Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Wissen
15:06 · 16. Dezember 2021

Arbeit in Zeiten der Pandemie: Was Sie als Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer wissen sollten

Mund-Nasen-Schutz, Corona-Test, AHA-Formel und Kurzarbeit: Die Corona-Pandemie hat unseren Arbeitsalltag maßgeblich verändert. Hier finden Sie Tipps zum Gesundheitsschutz im Büro und wichtige Informationen rund um die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung.

Schützen Sie sich auch am Arbeitsplatz

Für das Arbeiten in Zeiten der Corona-Pandemie ist es unverzichtbar, dass wir auf andere, aber auch auf uns selbst Acht geben. Viele Menschen müssen sich mit der Herausforderung auseinandersetzen, auch an ihrem Arbeitsplatz gesund und sicher zu bleiben. Wer sich im Homeoffice oder in Kurzarbeit befindet, hat wiederum andere Sorgen. Wir haben hilfreiche Informationen für Ihren Arbeitsalltag zusammengestellt.

3G-Regel am Arbeitsplatz

Seit dem 18. November 2021 gilt die 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) auch am Arbeitsplatz. Alle Personen, die ihrer Arbeit nicht im Homeoffice nachgehen können, müssen ihrer Arbeitgeberin oder ihrem Arbeitgeber demnach einen Nachweis vorlegen, dass sie entweder gegen COVID-19 geimpft, nach einer Corona-Infektion genesen oder negativ auf das Coronavirus getestet sind. Als Testnachweis für Ungeimpfte gilt ein Antigen-Schnelltest, der maximal 24 Stunden alt ist oder ein PCR-Test, der nicht mehr als 48 Stunden zurückliegt.

Beachten Sie die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung

Seit dem 18. November 2021 gilt zudem wieder eine Pflicht für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, ihren Beschäftigten Homeoffice anzubieten, sofern es die Arbeit ermöglicht. Für Personen, für die die Arbeit von zu Hause nicht möglich ist und die sich weiterhin beziehungsweise wieder am Arbeitsplatz aufhalten, muss durch einen betrieblichen
Infektionsschutzstandard sichergestellt sein, dass die Beschäftigten hinreichend vor Ansteckungsrisiken geschützt sind

Die Bundesregierung hat einheitliche Standards zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus am Arbeitsplatz beschlossen: Die SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) bietet die Grundlage für eine sichere Rückkehr zum Arbeitsplatz während der Pandemie und für das Funktionieren des neuen Arbeitsalltags. Sie zielt darauf ab, die Sicherheit und Gesundheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu schützen. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind verpflichtet, auf Basis der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung ein betriebliches Hygienekonzept und Maßnahmen zur Kontaktreduktion im Betrieb zu entwickeln sowie medizinische Gesichtsmasken und Schnelltests für die Beschäftigten bereitzustellen.

Niemals krank zur Arbeit!

Folgende Regel gilt für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht nur während der Corona-Pandemie: Wer krank ist, sollte zuhause bleiben. Wer mit Krankheitssymptomen am Arbeitsplatz erscheint, setzt seine Kolleginnen und Kollegen einem vermeidbaren Ansteckungsrisiko aus. Personen mit Erkältungs- bzw. Symptomen einer Coronavirus-Infektion sollten den Arbeitsplatz gar nicht erst betreten oder ihn umgehend verlassen. Falls Sie glauben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, melden Sie sich bitte telefonisch bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 oder beim Gesundheitsamt. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Symptome von COVID-19 und wie Sie sich bei Verdacht auf eine Infektion verhalten sollten.

Die AHA-Formel als zuverlässiger Begleiter

Auch am Arbeitsplatz müssen zur Eindämmung der Pandemie weiterhin bestimmte Hygiene- und Abstandsregelungen beachtet werden. Die AHA+A+L-Formel hilft, gesund und sicher zu bleiben: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (Husten und Niesen in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch sowie gründliches Händewaschen) und im Alltag Maske tragen. Regelmäßiges Lüften von Innenräumen verringert das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus über Aerosole. Auch mit der Nutzung der Corona-Warn-App können Sie einen Beitrag leisten, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Die App hilft dabei, festzustellen, ob Sie in Kontakt mit einer infizierten Person waren und ob ein Ansteckungsrisiko besteht. 

Medizinische Masken für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Betrieb

Grundsätzlich gilt weiterhin: Betriebsbedingte Kontakte und die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen müssen auf das notwendige Minimum reduziert bleiben. Um dies zu realisieren, sind Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dazu angehalten technische oder organisatorische Maßnahmen zu treffen und zum Beispiel digitale Kommunikationstools anzubieten bzw. zu nutzen. Auch während der Pausenzeiten und in Pausenbereichen muss der Infektionsschutz gewährleistet sein. Sollte kein ausreichender Schutz gewährt werden können – zum Beispiel in Innenräumen, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten oder ausreichend gelüftet werden kann – müssen im Betrieb medizinische Masken für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Verfügung stehen.

