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Medizinisches und pflegerisches Personal
15:47 Uhr · 30. April 2020

Anforderungen bewältigen

Die Anforderungen an medizinisches und pflegerisches Personal sind durch die Coronavirus-Pandemie gestiegen. Um den Alltag unter den Umständen etwas besser zu bewältigen, geben wir Ihnen hier einige Anregungen.

Bild: Getty Images / Westend61

Durch die Coronavirus-Pandemie sind die Anforderungen an medizinisches und pflegerisches Personal teilweise deutlich gestiegen. Arbeitsumfänge haben sich phasenweise stark erhöht, Urlaub zu nehmen war und ist vielleicht noch schwer möglich, Einsätze an Sonn- und Feiertagen sind für manche häufiger. Wenn Personal fehlt, haben einzelne Teams in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen kaum Zeit, sich abzusprechen oder auszutauschen. Alle Hygienemaßnahmen zu beachten, die aktuell notwendig sind oder Schutzkleidung zu tragen und zu wechseln, sorgt für zusätzlichen Aufwand im Arbeitsalltag. 

Darüber hinaus gibt es im Kontakt mit erkrankten Menschen und deren Angehörigen vieles, was täglich herausfordernd ist und anstrengt. Die körperlichen und psychischen Belastungen, die durch diese Anforderungen entstehen, können außergewöhnlich hoch sein. Um einer Überlastung vorzubeugen, ist es gut, selbst achtsam mit sich zu sein. Aufgabe Ihres Arbeitgebers ist es, in dieser Situation dafür Sorge zu tragen, dass die Arbeit für Sie zu bewältigen ist. Am besten suchen Sie bei Bedarf das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber. Doch auch Sie selbst können etwas dafür tun, um mit den Anforderungen des Arbeitsalltags besser umzugehen.

Arbeitsstruktur und -routine erhalten

Versuchen Sie, so gut es möglich ist, eine für Sie gute Struktur in Ihren Arbeitsabläufen und eine gewisse Routine aufrechtzuerhalten. Selbst wenn einiges drunter und drüber geht, hilft es, in Ruhe zu überlegen, wie Sie am besten sinnvoll und strukturiert vorgehen und welche Schritte nacheinander möglich sind. Halten Sie zwischendurch kurz inne, um sich diese Gedanken in Erinnerung zu rufen. 

Im Arbeitsalltag kurze Minutenpausen schaffen

Erlauben Sie sich immer wieder kurze Pausen von zwei, drei Minuten, um ein wenig zu verschnaufen und Abstand zu gewinnen. Suchen Sie hierfür, wenn möglich, einen ruhigen Ort auf oder treten Sie einen Moment vor die Tür. Vielleicht können Sie für ein paar tiefe und regelmäßige Atemzüge an einem Fenster stehen oder auf einen Balkon gehen? Oder gibt es einen Raum oder einen Bereich, in denen Sie sich für ein paar Minuten zurückziehen können? 

Vielleicht mögen Sie dort für einen Moment die Augen schließen und durchatmen. Atmen Sie am besten ein paar Mal tief in den Bauch ein und wieder aus. Konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem und spüren Sie, wie es sich anfühlt, wenn die frische Luft durch Ihre Nase ein- und wieder ausströmt. Wiederholen Sie dies einige Male. Vielleicht kann dabei bei jedem Ausatmen auch etwas der Anspannung aus Ihrem Körper weichen, die Sie durch den Alltag begleitet. 

Vielleicht haben Sie auch eine Idee für ein wohltuendes Bild vor Augen. Eine Vorstellung, die Ihnen während des Atmens Ruhe oder auch Kraft, Stärke, Energie vermittelt. 

Nehmen Sie regelmäßig etwas zu sich

Auch wenn es im Moment erschwert sein mag, sich ausreichend lange Pausen zu nehmen, so achten Sie fürsorglich auf sich und nehmen Sie regelmäßig Nahrung und Flüssigkeit zu sich. Nehmen Sie sich bewusst Zeit beim Essen und bereiten Sie am besten schon zuhause etwas für Ihre Mittagspause vor, das Sie mögen und das Ihnen guttut. 

Suchen Sie aktiv Kontakt zu Ihren Kolleginnen und Kollegen...

...auch wenn es in der Hektik des Tages nicht gut möglich erscheint. Der Austausch über die aktuelle Situation und die damit verbundenen Herausforderungen ist wichtig, um sich weiterhin als Team verbunden zu fühlen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.

Den Sinn in Ihrer Tätigkeit wahrnehmen

Sie leisten derzeit enorm viel und tragen mit einem außergewöhnlichen Engagement zur Bewältigung einer besonderen Krisensituation bei. Sie geben täglich Ihr Bestes, um Leben zu schützen und zu retten. Machen Sie sich bewusst, was dies für Sie bedeutet und wofür Sie einstehen.

Trennen Sie Arbeit und Privates so gut wie möglich

Verbinden Sie mit Ihrem Arbeitsweg ein für Sie hilfreiches Ritual, um sich klar zu verdeutlichen, dass Sie nun für eine Zeit lang in eine anstrengende und derzeit belastende Tätigkeit eintauchen. Denken Sie auf dem Nachhauseweg daran, dass nun Ihre Arbeit ruht. Vielleicht hilft es, nach Feierabend bewusst Ihre Kleidung zu wechseln, eine bestimmte Musik zu hören oder an bestimmten Plätzen vorbeizukommen, um kurz inne zu halten. Vielleicht tun Ihnen eine Dusche nach der Arbeit oder ein kleiner Spaziergang gut.

Über Entwicklungen und Maßnahmen informiert sein

Bleiben Sie zu den aktuellen Entwicklungen in einem hilfreichen Ausmaß informiert – entweder über Ihren Arbeitgeber oder Ihre Teamleitung. In dosiertem Maße ist es gut, sich selbst zu informieren, um mehr Sicherheit zu gewinnen. Wichtig dabei ist, seriöse Quellen wie z. B. das Robert Koch-Institut zu COVID-19 und den damit verbundenen Infektionsschutzmaßnahmen zu nutzen: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Über diese Tipps und Anregungen hinaus können Sie sich auch auf dieser Website über hilfreiche Wege zur Erhaltung der körperlichen, vor allem aber der psychischen Gesundheit informieren. 

Hilfreiche Tipps zur Bewältigung der Alltagsanforderungen im Rahmen Ihrer Tätigkeit finden Sie hier:

https://psychologische-coronahilfe.de/beitrag/covid-19-eine-ausnahme-belastung-fuer-personen-in-medizinischen-berufen-und-in-der-pflege/#toggle-id-9-closed

https://lir-mainz.de/corona-pandemie-empfehlungen-zur-staerkung-der-psychischen-gesundheit

Wenn Sie sich über Aspekte des Arbeitsschutzes im Gesundheits- und Sozialwesen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie informieren möchten, finden Sie Hinweise bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: 

https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Biostoffe/FAQ/FAQ_node.html

Eine kostenlose psychotherapeutische Beratung für alle Pflegeberufe bietet der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe/ Bundespsychotherapeutenkammer an unter:

https://www.dbfk.de/de/themen/psych4nurses.php