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Corona-Wissen
08:49 · 22. Oktober 2021

COVID-19: Was uns die Fallzahlen sagen

Wie viele Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert? Wie viele von ihnen sind gestorben, wie viele genesen? Wie kritisch ist die Situation auf den Intensivstationen Deutschlands? Hier wird erklärt, was die verschiedenen Parameter über das Pandemiegeschehen aussagen.

Die steigenden Infektionszahlen lassen Rückschlüsse auf die zu erwartende Anzahl an Krankenhaus- und Intensivpatientinnen und -patienten zu: Schließlich müssen etwa zehn Prozent aller Infizierten aufgrund eines schweren Verlaufs von COVID-19 im Krankenhaus behandelt werden, ca. 14 Prozent von ihnen intensivmedizinisch.

Fallzahlen zeigen Tendenzen und Entwicklungen auf

Es ist zu beachten, dass die veröffentlichten Fallzahlen nicht das tagesaktuelle Infektionsgeschehen abbilden können. So vergehen von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen meist fünf oder sechs Tage. Nicht in allen Fällen wird dann umgehend ein Test durchgeführt. Bis ein Ergebnis vorliegt, dieses an das Gesundheitsamt vor Ort und von dort weiter an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt wird, wo die Zahlen zusammengeführt und veröffentlicht werden, vergehen mitunter Tage. Nichtsdestotrotz: Die Fallzahlen helfen, neben der Impfquote, der Anzahl der Hospitalisierungen sowie der daraus resultierenden Belastung des Gesundheitswesens, grundlegende Tendenzen und Entwicklungen der Pandemie zu verdeutlichen und frühzeitig auf bevorstehende Engpässe, etwa in der Versorgung COVID-19-Erkrankter, hinzuweisen.

Das täglich aktualisierte Fallzahlen-Dashboard des Robert Koch-Instituts (RKI) können Sie hier einsehen, den wochentäglich aktualisierten Situationsbericht des RKI finden Sie hier.

Anzahl bestätigter Infektionen

Diese Zahl zeigt die Gesamtzahl an Menschen, bei denen eine laborbestätigte SARS-CoV-2-Infektion nachgewiesen und gemeldet wurde. Allerdings gilt: Wer zum Beispiel wegen Symptomfreiheit nicht getestet wurde, taucht in der Statistik nicht auf. Wie hoch die Untererfassung dieser Zahl aufgrund der unentdeckten Infektionen tatsächlich ist, wird in Studien wie „Leben in Deutschland – Corona-Monitoring“ des Robert Koch-Instituts und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung untersucht.

Todesfälle

Hierbei handelt es sich um die Anzahl von Menschen, bei denen das Coronavirus nachgewiesen wurde und die im Zusammenhang mit oder an ihrer COVID-19-Erkrankung verstorben sind. Vorerkrankungen stellen dabei teilweise Risikofaktoren für das Auftreten eines schweren Verlaufs dar. Sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung verstorben sind, als auch Personen mit Vorerkrankungen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren und bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die Todesursache war, werden derzeit erfasst. Bei einem Großteil der an das RKI übermittelten COVID-19-Todesfälle wird angegeben, dass sie an COVID-19 verstorben sind. Auch eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zeigt, dass die meisten der im Rahmen der Studie untersuchten Todesfälle tatsächlich direkt auf das Virus zurückgehen. Insgesamt sind bislang 2,4 Prozent aller Personen, für die bestätigte SARS-CoV-2-Infektionen in Deutschland übermittelt wurden, im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung verstorben (Stand: 14.07.2021).

Genesene und aktive Infektionen

Bei der Gesamtzahl der genesenen Personen handelt es sich um einen Schätzwert des Robert Koch-Instituts auf Grundlage verschiedener Daten, zum Beispiel der von den Gesundheitsämtern übermittelten Detailinformationen zum Erkrankungsbeginn beziehungsweise zur Hospitalisierung. Zieht man den Wert der Genesenen und der Todesfälle von jenem der bestätigten Infektionen ab, ergibt sich die geschätzte Zahl der aktiven Infektionen – jener Menschen, die akut eine SARS-CoV-2-Infektion durchmachen.

