Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Schutzimpfung
16:05 · 17. Januar 2022

Geimpft, genesen, getestet – welche Corona-Maßnahmen aktuell gelten

Angesichts hoher Inzidenzen und der sich ausbreitenden Omikron-Variante sowie der damit verbundenen enormen Zusatzbelastung für das Gesundheitssystem ist eine kontinuierliche Anpassung der Corona-Schutzmaßnahmen zwingend erforderlich. Welche Regelungen aktuell gelten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Geimpft, genesen und getestet: Was gilt?

Damit die Infektionszahlen wieder sinken, haben Bund und Länder Regeln beschlossen, die bundesweit einheitliche Mindeststandards setzen. Diese Regeln wurden aufgrund der bevorstehenden Infektionswelle mit der Omikron-Variante verschärft. Die besonders betroffenen Länder werden auch weiterhin über diese Mindeststandards hinaus mit landesrechtlichen Regelungen tätig werden. Eine Auflistung der weiteren Corona-Regeln in den einzelnen Bundesländern finden Sie auf unserer Themenseite.

Diese Regeln gelten bundesweit und inzidenzunabhängig:

  • Nur Geimpfte und Genesene (2G-Regel) erhalten Zugang zu Freizeiteinrichtungen wie Kinos, Theater oder Restaurants. Ergänzend kann für die Teilnehmenden ein aktueller Test vorgeschrieben werden (2G-Plus). Seit dem 15. Dezember 2021 sind Personen, die bereits eine Booster-Impfung erhalten haben, von der Testpflicht im Rahmen der 2G-Plus-Regel ausgenommen. Bei medizinischen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen gilt auch für dreimal geimpfte Personen die Testpflicht. Auch im Einzelhandel gilt die 2G-Regel, ausgenommen hiervon sind Geschäfte des täglichen Bedarfs.
  • Es gelten folgende Kontaktbeschränkungen: Private und öffentliche Zusammenkünfte mit nicht geimpften beziehungsweise nicht genesenen Personen sind auf den eigenen Haushalt sowie höchstens zwei Personen eines weiteren Haushaltes zu beschränken. Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres sind hiervon ausgenommen. Auch private Zusammenkünfte von Geimpften und Genesenen sind nur noch mit maximal zehn Personen erlaubt. Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres zählen nicht mit. Sobald eine ungeimpfte Person an einer Zusammenkunft teilnimmt, gelten die Kontaktbeschränkungen, wie sie für ungeimpfte Personen gelten. Das bedeutet, dass private Treffen auf den eigenen Haushalt sowie zwei Angehörige eines weiteren Haushalts begrenzt sind.
  • Clubs und Diskotheken in Innenräumen bleiben bis auf Weiteres geschlossen und Tanzveranstaltungen verboten.
  • Überregionale Sport-, Kultur- und vergleichbare Großveranstaltungen finden ohne Zuschauer statt. In Innenräumen gilt eine maximale Kapazität von 5.000 Personen, im Freien 15.000 Personen. Es gelten 2G- bzw. 2G-Plus-Regeln.

Hier können Sie die aktuellen Regelungen und alle Beschlüsse einsehen.

Wer gilt als geimpft und wer als genesen?

Seit der letzten erforderlichen Einzelimpfung müssen mindestens 14 Tage vergangen sein, damit der volle Immunschutz aufgebaut ist. Geimpfte müssen einen Nachweis für einen vollständigen Impfschutz vorlegen – zum Beispiel den gelben Impfpass oder den digitalen Impfnachweis. Auch Impfzertifikate aus anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union werden anerkannt. Allerdings muss man dazu vollständig mit einem von der EU zugelassenen Impfstoff geimpft sein.

Genesene benötigen den Nachweis über einen positiven PCR-Test, der mindestens 28 Tage und maximal 90 Tage (circa drei Monate) zurückliegt. Eine nicht mehr vorliegende Dokumentation können Sie sich neu ausstellen lassen. Möchten Genesene ihre Erleichterungen von den Corona-Regeln nach Ablauf der 90 Tage behalten, müssen sie sich impfen lassen, wobei eine einmalige Impfung zur Auffrischung des Immunschutzes ausreicht.

