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Corona-Wissen
15:38 · 27. Juli 2021

Fake-News rund um das Coronavirus

Die Verbreitung sogenannter Fake News und gezielter Fehlinformationen nimmt immer weiter zu. Welche falschen Informationen und Verschwörungstheorien rund um die Corona-Pandemie im Umlauf sind, wie man sie erkennt und wie man sich vor ihnen schützt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Fake-News über COVID-19 verbreiten sich schnell

Besonders in Zeiten der allgemeinen Verunsicherung kursieren vermehrt Falschmeldungen. Die Motive hinter der Verbreitung von Fake News sind vielfältig, zielen aber in den meisten Fällen vor allem darauf ab, Angst und Unsicherheit zu schüren. Dies hat zur Folge, dass Menschen die tatsächliche Gefahr, die vom Coronavirus ausgeht, nicht mehr richtig einschätzen können und sich leichter verunsichern lassen. Ob es um die Sicherheit der Impfstoffe oder um die tatsächliche Existenz des Coronavirus geht - die Mythen rund um die Pandemie sind vielseitig.

Im Folgenden klären wir Sie über die bekanntesten Falschmeldungen zur Coronavirus-Pandemie auf.

„Das Coronavirus ist nichts anderes als eine herkömmliche Grippe.“

Falsch! COVID-19 und die Grippe unterscheiden sich deutlich voneinander.

Hierbei handelt es sich um die erste und wohl prominenteste aller Fake News rund um das Coronavirus. Zwar weist COVID-19 viele Ähnlichkeiten zur Grippe (Influenza) auf, jedoch gibt es entscheidende Unterschiede zwischen den beiden Erkrankungen. Bisherige wissenschaftliche Erkenntnisse lassen darauf schließen, dass das SARS-CoV-2 Virus deutlich ansteckender als das Influenzavirus ist. Auch treten bei COVID-19 mehr schwere Infektionsverläufe auf als bei einer Influenza-Infektion. Laut Studien ist zudem die Sterberate und der Anteil der Patientinnen und Patienten, die intensivmedizinisch betreut werden müssen, deutlich höher als bei der Grippe.

Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen der Grippe und Corona ist die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen der Ansteckung und den ersten Krankheitssymptomen. Sie beträgt bei der Grippe nur 1-2 Tage. Dieser Zeitraum ist bei einer Erkrankung mit COVID-19 deutlich länger. Hier treten Symptome in der Regel erst nach 5-6 Tagen oder teilweise sogar erst nach 14 Tagen auf. Problematisch ist das in dem Sinn, dass man als COVID-Infizierter schon lange vor Symptombeginn das Coronavirus weitertragen kann und so unwissentlich zur Verbreitung beiträgt. Zudem gehören beispielsweise ein

plötzlich auftretender Geschmacks- und Geruchsverlust nicht zu den üblichen Anzeichen einer Grippe. Bei COVID-19 handelt es sich hierbei jedoch um ein sehr häufiges Symptom. Heute wissen wir auch, dass COVID-19 keine reine Lungenerkrankung ist, sondern in vielfältiger Weise auch andere Organsysteme betreffen und zu langhaltende Symptomen führen kann. COVID-19 ist vielmehr eine Nerven- und Gefäßerkrankung und kann erhebliche Einflüsse auf unser Immunsystem haben.

Wie Sie Symptome von COVID-19 erkennen und wie sie bei Verdacht einer Erkrankung vorgehen sollten, können Sie hier nachlesen.

„Impfstoffe gegen COVID-19 sind nicht sicher, weil sie zu schnell entwickelt und zugelassen wurden.“

Falsch! Alle in Deutschland zugelassenen Impfstoffe gegen COVID-19 sind wirksam und sicher.

