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Medizinisches und pflegerisches Personal
15:11 Uhr · 29. Mai 2020

Als Leitung das Team unterstützen

Ihr Team gut zu unterstützen ist für Sie als Führungskraft eine wichtige und zweifellos auch eine herausfordernde Aufgabe. Wir haben hierfür einige Tipps zusammengestellt.

Bild: Getty Images / Hinterhaus Productions

Gesundheitsfachkräfte sind derzeit enormen Anforderungen ausgesetzt. Die Coronavirus-Epidemie fordert sehr viel von all denjenigen, die hilfsbedürftige Menschen pflegen und betreuen. Als Leiter oder Leiterin eines Teams in einer medizinischen oder pflegerischen Einrichtung tragen Sie dabei eine hohe Verantwortung. Sie sorgen nicht nur für die bestmögliche Versorgung, sondern auch für das Wohl Ihres Teams. Mit fortschreitender Dauer der durch die Epidemie bedingten Belastungen rückt die psychische Gesundheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zunehmend in den Mittelpunkt, damit Sie ihre Tätigkeit langfristig gut ausüben können. Ihr Team hier gut zu unterstützen ist für Sie als Führungskraft eine wichtige und zweifellos auch eine herausfordernde Aufgabe.  

Wir möchten Sie deshalb ein wenig bei der Fürsorge für Ihr Team unterstützen und haben hierfür einige Tipps zusammengestellt, wie sie auch von internationalen Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Inter-Agency Standing Committee (IASC) oder dem Internationalen Roten Kreuz (IFRC) empfohlen werden. Wir greifen dabei auch auf eine Publikation von Petzold und Kollegen zurück, die hierzu eine gute Übersicht bieten (siehe Quellen an Ende dieses Beitrags).

Halten Sie Ihr Team über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden. Sorgen Sie für einen guten Informationsfluss und setzen sie Ihr Team transparent über das in Kenntnis, was seine Tätigkeit und die weiteren zu erwartenden Veränderungen durch die Coronavirus-Epidemie betrifft. Dies fördert ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit.

Fördern Sie einen offenen Austausch. Für Ihr Team ist es hilfreich, über die aktuellen Anforderungen und Belastungen im Rahmen ihrer Tätigkeit offen sprechen zu können. Hierfür ist eine vertrauensvolle Atmosphäre wichtig, sie sorgt für ein Wir-Gefühl und die Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen. Regelmäßige Teambesprechungen, in denen auch Raum für persönlichen Austausch besteht, sind daher wichtig. 

Behalten Sie die psychische Belastung jedes einzelnen im Blick. Vermitteln Sie Raum und Offenheit für ein persönliches Gespräch mit Ihnen als Leitung. Es ist wichtig, dass sich psychisch belastete Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen frühzeitig an Sie wenden können, um einer Überlastung entgegen zu wirken und gemeinsam hilfreiche Wege zu finden. 

Nehmen Sie gegebenenfalls auf diskrete Weise direkt Kontakt mit einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin auf, wenn Sie beispielsweise Kenntnis über eine erhöhte psychosoziale Belastung oder psychische Vorerkrankungen haben. Stellen Sie in diesem Fall ggf. auch Informationen über Beratungsmöglichkeiten zur Verfügung. Hierzu finden Sie Hinweise und Links auf dieser Website.

Ermöglichen Sie Erholungsphasen. Ebenso wie für die körperliche Gesundheit sind regelmäßige und ausreichend lange Erholungsphasen für die psychische Stabilität bedeutsam. Ein Einsatzplan, der ausreichend Erholung vorsieht, sorgt für den Erhalt der Gesundheit. Flexible Arbeitszeiten, insbesondere für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit einer erhöhten familiären Belastung oder anderen Einschränkungen können hierbei von Nutzen sein.

Sorgen Sie für klare Zuständigkeiten. Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen profitieren von einer eindeutigen Verteilung der Aufgaben und Rollen im Team. Dies fördert die Orientierung und ein Gefühl von Kontrolle. Natürlich sollten die Zuständigkeiten entsprechend der aktuellen Entwicklungen immer wieder sinnvoll angepasst werden.

Lassen Sie Ihr Team wissen, dass Sie seine außergewöhnliche Leistung sehr schätzen. Wertschätzung und Anerkennung für den unermüdlichen Einsatz zu erhalten, bedeutet viel und trägt zu psychischer Stabilität bei. 

Sorgen Sie gut für sich selbst. Ihre körperliche und psychische Gesundheit ist von ebenso wichtiger Bedeutung wie die Ihres Teams. Sie stehen täglich vor enormen Anforderungen und tragen zusätzlich viel Verantwortung. Achten Sie also ebenso auf eine ausreichende Selbstfürsorge. Sie sind damit auch ein gutes Vorbild für Ihr Team.

Quellen und ergänzende Informationen:

Inter-Agency Standing Committee (2020). Briefing note on addressing mental health and psychosocial aspects of COVID-19 Outbreak. Version 1.5 (Februar 2020)

Verfügbar in englischer Sprache unter https://interagencystandingcommittee.org/iasc-reference-group-mental-health-and-psychosocial-support-emergency-settings/interim-briefing

International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (2020). Mental health and psychosocial support for staff, volunteers and communities in an outbreak of novel Coronavirus. 

Verfügbar in englischer Sprache unter https://pscentre.org/wp-content/uploads/2020/02/MHPSS-in-nCoV-2020_ENG-1.pdf

Petzold, M.B., Plag, J. & Ströhle, A. (2020). Umgang mit psychischer Belastung bei Gesundheitsfachkräften im Rahmen der Covid-19-Pandemie. Der Nervenarzt91, 417–421.

Verfügbar unter https://link.springer.com/article/10.1007/s00115-020-00905-0#Fig2

Weltgesundheitsorganisation (WHO). Mental health and psychosocial considerations during the COVID-19 outbreak (Messages for team leaders or managers in health facilities).

Verfügbar in englischer Sprache unter https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/mental-health-considerations.pdf