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Corona-Wissen
15:23 · 31. August 2021

Corona bei Kindern erkennen und vorbeugen

Auch Kinder können an COVID-19 erkranken und das Virus verbreiten. Die Krankheit verläuft bei ihnen meist mild, ähnlich wie eine Erkältung. Woran aber erkennen Eltern eine Infektion? Und wie können sie Ihre Kinder gut schützen?

Meist verläuft COVID-19 bei Kindern mild

Auch Kinder können sich mit dem Coronavirus infizieren und an COVID-19 erkranken. Die Krankheitsverläufe sind bei jungen Menschen jedoch weniger schwer als bei Erwachsenen. Gerade bei Kindern mit schweren Vorerkrankungen geht von COVID-19 eine Gefahr aus.

Welche Symptome treten bei Kindern auf? 

Die Mehrzahl der Kinder zeigt nach bisherigen Studien keine Symptome oder einen milden Krankheitsverlauf, wenn sie sich mit dem Coronavirus anstecken. Wenn Symptome auftreten, haben Kinder – ebenso wie erkrankte Erwachsene – als häufigste Symptome Fieber und Husten. Mehr Informationen über die Symptome und den Verlauf bei Kindern erfahren Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts.

Was können Eltern tun, wenn ein Kind an COVID-19 erkrankt? 

Keine Panik, aber erhöhte Wachsamkeit: Hustet ein Kind, bedeutet es nicht automatisch, dass es mit dem Coronavirus infiziert ist. Ist Ihr Kind krank, sollte es in jedem Fall zu Hause bleiben. Im Jahr 2021 stehen jedem Elternteil dafür 30 statt wie bisher 20 Kinderkrankentage pro Kind zur Verfügung, für Alleinerziehende 60 statt 40 Tage. Bei mehreren Kindern kann jeder Elternteil maximal für 65 und können Alleinerziehende maximal für 130 Arbeitstage Kinderkrankengeld beantragen.

Außerdem sollten Sie eine Kinderärztin oder Kinderarzt telefonisch konsultieren. Diese oder dieser empfiehlt, was zu tun ist oder entscheidet, ob ein Kind zur Untersuchung und für einen Test in die Praxis kommen soll. 

Welche Folgeerkrankungen von COVID-19 gibt es bei Kindern?

Noch Wochen nach einer überstandenen COVID-19-Infektion sind Betroffene häufig erschöpft, leiden unter Atembeschwerden und fühlen sich nicht mehr leistungsfähig. Auch bei Kindern wurden solche Spätfolgen beobachtet, die auch als Long-COVID oder Post-COVID-19-Syndrom bezeichnet werden. In seltenen Fällen entwickeln sie zudem das sogenannte „Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome“, kurz PIMS. Dabei kommt es nach einer Virusinfektion zu einer Überreaktion des Immunsystems mit Entzündungsreaktionen im ganzen Körper.
Meist erkranken ältere Kinder daran, der Großteil der Betroffenen muss intensivmedizinisch versorgt werden. Zwar ist das Krankheitsbild gut behandelbar, trotzdem müssen daran erkrankte Kinder noch eine Zeit lang regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen, um mögliche krankhafte Veränderungen (z. B. am Herzen) rechtzeitig erkennen und behandeln zu können. Warum gerade Kinder und Jugendliche von diesem neuen Entzündungssyndrom betroffen sind, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt.

Wie schützen Eltern ihre Kinder vor einer Infektion? 

Obwohl Kinder selten erkranken, können Eltern ihren Nachwuchs durch verschiedene Maßnahmen schützen und eine Infektion vorbeugen: etwa mit der AHA-Formel. Diese fasst die wichtigsten Grundregeln – Abstand wahren, auf Hygiene achten, Alltag mit Maske – zusammen. Hier ein paar hilfreiche Tipps, die das Infektionsrisiko für Ihr Kind verringern können: 

  • Abstand halten 

Kinder sollten einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen einhalten – auch wenn sie mit Freundinnen und Freunden spielen. Vergessen sie das während des Spielens, sollte man sie immer wieder daran erinnern.  

