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Corona-Wissen
07:59 · 3. September 2021

Corona-Pandemie: Gemeinsam gut gerüstet für Herbst und Winter

Die Infektionszahlen steigen wieder, gleichzeitig steht die kühlere Jahreszeit vor der Tür. Um die vierte Infektionswelle so flach wie möglich zu halten, haben Bund und Länder neue Regelungen für Herbst und Winter festgelegt. Was Sie jetzt wissen müssen.

Schutz vor COVID-19 im Herbst und Winter

Seit Anfang 2020 leben wir mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 und lernen jeden Tag mehr über das Virus dazu. Dabei zeigt sich: Mithilfe sicherer und wirksamer Impfstoffe und durch gezielte Infektionsschutzmaßnahmen können wir das Infektionsgeschehen eindämmen. Das ist besonders mit Blick auf die steigenden Fallzahlen durch die hochansteckende Virusvariante Delta wichtig, die sich auch in Deutschland zur vorherrschenden Variante ausgebreitet hat: Denn je mehr Menschen durch eine Impfung geschützt sind, desto schlechter kann sich das Virus ausbreiten – und umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass neue gefährliche Virusvarianten entstehen.

Ein weiterer Anstieg der Infektionszahlen im Herbst und Winter kann sich nur verhindern lassen, wenn alle weiterhin an einem Strang ziehen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Bund und Länder haben dafür entsprechende Strategien entwickelt und Maßnahmen empfohlen. Jede und jeder Einzelne kann mit dazu beitragen, den Anstieg der Infektionen zu stoppen und die nächste COVID-19-Welle entscheidend abzuflachen.

So geht’s:

Das bundesweite Impfangebot annehmen

Im vergangenen Jahr wurden sie noch sehnlichst erwartet: sichere und wirksame Impfstoffe, die vor dem Coronavirus schützen. Inzwischen sind die schützenden COVID-19-Impfstoffe zugelassen und bundesweit in ausreichender Menge vorhanden. Mittlerweile kann sich jede Bürgerin und jeder Bürger ab 12 Jahren impfen lassen, sich so selbst vor einer schweren Erkrankung schützen und gleichzeitig der Gemeinschaft helfen, die Pandemie zu überwinden. Entsprechende Impfangebote stehen deutschlandweit in Impfzentren, Arztpraxen und Unternehmen zur Verfügung – mancherorts auch ohne vorherige Terminvereinbarung. Regionale Impfaktionen, bei denen man sich kurzfristig und ohne Termin impfen lassen kann, erweitern zusätzlich das Angebot. Wissenswertes zum Thema Impftermin haben wir zudem hier für Sie zusammengestellt. Und wie Sie schnell und einfach an einen Termin kommen, erfahren Sie hier.  

Die Hygieneregeln weiterhin einhalten

Infektionsschutzmaßnahmen sind neben der Impfung die grundlegende Basis zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Auch wenn Infektionen bei Geimpften deutlich seltener vorkommen und meist milde verlaufen, können sie zu Übertragungen auf Personen führen, die vorerkrankt und nicht ausreichend geschützt sind. Daher gilt nach wie vor die AHA+L-Formel für jede Person: Abstand halten, die Hygieneregeln beachten, im Alltag Maske tragen und Innenräume regelmäßig lüften bzw. sich bevorzugt draußen zu treffen In öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen ist das Tragen medizinischer Schutzmasken (OP-, FFP2-, FFP3- und KN95/N95-Masken) weiterhin Pflicht, um vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Inwiefern diese Maßnahmen regional notwendig sind und bleiben, sollen die Bundesländer alle vier Wochen überprüfen.

Die „3G-Regel“ beachten

Das Testen bleibt weiterhin ein wichtiger Bestandteil in der Pandemiebekämpfung. Deshalb gilt in bestimmten Innenräumen (zum Beispiel in Fitness-Studios, im Friseursalon, der Innengastronomie, in Theatern, Schwimmbädern oder Konzertsälen) seit dem 23. August einheitlich die sogenannte „3G-Regel“: Das heißt, Zutritt haben nur Personen, die geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Wer weder vollständig geimpft noch genesen ist, muss einen negativen Antigen-Schnelltest vorlegen, der nicht älter ist als 24 Stunden ist oder einen negativen PCR-Test haben, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ausgenommen davon sind Kinder bis zum sechsten Lebensjahr und Schülerinnen und Schüler, die in der Schule regelmäßig getestet werden. Die Erforderlichkeit der 3G-Regel sollen die Länder ebenfalls alle vier Wochen überprüfen, bei einem stabil sehr niedrigen Infektionsgeschehen kann diese auch ausgesetzt werden.