Fallzahlen in intensivmedizinischer Behandlung

Diese Zahl zeigt die Anzahl der COVID-19-Patientinnen und -Patienten, die auf deutschen Intensivstationen behandelt werden. Seit April 2020 müssen alle Krankenhäuser mit Intensivbetten täglich unter anderem die Anzahl der COVID-19-Fälle in intensivmedizinischer Behandlung melden. Das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin und des Robert Koch-Instituts stellt dies tagesaktuell im Tagesreport dar und zeigt darüber hinaus, wie viele dieser Patientinnen und Patienten invasiv beatmet werden, bei wie vielen die Behandlung abgeschlossen wurde und wie viele verstorben sind. Das Register erfasst zudem die freien betreibbaren und die belegten Behandlungskapazitäten in der Intensivmedizin von etwa 1.300 täglich meldenden Krankenhaus-Standorten in Deutschland.

Fallzahlen und Inzidenzen

Im Rahmen der Corona-Pandemie zeigt die Inzidenz die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner einer Region oder eines Landes innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Wenn sich beispielsweise innerhalb einer Woche 100 Menschen einer Stadt mit 200.000 Einwohnern neu infizieren, steigt die Inzidenz dieser Stadt auf 50. Man spricht hier auch von der Sieben-Tage-Inzidenz. Die Inzidenz wird als wesentliches Instrument bei der Betrachtung und Bewertung von Risiken für die Bevölkerung während einer Pandemie herangezogen. Der Begriff stammt vom englischen „incidence“ (Auftreten, Vorkommen, Ereignis) ab. Die Inzidenz ist demnach ein verlässlicher Indikator des aktuellen Infektionsgeschehens in Ihrem Bundesland. Wie hoch die Inzidenzen aktuell deutschlandweit liegen, können Sie hier einsehen:

Hospitalisierungsrate

Mit fortschreitender Impfkampagne nimmt die Grundimmunität zu und der Anteil schwerer Fälle ab: Immer mehr Bürgerinnen und Bürger sind vollständig geimpft, insbesondere in jenen Bevölkerungsgruppen, die ein hohes Risiko eines schweren COVID-19-Verlaufs tragen. Derzeit verbreitet sich das Virus vor allem in jüngeren Altersgruppen, die zwar in der Regel seltener schwer an COVID-19 erkranken, allerdings trotzdem nicht von schweren Verläufen ausgenommen sind. Darum wird als zusätzlicher Leitindikator zur Entwicklung der Coronavirus-Pandemie zunehmend die Hospitalisierungsrate relevant. Sie ermittelt die Zahl jener COVID-19-Erkrankten, die aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden müssen. Dafür hat das Bundesgesundheitsministerium eine Meldepflicht für Krankenhäuser eingeführt.

Impfquote

Zu wissen, wie viele Menschen bereits vollständig geimpft sind, kann in einer Pandemie den Unterschied machen: Aktuelle Daten zum Immun- und Impfstatus der Bevölkerung sind wichtig, um den Pandemieverlauf besser einschätzen und künftige Maßnahmen gezielter abwägen zu können – zum Beispiel in Form von Modellierungen wie dieser. Die Daten geben zudem Hinweise zur Impfakzeptanz der Bevölkerung und der Ärzteschaft sowie zu bestehenden Impflücken. Anhand zielgruppenspezifischer Impfdaten lassen sich Trends, regionale Unterschiede und soziodemografische Besonderheiten beim Impfschutz darstellen und in die Impfstrategie einbeziehen.

Fazit

Die erhobenen Fallzahlen sind eine wichtige Grundlage, um die pandemische Lage zu verstehen und Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu ergreifen. Darüber hinaus sind die oben aufgeführten Indikatoren Impfquote, Hospitalisierungsrate sowie die daraus resultierende Belastung des Gesundheitssystems wichtige Aspekte zur Bewertung des Pandemiegeschehens sowie zur Kontrolle des Infektionsgeschehens. Nach wie vor gilt: Je mehr Bürgerinnen und Bürger sich testen lassen, desto verlässlicher sind viele dieser Zahlen. Darum bleibt Testen neben der Corona-Schutzimpfung und der AHA+A+L-Formel eine wichtige Säule im Kampf gegen die Pandemie. Mehr zur Nationalen Teststrategie erfahren Sie in diesem Artikel, alles Wichtige über die derzeit verfügbaren Tests lesen Sie hier.

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