  • Hygieneregeln beachten  

Durch regelmäßiges Händewaschen sowie richtiges Niesen und Husten kann man sich und andere schützen. Erinnern Sie Ihr Kind daran, beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase zu halten und sich von anderen Personen wegzudrehen. Häufiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife ist ein guter Schutz vor Infektionen. Ist kein Waschbecken da, hilft ein Handdesinfektionsgel. Zudem sollten Kinder mit ungewaschenen Händen möglichst nicht ihren Mund, die Nase und die Augen berühren. Auch Schmierinfektionen durch kontaminierte Gegenstände sind nicht auszuschließen und eine gute Händehygiene auch deshalb wichtig. 

  • Maske tragen 

Kinder und Jugendliche von sechs bis 16 Jahren müssen im öffentlichen Raum (zum Beispiel ÖPNV, Einkaufen, Schule) eine medizinische Maske (sogenannte OP-Masken) tragen.  

  • Kontakte vermeiden 

Soziale Kontakte sind wichtig für Kinder. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, sollte man aber die Treffen mit Freundinnen oder Freunden reduzieren und zusammen mit seinem Kind Wunsch-Kontakte auswählen.

Das heißt: Ihr Kind kann sich ein bis zwei beste Freundinnen oder Freunde aussuchen, mit denen es sich ausschließlich trifft.

  • Für Frischluft sorgen 

Aerosole in der Luft sind der Hauptübertragungsweg für Corona. Kommen viele Menschen in einem Raum zusammen, steigt somit das Infektionsrisiko. Regelmäßiges Lüften ist hier das beste Mittel, um Aerosole loszuwerden. Im Freien ist das Übertragungsrisiko daher deutlich geringer. Zudem ist Bewegung an der frischen Luft entspannend und gesund. Sonnenlicht sorgt für die Bildung des körpereigenen Vitamin D, was wiederum die Knochengesundheit und auch das Immunsystem stärkt. Viel Bewegung an der frischen Luft fördert somit die Gesundheit Ihres Kindes und reduziert das Infektionsrisiko. 

Sollte ich mein Kind gegen Corona impfen lassen?

Aktuell sind die beiden mRNA-Impfstoffe Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® (Vaccine Moderna) für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen. Im Rahmen der Gesundheitsministerinnen- und Gesundheitsministerkonferenz vom 2. August 2021 wurde beschlossen, dass alle Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren in sämtlichen Bundesländern ein möglichst niedrigschwelliges Angebot für die Corona-Schutzimpfung mit den Impfstoffen Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® von Moderna erhalten sollen. Personen ab 12 Jahren können zum Beispiel in Impfzentren, bei niedergelassenen Kinder-, Jugend-, Haus-, oder Betriebsärztinnen und -ärzten oder lokalen Impfaktionen geimpft werden.

Zunächst hatte die Ständige Impfkommission (STIKO) die Corona-Schutzimpfung bei Personen ab 12 Jahren nur für Kinder und Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen, einem erhöhten Ansteckungsrisiko oder mit engem Kontakt zu Personen, die sich nicht selbst schützen können, empfohlen. Gleichwohl war eine Impfung auch darüber hinaus schon nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz des Kindes oder Jugendlichen bzw. des oder der Sorgeberechtigten möglich.

Da mittlerweile ausreichend Daten zur Sicherheit des Impfstoffes und zur Krankheitslast bei 12- bis 17-Jährigen vorliegen, hat die STIKO ihre Empfehlung aktualisiert: Auf Basis dieser Daten und einer gründlichen Risiko-Nutzen-Abwägung empfiehlt sie die COVID-19-Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs (Comirnaty® oder Spikevax®) seit dem 19. August 2021 für alle Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Vor der Impfung ist eine ärztliche Aufklärung sowie gegebenenfalls die Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten notwendig. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

Richtig aufklären beugt vor! 

Insgesamt scheinen Kinder weniger infektiös zu sein als Erwachsene. Dennoch können Kinder auch zum Beispiel die Großeltern oder weitere Personen anstecken. Das Angebot kostenloser Schnelltests lässt wieder mehr Alltag zu. Zudem können Selbsttests in Drogerien oder Supermärkten erworben und selbst durchgeführt werden. Neben den regelmäßigen Coronatests in der Schule kann man so etwas mehr Sicherheit in seinen eigenen sozialen Alltag und den seiner Kinder bringen. Wer sich selbst, seine Angehörigen und auch seine Kinder vor einer Infektion schützen will, sollte diese richtig informieren. Wie? Indem man ihnen das Coronavirus und die Folgen einer möglichen Infektion altersgerecht und verständlich erklärt – ohne jedoch Angst zu schüren.

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