Arbeiten im Homeoffice 

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind verpflichtet, ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sofern möglich mobiles Arbeiten im Homeoffice anzubieten, um das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz gering zu halten. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen dieses Angebot annehmen, wenn keine wichtigen Gründe dagegensprechen. Grundsätzlich ist die Arbeitgeberin beziehungsweise der Arbeitgeber auch für die Sicherheit und Gesundheit im Homeoffice verantwortlich. Vereinbaren Sie gemeinsam, welche Arbeitsmittel Sie für die Arbeit im Homeoffice benötigen und was Ihnen zur Verfügung gestellt werden kann. Da Sie auch im Homeoffice eine vollwertige Arbeitsleistung erbringen, haben Sie Anspruch auf das gleiche Entgelt wie bei der Arbeit im Büro. Tipps für die Arbeit im Homeoffice finden Sie hier.

Impfangebote nutzen

Eine der wichtigsten Säulen der Pandemiebekämpfung ist die Corona-Schutzimpfung. Die Impfung trägt sowohl zum individuellen Schutz als auch zur Eindämmung der Pandemie insgesamt bei: Sie ist der Schlüssel, um das Coronavirus unter Kontrolle zu bekommen und zu einem normalen Leben und Arbeitsalltag zurückzukehren. Seit dem 7. Juni 2021 können auch Betriebsärztinnen und Betriebsärzte die Corona-Schutzimpfung und seit September 2021 auch Auffrischungsimpfungen durchführen. Laut der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung ist es Aufgabe der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, ihre Beschäftigten über die Risiken einer COVID-19-Erkrankung mit dem Coronavirus und bestehende Möglichkeiten einer Impfung zu informieren. Außerdem sollten sie Betriebsärztinnen und -ärzte bei betrieblichen Impfangeboten unterstützen.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen für die Corona-Schutzimpfung freigestellt werden. Der Arbeitgeber kann den Impf- oder Genesungsstatus der Beschäftigten bei der Festlegung der Infektionsschutzmaßnahmen im Betrieb berücksichtigen. Alle relevanten Informationen rund um die Impfung in den Betrieben finden Sie hier.

Eingeschränkte Entschädigungsleistungen für Ungeimpfte ab November

Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gewährt Personen eine finanzielle Entschädigungsleistung, wenn ihnen von den zuständigen Behörden die Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit ganz oder teilweise untersagt beziehungsweise eine Quarantäne angeordnet wurde. Seit dem 1. November 2021 gewähren die Länder Personen ohne vollen Impfschutz keine Entschädigungsleistungen auf Kosten der Allgemeinheit im Falle eines Tätigkeitsverbots beziehungsweise einer Quarantäneanordnung, sofern für sie eine Impfempfehlung besteht und sie als Kontaktpersonen oder Reiserückkehrende aus Risikogebieten gelten. Personen, für die in einem Zeitraum von bis zu acht Wochen vor der Quarantäneanordnung oder des Tätigkeitsverbots keine öffentliche Empfehlung für eine Impfung gegen COVID-19 vorlag, haben weiterhin Anspruch auf eine Entschädigungsleistung nach dem IfSG. Dasselbe gilt für Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen dürfen.

Wichtig: Wer an COVID-19 erkrankt und infolgedessen arbeitsunfähig ist, hat unabhängig vom Impfstatus Anspruch auf Entschädigungsleistungen.

Beschäftigung in Kurzarbeit

Falls Ihr Unternehmen durch die Corona-Pandemie von Arbeitsausfällen betroffen ist und Kurzarbeit anmelden muss, haben Sie Anspruch auf finanzielle Hilfen und Ihr Verdienstausfall kann teilweise ausgeglichen werden. Bis zum 31. März 2022 gelten aufgrund der Corona-Pandemie noch Sonderregelungen beim Kurzarbeitergeld. Alle wichtigen Informationen dazu finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Bundesagentur für Arbeit.

Bleiben Sie informiert

Informationen zu arbeitsrechtlichen Folgen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie finden Sie auf der Website des Bundesarbeitsministeriums oder in der Podcast-Reihe des Bundesarbeitsministeriums „INQA Arbeitswoche – der Podcast zur Arbeitswelt in Zeiten von Corona“. Ausführliche Erläuterungen zu den Tipps auf dieser Seite können Sie auch in der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung nachlesen.

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Arbeitgeberin oder Ihrem Arbeitgeber, wenn Sie sich nicht ausreichend geschützt fühlen oder wenden Sie sich an Ihre betriebliche Interessenvertretung (Betriebs- oder Personalrat), sofern vorhanden. Falls Ihnen in Ihrem Unternehmen nicht geholfen werden kann, können Sie sich  auch an die für Sie zuständige Arbeitsschutzbehörde wenden.

Im Fall der Fälle: Kontakt zur Agentur für Arbeit aufnehmen

Sie möchten sich arbeitssuchend melden oder Arbeitslosengeld beantragen? In der Corona-Pandemie wurden die Voraussetzungen für den Bezug von Arbeitslosengeld II vereinfacht. Hier können Sie alle wichtigen Informationen zum Anspruch auf Grundsicherung nachlesen. Wenden Sie sich für weitere Informationen an die Agentur für Arbeit. Persönliche Kontakte sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Am besten nehmen Sie digital oder telefonisch Kontakt auf – die wichtigsten Kanäle, Formulare und Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Leistungen der Agentur für Arbeit während der Pandemie finden Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren