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Corona-Wissen
13:46 · 21. Juni 2021

Corona bei Kindern erkennen und vorbeugen

Auch Kinder können an COVID-19 erkranken und das Virus verbreiten. Die Krankheit verläuft bei ihnen meist mild, ähnlich wie eine Erkältung. Woran aber erkennen Eltern eine Infektion? Und wie können sie ihre Kinder gut schützen?

Meist verläuft COVID-19 bei Kindern mild

Bislang haben sich in Deutschland verhältnismäßig wenige Kinder mit dem Coronavirus infiziert. In ausländischen Studien, beispielsweise aus Israel oder China, wurde untersucht, wie empfänglich Kinder für eine COVID-19-Infektion sind. Alle kommen zum gleichen Ergebnis: Kinder infizieren sich seltener als Erwachsene mit dem Coronavirus. Woran das konkret liegt, konnte die Wissenschaft bislang nicht final klären. 

Welche Symptome treten bei Kindern auf? 

Die Mehrzahl der Kinder zeigt nach bisherigen Studien keine Symptome oder einen milden Krankheitsverlauf, wenn sie sich mit dem Coronavirus anstecket. Wenn Symptome auftreten, haben Kinder – ebenso wie erkrankte Erwachsene – als häufigste Symptome Fieber und Husten. Mehr Informationen über die Symptome und den Verlauf bei Kindern erfahren Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts.

Was können Eltern tun, wenn ein Kind an COVID-19 erkrankt? 

Keine Panik, aber erhöhte Wachsamkeit: Hustet ein Kind, bedeutet es nicht automatisch, dass es mit dem Coronavirus infiziert ist. Ist Ihr Kind krank, sollte es in jedem Fall zu Hause bleiben. Im Jahr 2021 stehen jedem Elternteil dafür 20 statt wie bisher 10 Kinderkrankentage pro Kind zur Verfügung, für Alleinerziehende 40 statt 20 Tage.  

Außerdem sollten Sie eine Kinderärztin oder Kinderarzt telefonisch konsultieren. Diese oder dieser empfiehlt, was zu tun ist oder entscheidet, ob ein Kind zur Untersuchung und für einen Test in die Praxis kommen soll. 

Welche Folgeerkrankungen von COVID-19 gibt es bei Kindern?

Noch Wochen nach einer überstandenen COVID-19-Infektion sind Betroffene häufig erschöpft, leiden unter Atembeschwerden und fühlen sich nicht mehr leistungsfähig. Auch bei Kindern wurden solche Spätfolgen beobachtet, die auch als Long-COVID oder Post-COVID-19-Syndrom bezeichnet werden. In seltenen Fällen entwickeln sie zudem das sogenannte „Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome“, kurz PIMS genannt. Dabei kommt es nach einer Virusinfektion zu einer Überreaktion des Immunsystems mit Entzündungsreaktionen im ganzen Körper. Meist erkranken ältere Kinder daran, der Großteil der Betroffenen muss intensivmedizinisch versorgt werden. Zwar ist das Krankheitsbild gut behandelbar, trotzdem müssen daran erkrankte Kinder noch eine Zeit lang regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen, um mögliche krankhafte Veränderungen (z. B. am Herzen) rechtzeitig erkennen und behandeln zu können. Warum gerade Kinder und Jugendliche von diesem neuen Entzündungssyndrom betroffen sind, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt.

Wie schützen Eltern ihre Kinder vor einer Infektion? 

Obwohl Kinder kaum oder selten erkranken, können Eltern ihren Nachwuchs durch verschiedene Maßnahmen schützen und eine Infektion vorbeugen: etwa mit der AHA-Formel. Diese fasst die wichtigsten Grundregeln – Abstand wahren, auf Hygiene achten, Alltag mit Maske – zusammen. Hier ein paar hilfreiche Tipps, die das Infektionsrisiko für Ihr Kind verringern können: 

  • Abstand halten 

Kinder sollten einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen einhalten – auch wenn sie mit Freundinnen und Freunden spielen. Vergessen sie das während des Spielens, sollte man sie immer wieder daran erinnern.  

  • Hygieneregeln beachten 

Durch regelmäßiges Händewaschen sowie richtiges Niesen und Husten kann man sich und andere schützen. Erinnern Sie Ihr Kind daran, beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase zu halten und sich von anderen Personen wegzudrehen. Häufiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife ist ein guter Schutz vor Infektionen. Ist kein Waschbecken da, hilft ein Handdesinfektionsgel. Zudem sollten Kinder mit ungewaschenen Händen möglichst nicht ihren Mund, die Nase und die Augen berühren. Auch Schmierinfektionen durch kontaminierte Gegenstände sind nicht auszuschließen und eine gute Händehygiene auch deshalb wichtig. 

  • Maske tragen 

Kinder und Jugendliche von sechs bis 16 Jahren müssen im öffentlichen Raum (zum Beispiel ÖPNV, Einkaufen, Schule) eine medizinische Maske (sogenannte OP-Masken) tragen.  

  • Kontakte vermeiden 

Soziale Kontakte sind wichtig für Kinder. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, sollte man aber die Treffen mit Freundinnen oder Freunden reduzieren und zusammen mit seinem Kind Wunsch-Kontakte auswählen.

Das heißt: Ihr Kind kann sich ein bis zwei beste Freundinnen oder Freunde aussuchen, mit denen es sich ausschließlich trifft.

  • Für Frischluft sorgen 

Aerosole in der Luft sind der Hauptübertragungsweg für Corona. Kommen viele Menschen in einem Raum zusammen, steigt somit das Infektionsrisiko. Regelmäßiges Lüften ist hier das beste Mittel, um Aerosole loszuwerden. Im Freien ist das Übertragungsrisiko daher deutlich geringer. Zudem ist Bewegung an der frischen Luft entspannend und gesund. Sonnenlicht sorgt für die Bildung des körpereigenen Vitamin D, was wiederum die Knochengesundheit und auch das Immunsystem stärkt. Viel Bewegung an der frischen Luft fördert somit die Gesundheit Ihres Kindes und reduziert das Infektionsrisiko. 

Richtig aufklären beugt vor! 

Insgesamt scheinen Kinder weniger infektiös zu sein als Erwachsene. Dennoch können Kinder auch zum Beispiel die Großeltern oder weitere Personen anstecken. Das Angebot kostenloser Schnelltests lässt wieder mehr Alltag zu. Zudem können Selbsttests in Drogerien oder Supermärkten erworben und selbst durchgeführt werden. Neben den regelmäßigen Coronatests in der Schule, kann man so etwas mehr Sicherheit in seinen eigenen sozialen Alltag und den seiner Kinder bringen. Wer sich selbst, seine Angehörigen und auch seine Kinder vor einer Infektion schützen will, sollte diese richtig informieren. Wie? Indem man ihnen das Coronavirus und die Folgen einer möglichen Infektion altersgerecht und verständlich erklärt – ohne jedoch Angst zu schüren.

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