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10:43 · 26. März 2021

„Corona-Datenspende-App“: Ihre Daten helfen bei der Eindämmung der Pandemie

Das Robert Koch-Institut ruft Bürger und Bürgerinnen dazu auf, freiwillig Daten von Fitness-Trackern und Smartwatches zur Verfügung zu stellen. Mit einer Datenspende helfen Sie, wichtige Erkenntnisse über die Ausbreitung des Coronavirus zu gewinnen.

Fitness-Apps können der Datenspende-App helfen

Weltweit arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Methoden, um die Coronavirus-Pandemie weiter einzudämmen. Zugelassene und wirksame Impfstoffe sind ein wichtiger Baustein zur Bekämpfung der Pandemie. Doch bis genug Menschen geimpft sind, wird noch etwas Zeit vergehen. Zusätzlich kann jede und jeder Einzelne durch die Bereitstellung gesundheitsspezifischer Daten einen wichtigen Beitrag leisten, um den allgemeinen Gesundheitsschutz während der Pandemie nachhaltig zu verbessern. Das Robert Koch-Institut (RKI) ruft daher Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ihre Daten freiwillig zur Verfügung zu stellen, um die Ausbreitung des Virus besser nachvollziehen und verhindern zu können. 

Daten gegen Corona mithilfe der „Corona-Datenspende-App“

„Digitale Anwendungen können die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 sinnvoll ergänzen“, erklärt Professor Lothar Wieler, Präsident des RKI. „Wir wünschen uns, dass sich viele Menschen beteiligen. Denn je mehr Menschen ihre Daten für eine Auswertung zur Verfügung stellen, desto genauer werden unsere Erkenntnisse zur Verbreitung des Coronavirus.“

So funktioniert die „Corona-Datenspende-App“

Nutzerinnen und Nutzer senden über die App bestimmte Daten, die durch Tracking-Anwendungen, wie beispielsweise einer Fitness-App gesammelt wurden (z. B. Aktivitätsdaten und Angaben zur Herzfrequenz), an das RKI. Zusätzlich wird die Postleitzahl abgefragt. Algorithmen können mit Hilfe dieser Gesundheitsdaten Symptome erkennen, die unter anderem mit einer Coronavirus-Infektion in Verbindung gebracht werden. Denn bei einer akuten Atemwegserkrankung ändern sich die Vitalzeichen in den meisten Fällen deutlich. Daher können auch typische COVID-19-Symptome durch die App erkannt und Nutzerinnen und Nutzer gewarnt werden.

Die Verbreitung des Coronavirus nachvollziehen

Aus der Verbindung der Gesundheitsdaten mit dem geografischen Standort will das Robert Koch-Institut Erkenntnisse über die Verbreitung des Coronavirus gewinnen. In einem ähnlichen Projekt wurden in den USA bei einer Grippewelle die Gesundheitsdaten von Fitnessarmbändern ausgewertet. Dabei wurde nachgewiesen, dass Daten von Tracking-Geräten die Verbreitung der Grippe sehr genau beschreiben. Im Falle von COVID-19 wären Infektionsketten so leichter nachzuverfolgen und schneller zu durchbrechen.

Die Forschung unterstützen und mithelfen

Um die Verbreitung von COVID-19 besser erfassen zu können, ist eine breite Datenbasis – d. h. eine Datengewinnung aus vielen verschiedenen Quellen – notwendig. Das betont auch Professor Dirk Brockmann von der Berliner Humboldt-Universität, der zur Modellierung komplexer Systeme forscht und das Projekt unterstützt: „Ihre Datenspende ermöglicht uns, die Ausbreitung des Coronavirus besser zu erfassen und die Dunkelziffer der Infizierten drastisch zu verringern. Diese Informationen sind für Epidemiologen unglaublich wertvoll und helfen, bessere Maßnahmen daraus abzuleiten.“ Professor Oliver Amft vom Lehrstuhl Digital Health der Universität Erlangen-Nürnberg ergänzt: „Indikatoren für eine Virusinfektion aus Sensordaten sind dabei zuverlässiger als die manuelle Eingabe von Krankheitssymptomen ins Smartphone.“

Die erhobenen Daten sind durch ein Pseudonym geschützt

Die „Corona-Datenspende-App“ wird vom Robert Koch-Institut herausgegeben. Die App wurde in Zusammenarbeit mit Thryve (mHealth Pioneers GmbH) entwickelt, einem auf Digital Health spezialisierten Berliner Start-up. Dieses Unternehmen ist der technologische Dienstleister. Weder Thryve noch das RKI erhalten durch die Nutzung der App Kenntnis von persönlichen Informationen wie Name oder Anschrift. Jeder Nutzer und jede Nutzerin erhält eine individuelle ID, das sogenannte Pseudonym. Nur so können Daten auch über längere Zeiträume richtig zugeordnet und interpretiert werden. Die App ist damit nicht anonym, sondern pseudonym.

Was die Corona-Datenspende-App registriert und wo es sie gibt

Die Corona-Datenspende-App registriert sportliche Aktivitäten, Ruhepausen und Schlafzeiten. Zu den erhobenen Vitaldaten zählen Puls, Stress, Temperatur und Blutdruck. Zusätzlich wird die Postleitzahl für die Erfassung der räumlichen Ausbreitung benötigt. Die „Corona-Datenspende-App“ gibt es kostenlos bei Google Play und im App-Store. Sie ist in wenigen Minuten auf einem Handy eingerichtet. Weitere Informationen über die App und darüber, welche Fitnesstracker und Smartwatches genutzt werden können, finden Sie hier.

Zwischenergebnisse und Auswertung der gespendeten Daten

Seit April 2020 haben sich über eine halbe Million Menschen dafür entschieden, ihre Daten für dieses wissenschaftliche Projekt zu Spenden. Und es kommen immer noch Freiwillige hinzu. Auf der Website des Projekts werden regelmäßig Reports und Zwischenergebnisse veröffentlicht

Aktuelle Fieberkurve für Deutschland

Der Datenspende-Algorithmus verwendet die Daten des Ruhepulses und der täglichen Schrittanzahl, um Muster zu erkennen, die für Fiebersymptome charakteristisch sind. Wenn der Ruhepuls einer Person erhöht ist und gleichzeitig körperliche Bewegung abnimmt, kann das auf Fieber hinweisen. Da Fieber eines der typischen COVID-19 Symptome ist, kann von der Fieberhäufigkeit in der Bevölkerung ein Schluss auf die COVID-19-Fallzahlen gezogen werden. Grafisch veranschaulicht wird dieser Zusammenhang in der aktuellen Fieberkurve für Deutschland.

Fieberkarte soll neue COVID-19-Hot Spots sichtbar machen

Eines der angestrebten Ziele ist es, mit Hilfe der Datenspende eine Fieberkarte für Deutschland zu berechnen. Mithilfe dieser Karte soll man auf Landkreisebene und täglich aktualisiert abschätzen können, ob in einer Region überdurchschnittlich viele Menschen Fieber haben. Daraus ließe sich ablesen, ob eine erhöhte Zahl an COVID-19-Fällen zu erwarten ist und wo neue Hotspots entstehen.

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