Mehr zum Status geimpft oder genesen sowie zu den benötigten Nachweisen lesen Sie hier.

Alles Wichtige rund um die auch Booster-Impfung genannte Auffrischungsimpfung erfahren Sie hier.

Was bedeutet die 2G-Regel – und was 2G-Plus?

Die 2G-Regel steht für “geimpft oder genesen”. Bei der 2G-Regel haben nur geimpfte oder genesene Personen Zutritt zu Veranstaltungen oder Innenräumen: Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie ist der Zugang zu Einrichtungen und Veranstaltungen der Kultur- und Freizeitgestaltung (Kinos, Theater, Gaststätten, etc.) sowie der Besuch von überregionalen Sport-, Kultur- und vergleichbaren Großveranstaltungen seit dem 2. Dezember 2021 bundesweit inzidenzunabhängig nur für Geimpfte und Genesene (2G) möglich. Auch im Einzelhandel gilt seitdem die 2G-Regel, ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs. Als Nachweis muss entweder ein gültiges Impfzertifikat oder Genesenenzertifikat vorgelegt werden.

Die 2G-Plus-Regel ist eine Verschärfung der 2G-Regel und kann ergänzend vorgeschrieben werden. Bei 2G-Plus haben nur Geimpfte und Genesene Zutritt, die über ihr gültiges Impf- oder Genesenenzertifikat hinaus einen aktuellen negativen Test (Schnell- oder PCR-Test) vorweisen können. Ausnahmen gelten für Personen, die nicht geimpft werden können und für Personen, für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliegt. Darüber hinaus sind Ausnahmen für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren möglich.

Verbindliche Testpflicht im Rahmen der 3G-Regel


Die 3G-Regel steht für „geimpft, genesen oder getestet“. Wer nicht vollständig geimpft ist oder nicht als genesen gilt, muss in bestimmen Fällen entweder einen negativen Schnelltest (maximal 24 Stunden alt) oder einen negativen PCR-Test (maximal 48 Stunden alt) vorlegen. Seit dem 18. November 2021 gilt die 3G-Regel auch für den Arbeitsplatz: Bundesweit dürfen nur genesene, geimpfte oder getestete Personen ihre Arbeitsstätte aufsuchen. Die Einhaltung der 3G-Regelung soll vom Arbeitgeber täglich kontrolliert und dokumentiert werden. Auch für den öffentlichen Personenverkehr gilt: Sind Fahrgäste nicht geimpft oder genesen, müssen sie bei der Nutzung eines Verkehrsmittels einen Nachweis über einen aktuellen negativen Corona-Schnelltest oder PCR-Test mit sich führen.

Die 3G-Plus-Regel ist eine Verschärfung der 3G-Regel. Sie besagt, dass nur geimpfte, genesene oder mit einem PCR-Test getestete Personen Zutritt haben. Ein Schnelltest reicht hierfür nicht aus. Der PCR-Test hat die höchste Zuverlässigkeit.

Ausgenommen von der Testpflicht sind Kinder bis zum sechsten Lebensjahr sowie Schülerinnen und Schüler, welche im Rahmen des verbindlichen Schulkonzepts regelmäßig getestet werden.

Die AHA-Formel gilt auch bei 3G

Nach wie vor gilt die AHA-Formel für alle Bürgerinnen und Bürger sowie grundsätzlich eine Maskenpflicht überall dort, wo Menschen auf engem Raum zusammenkommen. Auch geimpfte, genesene und getestete Personen müssen dort eine Maske tragen sowie Abstands- und Hygienegebote einhalten. Es wird weiterhin der pandemischen Situation angemessene Abstands- und Zugangsregeln sowie Hygienekonzepte geben. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

2G und 2G-Plus: Warum Geimpfte und Genesene weniger Einschränkungen unterliegen – und ein zusätzlicher Test dennoch sinnvoll ist

Das Robert Koch-Institut (RKI) ging nach entsprechender Studienlage bislang davon aus, dass das Risiko, dass Menschen trotz vollständiger Impfung PCR-positiv werden und das Virus übertragen, auch unter der Deltavariante deutlich vermindert ist. Für Genesene wurde aufgrund der Datenlage angenommen, dass der Schutz zumindest für drei Monate nach überstandener Infektion besteht. Beide Personengruppen werden darum beispielsweise innerhalb der 3G-Regel mit Personen gleichgestellt, die negativ auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 getestet wurden (Schnell- oder PCR-Test).

