinder daran, der Großteil der Betroffenen muss intensivmedizinisch versorgt werden. Zwar ist das Krankheitsbild gut behandelbar, trotzdem müssen daran erkrankte Kinder noch eine Zeit lang regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen, damit mögliche krankhafte Veränderungen (z. B. am Herzen) rechtzeitig erkannt und behandelt werden können. Warum gerade Kinder und Jugendliche von diesem neuen Entzündungssyndrom betroffen sind, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. 

Wie schützen Eltern ihre Kinder vor einer Infektion? 

Obwohl Kinder selten schwer erkranken, können Eltern ihren Nachwuchs durch verschiedene Maßnahmen schützen und einer Infektion vorbeugen: etwa mit der AHA-Formel. Diese fasst die wichtigsten Grundregeln – Abstand wahren, auf Hygiene achten, Alltag mit Maske – zusammen. Hier ein paar hilfreiche Tipps, die das Infektionsrisiko für Ihr Kind verringern können: 

  • Abstand halten 

Kinder sollten einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen einhalten – auch wenn sie mit Freundinnen und Freunden spielen. Vergessen sie das während des Spielens, sollte man sie immer wieder daran erinnern.  

  • Hygieneregeln beachten  

Durch regelmäßiges Händewaschen sowie richtiges Niesen und Husten kann man sich und andere schützen. Erinnern Sie Ihr Kind daran, beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase zu halten und sich von anderen Personen wegzudrehen. Häufiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife ist ein guter Schutz vor Infektionen. Ist kein Waschbecken da, hilft ein Handdesinfektionsgel. Zudem sollten Kinder mit ungewaschenen Händen möglichst nicht ihren Mund, die Nase und die Augen berühren. Da Schmierinfektionen durch kontaminierte Gegenstände  nicht auszuschließen sind, ist eine gute Händehygiene besonders wichtig. 

  • Maske tragen 

Kinder und Jugendliche von sechs bis 16 Jahren müssen meist im öffentlichen Raum (zum Beispiel ÖPNV, Einkaufen, Schule) eine medizinische Maske (sogenannte OP-Masken) tragen. Bitte beachten Sie hiervon ggf. abweichende Regeln in Ihrem Bundesland. Mehr zum Thema Masken für Kinder erfahren Sie hier.

  • Kontakte vermeiden 

Soziale Kontakte sind wichtig für Kinder. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, sollte man aber die Treffen mit Freundinnen oder Freunden reduzieren und zusammen mit seinem Kind Wunsch-Kontakte auswählen. 

Das heißt: Ihr Kind kann sich ein bis zwei beste Freundinnen oder Freunde aussuchen, mit denen es sich ausschließlich trifft. 

  • Für Frischluft sorgen 

Aerosole in der Luft sind der Hauptübertragungsweg für Corona. Kommen viele Menschen in einem geschlossenen Raum zusammen, steigt das Infektionsrisiko. Regelmäßiges Lüften ist hier das beste Mittel, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Im Freien ist das Übertragungsrisiko deutlich geringer. Zudem ist Bewegung an der frischen Luft entspannend und gesund. Sonnenlicht sorgt für die Bildung des körpereigenen Vitamin D, was wiederum die Knochengesundheit und auch das Immunsystem stärkt. Viel Bewegung an der frischen Luft fördert somit die Gesundheit Ihres Kindes und reduziert das Infektionsrisiko. 

Sollte ich mein Kind gegen Corona impfen lassen?

Impfen bleibt der wichtigste Weg aus der Coronavirus-Pandemie. Auf Basis einer gründlichen Risiko-Nutzen-Abwägung empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die COVID-19-Impfung mit zwei Dosen des mRNA-Impfstoffs Comirnaty® von BioNTech/Pfizer auch für alle Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Vor der Impfung ist eine ärztliche Aufklärung sowie gegebenenfalls die Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten notwendig. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie hier. Zudem steht Ihnen ein umfassender Familienleitfaden rund um die Corona-Schutzimpfung zur Verfügung. 

Wie und wo kann ich mein Kind impfen lassen?

Aktuell sind die beiden mRNA-Impfstoffe Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® (Vaccine Moderna) für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die COVID-19-Impfung seit dem 18. November 2021 für Personen zwischen 12 und 29 Jahren nur noch mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer. Der Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) soll laut STIKO-Empfehlung für die Altersgruppe ab 30 Jahren verwendet werden. Hierbei handelt es sich um eine vorsorgliche Maßnahme, da verschiedene Daten darauf hinweisen, dass das Risiko für Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen nach der Impfung mit Spikevax® bei Jüngeren höher ist als nach der Impfung mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer. Personen ab 12 Jahren können zum Beispiel in Impfzentren, bei niedergelassenen Kinder-, Jugend-, Haus-, oder Betriebsärztinnen und -ärzten oder lokalen Impfaktionen geimpft werden.

Richtig aufklären beugt vor! 

Insgesamt scheinen Kinder weniger infektiös zu sein als Erwachsene. Dennoch können Kinder auch zum Beispiel die Großeltern oder weitere Personen anstecken. Neben den regelmäßigen Coronatests in der Schule kann man mit Schnell- und Sebsttests etwas mehr Sicherheit in seinen eigenen sozialen Alltag und den seiner Kinder bringen. Wer sich selbst, seine Angehörigen und auch seine Kinder vor einer Infektion schützen will, sollte diese richtig informieren. Wie? Indem man ihnen das Coronavirus und die Folgen einer möglichen Infektion altersgerecht und verständlich erklärt – ohne jedoch Angst zu schüren.

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