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Erwachsene
12:34 Uhr · 14. Juli 2020

Andere Menschen mit starken psychischen Belastungen unterstützen

Die Coronavirus-Pandemie strapaziert Menschen mit psychischen Belastungen oftmals ganz besonders. Wie Sie als Angehöriger oder Angehörige bei der Bewältigung dieser Probleme helfen können, erfahren Sie hier.

Für Menschen, die stark psychisch belastet sind oder bereits psychische Vorerkrankungen haben, kann die Bewältigung der Coronavirus-Pandemie besonders herausfordernd sein. Erarbeitete Strategien im Umgang mit der Belastung sind zurzeit möglicherweise nicht ohne weiteres umsetzbar. Gewohnte Alltagsstrukturen verändern sich und sich flexibel daran anzupassen ist für Menschen mit psychischen Belastungen nicht immer leicht. Angehörige und Freunde sind deshalb manchmal besorgt und möchten helfen – aber wie kann man am besten unterstützen? Wir haben einige Hinweise für Sie gesammelt.

Fragen Sie, wie Sie helfen können

Sprechen Sie Ihren Wunsch zu helfen offen an und fragen Sie Ihr Gegenüber, wie Sie am besten helfen können. Gibt es Möglichkeiten, sie oder ihn bei der Tagesstrukturierung zu unterstützen? Sie könnten helfen, indem Sie Ihr Gegenüber zum Beispiel zu Aktivitäten ermutigen, Raum für entlastende Gespräche bieten oder einfach Gesellschaft leisten. Manche Betroffene haben vielleicht in einer Therapie schon gelernt, was sie zur Stabilisierung brauchen. Häufig geht es darum, Abstand zu gewinnen, sich zu entspannen und weniger zu grübeln. Sie können gemeinsam herausfinden, wie Sie dabei am besten helfen können.

Wenn Sie die gewünschte Hilfe selbst nicht anbieten können, überlegen Sie, ob Sie eine andere Person darum bitten können. Auch der Hinweis auf Telefonberatungsstellen kann hilfreich sein, denn häufig ist es entlastend, mit jemandem über die eigenen Gedanken und Gefühle sprechen zu können.  

Hier haben wir für Sie einige Stellen beispielhaft aufgelistet:

Telefonseelsorge: 0800 111 0 111

Telefonberatung der BZgA: 0800 23 22 783

Nicht immer ist Hilfe gewünscht oder notwendig

Es kann sein, dass Ihr Hilfsangebot vom Gegenüber nicht angenommen wird. Vielleicht fällt es dem Betroffenen grundsätzlich schwer, Hilfe anzunehmen oder es gibt andere Gründe. Sie können Ihr Gegenüber danach fragen. Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl, um die Situation einzuschätzen. Es kann sich lohnen, nicht sofort aufzugeben und erneut Ihre Hilfe anzubieten. In manchen Fällen ist es allerdings besser, seine oder ihre Entscheidung anzunehmen. Womöglich ist das die beste Hilfe, die Sie im Moment anbieten können. 

Bei Bedarf gibt es professionelle Unterstützung.

Wenn Sie weiterhin unsicher sind, ob und wie Sie helfen sollen, können Sie sich beim „SeeleFon“ des Bundesverbands der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen per Email oder telefonisch beraten lassen (https://www.bapk.de/angebote/seelefon.html, Tel.: 0228 71 00 24 24).

Wenn Sie den Eindruck haben, dass sich der Zustand einer nahestehenden Person kritisch verschlimmert, sollten Sie professionelle Hilfe suchen. Unter https://www.psychenet.de/de/hilfe-finden/schnelle-hilfe.html finden Sie geeignete Anlaufstellen. Auf https://www.psychenet.de/ finden Sie Gesundheitsinformationen zu häufigen psychischen Erkrankungen, Entscheidungshilfen und Selbsttests. Auf der Seite der Bundespsychotherapeutenkammer finden Sie außerdem Informationen für Menschen mit psychischen Erkrankungen während der Coronavirus-Pandemie.