Corona-Tests werden kostenpflichtig

Da inzwischen allen Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland ein Impfangebot zur Verfügung steht, wird das kostenlose Bürgertest-Angebot des Bundes eingestellt. Nach einem Beschluss von Bund und Ländern ist aktuell der 11. Oktober 2021 als Ende der Kostenübernahme vorgesehen. Das gilt allerdings nicht für Personen, die nicht geimpft werden können und für die keine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) vorliegt – dazu gehören zum Beispiel Menschen, die sich aufgrund bestimmter Erkrankungen nicht impfen lassen können, sowie Schwangere und Kinder unter 12 Jahren. Notwendige Testungen zur Abklärung von Symptomen, im Rahmen des Kontaktpersonenmanagements, von Ausbruchsuntersuchungen und zum Schutz in bestimmten Einrichtungen bleiben kostenlos.

Gut zu wissen: Für vollständig Geimpfte und Genesene entfällt die Testpflicht. Sie sind auch von der Quarantänepflicht befreit, selbst wenn sie aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland einreisen.

Den Impfschutz auffrischen und einer Erkrankungen vorbeugen

Nicht nur Coronaviren vermehren sich gerne bei niedrigen Temperaturen. Auch andere Viren treten im Herbst und Winter deutlich häufiger auf – zum Beispiel Grippeviren und andere Erreger, die akute Atemwegsinfektionen verursachen können. Doch je mehr Menschen im Herbst an COVID-19, Grippe oder akuten Atemwegsinfekten erkranken und womöglich sogar im Krankenhaus behandelt werden müssen, desto schneller stößt unser Gesundheitssystem an seine Grenzen – und desto schwieriger ist es, das Infektionsgeschehen wieder unter Kontrolle zu bringen. Am besten ist es daher, Erkrankungen (wenn möglich) mit einer Impfung vorzubeugen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihren aktuellen Impfstatus, lassen Sie Schutzimpfungen gegebenenfalls auffrischen und nutzen Sie die Chance, sich gegen Grippe (Influenza) oder Pneumokokken impfen zu lassen.

Wichtig: Auch die Corona-Schutzimpfung kann bei bestimmten Personengruppen seit September 2021 aufgefrischt werden. Dazu gehören insbesondere immungeschwächte Patientinnen und Patienten, Menschen über 80 Jahre und Pflegebedürftige, denn bei ihnen kann es zu einer reduzierten oder schnell nachlassenden Immunantwort nach einer vollständigen COVID-19-Impfung kommen. Zudem sollen auch vollständig geimpfte Bürgerinnen und Bürger, die den ersten Impfschutz mit einem Vektor-Impfstoff erhalten haben, die Möglichkeit einer Auffrischungsimpfung erhalten. Entsprechende Auffrischungsimpfungen werden von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten oder von (mobilen) Impfteams in den entsprechenden Einrichtungen durchgeführt. Diese Impfangebote erfolgen im Sinne einer gesundheitlichen Vorsorge.

Superspreading-Events verhindern

Da das Risiko für Mehrfachansteckungen auf Großveranstaltungen, bei Feiern in geschlossenen Räumen sowie in Bars und Clubs besonders hoch ist, müssen Veranstalterinnen und Veranstalter weiterhin Hygienekonzepte haben und die Anzahl der Teilnehmenden begrenzen. Ebenso muss die „3G-Regel“ und ein regelmäßiger Luftaustausch sichergestellt sowie auf ausreichend Abstand geachtet werden.

Auch Unternehmen müssen Hygienekonzepte und Testmöglichkeiten vorhalten und sind angehalten, ihren Beschäftigten betriebliche Impfangebote und wenn möglich das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. Mehr zur Corona-Arbeitsschutzverordnung und diesen Themen finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Mitmenschen informieren

Zusammenhalt ist weiterhin besonders wichtig, denn nur gemeinsam können wir die letzten herausfordernden Schritte meistern um die Pandemie zu überwinden. Inzwischen besteht nahezu überall die Möglichkeit, sich schnell und unkompliziert impfen zu lassen – doch nicht jede und nicht jeder weiß davon. Teilen Sie Ihr Wissen und informieren Sie Freunde, Familie und Bekannte über Impfmöglichkeiten in der Nähe. Empfehlen Sie Ansprechpersonen wie zum Beispiel Ihre Hausärztin bzw. Ihren Hausarzt oder Ihre Kinderärztin bzw. Ihren Kinderarzt und seriöse Informationsquellen weiter. Und denken Sie gemeinsam daran, sich weiterhin an die AHA+L-Regeln zu halten. Nehmen Sie Erkältungssymptome ernst, bleiben Sie bei einem Krankheitsgefühl zu Hause, lassen Sie sich testen und die Beschwerden gegebenenfalls ärztlich abklären. So sind wir gemeinsam gut gerüstet für den Herbst.

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