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Corona-Wissen
12:42 · 14. Oktober 2021

Den Schulalltag in der Corona-Pandemie meistern

Sowohl Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrkräfte und Eltern mussten sich durch die Pandemie an einen Schulbetrieb mit neuen Regeln gewöhnen. Diese unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland und sind stark vom Verlauf der Pandemie abhängig. Was in der Schule zu beachten ist und wie Sie und ihre Kinder mit den Herausforderungen umgehen können, erfahren Sie hier.

Mit AHA durch den Schulalltag /

Auch in diesem Schuljahr stehen viele Fragen für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Eltern im Raum: Wie wird der Schulbetrieb und Unterricht in der nächsten Zeit aussehen? Wann wird es eine Rückkehr zur Normalität geben? Und wie kann das ohne Gefährdung des Gesundheitsschutzes geschehen? Hier finden Sie Antworten auf wichtige Fragen.

Distanz- und Wechselunterricht im Pandemie-Schulalltag

Die Kultusministerinnen- und Kultusministerkonferenz (KMK) hat sich für einen uneingeschränkten Regelbetrieb im Schuljahr 2021/2022 unter Beachtung der je nach Infektionsgeschehen geltenden Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen ausgesprochen. Für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte soll also wieder etwas
mehr Normalität in den Schulalltag einkehren, auch wenn Maske tragen und regelmäßiges Testen in der Regel nach wie vor verpflichtend sind. Welche Regelungen genau an den Schulen gelten entscheiden die Bundesländer – das hat den Vorteil, dass sie die erforderlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie immer an das regionale Infektionsgeschehen anpassen können.

Mitunter gibt es aber auch bundeseinheitliche Regeln, wie zum Beispiel die aktuelle Quarantäneregelung, auf die sich die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder Anfang September 2021 geeinigt haben. Demnach soll künftig nicht mehr die ganze Klasse in Quarantäne, wenn ein Kind mit einem PCR-Test positiv auf das Coronavirus getestet wird, sondern nur die direkten Kontaktpersonen. Zudem besteht die Möglichkeit, sich nach frühestens fünf Tagen aus der Quarantäne frei zu testen. Geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler sollen von der Quarantäne-Regelung ganz ausgenommen werden. Letztendlich entscheiden aber auch hier die Gesundheitsämter vor Ort, welche Maßnahmen im jeweiligen Einzelfall erforderlich sind.

Bei hohen Inzidenzen bleibt der Distanzunterricht eine Option, um Kinder und Lehrkräfte vor dem Coronavirus zu schützen. Die Länder können dann eine Notbetreuung organisieren, für  Abschlussklassen und Förderschulen können Ausnahmen gelten. Über die Form des Modells beim sogenannten Wechselunterricht (z. B. tageweise, wöchentlich) entscheiden die Länder bzw. Schulen.

Regelungen für den Schulbetrieb

Wie die Schulen in den Bundesländern den Schulbetrieb organisieren, erfahren Sie hier. Eine Übersicht zu den aktuellen Corona-Maßnahmen der einzelnen Bundesländer finden Sie in folgender Deutschlandkarte. Auf den dort verlinkten Websites können Sie sich auch über die länderspezifischen Regelungen an Schulen informieren.

Luftreiniger und -filter in der Schule

Das Umweltbundesamt empfiehlt als nachhaltigste Maßnahme zur Verbesserung der Raumlufthygiene den Einbau stationärer (= fest installierter) raumlufttechnischer (RLT)-Anlagen. Daneben bleiben regelmäßiges Lüften und die Einhaltung der Hygieneregeln die wichtigsten Maßnahmen zur Reduzierung der Virenmengen in der Luft. Der Bund beteiligt sich bereits mit bis zu 80 Prozent an der Corona-gerechten Ertüchtigung fest installierter Lüftungsanlagen. Außerdem stellt die Bundesregierung für die Anschaffung von mobilen Luftreinigungsgeräten insgesamt 200 Millionen Euro bereit. Die Entscheidung, an welchen Stellen der Neubau oder die Sanierung solcher Anlagen, bzw. auch die Anschaffung mobiler Luftfilter sinnvoll ist, treffen die Bundesländer bzw. die Schulen.

Corona-Schutzimpfung: Bundesweites Impfangebot für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren

Seit Mitte August 2021 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) auch Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren, sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Mit Comirnaty® von BioNTech / Pfizer und Spikevax® von Moderna sind bereits zwei Impfstoffe für Kinder dieser Altersgruppe zugelassen und viele Schulen organisieren mithilfe mobiler Impfteams Impfaktionen für ihre Schülerinnen und Schüler. Wichtig zu wissen: Das Impfangebot ist weder verpflichtend noch Bedingung für den Schulbesuch. Mehr zur Corona-Schutzimpfung ab 12 Jahren erfahren Sie in diesem Artikel und auf dieser Themenseite.