Diese Falschmeldung löste in Teilen der Bevölkerung große Verunsicherung aus, sodass viele Menschen einer Impfung gegen das Coronavirus zuerst kritisch gegenüberstanden. Die Impfstoffe wurden zwar vergleichsweise schneller entwickelt und zugelassen als Impfstoffe in der Vergangenheit, jedoch ohne Auswirkungen auf die Sicherheit und die Wirksamkeit. Dies ist der effizienten Arbeit und Kooperation von Forscherinnen und Forschern auf der ganzen Welt zu verdanken, die mit Hochdruck an sicheren, wirksamen und qualitativ hochwertigen Impfstoffen gearbeitet haben; viele Forschungsschritte liefen dabei parallel und international koordiniert ab. Hierfür konnte auch das bereits vorhandene Wissen über die Krankheitserreger aus der Familie der Coronaviren genutzt werden.

Um die Impfstoffe schnellstmöglich zuzulassen und gleichzeitig eine umfassende Prüfung sicherzustellen, wurde das sogenannte Rolling Review Verfahren angewendet. Dies erlaubt den Impfstoffherstellern, noch während der klinischen Prüfungsphase einzelne Berichte über den Impfstoff an die zuständigen Prüfungsbehörden zu geben, die dann unabhängig von den dortigen Expertinnen und Experten geprüft werden. Eine solche Prüfung ist sonst erst nach Sammlung aller Ergebnisse (nach Jahren) üblich. Der Bewertungsprozess begann somit schon deutlich früher und nicht erst nach der klinischen Prüfung. Auch die Produktion wurde – auf Risiko der Hersteller – schon vor der abgeschlossenen Zulassung gestartet, so dass die Impfstoffe mit Zulassung bereits in großer Menge in Mehrdosenbehältnissen zur Verfügung standen.

Weitere umfassende Informationen zur Entwicklung und Zulassung von Impfstoffen finden Sie hier.

„Corona-Impfstoffe beeinträchtigen die Fruchtbarkeit.“

Falsch! Eine Impfung gegen COVID-19 hat keine Auswirkung auf die Fruchtbarkeit.

Für diese Behauptung gibt es keinerlei wissenschaftliche Hinweise. In den umfangreichen klinischen Prüfungen, die vor der Zulassung der COVID-19 Impfstoffe durchgeführt wurden, gibt es keine Hinweise auf das Auftreten von Unfruchtbarkeit. In den sozialen Medien kursierte die Falschmeldung, dass eine Corona-Schutzimpfung unfruchtbar machen könne, weil sich Spike-Proteine des Coronavirus und das Protein Syncytin-1, das für die Bildung der Plazenta verantwortlich ist, ähneln. Die Befürchtung bestand darin, dass die Antikörper, die sich nach der Impfung gegen das Spikeprotein des Coronavirus bilden, gegen das Syncytin-1-Protein wenden und somit die Bildung einer Plazenta beeinträchtigen. Tatsächlich ist die Ähnlichkeit zwischen den beiden Proteinen aber so minimal, dass der Einfluss des COVID-19-Impfstoffs auf die Fruchtbarkeit ausgeschlossen werden kann. Auch sonst gibt es keine Hinweise, dass die Impfung unfruchtbar machen könnte oder einem Kinderwunsch entgegensteht. Hier können Sie sich über die Corona-Schutzimpfung während der Schwangerschaft informieren.

„mRNA-Impfstoffe verändern die DNA im Körper der geimpften Person.“

Nein! Eine Veränderung der DNA durch einen mRNA-Impfstoff ist nicht nachgewiesen.

Auch hinter dieser Aussage verbirgt sich eine Falschmeldung, die sich wissenschaftlich widerlegen lässt. Bei der mRNA (Boten-Ribonukleinsäure) handelt es sich um Botenstoffe, die einen Genabschnitt des Coronavirus in die Körperzellen der geimpften Person transportieren. Im nächsten Schritt werden in den Körperzellen Proteine hergestellt, die das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern anregen und somit eine Immunreaktion gegen das Coronavirus auslösen. In der mRNA sind zwar die Erbinformationen des Coronavirus enthalten, diese besitzt aber eine völlig andere chemische Struktur als die menschliche DNA. Es findet keine Veränderung der menschlichen Erbinformation statt. Ihre Funktion entfaltet die mRNA in der Impfung auch gar nicht im Zellkern, in dem das menschliche Erbgut in Form von DNA lagert, sondern wird im Zellplasma ausgelesen und dann schließlich abgebaut. Weitere Informationen über die Funktionsweise von mRNA-Impfstoffen finden Sie hier.