Allerdings besteht auch bei geimpften oder genesenen Menschen ein gewisses Übertragungsrisiko. Dies gilt umso mehr, seit sich die noch ansteckendere Omikron-Variante auch in Deutschland rasant verbreitet. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme – insbesondere, wenn etwa im Rahmen von Veranstaltungen viele Menschen in Innenräumen zusammenkommen – kann darum die 2G-Plus-Regel angewandt werden: Der zusätzlich vorgeschriebene Test kann das Infektionsrisiko senken. Darüber hinaus empfehlen Bund und Länder bei Treffen mit mehreren Menschen außerhalb des eigenen Haushaltes eine vorsorgliche Testung auch für geimpfte und genesene Personen.

Die Bedeutung von Impfung und Booster-Impfung

Auch wenn eine Corona-Schutzimpfung keinen 100%igen Übertragungsschutz bietet, ist sie für die Bekämpfung der Pandemie unverzichtbar. Durch eine Impfung lassen sich schwere COVID-19-Verläufe und Todesfälle verhindern und Ansteckungsrisiken deutlich minimieren. Dies entlastet das Gesundheitssystem. 

Das RKI fasst zusammen, dass bei vollständig geimpften Personen aller Altersgruppen von einem „sehr guten Impfschutz gegenüber einer schweren COVID-19-Erkrankung“ ausgegangen werden kann und sich „für ungeimpfte Personen aller Altersgruppen ein deutlich höheres Risiko für eine COVID-19-Erkrankung, insbesondere für eine schwere Verlaufsform“ zeige. Insbesondere die Auffrischungsimpfung kann laut RKI den entscheidenden Unterschied machen: Um einen guten Impfschutz auch gegen die Omikron-Variante zu erreichen, sollten Booster-Impfungen entsprechend den STIKO-Empfehlungen unbedingt und zeitnah wahrgenommen sowie noch nicht erfolgte Grundimmunisierungen dringend begonnen bzw. komplettiert werden.

Unabhängig von Ihrem Impf- oder Genesenenstatus gilt nach wie vor: Bei Symptomen sollten Sie sich testen lassen, um den Verdacht auf eine Infektion auszuschließen. Symptome können zum Beispiel Atemnot, neu auftretender Husten, Fieber und Geruchs- oder Geschmacksverlust sein. Welche weiteren Symptome auf COVID-19 hindeuten können, lesen Sie in diesem Artikel.

Wegfall der Testpflicht nach Booster-Impfung

Seit dem 15. Dezember 2021 sind Personen, die bereits eine Booster-Impfung erhalten haben, von der Testpflicht im Rahmen der 2G-Plus-Regel ausgenommen. Gastronomie oder Freizeiteinrichtungen dürfen in dem Fall ohne einen zusätzlichen Testnachweis von ihnen besucht werden. Ausnahmen gelten bei medizinischen Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Pflegeheime. Hier gilt auch für dreimal geimpfte Personen die Testpflicht. Grundsätzlich ist für zusätzliche Sicherheit bei Zusammenkünften mit mehreren Personen für alle, auch Personen mit Booster-Impfung, empfehlenswert.

Gemeinschaftsschutz aus Solidarität

Die Corona-Schutzimpfung ist das einzig wirksame Mittel für eine Rückkehr zu einem normalen Alltag. Eine Impfung – samt Zweit- und Auffrischungsimpfung – wird dringend empfohlen.  Nur so haben Sie einen guten Immunschutz. Mehr Informationen zur Corona-Schutzimpfung finden Sie hier.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch der Solidaritätsgedanke: Es gibt Menschen, die sich nicht impfen lassen können – zum Beispiel Personen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Kinder von 0 bis 4 Jahren, weil es für sie noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt. Auch diese gilt es im Rahmen des Gemeinschaftsschutzes durch eine hohe Impfquote mit zu schützen.

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