Corona-Tests in Schulen

Solange Präsenzunterricht stattfindet, müssen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer mindestens zwei Mal pro Woche getestet werden. Dafür stellen die Schulen Selbsttests (sogenannte Antigen-Schnelltests) zur Verfügung, mit denen die Kinder einen Nasen- oder Rachenabstrich machen. In Nordrhein-Westfalen und Bayern kommen zudem sogenannte Lolli-Tests zum Einsatz, bei denen die Kinder 30 Sekunden lang an einem Abstrichtupfer lutschen. Anders als bei herkömmlichen Antigen-Tests werden die Proben der Lolli-Tests im Labor auf PCR-Basis getestet, was die Zuverlässigkeit der Ergebnisse verbessert. Auch andere Bundesländer wollen die Lolli-Methode künftig einsetzen. Es laufen bereits Pilotprojekte. Inwiefern diese Tests bundesweit Schule machen, wird sich zeigen – denn um die Beschaffung und Durchführung der Tests kümmern sich die Bundesländer in eigener Zuständigkeit. 

Die Testungen gehören zu einem verbindlichen schulischen Konzept und werden auch außerhalb der Schule anerkannt. Dafür stellen die Schulen eine Bescheinigung für Schülerinnen und Schüler aus, die bestätigt, dass sie der schulischen Testpflicht unterliegen und regelmäßig getestet werden. Kinder bis zum 6. Lebensjahr sind von diesem Konzept ausgeschlossen.

Die AHA+L-Formel in der Schule anwenden

Zusätzlich zu den geltenden Verhaltensregeln an der Schule gibt es individuelle Maßnahmen, die jede und jeder persönlich beachten kann. Besonders wichtig und leicht zu lernen ist die AHA-Formel, die von Schülerinnen und Schülern sowie von Lehrkräften auch im Alltag in der Schule berücksichtigt werden sollte. AHA+L steht für Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Alltag mit Maske sowie regelmäßiges Lüften .

  • Abstand halten: Soweit möglich im Unterricht, aber vor allem in der Pause oder auf dem Schulhof, achten wir auf 1,5 Meter Mindestabstand zu unseren Mitmenschen. Das entspricht etwa zwei Armlängen. 

  • Hygieneregeln beachten: Wir achten auf richtiges Niesen und Husten (in die Armbeuge oder ein Taschentuch) und regelmäßiges Händewaschen. Tipp für Kinder: Ausreichend langes Händewaschen nimmt in etwa so viel Zeit in Anspruch wie zwei Mal „Happy Birthday“ singen. Mehr Informationen finden Sie zum Beispiel auf infektionsschutz.de.

  • Alltag mit Maske: Dringend empfohlen wird das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes an Orten, an denen es schwierig werden kann, den Mindestabstand zu anderen einzuhalten und in geschlossenen Räumen. In den meisten Bundesländern gilt die Pflicht, eine Maske sowohl in der Schule als auch in den Pausen oder im Unterricht zu tragen. In öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften müssen zudem medizinische Masken (zum Beispiel sogenannte OP-Masken) getragen werden, die einen noch besseren Infektionsschutz als Alltagsmasken bieten. Informieren Sie sich dazu auf der Website Ihres jeweiligen Bundeslandes. Bitte beachten Sie: Wer eine Maske trägt, sollte trotzdem weiter darauf achten, Abstand zu anderen Menschen zu halten. 

  • Regelmäßiges Lüften: Da virenbeladene Aerosolpartikel Hauptübertragungsweg des Coronavirus sind, empfiehlt das Umweltbundesamt regelmäßiges intensives Lüften bei weit geöffneten Fenstern. Bei Unterrichtseinheiten von mehr als 45 Minuten Dauer wird empfohlen, auch während des Unterrichts zu lüften.

Wenn Sie als Lehrkraft Ihre Kolleginnen und Kollegen sowie Schülerinnen, Schüler und Eltern über die AHA+L-Formel informieren wollen, nutzen Sie unseren Downloadbereich, wo Sie kostenlos Informationsmaterialen und Bodensticker bestellen können. Einen Artikel mit allen Infos zum Alltag mit Maske finden Sie hier.

Bei Symptomen zuhause bleiben

Wenn eine Lehrkraft oder Schülerinnen und Schüler typische Symptome einer Corona-Infektion zeigen (z. B. Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit sowie Kratzen im Hals), sollte sie zuhause bleiben und eine Ärztin, bzw. einen Arzt, das zuständige Gesundheitsamt oder die 116117 verständigen. Dasselbe gilt im Fall eines Kontakts zu einer Person, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde. Über die nächsten Schritte informieren Sie sich bitte in unserem Artikel Was sollten Sie tun, wenn Sie den Verdacht haben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben? .

Als Elternteil sollten Sie für sich und Ihr Kind die Corona-Warn-App  installieren. Mit der aktiven Nutzung der App tragen Sie dazu bei, dass sich weniger Menschen unerkannt anstecken und Kontaktpersonen leichter identifiziert sowie Infektionsketten schneller durchbrochen werden können. Das entlastet das Gesundheitssystem und bringt uns alle gesünder und sicherer durch den Schulalltag. 

Stresssituationen und Herausforderungen im Schulalltag in der Corona-Pandemie bewältigen

Oft hilft es schon, wenn wir uns austauschen, einander zuhören und verständnisvoll reagieren. Wie Sie mit den besonderen Herausforderungen umgehen können, erfahren Sie in den Beiträgen Umgang mit Gefühlen und Kindern und Jugendlichen helfen auf unserer Website. Wenn Sie sich als Lehrkraft im neuen Schulalltag belastet fühlen, sollten Sie sich Zeit geben, den Umgang mit der neuen Situation zu lernen. Für konkrete Tipps lesen Sie unsere Artikel, wie Sie mit der neuen Lebenssituation und mit Unsicherheit umgehen können.

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