Weitere Mythen und Falschmeldungen rund um die Corona-Pandemie finden Sie hier.

Wie erkenne ich Fake-News und wie schütze ich mich vor ihnen?

  • Überprüfen Sie Fakten und Quellen

Häufig sind falsche Informationen auf den ersten Blick nicht von wahren zu unterscheiden. Achten Sie daher bei vermeintlich „sensationellen Nachrichten“ bitte sehr genau auf die Quelle der Information. Online-Suchmaschinen können helfen, Fake News zu entlarven. Indem Sie Schüsselwörter in eine Suchmaschine eingeben, können Sie beispielsweise prüfen, wer noch über den fragwürdigen Inhalt berichtet. Wird eine Information nur über ein bestimmtes Medium verbreitet, liegt der Verdacht einer Falschinformation durchaus nah. Ist die Nachricht auch in großen und seriösen Medien zu finden, können Sie davon ausgehen, dass die Wahrheit verbreitet wird.

Eine Suchmaschine hilft Ihnen auch dabei, Zusatzinformationen und Hintergründe zu dem Thema zu finden, die eventuell an anderer Stelle gezielt weggelassen wurden. Prüfen Sie auch immer die Aktualität einer Nachricht: In vielen Fällen von Fake-News werden alte Meldungen in einen neuen und unpassenden Kontext gesetzt. Mit Suche über das Internet können sie herausfinden, ob dies der Fall ist.

Oft kann auch die Anbieterin oder der Anbieter eines Inhalts ein Hinweis auf die Verlässlichkeit der Information sein, vor allem in sozialen Medien. Hier können Sie sich einen Überblick darüber verschaffen, wie oft und von wem der fragwürdige Beitrag geteilt wurde. Prüfen Sie außerdem, welche Inhalte noch von der jeweiligen Person oder dem Account veröffentlicht wurden. Bei Websites kann außerdem ein Blick in das Impressum Klarheit schaffen. Hier wird die Urheberin oder der Urheber der Nachricht genannt. Verfügt eine Website nicht über ein Impressum, sollten Sie dieser keine Aufmerksamkeit schenken.

  • Halten Sie kurz inne, bevor Sie Meldungen verbreiten

Für viele Menschen sind die sozialen Medien und das Internet zu einem festen Bestandteil des täglichen Lebens geworden und dienen als Informationsmedien. Die meisten Fake News verbreiten sich daher heutzutage über diesen Weg – und das sehr schnell und teilweise unkontrolliert.

Gerade deshalb tragen besonders Nutzerinnen und Nutzern von sozialen Medien eine große Verantwortung. Inhalte lassen sich in kürzester Zeit teilen. Bei wahren Informationen kann dies sinnvoll sein, im Fall von Falschinformationen ist dies aber durchaus gefährlich. Hier gilt: Denken Sie lieber noch einmal nach, bevor Sie etwas glauben und anschließend teilen. Denn das Verbreiten von Verschwörungstheorien kann weitreichende Konsequenzen mit sich führen. Sollten Sie Fake News in einem sozialen Medium vermuten oder erkennen, besteht oft die Möglichkeit, diese beim jeweiligen Anbieter zu melden und sie auf ihre Korrektheit prüfen zu lassen.

Wissenschaft im Fokus: Investigativjournalist Daniel Laufer spricht über Verschwörungserzählungen

Übersicht seriöser und vertrauenswürdiger Quellen

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